Tip: C64-Joystick am PC als "Tastatur"

thom53281

SYS64738
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Hallo zusammen! :)

Vielleicht sind ja noch ein paar C64-Bastler hier. Ich beschäftige mich jetzt schon einige Zeit damit, meinen alten digitalen C64-Joystick irgendwie am PC zum Laufen zu bekommen. Im Internetz liest man ja von zahlreichen Möglichkeiten, aber keine ist imho so elegant und gleichzeitig billig wie die hier vorgestellte Methode. Bisher hatte ich immer einen Adapter auf den Soundkarten-Gameport, aber nachdem mir meine Soundkarte nun abgeraucht ist und der Gameport-Support vielerorts bereits eingestellt ist, musste eine neue Lösung her.

Die Überlegung: Ein C64-Joystick ist digital, hat also für jede Richtung (oben, links, unten, rechts) und für die Schuss-Taste einen eigenen Taster. Was hat noch digitale Taster? Richtig, eine Tastatur. Warum also nicht einfach jeden Taster des Joysticks an einer Tastatur-Taste anlöten? Soweit die Theorie.


Die Belegung und Funktionsweise des Joysticks findet man . Im Grunde eine sehr einfache Schaltung. Jeder Taster hat eine eigene Signalleitung und wird gegen Masse gelegt, wenn er gedrückt wird. Die einzige Schwierigkeit: Um den Joystick kompatibel zur Tastatur zu halten, benötigen wir zuerst einmal einen einen gemeinsamen Masse-Punkt auf der Tastatur, an den wir alle Taster anschließen. Gewöhnliche Tastaturen haben eine "Matrix" mit der die Tasten verschalten sind:



Wenn man diese Matrix genauer untersucht, dann stellt man fest, dass einige Tasten von der Signalleitung her zusammengehören. Hier trifft das beispielsweise auf die Tasten [kw]6 7 z u h j n m[/kw] oder auch auf [kw]* 9 6 3 ,[/kw] (Ziffernblock) zu. Diese gemeinsame Signalleitung muss man nun bis zum Tastatur-Controller verfolgen. Dort kann man dann die Masse-Leitung des Joysticks anlöten (hier: blau). Um Problemen aus dem Weg zu gehen, sollte man möglichst Tasten benutzen, die man sonst am C64-Emulator nicht verwendet (Ziffernblock).



Ist die "Masse" einmal da, benötigt man nun für die einzelnen Richtungstaster jeweils eine eigene Leitung. Hier verfolgt man nun das Gegenstück der einzelnen Tasten wieder zum Controller und lötet dort die passenden Leitungen des Joysticks an.

Voila: Schon hat man einen Tastatur-Joystick, welcher [kw]* 9 6 3 ,[/kw] schreiben kann. Aber das ist letztendlich kein Problem - in den meisten Spielen und C64-Emulatoren kann man die Tasten selbst vergeben, also *=hoch, 9=rechts, usw.


Noch ein schickes Gehäuse um die Elektronik herum, schon hat man einen schicken PS/2- oder USB-Joystick. :)



Grüße
Thomas
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe für dieses Zweck schon vor Jahren ein altes USB-Gamepad zerlegt und direkt an die Kontakte von dem Steuerkreuz und eine der Funktions-Tasten, eine 9Pol. SUB-D Stiftleiste angelötet.
Das ganze in ein Halbschalengehäuse gestopft und fertig.
So habe ich ein USB-Interface für alle alten Joysticks mit 9-Pol Sub-D Stecker.
 
Soetwas gab es schon vor Jahren.

Ich hatte auchmal solch ein teil.

joystick-fuer-die-pfeiltasten.jpg

Das Funktionierte sogar Relativ gut.
Dein Vorhaben sollte aber auch Funktionieren.
 
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  • #4
Ich hatte jetzt schon ein paar Stunden Zeit, in denen ich meinen Adapter probieren konnte und ich muss sagen, dass das mehr als hervorragend funktioniert. Auf ein kleines Problem bin ich allerdings auch gestoßen. Die Tasten [kw]h[/kw] oder [kw]m[/kw] für den Joystick zu vergeben, ist erstmal grundsätzlich kein Problem. Allerdings wird es dann interessant, wenn man in der Highscore versucht, seinen Namen einzutippen und dort ein solcher Buchstabe vorkommt. :D

Im zweiten Anlauf habe ich daher die Tasten [kw]* 9 6 3 ,[/kw] vom Nummernblock angelötet um diesen Problemen gleich von vorneherein aus dem Weg zu gehen.

PS: Ich hatte auch mal so einen Tastenjoystick. Das war aber nie so wirklich das Wahre. Es geht doch nichts über seinen eigenen originalen C64-Joystick. ;)


Grüße
Thomas
 
Es gibt ja seit einiger Zeit auch vom CompettionPro5000 eine USB-Version. Unterscheidet sich von der alten C64-Variante durch eine kleine Platine mit Microcontroller.
Sind die selben Microschalter verbaut.

@tom: Klappen bei deiner Variante den auch die diagonalen Stellungen, wo ja 2 Taster glechzeitig betätigt werden?
 
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  • #6
Diagonale Richtungen sind ebenfalls kein Problem. Alle Taster haben einen gemeinsamen "Masse"-Punkt und für jeden Taster eine eigene Signalleitung. Überschneidungen, wie es sie bei zu vielen gedrückten Tasten sonst gibt, kann es so eigentlich gar nicht geben.

CompetitionPro ist schön und gut. Ist aber nicht ganz meine Welt. Ich habe mir irgendwann mal einen etwas mitgenommenen zusammengeflickt und das ist imho der beste Joystick, den ich bisher in der Hand hatte.


Grüße
Thomas
 
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