Mit Rauchen ein Ende setzen

Wieso ist die Problemverlagerung denn ein Problem?

Wenn das Ergebnis durch Ersatzbefriedigung ebenso aussieht:
"Das ich irgendwann die Treppen besser hochgekommen bin, die Klamotten nicht mehr ständig gestunken haben, die Wohnung nicht mehr so gestunken hat und der Staub, der überall saß, nicht mehr so klebrig war, waren dann Sachen die mir hinterher erst verstärkt aufgefallen sind." (-Finanzen, je nach Substitutionsmittel). Selbstverständlich ist natürlich, dass keine neuen Probleme durch die Substitution auftreten sollten (oder sie wenigstens deutlich geringer sind als die der ursprünglichen Sucht).

Bei einer psychischen oder sonstigen Suchterkrankung muss man auch nicht zwangsläufig das "Warum?" herausfinden (je nach psychologischer Schule natürlich, die ja an unterschiedlichen Punkten ansetzen z.B. Verhaltenstherapie Vs. Psychoanalyse) um wieder ein Plus an Lebensqualität zu erlangen. Wieso sollte das beim Rauchen anders sein? Ich würde das einfach nicht so pauschalisieren.
 


Wenn jemand wirklich suchkrank ist, geht das schon in Ordnung. Aber wenn das nur eine schlechte Angewohnheit ist und/oder eine leichte bis mittelschwere körperliche Nikotinabhängigkeit, die imo schnell überwunden ist, dann sollte man sich doch besser frei machen.
 
Ja eben, es gibt deutlich schlimmere Süchte als Rauchen. Rauchen ist so gesehen eine harmlose Gesellschaftsdroge und wenn mir ein Kumpel sagt "Mann Laui toll das du aufgehört hast wie schaffe ich das" kann ich da auch nur lächeln. Rauchen ist auch schön, macht Spass, die Zigarette nach dem Essen schmeckt gut, Draussen auf dem Raucherhof kommt man gleich ins Gespräch, Die erste Freundin vllt. auch so kennengelernt "Hey, hast du mal Feuer?"m gibt auch viel Pro Rauchen. Ich habe nur iwie zeitgleich auf Arte einen Lungenkrebs Film gesehen damals, hatte richtig Probleme beim Sport, meine Lunge tat weh, Raucherspeichel entwickelte sich, und die Zigarette morgens war einfach nur ekelhaft, also dachte ich mir, Feierabend. Der Großteil meiner Buddys, und ich bin hier ja anonym, glaubt immer noch dass Rauchen cool ist und Spass macht, trotz erwachsenen Alters. Ist es auch, ich glaube wenns mich gesundheitlich damals nicht so mitgenommen hätte, würde ich immer noch rauchen. So denn letztlich muss der TS es entscheiden, ist ja sein Thread ;)
 
aber jeder glaubt es sei eine harmlose Droge. Meine Güte Kptn ich kenne deine Zahlen, aber dann setz da an, aber es glaubt dir kein 14-jähriges Kiddie und machts trotzdem. Es nehmen auch nicht 100.000 Koks, Heroin, Chrystal Meth, Crac und was es da alles gibt,, deswegen sterben da auch nicht so viele, bescheuerte Statistik!
 
Was reiten immer alle auf Statistiken rum. Die sind alles andere als bescheuert.
Es sind die falschen Rückschlüsse.

Sicher sind die "illegalen" Drogen toxischer.


Du hast Recht. Der Verweis auf die illegalen Drogen ist absolut nicht hilfreich und vielmehr noch irrelevant an dieser Stelle.

An den Folgen des Rauchens sterben über 100.000 Menschen in Deutschland, jedes Jahr.
Somit ist die Aussage " Rauchen ist so gesehen eine harmlose Gesellschaftsdroge" definitiv falsch.
 
Trotzdem hat fast jeder Raucher diese Haltung "Mich erwischt es aber nicht". Woher kommt das? Weiss es ja selber nicht. So letzte Aktion heute Gn8, längst überfällig
 
Trotzdem hat fast jeder Raucher diese Haltung "Mich erwischt es aber nicht". Woher kommt das? Weiss es ja selber nicht.

Das hat ja nichts mit rauchen zu tun. Einen Wasserkasten mit gestrecktem Rücken zu heben ist auch einmalig kein Problem.
 
Weil mrmk es mit reiner Willenskraft nicht schafft, heißt das aber im Umkehrschluss nicht automatisch das das dann für alle gilt
Habe ich auch nicht behauptet. Ich habe sogar das Gegenteil behauptet.

So etwas wie 'reine Willenskraft' gibt es sowieso nicht.
Menschen leben in in konkreten Lebenskontexten und haben konkrete Kognitionen und diese beeinflussen massivst die Erfolgsaussichten davon, ob man dauerhaft mit Rauchen aufhört.
 
Mal andersherum gerfragt zur E-Zigarette:

Es gibt doch genügend Meldungen/Untersuchungen, die vor der E-Zigarette als ebenfalls krank machend warnen.
Also scheint die E-Zigarette die Gesundheitsgefährdung, im Vergleich zum Tabakrauch, nur herunter zu setzen, aber nicht zu eliminieren?!
 
Alles was du dir in die Lunge ziehst ist nicht gesund...von daher.
 
Es gibt doch genügend Meldungen/Untersuchungen, die vor der E-Zigarette als ebenfalls krank machend warnen.
Also scheint die E-Zigarette die Gesundheitsgefährdung, im Vergleich zum Tabakrauch, nur herunter zu setzen, aber nicht zu eliminieren?!

Ja, aber gewaltig herunter setzt.
Wenn Zigaretten bei 100 und nicht Rauchen bei 0 ist, ist eine e-Zigarette irgendwo zwischen 10 und 20, je nachdem was und wie du rauchst.

Eine andere Möglichkeit die es gibt sind Vaporizer bzw. Tabak heating systems.
Darin wird der Tabak nur geschmort und nicht verbrannt, dadurch geht man vielen der schädlichen Verbrennungsprodukte aus dem weg.
Die findest mittlerweile auch an der Tanke und die würden so bei 30-40 liegen.

Das Nikotin selber ist vermutlich einer der am wenigsten schädlichen Stoffe der Zigarette,
die Nebenprodukte der Verbrennung sind das, was einen eigentlich tötet.

Wenn man Zigaretten als Drogen betrachtet (wo sie hingehören) würden E-Zigaretten unter

fallen.
 
Korrekt, es geht um Harm Reduction. Ist auch in der akzeptierenden Drogenarbeit ein gängiges Konzept, für Menschen mit Suchterkrankungen, die den "Königsweg" der Abstinenz nicht erreichen wollen/können.
 
Du kannst das ruhig auch in Deutsch schreiben:
Heruntersetzung der Gesundheitsgefährung. ;)

Mag ja alles sein, dass die E-Zigarette und andere Ersatzsysteme die Gefährung herabsetzen, aber sie geht wohl nicht gänzlich aus.
Hab's wohl schon mal geschrieben, wie ich miterlebten 'durfte', wie ein Nachbar an Zigaretten bedingtem Lungenkrebs elendiglich 'verrecken' musste, um es mal ganz direkt und brutal zu sagen. Eine Bekannte, die sehr lange sehr viel geraucht hat, bekam vor ein paar Wochen ebenfalls die Diagnose Lungenkrebs.

Dazu kommt, dass Tabak rauchen Unmengen an gefährlichem feinstem Feinstaub freisetzt. Ein Raucher mit einem Konsum von 1 Päckchen am Tag nimmt so viel gefährlichen Feinstaub täglich auf, wie jemand, der an einem Verkehrsknoten ein Jahr herum steht. Die Diesel PKW will man daher aus manchen Städten verbannen, aber mit demselben Argument müsste man den Verkauf jeglicher Tabakrauch-Produkte sofort verbieten. ;)
 
Wenn es danach geht stellt sich dann allerdings die Frage, ob das Weglassen von Alkohol nicht evtl. das Krebsrisiko stärker senken würde als das Weglassen der E-Zigarette. Alkohol ist ein relativ starker Risikofaktor.
Nur um das ins Verhältnis zu setzen. Wer sagt E-Zigartte sei 'nichts halbes und nichts ganzes' und Alkohol trinkt, der lebt selber bereits das 'nichts halbes und nichts ganzes', also den gesundheitlichen Kompromiss aus Gemmütlichkeit und Genussgründen.
 
Ganz unwissenschaftlich hau ich einfach mal raus. In Maßen genossen ist (ziemlich) Alles erlaubt und unbedenklich.

Zum Thema:
Ich hab die letzten Kippen samt Schachtel zerdrückt und keine mehr angerührt.
 
Alkohol ist ein relativ starker Risikofaktor.

Nöö, Alkohol im Übermaß genossen, durchaus. Aber nicht, wenn du ein tägliches Glas Rotwein trinkst. Das kann eher belebend wirken.
Schon komisch, dass von Seiten der Drogen oder Rauchen Befürworter stets der Alkohol als Relativierung angebracht wird.


Wie immer, sind die Grenzen fließend bei Stoffen, die Sucht erzeugen können. Rauchen ist aber definitiv weitaus gefährlicher und da gibt es kaum jemand, der nur eine oder zwei Zigaretten am Tag raucht. E-Zigarette ist ja auch nicht ungefährlich:

"Wenn wir die gesundheitlichen Folgen betrachten, so sieht es so aus, dass Propylenglykol Atemwegsirritationen auslösen kann, dass manche Aromastoffe auch als Kontaktallergene wirken, also allergische Reaktionen zur Folge haben können. Nikotin, das ist bekannt, macht abhängig, aber es fördert auch das Wachstum bestehender Tumore und steht im Verdacht, selbst Krebs zu erzeugen."

"Auch bei nikotinfreien E-Shishas oder E-Zigaretten sind teilweise in hohen Konzentrationen krebserzeugende Stoffe enthalten. Wenn man Kräuter verbrennt, ist das fast das Gleiche, als würde man Tabak verbrennen. Denn alle organischen Substanzen gehen im Verbrennungsprozess sofort über in Formaldehyd, Acetaldehyd, Schwermetalle Blei und Arsen. Das ist die ganze Palette der wirklichen Killer."

Dr. Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum
 
Schon komisch, dass von Seiten der Drogen oder Rauchen Befürworter stets der Alkohol als Relativierung angebracht wird.

Wie immer, sind die Grenzen fließend bei Stoffen, die Sucht erzeugen können.

Die Relativierung wird hauptsächlich von Rauchern gebracht.
Und Droge ist alles. Nikotin, Gras, Alkohol, Heroin, etc.

Allerdings relativiere ich auch:
Wenn jemand in Abhängigkeit raucht, sich also mit einer Zigarette auf den Balkon, in den Garten oder die Raucherecke verzieht, schädigt er nur sich selber.
Und seinen Geldbeutel.

Jemand, der abhängig trinkt, sei es Spiegel- Quartals- oder Dauersäufer, der schädigt alles.
Zusätzlich zu seiner Gesundheit noch seine Angehörigen, seinen Arbeitsplatz, sein gesamtes soziales und berufliches Umfeld.
Die psychischen Spätfolgen von Partner/innen und besonders von Kindern sind jahre- und jahrzehntelang prägend und mächtig.
Selbst wenn der Alkoholiker irgendwann trocken oder gestorben ist, sind Angehörige sehr oft den Rest ihres Lebens noch traumatisiert.

Ein Raucher wird nicht nach dem Rauchen von 10 Zigaretten sein Wesen ändern, bzw. enthemmt sein und seine Familie zusammenbrüllen/schlagen/seinen
Arbeitsplatz aufs Spiel setzen oder versacken. Dem wird nicht alles, außer sich selbst, entsetzlich scheißegal sein und er wird nicht die Schuld bei anderen suchen.

Rauchen ist Scheiße, klar. Aber was anderes als Alkohol oder harte Drogen.
 
Schon komisch, dass von Seiten der Drogen oder Rauchen Befürworter stets der Alkohol als Relativierung angebracht wird.
Ich bin weder das eine noch das andere und Relativierung bedeutet hier auch, Dinge in den richtigen Kontext zu setzen.

Die einzige Seite, der ich dazu vertraue, schweigt sich leider aus:
[...] as for now take this as both a placeholder and a notice that the 'subpar' entry you see below is but temporary.
Gemein.

In der Tat scheint es nur einen vergleichsweise schwachen Zusammenhang mit moderatem Alkoholkonsum (= maximal 1,5 große Bier bzw. 2x355ml pro Tag) zu geben:

Wenn man da den Brustkrebs raus nimmt (weil ich eigentlich Hauptsächlich an meiner eigenen Gesundheit interessiert bin :P), den Männer ja nicht so oft kriegen (right?), dann ist das ein increase of incidence von 4 auf 1000 Personen bis zum Alter von 75.
Aber auch die Prozentzahlen bei der Studie über Frauen scheinen mir eher klein, Rauchen erhöht das Risiko um mehrere Tausend(!) Prozent.


Ist jetzt auch nur eine einzelne Studie, eine umfangreiche, dennoch. Und die gefundene Korrelation muss auch keinen kausalen Zusammenhang haben. Da müsste man mehr Studien und mehr zum Hintergrund wissen. Etc. etc.

Im Sinne von diesem Thread reicht es als Fazit aber vermutlich, dass moderater Alkoholkonsum vermutlich nicht vergleichbar ist mir 'moderatem' Zigarettenkonsum.


Jemand, der abhängig trinkt
Alkoholsucht ist mies, klar. Hier gehts grad aber um Konsumstrukturen, die allgemein gesellschaftlich noch akzeptiert sind.
 
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