Probleme mit (älteren) Nachbarn

cokeZ

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Moin zusammen,

folgendes Problen welches wir (8 Partein Haus) mit einem alten Ehepaar im Souterain haben:

Die beiden sind alt, so alt, dass die Ehegattin komplett (!) dement ist. Er kümmert sich um seine Frau, lässt keinen Pflegedienst kommen etc., und geht davon aus er wprde dies perfekt schaffen. Alles kein Problem, ich komme ja beruflich aus dem Bereich, allerdings wird es hier grenzwertig.

Regelmässig trägt er komplett verkokelte Töpfe zum Müll, er flutet die Bude (erst gestern hat er versucht die Toilettenspülung seobatändig zu reparieren...Kasten abgerissen, das Wasser floss in Mengen...), sie verstopfen die Rohre, was für uns Mieter in der Bude dadrüber zu scheiss Problemen mir dem Küchenabfluss führt! Das er noch selbst Auto fährt (mehr Beule als Auto) und schon zig mal unsere Garage amgedängelt hat, ok, dass sollte sich klären lassen, aber ich bzw. wir haben keine Lust das unsere Bude mal abfackelt.

Er ist absolut uneinsichtig, schreit einen direkt an, egal wen, alle Nachbarn haben es im guten, sowie weniger guten versucht. Seine Kinder (3 Häuser weiter) interessierts n scheiss.

Der Vermieter? Uralt...das der überhaupt noch Vermietet...naja, zumindest lässt er immer alles reparieren, aber ist das die Lösung?
Dazu kommt, dass seine Frau NICHT gut versorgt ist (welcher Pflegedienst das absegnet [Begutachtung] ist mir nicht verstöndlich), was ich denke doch sehr gut beurteilen kann, denn nach Urin riechen muss niemand. Wenn da unten mal die Tür aufsteht...dann machste am besten in deiner Wohnung alles dicht und im Hausflur alles auf, ein Gestank...ekelhaft.

Ich bin bei aller liebe kein Denunziant, ich befürworte es wenn demente Angehörige zuhause betreut werden, aber SO ist das kein Zustand. Wenn wir Mieter schon zusätzlich über seiner Wohnungstür 'n Rauchmelder angebracht haben...

Was könnte man also nun tun? Vermieter interessierts wohl nicht, betroffene Nachbarn uneinsichtig.
 
Also wenn wirklich
  • Die Häusliche Sicherheit bedroht ist (es fackelt wirklich irgendwann das Haus ab)
  • Die Frau unter Verwahrlosung leidet
  • Der Mann komplett uneinsichtig ist

würde ich vermutlich mal schauen, was für Möglichkeiten hier offen stehen eine staatliche Instanz einzuschalten.

Ich versteh den Mann und mir tut der Mann wirklich leid, kann mir garnicht vorstellen wie es dem Kerl gehen muss wenn man die eigenen Frau in so einem Zustand erlebt und sich kümmern muss. Aber am Ende des Tages hilft das alles nichts und wenn dann mal richtig was passiert ist, kommt wieder das allseitisbeliebte "Wer hätte das denn ahnen können? / Wir haben davon gar nichts mitbekommen".

Das ist gefährlich für die Frau, den Mann und alle Hausbewohner.

Es muss ja nicht gleich das Heim sein, vllt. kann ein Pflegedienst ja unterstüzten und ein bisschen drauf achten, dass alles in geregelten Bahnen läuft.
 
Du sagst Du kommst aus dem Bereich - Pflege also ?
Und dann weist Du nicht was zu tun ist ?

Informier das Sozialamt, das es 2 ältere Menschen sind die alleine nicht mehr zurechtkommen und dringend Hilfe benötigen.
Sozialamt ist erste Anlaufstelle, die werden alles weitere in die Wege leiten.
 
Die Anlaufstelle ist bei gesundheitlicher Gefährdung das Gesundheitsamt. Das Sozialamt hat damit nichts zu tun.
Im Gesundheitsamt gibt es den psychologischen Dienst, der die Situation begutachtet, Hilfsangebote vorschlägt.
Werden die Angebote ausgeschlagen, kann man bei Gericht die Betreuung für einzelne Bereiche, z.B. Gesundheitsfürsorge beantragen.
Das macht auch das Gesundheitsamt, wenn man darum bittet. Aber die werden auch die Angehörigen ansprechen.
 
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  • #5
@Goetz-Expat: Wat soll ich beim Sozialamt? Erste Anlaufstelle wäre für mich der MDK damit die Frau gut versorgt ist. Allerdings kann es da passieren das es ganz schnell geht und die Dame im Heim sitzt.
Mir würd ja betreutes Wohnen reichen.
Und weil du mir so dumm von der Seite kommst: Nur weil ich in der Pflege arbeite, muss ich nicht wissen welche Behörde ich am besten einschalte, denn DAS ist meist vorher alles geschehen wenn die Damen und Herren zu mir kommen ;)

Cheggs Tip ist schon gut, wäre auch mein erster Gedanke gewesen, nur kommen die so einfach raus?

Zum Pflegedienst: Wird komplett abgeblockt, er kanm es ja alleine. Allerdings kommt alle 6 Monate wohl einer dahin um zu überprüfen ob die Pflege durch den Mann gesichert ist. Leider weiss ich noch nicht welcher Pflegedienst (wohnen noch keine 6 Monate hier und ich spionier sicher nicht...), weil bei allerliebe, die können nur dahin gehen und eben die 30Euro für die "Begutachtung" kassieren, den Otto drunter setzen und verschwinden.
 
Oje. Beschissene Situation. Tatsächlich kannst du, um die alte Dame, den Herrn und euch zu schützen, nur über die angesprochenen Instanzen helfen.
Es wird aber höchstwahrscheinlich *eklig* ablaufen. Da der Mann derart uneinsichtig ist, kann es sein, dass ein gesetzlicher Vormund bestimmt wird. Das hat zur Konsequenz, dass die Dame in ein Pflegeheim kommt. Nach Schilderung der Situation, kann ich mir ein betreutes Wohnen nicht vorstellen.
Ginge es nur um den Herrn alleine, wären die Hürden höher (eigene Erfahrung) und nur der Aspekt, das es sich um ein Mehrparteien-Haus handelt gäbe den Hebel für ein Handeln.

Gibt es Kinder, nahe Verwandte? Die müssen natürlich in so etwas eingebunden werden. Ansonsten, es scheint einigermaßen Eile geboten zu sein und der Weg über die Behörden scheint unumgänglich. Eure Situation ist schwierig und ein moralisches Dilemma - Persönlichkeitsrechte vs. Schutz von Leben.
So oder so, kein leichter Weg den alle gehen müssen. Viel Glück.
 
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  • #7
@poesie noire: kinder gibt es, mit denen hatten wir natürlich mal gesprochen, die sagen nur die kommen nicht an ihn ran. Scheint denen aber auch egal zu sein. Sie "hoffen" irgendwann zeigt ihn jemand an, dass er zumindest seinen Führerschein abgenommen bekommt.

Ein Dilemma ist es, sie ist nämlich Zuckersüss, er ist halt das Problem...
 
Der Sozialpsychiatrischen Dienst ist ein Papiertiger.
Die einige Möglichkeit, die ich sehe, wäre das Vormundschaftsgericht zu informieren. Aber selbst wenn dieses eine Betreuung für notwendig erachten sollte , dann werden wohl bevorzugt die Kinder in Betracht kommen und die scheinen ja keinen Handlungsbedarf zu sehen.
Die müßten schon ordentlich Soge haben, daß sie, wenn etwas passiert, haftbar gemacht werden könnten.
 
@KaPiTN:

Wenn die Kinder nicht wollen (können) wird ein gesetzlicher Vormund bestellt. Eine Pflicht seitens der Kinder ist mir nicht bekannt.
 
Der Vormund für Erwachsene heißt jetzt Betreuer ;)

Und diese komplette Entmündigung gibt es kaum noch.
Heutzutage sind es auch, ich glaube mich zu erinnern, acht verschiedene Bereiche, in denen jemand gesetzlich betreut werden kann.
Von Gesundheitsfürsorge über Aufenthaltsbestimmungsrecht bis zu Vermögensbetreuung u.ä.

Gesetzliche Betreuer können auch Familienmitglieder oder nahe Freunde werden. Ansonsten bestimmt das Gericht einen Berufsbetreuer.
Man kann übrigens auch für sich selbst Betreuung beantragen. Wenn man sich z.B. wegen Krankheit nicht fit für die Finanzen fühlt.

Wie KaPiTN schon erwähnt hat, ist es teilweise ein langwieriger Prozess, bis alles durch ist. Kommt auch oft auf das zuständige Personal beim Amt an.

Kurz, fragwürdig und knapp kann man aber auch mal einen Krankenwagen rufen, weil man just an dem Tag das Gefühl hat, dass da jemand um Hilfe röchelte.
Bei Meldungen an das Amt von Sanitätern und/oder Notärzten reagieren die Behörden doch schon schneller.
Wenn der Notarzt nicht gleich auch in die Klinik einweist wegen Dehydration ;)
 


Da habe ich mich wohl unklar ausgedrückt. Die Kinder werden eher nicht wollen, daß ein Fremder zum Betreuer ernannt wird, aber, sofern sie selber dann als solcher eingesetzt werden sollten, auch nicht unbedingt etwas an der Situation ändern wollen.
 
Da der Mann derart uneinsichtig ist, kann es sein, dass ein gesetzlicher Vormund bestimmt wird. Das hat zur Konsequenz, dass die Dame in ein Pflegeheim kommt.
Nein. Ein Betreuer, im Gegensatz zum ehemaligen Vormund (s.o.), kann Dich nicht einfach ins Heim stecken. Wenn der Betreuer der Meinung ist, dass Heimbetreuung unausweichlich ist, dann ist da (soweit ich weiss) noch das Gericht im Weg, was die Betreuung angeordnet hat. Auch die Angehörigen werden heutzutage bei solchen Entscheidungen nicht mehr übergangen.

Zum Thema: soweit ich das mit den spärlichen Informationen (riecht nach Pipi, verbrannte Pfannen im Müll, is laut und uneinsichtig) aus der Ferne beurteilen kann, sieht es mit Handlungsbedarf seitens irgendwelcher Behörden recht schlecht aus.
 
Der Vormund für Erwachsene heißt jetzt Betreuer ;)

Und Behinderte heißen heute "Anders Begabte" ändert nix am Inhalt.

btt.
Leute schaltet mal nen Gang runter.
Würde doch schon reichen, wenn da 2-3 mal in der Woche einer nach dem Rechten sieht und Essen auf Rädern würde auch schon mal die Brandgefahr verringern.
Man muss doch nicht gleich mit Orbitalen Laserkanonen Ameisen Tätowieren.
 
Sicher ändert das was am Inhalt.

Früher hat man die Leute entmündigen lassen, weggesperrt und sich das Erbe vorzeitig unter den Nagel reißen können.
Da gab es keine Abstufungen. Die gibt es mittlerweile.
Außerdem ist es für den Staat meist billiger, wenn Zuhause gepflegt und gekümmert wird als ein Heim. Zumal in diesem Fall gleich zwei Menschen betroffen sind.

In dem Fall hier kann es durchaus ausreichen, wenn täglich ein Pflegedienst zum Duschen/Waschen und für Medikamente kommt.
Dann noch ein Betreuer, der sich mit dem überforderten, aber zu stolzen Mann auseinandersetzt bzgl. Einkäufen, Verhinderungspflege etc.

Und mal ehrlich: wer hätte nicht ein wenig Schisse, wenn im Haus ein komplett dementer Mensch wohnt?
Es ist ja nicht so, dass Demente nur ein wenig tüddelig sind. Das ist oft ganz starker, teilweise gefährlicher Tobak.
 
Erste Anlaufstelle wäre für mich der MDK damit die Frau gut versorgt ist. .

Ich weiss nicht was du mit dem MDK willst. Der begutachtet auch nur und hat keinerlei rechtliche handhabe.
Betreuungsgericht ist das einzige was mir dazu spontan einfällt. Jedoch, wie bereits weiter oben ausgeführt, werden erstmal die nächsten Angehörigen gefragt bevor ein Berufsbetreuer bestellt wird. Eine zwangsweise Unterbringung in einem Heim gibt es so nicht mehr. Ausnahme bei massiver eigen und Fremdgefährdung. Die muss aber dann auch erst einmal nachgewiesen werden. Und dann braucht man auch erst mal einen geeigneten Platz in einer beschützenden Abteilung. Solche Plätze sind auch in bestehenden Pflegehinrichtung rar gesät.
Den besten Tipp hat meines Erachtens Cheg bisher gegeben. Einfach mal den Krankenwagen rufen wenn man das Gefühl hat das da unten jemand um Hilfe röchelt.
 
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