Wie Google Android-Nutzer täuscht und ausspioniert



Fehler kommen in allen Softwareprodukten vor. Meist führen sie zu Fehlfunktionen oder Sicherheitsproblemen bei den Nutzern. Ein ganz anderes Kaliber ist es jedoch, wenn der größte Hersteller von Mobilfunksoftware beschließt, den Kunden heimlich ein Softwareupdate zu installieren, dass gegen deren ausdrücklichen Willen den Standort ermittelt und an die Firma überträgt.
Google ist Hersteller des -Betriebssystems mit einem , das auf über 321 Millionen Geräten läuft. Dieser hohe Anteil zeigt die Beliebtheit der Geräte, die sehr viele praktische Eigenschaften in sich vereinen, aber auch sehr viel über die Kunden verraten.


[h=3]Viele Android-Nutzer haben die Lokalisierung ihres Standortes ausgestellt[/h] Zum Schutz der Privatsphäre bieten alle Smartphones in den Einstellungen die Option an, ihre Standortdaten nicht weiterzugeben. Und viele verwenden diese Einstellung auch, um nicht alle Details über sich zu verraten. Die Problematik von ist inzwischen allgemein bekannt und wird öffentlich seit über 6 Jahren .
Einer Firma wie Google ist das natürlich auch nicht entgangen. Umso mehr verwundet es, wie man bei der Firmenleitung auf die Idee kommen kann, allen Kunden ein automatisches Update zu installieren, dass die ausdrückliche Vorgabe der Privatsphäre ausschaltet und eine Spionagesoftware installiert.
Die amerikanisch fand heraus, dass Google seit Januar 2017 auf allen Android-Geräten ein Update installiert hat, dass genau diese Einstellung der Privatsphäre außer Kraft setzt und heimlich die Standortdaten an die Firma sendet. Technische Einzelheiten hierzu findet man bei oder .
Die Dreistigkeit geht so weit, dass auch ohne Benutzung irgendwelcher Apps und selbst bei Geräten, in denen sich keine SIM-Karte befindet, die Standortdaten gesendet werden. Und falls das Internet per WLAN ganz abgeschaltet ist, werden die Daten einfach zwischengespeichert und erst dann gesendet, wenn sich das Gerät wieder mit dem Netz verbindet, wie Quartz .
[h=3]Google versucht sich herauszuwinden[/h] Google wurde daraufhin zur Rede gestellt und gibt an, dass diese Aktion nur zum “Wohl des Kunden” durchgeführt wurde, um die so genannte bei Chat- und Mail-Diensten zu verbessern. Niemals würden diese Daten weitergegeben oder gespeichert… Wer’s glauben mag, kann das tun.
Allerdings ist das ungefragte Installieren einer Spionagesoftware eine des Kunden, wenn nicht sogar ein Straftatbestand – und seien die angeführten Gründe noch so ehrenhaft. Außerdem ist die Behauptung, Push-Benachrichtigungen mit Standortdaten verbessern zu wollen, eine glatte Lüge.
Eine Push-Nachricht wird an die des Smartphones gesendet, um den Benutzer umgehend über eine neue Nachricht zu informieren. Die IP-Adresse gibt bereits eine ungefähre Information über den Standort des Gerätes und ist hierbei der einzige Weg, den Besitzer zu benachrichtigen. Google liegt mit der IP-Adresse daher bereits der ungefähre Standort vor. Selbst eine exakte Lokalisierung des Standortes lässt keinen anderen Weg zu, als dem Smartphone über diese eine IP eine Nachricht zu senden. Auch mit Kenntnis genauer Standortdaten lässt sich hier gar nichts “optimieren“. Es ist in etwa das gleiche, als bespitzelte man eine Person und behauptet, das würde dazu dienen, um Telefonate zu verbessern.
[h=3]Google gelobt Besserung – mal wieder[/h] Bis Dezember will Google die Software von den Geräten wieder entfernen. So lange dauert es, bis automatisch überall neue Updates installiert sind. Bis dahin sollte man sein Android-Smartphone ausschalten oder zu Hause lassen, wenn man seine Privatsphäre schützen will.
Google ist bereits in zahlreichen Ländern wegen immer wieder vorkommender Verstöße gegen Datenschutz und sogar Behinderung der Justiz verurteilt worden. Daher ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der weltgrößte Spion und Datenhehler auch diesmal wieder rückfällig wird. Wer seinem Smartphone unbekümmert sein Privatleben anvertraut, bezahlt dafür mit seinen Daten.
P.S.: Die Android-Nutzer, die ihr Gerät nach dem nächsten Update wieder benutzen wollen,






Autor: Kati Mueller
 
Gut, dass die meisten Hersteller nach ca. einem Jahr keine Updates mehr bringen. Ist nur doof für die Leute, die jedes Jahr das neueste Gerät haben müssen. :p :D
 
Niemals würden diese Daten weitergegeben oder gespeichert… Wer’s glauben mag, kann das tun.

Wer glauben mag, daß man bei Apple da sicherer wäre, kann das gerne tun. Bei denen steht auch nicht, daß keine Standortdaten erhoben werden, wenn man dem nicht zustimmt, sondern lediglich, daß sie anonymisiert werden.
 
Also was tun? Microsoft trauen? Weitere Anbieter gibt es nicht. Selbst ein OS programmieren kann ich nicht.

Auf den ganzen Smartphone-Komfort verzichten und mit einem "echten" alten Nokia rumlaufen?
Könnte ich mal eine Woche probieren.
 
Es mag durchaus sein das Google hier Standortdaten in irgend einer Weise generriert... finde aber die Berichterstattung mal wieder Suboptimal.
Das Thema kam vorhin sogar im Radio.

Google schickt informationen über die Anzahl der im Empfang befindlichen Funkzellen, deren ID und wohl Empfangsstärke nach Hause.
Wenn ich nun weiß wo die Funkzellen stehen kann ich natürlich einen Standort ausrechnen.
Standort-Daten im eigentlichen Sinne werden jedoch NICHT übertragen - daher ist die Aussage *Trotz deaktiverten Standortdaten und gps werden die Einstellungen ignoriert und trotzdem übertragen* wieder mal Stimmungsmache.

Die Informationen über deinen Standort stehen auf gleiche Weise auch deinem Netzbetreiber und vermutlich firmen wie Infinion die die Antennen betreiben zur Verfügung.

Ich würde mir schlicht mehr objektiven Journalismus wünschen - man kann ja nach einer Meldung immer noch eine "Einschätzung" eines angeblichen Spezialisten dran hängen.

Auch die Aussage das Push-Nachrichten per IP übertragen werden und deswegen 0 mit Standort-Daten zu tun hat ist recht kurz gedacht.
Es ist sicher messbar wie lange eine Nachricht vom Versenden bis zum Empfang / Anzeigen am Handy dauert. Die Infos z.B. mit der Anzahl der im Empfang befindlichen Funkzellen oder der Sendeleistung zusammen gebracht könnte einen art Mindeststandard für gute Nachrichten ergeben.
Es gibt sicher noch mehr Gründe die man anführen kann.

Selbstverständlich auch das man so auch Geräte in Gebäuden ohne gps-Empfang orten kann und damit bessere Positions-Informationen bekommt die google sonst nicht hätte - wenn sie diese so auswerten. Wirklich wissen tut es halt keiner.
 
Warum regt sich niemand über die Autohersteller auf, die ja auch immer mehr dazu übergehen, ihre Modelle zu vernetzen und online zu bringen?
Da werden weitaus mehr Daten heimlich übertragen. Wer weiß, wer die alle in die Finger bekommt? Die Versicherungen wären da echt scharf drauf...
Und die Autohersteller dürften damit gewissen Garantieansprüchen sicherlich auch gelassener entgegen sehen.
 
Du kannst gerne einen Thread dazu erstellen. Es sind ja nicht nur die Autohersteller. Infrastrukturelemente, Fußgänger, Fahrradfahrer, Parkhäuser, Baustellenequipment wird irgendwann folgen. Ampeln und Straßenlaternen dürften eine der ersten zusätzlichen vernetzten Geräte sein. Da kann man sicherlich einiges schönes aus den Daten machen :D
 
Man kann viel... Das war ja auch nur ein Beispiel dessen, was schon länger gemacht wird, ohne dass es eine Welle der Empörung gegeben hat.
Aber Google... Die sind ja das personifizierte Übel überhaupt!!!111elf!!11!!!
 
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