"Müsste" ist schön und gut. Ob das dann auch wirklich in der Praxis so aufgeht, kann von uns wohl niemand sagen. Theorie konnte die Praxis noch nie ablösen. Immerhin haben vermutlich weder Du noch ich Ahnung, welche Technik dort wirklich in welcher Form zum Einsatz kommt.
Wenn allerdings auch namenhafte Hardwarehersteller angeben, dass die Netzkapazität in Deutschland nicht mal ansatzweise ausgereizt ist, dann kann die Telekom sicherlich nicht angeben, dass durch das Vielnutzerverfahlten das Netz kurz vorm Zusammenbrechen steht. Das ist einfach nur eine lächerliche und dreiste Lüge.
Erinnerst du dich an den DDoS gegen Spamhaus:
Das Online-Magazin Gizmodo hat Nachforschungen bezüglich der behaupteten Verlangsamung des Internets angestellt und diese widerlegt. Der Datendurchsatz von 300 Gigabit sei für Internetknoten viel zu gering, als das dessen Datendurchsatz verlangsamt werden oder gar zusammenbrechen könnte. Der größte deutsche Knotenpunkt dieser Art verarbeitete beispielsweise 1,5 Terabit pro Sekunde.
So und jetzt rechne mal damit, dass 99,9% des Internets immer noch den "normalen" Traffic verursacht haben, den sie Tag ein Tag aus ohne Drosselung verursachen + 300Gbit/s DDoS. Und es gab
keine Beeinträchtigung "des Internets". Jetzt erzähl mir bitte noch mal und zwar
glaubhaft, dass unsere Netzinfrastruktur zur Zeit an ihren Grenzen ist.
Da würde ich jetzt aber nicht unbedingt den schwarzen Peter nur auf die Telekom schieben, immerhin hätten auch andere Anbieter die Möglichkeit, dort auszubauen.
Weil die Telekom Gelder für den Netzausbau bekommt. Siehe Bundesnetzagentur:
Als Endnutzer haben Sie einen Anspruch auf Anschluss an ein öffentliches Telekommunikationsnetz und auf einen Zugang zu öffentlich zugänglichen Telefondiensten. Zurzeit erbringt die Telekom Deutschland GmbH die Grundversorgungsleistungen in der Bundesrepublik. Gegenüber anderen Anbietern, wie z. B. der Vodafone GmbH, der 1 & 1 Internet AG oder ähnlichen Unternehmen, besteht kein Anspruch auf eine Grundversorgung.
Deshalb kannst du den schwarzen Peter genau ausschließlich der Telekom zuschieben. Niemandem sonst.
§ 78 Universaldienstleistungen
(1) Universaldienstleistungen sind ein Mindestangebot an Diensten für die Öffentlichkeit, für die eine bestimmte Qualität festgelegt ist und zu denen alle Endnutzer unabhängig von ihrem Wohn- oder Geschäftsort zu einem erschwinglichen Preis Zugang haben müssen und deren Erbringung für die Öffentlichkeit als Grundversorgung unabdingbar geworden ist.
(2) Als Universaldienstleistungen werden bestimmt:
1. der Anschluss an ein öffentliches Telekommunikationsnetz an einem festen Standort, der Gespräche, Telefaxübertragungen und die Datenkommunikation mit Übertragungsraten ermöglicht, die für einen funktionalen Internetzugang ausreichen,
Man kann sich natürlich jetzt streiten, ob die Übertragungsraten per Brieftaube für einen funktionalen Internetzugang ausreichen.
Wie siehts denn bei 1600 Leuten aus? Lohnt sich da ein Ausbau oder ist das auch noch ne Waldhütte?
Ja, die Frage ist, wo ziehst du die Grenze. Dann sind demnächst Städte mit unter 2Milliarden Einwohnern eben nicht mehr rentabel und man kümmert sich nicht mehr um deren Ausbau. Die Finanzierung der Grundversorgung steckt man sich dann aber trotzdem wohlwollend in die Taschen. Das Problem ist, dass es sich da um öffentliche Gelder handelt, die nicht so eingesetzt werden, wie sie es sollen.
Grundversorgung hat nie etwas mit "rentabel" zu tun. Es rentiert sich für den Staat nie. Auch solche Luxusangebote wie Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten oder gar Stadt-Schwimmbäder rentieren sich
NIE für den Staat / die Stadt / die Gemeinde. Der Eintritt, den du im Stadtbad (nicht privat betriebene Spaßbäder, die gleich mal das 10fache kosten!) zahlst, der reicht vielleicht um das Reinigungspersonal zu bezahlen, nicht aber für den Betrieb des kompletten Bades. Aber: Sie werden gebaut, dafür zahlen wir auch Steuern.