[Netzwelt] Niederländische Datenschutzbehörde droht Google mit 15 Mio. € Strafe

google-485643_640.png
Die niederländische Datenschutzbehörde (Dutch DPA) hat angekündigt, Google mit einer Strafe in Höhe von bis zu 15 Mio. € zu belegen. Der Grund für diese Strafe ist der wiederholte Verstoß gegen die 2012 erneuerten Datenschutzbestimmungen des niederländischen Datenschutzgesetzes.

Google wird vorgeworfen, ungefragt die gesammelten Daten von Internetnutzern zu kombinieren, um personalisierte Werbung zu schalten, und das nicht nur bei bei Google angemeldeten Benutzern, sondern bei allen Benutzern, die die Suchmaschine benutzen oder Webseiten besuchen, die Cookies von Google setzen oder auslesen. Die kombinierten unterschiedlichen Bereiche umfassen z.B. Suchergebnisse, Ortsdaten, geschaute Videos und E-Mails. Dadurch, dass Google diese Daten ohne Nachfrage beim Benutzer für personalisierte Werbezwecke kombiniert, verstoße das ganze gegen das niederländische Datenschutzgesetz.

"Google fängt uns in einem unsichtbaren Netz aus persönlichen Daten ohne uns das mitzuteilen und ohne uns nach unserer Zustimmung zu fragen. Das geht nun schon seit 2012 so und wir hoffen, dass unsere Geduld nicht weiter getestet wird," Jacob Kohnstamm, Vorsitzender der Dutch DPA.

Bis zum 28. Februar 2015 wurde Google jetzt Zeit gegeben, die Forderungen der Datenschutzbehörde zu erfüllen. Gefordert wird eine eindeutige Einwilligungsabfrage dem Nutzer gegenüber, dass Google die Daten mit anderen Daten kombinieren darf, zu erreichen über ein separates Fenster, und eine klarere Darstellung darüber, wofür die Daten genau genutzt werden.

Quelle: ,
 
Zuletzt bearbeitet:
Das gehört eigentlich auf die europäische Ebene, aber da bremsen gewisse Länder.
Naja, Öttinger wirds schon richten. :D
 
15 Millionen am Tag? Alles Andere dürfte Google ja schlicht weg am Arsch vorbei gehen. Will gar nicht wissen wie dermaßen viel Kohle die durch solche Methoden scheffeln...
 
"Google fängt und in einem unsichtbaren Netz aus persönlichen Daten ohne uns das mitzuteilen und ohne uns nach unserer Zustimmung zu fragen. Das geht nun schon seit 2012 so und wir hoffen, das unsere Geduld nicht weiter getestet wird," Jacob Kohnstamm, Vorsitzender der Dutch DPA.
So im Zitat?


Ich finde den Vorstoß in den Niederlande sehr gut. Der lange Weg über die EU wäre zwar u.U. für andere Mitgliedsstaaten vorteilhaft, würde aber in jedem Fall wesentlich länger dauern und zudem noch das Risiko bergen, dass überhaupt keine Entscheidung getroffen wird oder eine derart glatt gebügelte, die alles offen lässt. Da heißt es im schlimmsten Fall dann ganz im amerikanischen Stil "Zustimmung durch nicht expliziten Widerspruch". Dass man in den NL dieses Risiko gar nicht erst eingehen möchte und seine Probleme lokal löst, halte ich für sinnvoll, angemessen und eine sehr weise Entscheidung.
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #7
Nein... Übersetzung korrigiert, danke.

Das mit den Niederländern endlich mal einer handelt, ist in der Tat schon mal nicht schlecht, wenn ich da an manche Stimmen auf Europaebene denke, weiß man eben nicht, wann da wirklich mal was im Sinne von besserem Datenschutz und Verbraucherrechten passiert.

Nur sehe ich dass auch ein wenig wie godlike, 15 Mio. € dürfte Google vermutlich aus der Portokasse bezahlen, wenn man an die Quartalszahlen denkt, die sie erwirtschaften; allein im ersten Quartal diesen Jahres. Da schmerzt so ein Promille dieses Beitrages nicht wirklich, um eine echte Wirkung zu erzielen.
 
Ihr solltet euch vor Augen halten, dass man Google nicht in den wirtschaftlichen Ruin treiben möchte oder ganz aus dem niederländischen Markt verdrängen möchte.
Umsatz klingt zwar immer schön, ist aber ein recht schwacher Indikator für die wirkliche finanzielle Situation eines Unternehmens. Wenn ich 10.000.000 Euro Umsatz habe, sagt das herzlich wenig darüber aus, was später noch in der Kasse drin ist.
Umsatz = Absatzmenge * Preis
Gewinn = Umsatz - Kosten

Zumal Google sich tagtäglich mit ein bisschen mehr auseinander setzen muss. Die Gesamtbelastung, die Google tragen muss, ist mit Sicherheit nicht einfach ein paar Silberlinge aus der Portokasse.
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #9
Trotzdem glaube ich, dass solche und höhere Strafen schon als Rückstellungen in der Kostenbilanz mit eingeplant wurden, sie daher kaum als schmerzhaft einzustufen sind. Und so lange eine solche Strafe nicht schmerzhaft den Gewinn schmälert, so lange werden sie damit auch weiter machen.
 
Ich leg ja im Monat auch 25 - 50€ in Strafzetteln für falsch parken oder mal einen Blitzer an. Dürfte in Relation viel mehr sein als die 15 Mio für google. Das verdienen die doch am Tag (Gewinn) mit genau diesen Werbe-Methoden :coffee:
 
Zurück
Oben