Genial legal: Betrüger ergaunert Millionen bei Spotify


Ohne sich dabei strafbar zu machen, tickst ein Betrüger das Bezahlsystem von Spotify aus und verdient so ein Vermögen, , die ihre Informationen von Vertretern der Musikindustrie bezogen haben. Über einen Zeitraum von vier Monaten konnte ein Übeltäter Spotify Tantiemen für mindestens zwei Playlists abluchsen, bevor die Täuschung aufflog. Die Identität des Schwindlers ist bislang unbekannt, er soll sich jedoch in Bulgarien aufhalten.



Mit einer relativ einfachen, ausgeklügelten Idee hat offenbar ein Bulgare Spotifys Auszahlungsmethode so unterwandert, dass er daran Millionen verdient hat. So lud er im Mai 2017 eine große Anzahl von Liedern auf Spotify hoch – als Rechteinhaber aller Stücke – und somit völlig legal. Spotify zahlt an jeden Rechteinhaber, sobald sein Lied mindestens 30 Sekunden gespielt wird, zwischen 0,006 und 0,0084 Dollar aus, wobei die Rechte meist beim Plattenlabel liegen und nicht beim Künstler selbst. Bei einem globalen Hit-Album können laut Angaben von Spotify Tantiemen von ca. 425.000 Dollar im Monat verdient werden.



Das Erfolgsrezept des Betrügers:

Man nehme viele kurze Einzelmusikstücke (die Lieder spielten im Schnitt ca. 43 Sekunden pro Titel, sie lagen somit knapp über den geforderten 30 Sec., für die gezahlt wird), fasse sie zu den beiden Playlists „Soulful Music“ und „Music from the heart“ (enthielt ca. 467 Tracks) zusammen, generiere 1200 Spotify-Premium-Accounts pro Playlist, programmiere einen Bot, um die eigenen Playlists immerwährend abzuspielen – und schon kann`s losgehen mit dem Geld verdienen.

Der geschätzte Reingewinn: ca. 300.000 Dollar Tantiemen – pro Monat & pro Playlist

Laut geschätzter Hochrechnung von Music Business Worldwide haben die Betrüger auf diese Weise monatlich ca. 300.000 Dollar an Tantiemen pro Playlist von Spotify ausgezahlt bekommen. Sie schreiben, dass monatlich jeder Fake-Account mit Hilfe von Bots 60.000 Tracks mit 43 Sekunden Länge spielen könne, das entspräche bei 1200 Fake-Accounts einer Anzahl von 72 Millionen wiedergegebener Tracks.

Bei Auszahlung von 0,004 Dollar für jede Wiedergabe wären das 288.000 Dollar pro Monat. Da die Playlist mindestens vier Monate online war, könnte sich theoretisch ein Gewinn von 1,152 Millionen Dollar ergeben. An Ausgaben investierten die Betrüger lediglich in die Kosten für die Premium-Abos in Höhe von 12.000 US-Dollar. Alle genannten Angaben beziehen sich nur auf eine einzelne Playlist, wobei zwei Playlists von dem Betrüger bekannt sind, er könnte zudem jedoch noch über weitere, unbekannte verfügen.

Der Erfolg wurde schließlich zum Verhängnis:

Bereits im September 2017 stürmten die durch Bots gehypten Playlists die Top 100 der globalen Spotify-Playlists, in den USA sogar bis Platz 11. So kam es auch, dass ein großes Label das Problem an Spotify meldete und der Streaming-Dienst auf sie aufmerksam wurde. Sie nahmen die Playlists genauer unter die Lupe und stellten fest, dass z.B. “Soulful Music” zu dieser Zeit weniger als 1.800 Follower hatte und jede der 467 enthaltenen Titel lockte jeden Monat nur rund 1.200 Zuhörer an. Die Frage, die sich dann stellte war, wie konnte man sich daraus abgeleitet den großen Erfolg erklären? Entweder spielten 1.800 Leute einfach immer wieder die Titel, was ziemlich unwahrscheinlich wäre oder aber es handelt sich um den beschriebenen Betrugsversuch. Damit flog der Schwindel auf, die Playlists wurden gesperrt – sie waren zu populär geworden.

Bildquelle: , thx! (CC0 Public Domain)




Autor: Antonia
 
Wirklich genialer Plan.. auf so etwas muss man erst mal kommen! Respekt!
 
Naja, drauf kommen....es liegt eigentlich auf der Hand.
Gab es ja schon immer. Klick-Scripts, die Werbebanner anklicken usw....alles das gleiche Prinzip.

Aber die haben es durchgezogen. Why not :D
 
Was sagst uns der Artikel, wenn du lange überleben willst, "bleib im Mittelfeld".

Hätte der Täter es nicht übertrieben, würde er immernoch im seichten Wasser umherschwimmen, aber durch (s)eine Top-Plazierung, flog er auf. :)
 
Da darf sich dann auch die Frage stellen, wieviele das jetzt genau so machen, dass sie eben nicht auffliegen. Wer nicht gierig wird, kann damit ein Vermögen anhäufen.
 
Gut, dann können wir unseren Disput ja nicht offizell austragen, du ignorierst mich und ich darf nicht auf Kommentare von dir antworten... verstehe :D

Gold ist aber ein weiches Metall.... falls du dir alle Zähne damit machen lässt ;)
 
@Trolling Stone:

Jetzt nachdem dieser Fall aufgeflogen ist, werden sicher Regeln und Mechanismen installiert, die das zukünftig verhindern.

Ich glaube die Jungs haben schon kalkuliert wie viel sie max. herausholen können bevor es auffliegt. Bei zum Beispiel nur einem Zehntel dessen hätten sie auch zehnmal so lange gebraucht. Das Risiko entdeckt zu werden oder das irgendwelche Veränderungen im System die Methode unterbindet, ist deswegen aber sicher nicht um den Faktor 10 kleiner.

Bleibt die Frage, ob sie damit durchkommen.
 
das gibt einen interessanten einblick in deren mischkalkulation.. ein einzelner account kann also maximal zwischen 360 und 500$ im monat an gebühren verfressen, zahlt aber nur 10$.. um auf 10$ gebühren zu kommen, muss man zwischen 40 und 54 tracks pro tag abspielen und man landet auf der sonnigen seite der mischkalkulation - na, für wen würde sich das lohnen? :D
auf jeden fall ein besserer einsatz der PC-hardware als zum mining :D..
 
Ist wirklich LEGAL die Playlist von Bots hören zu lassen?
Ich hab da so meine Zweifel und hätte es gerne geprüft, bevor man es als "legal" beschreibt.

Besonders da ihr im Artikel das Wort "Betrug" benutzt, was im krassen Widerspruch zum Titel "Genial legal" steht.
Ein Betrug ist per Definition schon nicht legal.
 
Kann mir auch nicht vorstellen, dass es legal ist.
Ist ähnlich wie die "Masche" mit Bots, die auf Werbung "klicken".

Daher gibt's von mir einen Daumen runter für die irreführende Überschrift.

Grüße, psp
 
@Seedy: Moralisch falsch, klar, aber tatsächlich verboten... das ist die Frage. Manche Gesetze verbieten ja auch Sachen, bei denen der normale Menschenverstand sagt, dass sie eigentlich erlaubt sein müssten.
 
wahrscheinlich war gemeint, dass die "musik" legal war.. ob die bots tatsächlich vom rechteinhaber selbst oder in seinem auftrag betrieben wurden, ist allerdings nicht nachweisbar (oder wurde zumindest hier nicht nachgewiesen), auch wenn man natürlich davon ausgehen kann.. in den meisten ländern könnte man den bot-betreiber wohl auf schadenersatz verklagen, aber dazu muss man ihn erstmal gerichtsfest identifizieren..
 
@Metal_Warrior:
Exploiting the System, ist in der Regel legal.

Ich kann mir nur nicht vorstellen das Spotify die Möglichkeit für Bots nicht ausgeschlossen hat, dass ist doch das naheliegsten.

Lade Müll hoch.
hör ihn selber zich mal an.
profit.

So doof werden die nicht sein.
 
Kann mir auch nicht vorstellen, dass es legal ist.
Ist ähnlich wie die "Masche" mit Bots, die auf Werbung "klicken".

Daher gibt's von mir einen Daumen runter für die irreführende Überschrift.

Wieso ist denn Deine Vorstellungskraft entscheidend dafür, ob das tatsächlich legal ist?
 
Irreführend ist es ja nur dann, wenn es doch nicht legal wäre.Dafür gibt es aber erst einmal keine Hinweise. Bislang sieht es mehr wie ein (möglicher)Fehler im System aus.

Das erinnert mich an den Straßenmusiker, der das Gema-System erst verstanden hat und dann genutzt hat.
Ausschüttung von 40.000,- Euro/Jahr und das ohne Plattenverkauf:
 
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