Ich find grad leider den Artikel nicht mehr. Aber ich hab mal was dazu gelesen, dass Kameraüberwachung sowieso eigentlich gar keinen nachweisbaren positiven Effekt hat. Da gings um die Aufstockung der Anzahl an Überwachungskameras genau in London. Von wegen, dass 1000 Kameras im Jahr erfahrungsgemäß ein Verbrechen verhindern oder so aber mehr kosten als das Gehalt eines Polizisten, bei dem man ja davon ausgehen dürfte, dass der mehr als ein Verbrechen im Jahr verhindert.
Interessant war in dem Artikel vor allem die Betonung des Unterschiedes zwischen Kameraüberwachung und Kameraaufzeichnung.
Bei der Überwachung, die zum Beispiel in Unternehmen zum Einsatz kommt, in denen der Pförtner eine Kamera zur Überwachung bestimmter Bereiche im Büro hat, sieht der dann in Real Time, was passiert. Meist wird sowas allerdings nicht aufgezeichnet.
Bei der Aufzeichnung werden die Geschehnisse - wie gesagt - aufgezeichnet. Dafür sitzt niemand vorm Monitor und guckt sich das an. Diese Methode kommt viel häufiger zum Einsatz, weil sie natürlich kostengünstiger ist. Die Bänder werden dann nur rausgekramt, wenn z.B. ein Verbrechen begangen wurde.
Das bedeutet, dass der subjektive Zugewinn an Sicherheitsgefühl nach dem Motto "mir passiert nichts, denn mir sieht ja jemand zu" einfach unbegründet ist, weil ja gar niemand zusieht. Es wird also nicht, wenn man überfallen wird - in der U-Bahn z.B. - plötzlich ein SEK-Team oder was um die Ecke kommen und einen retten. Man wird dann halt totgeprügelt. Der einzige Unterschied ist der, dass der Täter, so er nicht vermummt war, nachher identifiziert werden kann.
Solche Kameras haben also erstmal maximal einen abschreckenden Effekt. Dieser ist eben aber bisher nicht oder kaum nachweisbar. Insofern stellt sich wie immer die Frage, ob mehr Kameras überhaupt irgendwas bringen. Andersrum war sogar die Rede davon, dass Menschen sich ja, wenn sie sich beobachtet fühlen, nachweisbar anders verhalten. Da wirds dann spätestens gefährlich, wenn die Kameraaufzeichnungen automatisch ausgewertet werden und z.B. nach bestimmten Verhaltensmustern durchsucht werden, die typisch für Terroristen o.Ä. sein sollen.