[Wissenschaft] Workaround: Neue Namen für Gene um diese besser in Excel eintragen zu können

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Die Gene der menschlichen DNA werden von Forschern in der Regel nach alphanumerischen Namen benannt. Leider führte dies zu einigen eher unglücklichen Bezeichnungen, wollte man diese zusammen mit einer Tabellenkalkulationssoftware wie Excel verwenden. So wurden beispielsweise die Gene MARCH1 und SEPT1 ständig als Datumsangaben erkannt und automatisch umgewandelt. Zukünftig soll dies mit den neuen Bezeichnungen MARCHF1 ("Membrane associated ring-CH-type finger 1") und SEPTIN1 nicht mehr passieren. Insgesamt werden aus diesem Grund 27 Genbezeichnungen durch das HUGO Gene Nomenclature Committee (HGNC) abgeändert.

Laut eines des US-Magazins The Verge werden die Änderungen bei Wissenschaftlern gut aufgenommen. Zuvor mussten Dokumente immer händisch korrigiert werden, was gerade in langen Listen nicht oder nicht vollständig geschah und deswegen diese Dokumente verfälschte.

Eine Vertreterin des HGNC merkt an, dass dies nicht der erste Fall sei wo Gene nachträglich umbenannt wurden. Die Benennung erfolge zwar immer nach klaren Regeln, allerdings wurden bereits Gene umbenannt, die als Worte oder Beleidigungen missverstanden werden konnten. Es sei aber der erste Fall wo man auf Probleme in Verbindung mit einer Software reagiere.



Bild: Logo MS Excel
 
lol,...

ne ernsthaft, mehr gibts dazu wirklich net zu sagen :unknown:
 
Wie lustig dass sich die Forschung anpasst,. anstelle das man bei Microsoft in Excel nen Switch für ein Dokument anlegt der sagt "interpretiere nichts als Datum in diesem Dokument weil DNA-Sheet" und fertig wäre der Lack. Anstelle dessen passt sich der ganze Forschungbereich an was irgendwie und sicherlich noch eine viel weitgreifendere Tragweite hat, auch für Leute die sowas lernen und gelernt haben. Absolutes Fail...

Software sollte dienen, nicht der User von der Software gegeißelt werden...
 
Erinnert mich an den Uralten Witz:

WIe viele M$-Mitarbeiter braucht es um eine Glühlampe zu wechseln?
Keine, M$ erklärt Dunkelheit zum Standard
 
Warum gibt es das bei Libre nicht? Weil die das als eigentliches Feature nicht anbieten, oder weil sich der Problematik bewußt waren?
 
@theSplit:
Warum so kompliziert:
"zellen formatieren" - "text"
Wissenschaftler knicken nicht vor Excel ein, sondern vor ihrer eigenen 2-Click faulheit.
 
Die Daten kommen vermutlich zu 90% als CSV-Datei.
Wenn man diese in Excel als CSV datei öffnet werden beim Importieren die Spalten-Formate "erkannt" - lassen sich aber mit einem klick ändern.

Die meisten machen halt einen doppelklick auf die Datei und sagen dann vielleicht noch "Daten in Spalten aufteilen".
Ist auch nicht wirklich weniger Aufwand - aber man muss halt excel zuvor nicht starten.

Für den Fall das die Daten als xlsx kommen (Kann man aus eigentlich jeder Programmiersprache recht einfach schreiben) - dann ist es noch unverständlicher warum der Spalten-Typ nicht mit angegeben wird.

Das ist also eher nur Schlamperrei - ein Marker in der Datei ist komplett unnötig... dann hat man wieder ein eigenes Dateiformat für EINEN Anwendungszweck, auch den Marker müsste die Quelle korrekt schreiben.. wenn sie das macht - kann sie auch in ein Format schreiben der die Spalten-definition mit schreibt.
 
Das ist nicht Schlamperei oder eine wie auch immer geartete Komplexität, sondern das Ergebnis unseres Bildungssystems, insbesondere dem in den Universitäten. Ich hab mich während des Studiums mal mit einer Bioprofessorin unterhalten und provokant gesagt, ich wäre allein aufgrund meiner IT-Kenntnisse besser für 90% ihrer täglichen Aufgaben geeignet als sie selbst, auch ohne Ahnung von Biologie. Das hat sie erst als Scherz empfunden aber nach dem Gespräch musste sie zugeben, dass das wohl zutreffend ist.

Unis verlangen immer gern Grundlagenwissen - "ein Biologe muss alle Tier- und Pflanzenfamilien kennen", "ein Chemiker muss die physikalischen und mathematischen Hintergründe für Massenspektrometrie kennen"... aber keine Sau kommt auf den Trichter zu sagen "Pass auf, wenn du deine Messkurven auswerten willst, brauchst du Computer, also musst du die Grundlagen dafür auch kennen". Computer sind einfach magisch da, und jeder kennt sich automatisch damit aus, weil er einen Mauszeiger über den Bildschirm geschubst bekommt. Dass dem nicht so ist, und dass wir allgemein viel zu viel Stuss und viel zu wenig Brauchbares lernen, das wird uns irgendwann in den Hintern zwicken. Unser ganzes Bildungssystem ist einfach darauf ausgelegt, möglicht viel in Köpfe einpressen zu können, ohne Zusammenhänge aufzuzeigen und den Informationsgehalt auf relevante Knotenpunkte zu verdichten.

Und daher haben wir Genetiker, die in Excel einfach die Grundlagen nicht beherrschen. Wie Architekten - die ganze Zeit gelernt, wie man Pläne zeichnet und was als schön empfunden wird, aber wehe du gibst ihnen einen Bohrhammer in die Hand oder lässt sie ein Gartenhäuschen planen und selbst bauen - da kannst du gleich den Unfallbericht vorschreiben. Und eine gute Haftpflicht einkaufen.
 
Und daher haben wir Genetiker, die in Excel einfach die Grundlagen nicht beherrschen. Wie Architekten - die ganze Zeit gelernt, wie man Pläne zeichnet und was als schön empfunden wird, aber wehe du gibst ihnen einen Bohrhammer in die Hand oder lässt sie ein Gartenhäuschen planen und selbst bauen - da kannst du gleich den Unfallbericht vorschreiben. Und eine gute Haftpflicht einkaufen.

Aus meiner persönlichen Erfahrung hast du damit recht,
ich hab in meinem Leben häufig leute getroffen, die mit ihren eigenen tools nicht umgehen können.

Eine meiner Lieblingserfahrungen war, als ich mal Praktikum in einer Bibliothek machte. Hab dort eine ganze Stelle überflüssig gemacht, alleine weil ich die Dokumentation der Verwaltungssoftware gelesen habe und die wundersam viele Dinge von alleine konnte,
die einige Mitarbeiter in Stundenlanger kleinarbeit von Hand gemacht haben.
 
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