Damenbinden oder die Ungleichbehandlung von Hygienartiklel bei der Mehrwertsteuer

- Eine kurzfristige Änderung betreffs Tampons und Binden ist akzeptabel, wenn dies nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer gilt.

genau, männer kriegen ja schließlich schon ihr bier billiger besteuert! :D aber wann kommen endlich die steuersenkungen auf BHs und krawatten??
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #43
So richtig Dafuq hoch Unendlich wir die ganze Sache ja dadurch, daß eine Ungleichbehandlung und Diskriminierung ja angeblich deshalb stattfinden würde, weil die zugrundeliegende körperliche ein Alleinstellungsmerkmal darstellen soll. :m
 
Nö, Dafuq wird das aus einem ganz anderen Grund.

Durchschnittlich benötigt eine Frau per Definition 12 Tampons bzw. Binden pro Monat.
Binden kosten üblicherweise zwischen 13 (Billigprodukt Naty) und 21 Ct (Markenprodukt Always).
Tampons kosten üblicherweise zwischen 5 (Billigprodukt Elkos) und 27 Ct pro Stück (Markenprodukt Tampax).

Das macht also zwischen 0,60 und 3,24 € im Monat.
Die darin enthaltene Mehrwertsteuer beträgt monatlich also zwischen 10 und 64 Ct.

Wir reden also über ein monatliches Delta - sprich die Diskussionsgrundlage - von 5 bis 32 Ct.

Liebe Initiator*innen, ich verstehe ja, dass das eine prinzipiell berechtigte Forderung ist, aber mal im Ernst: echt jetzt? Doch wohl nicht wegen der immensen Summen, die hier genderunspezifisch abgedrückt werden müssen, oder?

Und mal als Gegenbetrachtung: Rasierklingen (zugehörige Kosmetika lasse ich mal weg. Und ja, ich zumindest muss mein Gesicht rasieren. Und nein, Intimrasur hat damit überhaupt nichts zu tun, die ist weder geschlechterabhängig, noch mandatorisch).

Typischer Bedarf pro Monat sind 4. Eine kostet zwischen 0,95 und 1,55 €, macht also monatlich 3,80 bis 6,20 €.
Enthaltene Mehrwertsteuer ist also im Monat zwischen 61 und 99 Ct.

Das sind doch Themen, die die Welt bewegen.
 
@Jester:
Typischer Bedarf für Klingen sind zwar 4, aber sein wir mal ehrlich, die letzte im Pack hält in der Regel bis zu nem halben Jahr.
 
Ich benutze einen Rasierhobel, und nicht jeden Tag. Klinge wechsle ich alle 2 Rasuren, 100 kosteten 10 Euro und habe nach einem Jahr nicht mal die Hälfte verbraucht.
Rasierschaum schlage ich mir ebenfalls selber auf.

Effektiver und sehr günstig.
 
Die Geschichte der Menstruation ist eine Geschichte voller Mißverständnisse.
 
Ich hab jetzt nicht alles gelesen. Aber Binden und Tampons sind nicht essentiell. Die Damen menstruieren seit ca. 300.000 Jahren auch so, in sehr vielen Ländern bis heute. Deshalb ist die Diskussion über Medikamente auch überflüssig, da zumindest die GKV ohne staatliche Zuschüsse nicht hinkommt.

BMG schrieb:
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) finanziert sich durch Beiträge und einen jährlichen Bundeszuschuss sowie sonstige Einnahmen.
 
In sehr vielen Ländern müssen Frauen diese eine Woche im Monat auch außerhalb des Zuhauses vor sich hinbluten.

Schulbesuch, arbeiten gehen, überhaupt irgendwo blutend hinzugehen: kannste vergessen.
Und dann zu sagen, dass Frauen schon seit 300.000 Jahren keine Tampons oder Binden brauchen ist dreist.
Zumal die Lebenserwartung irgendwo zwischen 30 und 35 Jahren lag und die Frauen die meiste Zeit davon schwanger waren oder gestillt haben.
 
@Chegwidden:

Also hier (bei mir) mangelt es nicht an Tampons.
Die Damen die als sporadisch am we vorbei schauen nutzen sie gerne um die Reste vom Vorgänger raus zu saugen. Ich weiß, ist eigentlich nicht meine Aufgabe das auch noch zu finanzieren aber hab halt ein gutes Herz.
 
Haha, was ein Armutszeugnis.

Wild ficken ohne Gummi und dann noch im Schlamm des Vorgängers stochern.
Womöglich noch die kristallinen Spermareste mit nem Tempo und Spucke aus ihrem Mundwinkel tupfen.
 
Schulbesuch, arbeiten gehen, überhaupt irgendwo blutend hinzugehen: kannste vergessen.
Und dann zu sagen, dass Frauen schon seit 300.000 Jahren keine Tampons oder Binden brauchen ist dreist.

Ich korrigiere mich: kostenpflichtige Binden und Tampons, auf die eine MwSt. erhoben wird. Darum geht es hier ja.
Die Schulpflicht ist älter als als die industrielle Herstellung und Abgabe von Binden und Tampons.




Zumal die Lebenserwartung irgendwo zwischen 30 und 35 Jahren lag und die Frauen die meiste Zeit davon schwanger waren oder gestillt haben.

Entgegen der vorherrschenden Meinung ist eine Schwangerschaft während der Stillzeit möglich.
 
Das betrifft aber fast ausschließlich reichere Industrieländer.
So wie in deinem Link auch beschrieben, ist es eine Frage des ständigen oder unregelmäßigen Stillens.
In ärmeren Ländern stillen die Frauen, auch aus Kostengründen länger und oft ohne Zufüttern.
Sie selber haben auch weniger nahrhafte Mahlzeiten und auch das verändert zusätzlich den fruchtbaren Zyklus.
 
Die Lösung für das Tamponproblem wäre, eine Menstruationstasse zu kaufen und sich das Geld für die Tampons einfach zu sparen…
 

Ich habe bisher vom Standpunkt der „Essentialität‟ argumentiert. Für Binden beispielsweise könnten wiederverwendbare Produkte, ähnlich Babywindeln, genutzt werden (für Pampers ist der volle MwSt.-Satz fällig). Es gibt aber noch andere Betrachtungsweisen. Zwei Beispiele:

Die Mehrzahl der menstruierenden Frauen lebt in mehr oder weniger stabilen hetero Beziehungen wie Familien oder Lebenspartnerschaften, wobei dann i.d.R. auch die Männer von einer ermäßigten MwSt. im Sinne des Familieneinkommens profitieren.

Über jeden Cent, den der Staat von deinem sauer verdienten Geld einbehält, verlierst du die Verfügungsgewalt. Der Staat finanziert oder subventioniert damit dann z.B. Herstellung und Export von Kriegswaffen ( ), Lebensmittelexporte, die in Drittweltstaaten den Markt zerstören, Übernachtungen in Hotels, Essigsäure und ähnlich nicht existentielle Produkte und Dienstleistungen, denen du eventuell nicht zustimmen würdest. So gesehen ist es sinnvoll, den Staat knapp bei Kasse zu halten, damit er sich auf Sozialleistungen u.ä. Essentielles konzentrieren muss.

ff.
 
Eine Minderung der Steuer auf Binden würde familienpolitisch ein völlig falsches Signal setzen. Dieses Land und dieser Staat können es sich nicht erlauben, Empfängnislosigkeit steuerlich zu subventionieren. ;)
 
Zurück
Oben