Externe Hardware zum Windows 10 betreiben

Teufelskreis

NGBler
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Hallo!

Ich denke dieses Thema ist etwas „nieschig“, war mir nicht sicher, ob das ins Mac-, Windows-, oder Hardware-Forum gehört. Verschiebt es gerne wenn es hier verkehrt ist.

Meine Freundin hat ein mid-2012 MacBook Air mit 128 GB SSD, muss aber jetzt aus diversen Gründen ein Jahr lang auf Windows zurückgreifen. Leider ist die SSD zu klein, um Windows im Dual-Boot zu installieren.
Meine erste Idee war, mit VirtualBox ein Windows 10 zu emulierten, und die VHD liegt auf einer 1 TB externen USB3-Festplatte (HDD). Das ist aber kaum zu benutzen, ich denke das liegt an der langsamen Lese-/Schreibrate für wichtige Betriebssystemkomponenten.

Jetzt ist die Überlegung, Windows 10 ohne Virtualisierung direkt auf externe Hardware zu installieren.

Ich dachte entweder an einen größeren USB-Stick:

Noch schneller scheint ja diese externe SSD zu sein:

Die Frage wäre, ob diese Festplatten geeignet sind, um über USB 3.0 Windows 10 zu betreiben. Es geht dabei vor allem um Datenauswertung mit OriginLab Origin.

Ansonsten scheint das alte MacBook noch einen Thunderbolt 1-Anschluss zu haben, aber aus der technischen Spezifikation habe ich jetzt geschlossen, dass das nicht wirklich schneller ist als USB 3.0.

Hat jemand von euch damit Erfahrung, oder macht es mehr Sinn, eine 1 TB SSD zu kaufen und sich durch Anleitungen zu graben wie man die in das MacBook einbauen und das MacOS darauf wieder installieren kann?

Über eure Erfahrungsberichte würde ich mich sehr freuen.

Danke!
Teufelskreis
 
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Für Googler/Suchfunktions-Benutzer mal was ich getan habe und meine Erfahrungen dazu.

Voraussetzungen
  • Windows-PC
  • Externe SSD (ich habe diese bestellt: )
  • User-Agent Switcher

Installationsschritte
Wenn die SSD da ist, braucht ihr eine Windows ISO. Meiner Erfahrung nach funktioniert das nicht mit der ISO, die das Windows 10 Download Tool einem andrehen will (weil es da, zumindest bei mir, keine install.wim gab, die man mit dism auf die Festplatte hätte anwenden können). Deshalb habe ich mir einen Linux User-Agent zugelegt:
Mozilla/5.0 (X11; Ubuntu; Linux x86_64; rv:57.0) Gecko/20100101 Firefox/57.0,​
und schon kann man auf direkt eine aktuelle ISO runterladen.

Diese habe ich dann auf Laufwerk G: bereitgestellt. Danach muss der erste Teil der Installation im OEM-Stil gemacht werden, d.h. die Festplatte wird manuell vorbereitet und man tut über dism so, als würde man eine Windows PE-Instanz erzeugen wollen:
  • Externe Festplatte an den Windows PC anschließen
  • cmd.exe als Administrator öffnen
  • "diskpart" eingeben
  • Mit "list disk" die externe Festplatte identifizieren (erkennt man an der Größe)
  • "select disk X" eingeben, X durch die Zahl aus dem obigen Schitt ersetzen
  • Optional: Mit "list part" überprüfen, dass das wirklich die richtige (=leere) Platte ist
  • "clean" eingeben
  • "create partition primary" eingeben
  • "format fs=ntfs quick" eingeben
  • mit "active" die Partition als bootbar markieren
  • Die externe Platte mit "assign letter=e" einhängen ("e" im Zweifel durch einen anderen freien Laufwerksbuchstaben ersetzen)
  • Mit "exit" raus aus diskpart
  • Danach müsst ihr die "install.wim" im bereitgestellten Windows-Installationsmedium finden, die kann im Unterordner "x86", "x64", oder "sources" sein. Oder eine Kombination dessen.
  • Zurück in die Eingabeaufforderung mit Adminrechten
  • Dort "dism /apply-image /imagefile=g:\sources\install.wim /index:1 /applydir:e:\" eingeben, damit das Windows Image auf die SSD angewendet wird (Pfade durch eure Laufwerke und den Pfad zur install.wim ersetzen; G: ist die eingehängte Windows-ISO, E: ist die externe SSD)
  • Mit "bcdboot e:\windows /s e:\ /f ALL" den Bootloader konfigurieren. Auch hier den Laufwerksbuchstaben daran anpassen, wo eure externe SSD eingehängt ist.

Danach von der Platte booten, die Installation zu Ende spielen. Da sollte es egal sein, ob man's am Windows-PC oder Mac macht. Dann habe ich die Festplatte ans Macbook gehängt. Beim Booten "ALT" gedrückt halten und Windows auswählen.

Erfahrungen
Die Performance ist sehr gut. Arbeiten klappt damit sehr flüssig.

Allerdings ist das nicht der von Apple offiziell supportete Weg, um Windows zu installieren, deshalb fehlt auch der "Bootcamp"-Eintrag in den Windows-Systemsteuerungen. Das führt dazu, dass das Trackpad nicht gescheit konfiguriert ist; es funktionieren keine Rechtsklicks und kein Scrollen. Hier wird aber eh eine externe Maus verwendet, wenn Windows 10 zum Einsatz kommt. Da direkt der zweite Nachteil: beim Macbook sind dann mit Maus und Platte alle USB-Anschlüsse belegt, d.h. kein Platz mehr für einen USB-Stick o.ä.

Dadurch, dass Macs nur sehr gemächlich und mit Drittanbietersoftware auf NTFS schreiben können (NTFS-3G hat auf der SSD eine Schreibrate von 10 MB/s), muss man überlegen, ob man dem Windows HFS+ beibringen und die Mac-Systemplatte einhängen will. Das erfordert dann aber, dass man "Hibernate" komplett deaktiviert und das Windows am besten immer über "Neu starten" heruntergefahren wird, weil, je nach Konfiguration, beim Herunterfahren nicht alle eingehängten lokalen Festplatten vollständig ausgeworfen werden. Zumindest habe ich dieses Problem beim Windows/Linux Dualboot.

Hier wurde darauf verzichtet, Windows 10 HFS+ beizubringen, da die relevanten Daten, die unter Windows zur Verfügung stehen müssen, auf einem Samba-Share liegen.

Fazit
Die Performance ist sehr gut, aber man muss Spaß am Frickeln haben. Das Trackpad funktioniert nicht, und von Mac auf Windows-Dateien zugreifen geht nativ nur lesend, die andere Richtung überhaupt nicht.


Ich hoffe, das hilft jemandem!
 
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