Die Drossel ist nicht ungewöhnlich. Das findet man so oder so ähnlich bei jedem Mobilfunkprovider.
Am Prinzip der Drosselung wird diese Entscheidung nichts ändern. "Die Provider" - so viele Provider haben wir in Deutschland ja nicht mehr - werden künftig besser darauf achten, wie sie ihre Verträge bewerben. Dann heißt es eben "x MB" oder "x MB mit voller Geschwindigkeit, danach mit kostenfreiem Schneckentempo weiter surfen".
E-Plus wird wohl die bestehenden Verträge spätestens zum nächsten Fälligkeitsdatum seinerseits kündigen bzw. den Umstieg auf explizit gedrosselte Verträge zur Option stellen. Eventuell können sie sich sogar schon früher aus den Verträgen lösen.
Mich überrascht nur, dass E-Plus selbst noch Mobilfunkverträge anbietet. Ich dachte, die hätten schon vor Jahren aufgehört und stellen nur noch technische Infrastruktur für Reseller bereit. Spätestens nach der Übernahme durch O2/ Telefonica hätte ich nicht mehr damit gerechnet, dass unter der Marke Mobilfunktarife vertrieben werden. Interessant zu wissen.
@TRON2:
Deiner Auffassung nach dürfte nichts und niemand mit unbegrenzt werben. Natürlich gibt es immer technische Grenzen. Nicht mal DECIX kann "unbegrenzt" leisten, auch die haben technische Limits, über die hinaus sie kein "Mehr" mehr bieten können.
Ich denke nur, dass beworbene Leistung auch eingehalten werden sollte. Wenn mir mein Hoster 100-mbit dediziert anbietet, dann heißt das für mich, dass ich 24/7 100-mbit [+/- technisch bedingte Abweichungen] raus hauen können muss. Genauso sollte es bei meinem ISP und meinem Mobilfunkprovider sein. Habe ich bei meinem Hoster eine 100-mbit Leitung gemietet, dann kann ich mich auf diese Leistung verlassen und im Zweifel meine Zahlungen aussetzen bzw. den Vertrag auflösen. Allerdings habe ich auch noch nie bemerkt, dass mein Hoster mich absichtlich gedrosselt hätte. Eine x-mbit-Flatrate bedeutet eben x-mbit und nicht x-mbit für 10 Sekunden und danach Schneckentempo. Kann oder will der Provider keine x-mbit-Leitung stellen, dann darf er mir das nicht anbieten. Ich kann ja auch nicht nach dem Dritten Vertragsmonat sagen "Eigentlich kann ich mir das ja gar nicht leisten. Ab jetzt bezahle ich nur noch 1ct pro Monat, sonst mache ich ja Verlust." - Genau das können aber Mobilfunkprovider offensichtlich tun und das sogar ohne dass sie tatsächlich Verlust machen würden, würden sie nicht drosseln.
Das Lächerliche oder eher Traurige ist, dass die Provider selbst wissen, dass diese Volumentarife pure Abzocke sind und nicht im geringsten die tatsächlichen Kosten widerspiegeln. Allerdings, wie soll man sonst die Aktionäre befriedigen, wenn nicht, indem man Mio. Gewinne einfährt und woher soll das Geld sonst kommen? Durch faire Geschäfte bestimmt nicht.