Das ist bei mir so eine Art verspätete Genugtuung. Seit den frühen 90ern musste ich Anforderungen mit teils unsäglichen Methoden für mehrere Browser (bzw. richtiger: für browserindividuelle Architekturen, Fehlinterpretationen und Bugs) parallel und einheitlich zum Laufen bringen.
Sprichwörtlich nie hat ein Kunde auch nur ansatzweise nachvollziehen können, warum das - je nach Projekt - deutlich mehr Aufwand sein sollte. JavaScript / JScript, alternative DOM-Bäume, Methoden und wasweißichnoch für Katastrophen, Peekaboo-Bug, Bottom-Bug, Conditional Comments, IE6, Netscape 4.74 Black Table Hole, Img-Block, URI handling, ActiveX und -Filter, Box Model, CSS-Vererbung, die Liste ist endlos.
Bereits 1994 (und ich erinnere mich sehr genau) habe ich gefordert, eine einheitliche Rendering Engine zu verwenden, wasauchimmer die Browserhersteller da draufpflanzen wollen. Meinetwegen vom W3C selbst ^^
Der Wegfall einer proprietären Lösung (die zugegeben mit Edge recht passabel wurde) ist ein Schritt in die richtige Richtung. Klar, theoretisch vorhandene Einfallstore sind dann mehr oder weniger einheitlich vorhanden, aber echt mal, die gibts sowieso.
Allerdings hat auch die Chromium- bzw. Webkit-Engine eine grundsätzliche Macke beim Box Model, die zwar steuerbar ist, aber bei der ich die Logik dahinter noch nie nachvollziehen konnte: das Standard Model addiert paddings zu den festegelegten Dimensionen, das ist absolut fubar. Geht man den DOM-Baum nach oben, kommt irgendwann der Body. Man erzähle mir nicht, dass der durch Padding vergrößerbar wäre. Es mag für diese Herangehensweise vielleicht Anwendungsfälle geben, aber gerafft habe ich das nie.
Jm2Ct
Und doch: es ist definitiv ein Grund zum Jubeln!
