Was ist falsch mit den Kritikern?

Seedy

A.C.I.D
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Wie kann es sein, dass Kritiker um 30% neben den Zuschauern liegen?

Noch einen?



Das sind nur zwei Beispiele, die grade im Kino laufen.

Was ist kaputt bei denen?
 
Wahrscheinlich haben die die Filme gesehen ?

Alita und GLass hab ich noch nicht gesehen. Aber wenn dann schreibs ichs ja in den Film Thread.

Aber zB Creed 2 hab ich gesehen und fand den sehr langweilig !
 
Filmverisse erzeugen mehr Nutzerinteraktionen und lassen sich damit besser an die Werbeindustrie verkaufen :coffee:
 
Das Wahlvolk ist schon länger nervig. Wählen den falschen Präsidenten und mögen schlechte Filme. Der Feuilleton muss einfach noch mehr darüber schreiben, was gut und richtig ist, vielleicht merken es die Menschen dann mal endlich.
 
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  • #5
Mal etwas mehr Kontext, da der Eingang doch etwas dürftig war:

Ich hab letzten Samstag Alita gesehen.
Fand ihn ziemlich gut, auch wenn er an einigen Stellen erhebliche Schwächen (besonders im Storytelling) hatte.

Ich bin danach erst auf einige Kritiken aufmerksam geworden, die dem Film die üblichen 3 vorwerfen (Sexismus, Rassismus, Transismus).
Ich hab daher mal auf Rotten Tomatoes geschaut und bin dort auf diese große Diskrepanz aufmerksam geworden.

(Wenn es interessiert: Hier mal die Genderbend version davon ;) )



Ich frag mich wie Kritiker so sehr daneben liegen können:

Gesetz der großen Zahlen:
Mit steigender Anzahl an versuchen stabilisiert sich der Wert der absoluten Häufigkeit nahe dem Wert der relativen Häufigkeit.
Heißt auf deutsch: Wenn ich einen Würfel ein paar tausend mal Würfel, sollte die gemessenen Ergebnisse für jede Seite grob Richtung 1/6 gehen, wie auch die theoretische Wahrscheinlichkeit.
Ist das nicht der Fall, ist das ein gutes Indiz dafür, dass irgendwas nicht stimmt.


Wenn man das hier anwendet heißt das, dass sich mit der Masse der Meinungen der Durchschnittswert nahe der tatsächlichen Wertung des Filmes annähern sollte.
Dies sollte sowohl auf Kritiker als auch auf User Seite passieren, weswegen sich diese Werte eigentlich nach und nach aneinander annähern sollten.

Wenn man also von einem theoretisch richtigen Wert ausgeht, sollten sowohl Kritiker als auch User mit zunehmender Anzahl Richtung dieses theoretischen Wertes streben.

Die Samplesize von Kritikern ist wesentlich geringer als die der User, daher hat eine einzelne natürlich mehr Gewicht, dennoch zeigt eine solche Divergenz ein großes Meinungsunterschied zwischen den Gruppen.

Warum?
Okay, ein Blick in die Top-Kritiken (Spoiler: Sexismus ist der seltenste Vorwurf, ausnahmsweise mal nicht politisch das Thema).



Attending the movies should not come with homework assignments, and if a film only works if you study its backstory in advance, there is something terribly wrong.
Alita too often feels thin, despite a surfeit of heavy-hitting talent.
It's more of a scavenger hunt than a movie.

Fast alle negativen Kritiken gehen auf die Story zurück.
Okay, nachvollziehbar, wie ich eingangs schon sagte, dass ist mmn. der größte Schwachpunkt im Film.


It did exactly what it set out to do: stay as close to the source material as possible while being entertaining as hell. It might not have been made for everyone, but if audience scores are anything to go by, it might've found an audience that was desperately needing it.
I loved it .. first manga adp. that didn't suck
Excellent. An Anime adaptation done right. Highly recommended.

Fällt auf, dass ständig auf den Anime/Manga Bezug genommen wird, denn die Kritiker wohl entweder nicht kennen, oder nicht gesehen haben.
Die Aktion und das CGI werden lobend erwähnt, was bei den Kritikern kaum zur Sprache kommt.

Und wichtig:
If a movie is meant to entertain, then Alita succeeds. It's an origin story, they are always a little messy. But the action scenes make up for it in the end.


Ich muss gestehen ich bin an das ganze etwas Vorurteil behaftet ran gegangen, da ich auf Krikerseite viel SJW bullshit erwartet habe, der erstaunlich wenig vorhanden war.
Ich selber komme also zu folgendem Fazit:

Die Kritiker haben keine Ahnung was die Fans mögen, legen falsche Maßstäbe an und machen damit ihre eigene Arbeit wertlos.
Kritiker sollen ein Anhaltspunkt geben, ob es sich lohnt einen Film zu schauen, wenn ihre Arbeit sich so sehr von den Kundenwünschen unterscheidet, sind sie Nutzlos.
 
off-topic:
Und wenn Du das richtige Bild in den letzten Post gehangen hättest, wäre ich jetzt nicht so verwirrt ;)
 


Eigentlich hast du dir deine Frage damit schon selbst beantwortet, oder? :D

Kritiker müssen sich Filme ansehen die sie nicht interessieren und sie auch noch eine rezensieren. Normale Zuschauer wollen den Film meistens sehen und rezensieren nur, wenn sie besonders begeistert / enttäuscht sind (Alita würde bei mir höchstwahrscheinlich ein "meh 5/10" bekommen, weil mich Mangas und Animes nicht interessieren - Deshalb schaue ich ihn garnicht erst an und bewerte ihn auch nicht). Das verzerrt wahrscheinlich die Bewertung.

Und ich bleib dabei, die Kritiker haben Angst, dass bald bei ihnen auch ins Twitterprofil gespammt wird :uglyngb:
 
Vielleicht liegt es nicht an den Kritikern sondern den unzufriedenen Zuschauern?

Ich bewerte hier ja auch schon einmal Filme und manchmal sogar richtig schlecht. Aber nicht alle. Black Panther z.B. war richtig scheiße aber ich hatte keine Lust was zu schreiben.

Wenn ein Film also von Zuschauern gut bewertet wird, muß der nicht nur viele Zustimmung bekommen, sondern auch möglichst wenig schlechte.
Viele sparen sich aber vielleicht negative Wertungen.
AUßER, sie sind so richtig angepißt und abgefuckt.


Nimm mal Deine Beispiele: Die ersten beiden Filme werden von den Zuschauern gut bewertet, dabei sind es aber nur 8,4k bzw 9,4k.

Beim 3. Beispiel, wo der Film als schlecht bewertet wird, sind es aber 117,5k.

Viele Filme sind vielleicht gar nicht so gut, wie die Zuschauerwertung vermuten läßt, weil es eine hohe Dunkelziffer unter der schweigenden Mehrheit gibt.
 
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  • #9
@KaPiTN:
Ghostbusters zählt nicht, weil dort noch ne längere Geschichte hinter hängt.
Da sind sowohl Kritiker als auch User Score absolut nicht aussagefähig.



Bleiben wir also mal bei Glass und Alita.
Deine These in Kurz:
Nur Zuschauer die den Film gut finden, mühen sich überhaupt ihn zu Bewerten, während Kritiker quasi dazu verdonnert sind.

Während ich also meine, dass die Sicht der Kritiker negativ verschoben ist, meinst du die User sein positiv verschoben?
 
Hinzu kommt: Positive Reviews/Wertungen kann man kaufen. Das wird zu Release auch gemacht, weil die Vertreiber wissen, dass sich die Leute online informieren ob es sich lohnt Geld auszugeben und sie sich vorher die Wertungen online anschauen.
 
Stimmt, ich hatte dich anders verstanden, was ich schrieb gilt aber dennoch.
Kritiker können schnell zu Elfenbeinturm-Bewertungen kommen.
Teilweise muss das ja auch gar nicht unbedingt deckungsgleich sein. Wenn ein Film 'kulturell faszinierend' ist aber für das normale Kino-Volk uninteressant ist, dann ist das so.
Aber wenn Kritiker regelmäßig völlig daneben liegen und eine 'rundumsicht' auf den Film Angeben, dann sind es schlicht schlechte Kritiker. Das ganze ist aber wie gesagt eher eine elitäre 'Feuilitton'-Szene die sich gar nicht ernsthaft für den Pöbel interessiert und im Kern selbstreferent ist so wie Kunst. Mit dem Unterschied, dass es objektiv genau das Gegenteil von selbstreferent ist, weil es ja eben mit repräsentativen Bewertungen verglichen werden kann.
 
Während ich also meine, dass die Sicht der Kritiker negativ verschoben ist, meinst du die User sein positiv verschoben?

Das klingt mir zu sehr nach Widerspruch. Ich hatte im letzten Post eine Verschiebung durch nicht gewertete Zuschauermeinungen beschrieben.

Es gibt aber durchaus auch zu schlechte Bewertungen, da bin ich bei Dir, durch Kritiker. Einerseits, weil es viel weniger Talent benötigt ein paar Dinge aufzuzählen, die einen Film abwerten, als zu beschreiben, was einen Film toll/gut macht, andererseits weil sich sicher einige in der Rolle des überlegenden Bewerters gefallen.

Grundsätzlich aber würde ich auch immer eine Kritik von einer Kinozuschauermeinung unterscheiden, weil nur der Kritiker den Film bewertet, der Kinobesucher aber das Erlebnis. Da erscheint es mir tendenziell als normal, daß die Kritik strenger und eher schlechter ausfällt.
Wenn man z.B. mit Familie, den Mädels oder den Kumpels einen tollen Abend hatte, zählt der Spaß mehr, als die Qualität des Filmes.
 
Glass war doch furchtbar. Wundert mich das der so gut wegkommt. :coffee:

--- [2019-02-20 18:09 CET] Automatisch zusammengeführter Beitrag ---

Mal von James McAvoy abgesehen
 
Ghostbusters zählt nicht, weil dort noch ne längere Geschichte hinter hängt.
Da sind sowohl Kritiker als auch User Score absolut nicht aussagefähig.
Seh ich anders. Ich fand das Remake von Ghostbusters richtig Scheiße. Nicht wegen der Relation zu den Vorgängerfilmen. Vielmehr haben mich die Hauptdarsteller einfach nur genervt. Generell war der Film zu platt.
 
Filme liegen auch gerne im Auge des Betrachters. Manch ein Film, den die Masse gut findet, findet ein Cineast schlicht beschissen.
Andersherum genauso.

Es ist halt auch nach wie vor Geschmackssache.

Mein persönlicher Film diesbezüglich ist z.B. The Descent. Von Kritikern und Fans auf diversen Plattformen hochgelobt, fand ich diesen Streifen einfach nur schlecht. Weil auch meine Betrachtungsweise anders ist: ich finde das Verhalten der Protagonisten strunzdumm für ach so erfahrene Höhlengänger und wenn sie dann in den Lebensraum anderer Kreaturen eintreten, die auch noch gefährlich sind, dann haben sie ganz einfach Pech gehabt. Ich konnte also trotz der Düsternis und den Gore-Effekten diesem Film nichts abgewinnen.
 
Hassfilm meiner Frau ist . Ich empfand als extrem langweiligen und sinnlosen Film.

Und ums mal mit Klassikern zu zeigen:
Ich weiß bis heute nicht, warum als Meisterwerk eingestuft wird.
 
Ich weiß bis heute nicht, warum als Meisterwerk eingestuft wird.

Das ist ein gutes Beispiel für so ein Cineasten/Kritiker- Ding. Diese Einschätzung beruht nicht alleine auf dem Film als solchen, sondern seiner Bedeutung für die Filmgeschichte.

Manchmal ist es nicht so entscheidend, das letztlich beste Produkt zu haben, sondern der Erste zu sein.

So voll entfaltet sich die Wirkung sicher nicht, wenn man den Film nacht um 1 Uhr auf Arte sieht.

Das galt ja schon für die ersten Filmvorführungen, wo gezeigt wurde, wie Dampfzüge auf die Kamera zufuhren.
Sensationell, die Leute sind teilweise in Panik raus gerannt.
Sollte man so etwas bei YT finden, wird es keinen jucken.
 
Genau so ist es.
Anderes Beispiel: Damals war Der Exorzist ein Meisterwerk des Horrors, eben weil es so etwas vorher nie gab. Menschen sind vor lauter Angst aus dem Kino geflohen, heute lächelt man müde darüber und findet es langweilig.

Es gibt natürlich auch Filme, die zeitlos bleiben.
 
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  • #20
Natürlich muss man Filme im Kontext sehen.
Aber dieses "historisch Wertvoll" gilt ja nur für Ausnahme Filme.

Das meiste was wir haben sind ja keine Kunstwerke sondern Konsumprodukte.

Man könnte halt sagen das Avatar z.B. technisch Wertvoll war, es war eine Überlange Techdemo für Motion Capture und CGI.


Ich Frage die Frage also noch mal:
Was haben Kritiker noch für ein Wert, wenn man sich an ihrer Wertung nicht orientieren kann?

Oder anders:
Ich höre bestimmte Musik einfach nicht, weil sie mir generell nicht zusagt.
Ich hab also überhaupt nicht das Werkzeug um bestimmte Musikrichtungen zu bewerten.

Ein Kritiker der Alita bewertet sollte es doch im Kontext von dem bewerten was es ist:
Eine Animeverfilmug und CGI-Schlacht.
Wenn ich Kritiken lese wie "dröge" die Story ist, dann Frag ich mich ob die Wissen das es eine Adaption ist. :unknown:

Das ist nen bisschen wie "herr der Ringe" ne miese Bewertung zu geben, weil Elben und Orks ausgelutsche Fantasy Trops sind... Da kann doch der Film nix für, der übernimmt es doch nur aus einem Buch.
 
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