„Keine Kleinigkeit“: App ermöglicht Meldungen zu sexueller Belästigung

womens-power-2051424_960_720.jpg Mit der App „Keine Kleinigkeit“ sowie auf ihrer haben Studierende der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin einen Raum geschaffen, auf dem sexuelle Übergriffe anonym gemeldet werden können. Nutzer können auf den Button „Ich wurde belästigt“ klicken, die App zählt dann die Meldungen und veröffentlicht die Zahlen. Das Projekt wird unterstützt vom Verein Mensch, Mensch, Mensch e.V..



Laut einer , für die mehr als 42.000 Frauen in der EU befragt wurden, erfährt jede zehnte Frau in Europa sexuelle Gewalt. Demnach hat jede zehnte Frau seit ihrem 15. Lebensjahr sexuelle Gewalt erlebt, sexuell belästigt wurden sogar 55 Prozent. Deutschland liegt mit 12 Prozent etwa im Durchschnitt.



Die Initiatoren der Initiative heben die Aktualität des Themas hervor, denn: „Sexuelle Belästigung passiert überall und zu jeder Zeit. Sie kann verletzen, verunsichern, einschüchtern, aus der Fassung bringen, beängstigen […] Nur wenige Fälle werden zur Anzeige gebracht und dadurch dokumentiert. Die Dunkelziffer ist sehr viel höher. […] Unsere Gesellschaftbeurteilt sexuelle Belästigung oftmals als eine Kleinigkeit, die es zu überspielen gilt. […] Sexuelle Belästigungen geschehen häufig in diffusen und dynamischen Situationen, in denen die betroffenen Menschen ohne Begleitung sind. Daher bleibt in den meisten Fällen wenig Handlungsspielraum.“ Somit wurde die App „Keine Kleinigkeit“ entwickelt, die es nun völlig anonym ermöglicht, jede Form sexueller Belästigung im Alltag mit nur einem Klick sichtbar zu machen, wobei Belästigung dadurch definiert wird, wodurch man sich belästigt fühlt und das ist keine Kleinigkeit.

Neben der Anzahl der Vorfälle werden auch die konkreten Taten aufgeführt und allein durch die Beteiligung vieler Menschen würde auf diese Weise eine Zahl entstehen, die die große Dunkelziffer von sexuellen Belästigungen im Alltag abbildet. So ist es zumindest beabsichtigt, doch ist es nicht auszuschließen, dass Vorfälle mehrmals gemeldet werden oder Trolle die App mit unsinnigen Angaben fluten. Real gibt die App noch die Möglichkeit, die Art der Übergriffe genauer zu beschreiben, verschiedene Kategorien, wie Belästigung mit Worten, durch Exhibitionismus oder auch körperliche Belästigungen werden dort u.a. aufgeführt. Zudem kann man sich per Notfalltelefon beraten lassen, denn neben dem Meldebutton finden sich auf der Seite eine Reihe von Telefonnummern und weiterführenden Links für Menschen, die einen Übergriff erleben mussten. Weiterhin sind die Polizeidienststellen aller deutschen Bundesländer verlinkt, über die ein Vorfall online angezeigt werden kann.

Seitdem immer mehr Frauen den Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein der sexuellen Belästigung oder gar Vergewaltigung beschuldigen, wird der immer populärer und diese Tatsache verschafft dem Projekt noch zusätzliche Aufmerksamkeit. Allein eine Woche nach dem Start der App wurden bereits über 16.000 Vorfälle gemeldet. Allerdings sind die Reaktionen keinesfalls durchweg positiv: Auf der Twitter-Seite der App kann man unter dem sowohl sexistische als auch frauenfeindliche Postings lesen. So : „Ich sehe nur jammernde Frauen, die unter #keinekleinigkeit demonstrieren, wie weltfremd sie sind“. Ferner hackten Unbekannte die Seite und manipulierten die Zahlen der Übergriffe, die sich von alleine ständig nach oben und unten änderten. Für Mareike Geiling, Mitentwicklerin der App und Dozentin im Studiengang Kommunikationsdesign der HTW Berlin und für ihr Team, kam der Angriff völlig unerwartet. Sie sehen das Projekt lediglich als eine Bestandsaufnahme, nicht als politischen Aufruf. Geiling sagte gegenüber dem : „Mit sowas hat niemand gerechnet, obwohl ein paar Politikerinnen wie Renate Künast das Projekt geteilt haben. Diese Hater fühlen sich vom Feminismus bedroht, dabei ist das Projekt einfach eine Bestandsaufnahme. Sexuelle Übergriffe passieren außerdem allen Geschlechtern und unsere Seite richtet sich nicht speziell an Frauen.“ Auf die Kritik eines Proffessors, der bei der Präsentation der Web-App den Einwand brachte: „Es besteht die Gefahr, dass Leute bei der großen Anzahl an Meldungen durch die App denken, dass sexuelle Belästigung Normalität ist.“, konterte eine anwesende Studentin: „Wir tun das, weil sexuelle Belästigung für uns Normalität IST.“

Erklärtes Ziel dieser Aktion ist es, den Betroffenen Mut zu machen, bei derartigen Übergriffen nicht weiter zu schweigen, sondern dagegen anzugehen.

Bildquelle: , thx! (CC0 Public Domain)






Autor: Antonia
 
Ich bin positiv überrascht dass diese Seite nicht völlig selbstverständlich von weiblichem Opfer und männlichem Täter ausgeht.

Bei den Anlaufstellen sogar explizit genannt:
Hilfetelefon

Hilfe bei allen Formen von Gewalt gegen Menschen jeden Geschlechts.
Die Beratung ist vertraulich und in mehreren Sprachen möglich.

phone08000 / 116 016

Negative Ausnahme auf der Seite:
Superheldin gegen Gewalt

Für Frauen und Mädchen, die Gewalt erleben oder erlebt haben.
Hier findet ihr Beratungsstellen in eurer Nähe.

www.superheldin-gegen-gewalt.de
 
Lobbyarbeit um die Feminismus-genehme postmoderne Definition von Belästigung zu stärken:
"Belästigung ist, was dich belästigt." Na großartig.
Ich zum Beispiel fühle mich von der website belästigt, daher habe ich auch mal direkt auf "Ich wurde belästigt" gedrückt.
 
Ich bin positiv überrascht dass diese Seite nicht völlig selbstverständlich von weiblichem Opfer und männlichem Täter ausgeht.
In der Tat ist auch ein nicht unerheblicher Teil von Männern Opfer. ->

auf dem sexuelle Übergriffe anonym gemeldet werden können. Nutzer können auf den Button „Ich wurde belästigt“ klicken, die App zählt dann die Meldungen und veröffentlicht die Zahlen.
Das ist wohl eher eine Aktion a la "Hupe wenn du für/gegen ... bist", oder "Toll, ein like Button, da drück ich doch drauf".

Da passt dann die Begründung für diese Aktion, wie die Faust aufs Auge.
Erklärtes Ziel dieser Aktion ist es, den Betroffenen Mut zu machen, bei derartigen Übergriffen nicht weiter zu schweigen, sondern dagegen anzugehen.
Drück da drauf, vielleicht veranlasst dich das, dass du dagegen auch vorgehst. Naja, wems gefällt.

Zudem kann man sich per Notfalltelefon beraten lassen, denn neben dem Meldebutton finden sich auf der Seite eine Reihe von Telefonnummern und weiterführenden Links für Menschen, die einen Übergriff erleben mussten. Weiterhin sind die Polizeidienststellen aller deutschen Bundesländer verlinkt, über die ein Vorfall online angezeigt werden kann.
Das ist wohl das einzige wirklich sinnvolle Feature der Applikation.
 
Geht doch nur darum die Belästigungsraten hoch zu puschen, damit man sich dann vom Staat (oder durch Spenden) finanzieren lassen kann. Machen die Amis ja auch so, ich glaube denen nicht das jede fünfte Frau im College vergewaltigt wird. Sexuell belästigt? Schwer zu sagen, kann ich mir aber trotzdem nicht vorstellen aber sicherlich nicht vergewaltigt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Jup, das gehört mit zum Aspekt der Lobbyarbeit.
Studien mit fragwürdiger Methodik sind normal/anderso kein Problem, die würden dann entsprechend problematisiert, andere gehen hin und verbessern die Methodik etc... hier haben wir nur das Problem, dass der gesamte Forschungszweig die Lobby ist. Und dazu kommt, dass Journalisten ja total gerne schlagzeilenfertige Ergebnisse fressen, jedenfalls wenn sie in die mediale Agenda passen.
 
Ich bin positiv überrascht dass diese Seite nicht völlig selbstverständlich von weiblichem Opfer und männlichem Täter ausgeht.

du traust denen zuviel zu.. "menschen jeden geschlechts" sind in diesem kontext lediglich frauen, frauen, die lieber männer sein wollen, frauen, die lieber ein tier sein wollen, sowie frauen, die nicht wissen, was sie sein wollen.. ;)
 
Zurück
Oben