Privatsender fordern Anteil an Rundfunkgebühren



ProSieben-Sat1-Chef Conrad Albert fordert mit dem Argument, man leiste schließlich seinen Teil zur Grundversorgung, einen Anteil an den Gebühren des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Das gab Conrad Albert der „ “ bekannt. Jedes Medienhaus, das gesellschaftlich relevante Inhalte liefere, sollte über öffentliche Gelder gefördert werden – und nicht nur ARD und ZDF, sagte der Manager.



Der Rundfunkbeitrag wird in Deutschland zur Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten erhoben. Der Beitrag wird seit 2013 von jedem beitragsschuldigen Inhaber einer Wohnung erhoben, wobei es egal ist, ob und wie viele Rundfunkgeräte vorhanden sind. Privatsender haben keinen Zugriff auf diese öffentliche Gelder – die sind bisher ausschließlich ARD und ZDF vorbehalten. Conrad Albert, ProSieben-Sat.1-Vorstand, fordert indes einen Systemwechsel und die Auszahlung an Privatsender.

Die Einnahmen aus dem Rundfunkbeitrag lagen im Jahr 2016 bei rund 7,98 Milliarden Euro. Das entsprach einem Rückgang von rund 153 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr, wie der Beitragsservice Ende Juni mitgeteilt hatte. Der Rundfunkbeitrag war mit Wirkung zum April 2015 für die Rezipienten von zuvor 17,98 Euro auf 17,50 Euro gesenkt worden. Bei dieser Höhe soll es bis 2020 bleiben.

„In dem Maße, in dem wir – die privaten TV-Vollprogramme – die Grundversorgung vor allem in jungen Segmenten de facto mitübernehmen, finden wir es sachgerecht, dass diese Inhalte aus öffentlichen Mitteln finanziert oder mitfinanziert werden“, sagte Albert der „ „. Er wünsche sich deshalb einen „Systemwechsel, damit die öffentliche Finanzierung sich nicht länger an der Institution fest macht, sondern am Inhalt.“ Das System der öffentlich-rechtlichen Sender sei zwar wichtig für die Meinungsvielfalt in Deutschland und solle auch weiter bestehen, so Albert weiter. Man könne aber fragen: „Warum leisten wir uns eigentlich zwei Anstalten, ARD und ZDF? Braucht es wirklich acht Milliarden Euro, um den öffentlich-rechtlichen Auftrag zu erfüllen?“ ARD und ZDF müssten sich fragen lassen, ob sie ihren Auftrag überhaupt noch erfüllen, da sie nur noch einen Teil der Gesellschaft erreichen, stellt Albert fest: „Nur fünf Prozent der Zuschauer von ARD und ZDF sind unter 30 Jahre alt. In der Zielgruppe von 14 bis 29 Jahren erreichen wir mit ‚Pro7 News‘ deutlich mehr Zuschauer als Tagesschau und Heute zusammen.“

Das ist bereits der zweite Vorstoß mit Anspruch auf den Rundfunkbeitrag in dieser Woche. So fordert auch der mittelständische Fachverband Rundfunk- und Breitbandkommunikation (FRK) eine Beteiligung lokaler und regionaler Sender an diesen Gebühren im ländlichen Raum in Höhe von 250 Millionen Euro: Die Ausdünnung der lokal-regionalen Berichterstattung von Landesrundfunkanstalten verleihe dem privaten Rundfunk eine öffentlich-rechtliche Ersatzfunktion, die auch finanziell honoriert werden müsse. Der Fachverband Rundfunk- und BreitbandKommunikation (FRK) vertritt die auf dem Gebiet der Empfangsantennen und Kabelanlagen tätigen Fachbetriebe sowie Unternehmen, die solche Anlagen unterhalten oder unterhalten lassen.

Bildquelle: , thx! (CC0 Public Domain)






Autor: Antonia
 
Ha-Ha, nein.
Der Rotz aus der ARD ist schon schlimm genug, aber Germanys next onehitwonder muss nun wirklich keiner finanzieren :m
 
Ich hoffe das die zuständigen das auch so sehen und gleich den ganzen Schwachsinnsapparat umstrukturieren und vor allem runterdimensionieren.
 
Die Privaten zählen doch jetzt zur Pay-TV Gruppe. Dadurch haben die doch schon genug einnahmen.
 
Im Kapitalismus gibt es aber nicht "genug" Einnahmen. Es muss immer mehr sein. Jedes Geschäftsjahr muss es mehr sein, als in dem davor. Unbegrenztes Wachstum!
 
Naja nicht Institutionen sondern Inhalte zu finanzieren fände ich sogar sinnvoll.
Nur sähe ich da eher, dass Pro7Sat1 etc bei aktuellem Programm nix von irgendwelchen Geldern sehen und die Öffis weniger als bisher.
 
Genau, Grundversorgung durch Sitcoms.... hört ihr auch das Lachen im Hintergrund?

So ein Bullshit - wie ich finde. :)

Total unberechtigt.

Dann sollen sie doch auch Bezahldienste einführen, damit Leute die Inhalte kaufen können/müssen, wenn sie es schauen wollen.
Aber nicht einfach ungefragt Geld für etwas verlangen, das nicht mal alle interessiert und das von allen Tragen lassen.

Was schert es mich ob Harry Potter zum Zehnten mal läuft oder wieder die 5000tausendste amerikanische Serie.... :o - dafür geb ich denen bestimmt kein Geld - verdienen doch selbst schon mit Werbeeinnahmen genug Geld und Produkttests und anderem Scheiß Einblendungen von Produkten sonst wo....
 
Zuletzt bearbeitet:
Dann sollen sie doch auch Bezahldienste einführen, damit Leute die Inhalte kaufen können/müssen, wenn sie es schauen wollen.
Aber nicht einfach ungefragt Geld für etwas verlangen, das nicht mal alle interessiert und das von allen Tragen lassen.

Das gilt aber mehr oder weniger für alle Rundfunkanstalten, also auch ARD und ZDF. Vlt. versteh ich Dich auch falsch.
 
Naja, ich hab eigentlich das gemeint was Saddy auch vorschlägt, dann sollen sie "Kaufmodelle" für Ihre tollen Serien oder Sendungen einführen, von mir aus mit einer Monatspauschale so wie das Netflix oder ähnliche Dienste auch tun, über die die Inhalte bezogen werden können. Aber sie können nicht verlangen das alle diese Inhalte mitfinanzieren - ich sehe bis auf ein paar Alltagsprobleme kaum Mehrwert für die Gesellschaft bei vielen der Serien. - Es gilt ja nicht einmal der Berichterstattung und generellen Information bzw. Aufklärung - sondern um Popcorn-TV.... zumindest der Löwenanteil auf Pro7.
 
Argumentiert er nun für oder gegen eine Finanzierung durch öffentliche Gelder?

Pro7/ Sat.1 gehen doch immer mehr in Richtung Pay-TV (Abschaltung analoger Signale, HD+, ..) Wenn sie schon öffentliche Gelder wollen, dann sollten sie auch, wie die ÖR auch, unverschlüsselt und für jedermann zugänglich senden.


Der Rest der Argumentation läuft ebenso gegen eine Finanzierung der Privaten mit öffentlichen Geldern:

Er wünsche sich deshalb einen „Systemwechsel, damit die öffentliche Finanzierung sich nicht länger an der Institution fest macht, sondern am Inhalt.“
Von den Inhalten her bietet er mit seinen Sendern keine neutrale Berichterstattung. Die News orientieren sich an Zuschauerzahlen und Sponsoren. Der Rest des TV-Programms ist hauptsächlich geistiger Durchfall. Das ist keiner öffentlichen Gelder würdig. Im Gegenteil, eigentlich müsste Strafe gezahlt werden.

Man könne aber fragen: „Warum leisten wir uns eigentlich zwei Anstalten, ARD und ZDF? Braucht es wirklich acht Milliarden Euro, um den öffentlich-rechtlichen Auftrag zu erfüllen?“
Seiner Argumentation nach sollte man nicht nur die Privaten nicht an den öffentlichen Geldern beteiligen, sondern die ÖR sogar noch einschränken. Wenn zwei (ÖR) Anstalten schon zu viel sind, dann sind tausende (ÖR + Private) erst recht zu viel.

ARD und ZDF müssten sich fragen lassen, ob sie ihren Auftrag überhaupt noch erfüllen, da sie nur noch einen Teil der Gesellschaft erreichen, stellt Albert fest: „Nur fünf Prozent der Zuschauer von ARD und ZDF sind unter 30 Jahre alt. In der Zielgruppe von 14 bis 29 Jahren erreichen wir mit ‚Pro7 News‘ deutlich mehr Zuschauer als Tagesschau und Heute zusammen.“
Er argumentiert hier mit Zuschauerzahlen. Vorher argumentierte er mit Inhalten. Die Inhalte werden von den Privaten nicht gebracht. Die Zuschauerzahlen machen keine Aussage über Inhalte.
 
Nunja die Argumentation passt für mich, wir zahlen bei den öffentlichen aktuell auch mehr als die Grundversorgung. Noch schlimmer ist das das jährliche Budget der einzelnen Sender jedes Jahr überschritten werden muss da sonst die Anteile des Senders am topf gekürzt werden... Und wer will das schon :rolleyes:

Richtiger fände ich es da in der Tat auch Inhalte zu finanzieren und das auf einem einzigen Sender der wirklich nur die Grundversorgung bringt und dafür aber als Verein oder ähnliches arbeitet von der Regierung aber auch von Gewinn absichten unabhängig.

Wenn man nur Sendungen finanziert besteht die Gefahr das sich das irgendwann nicht mehr lohnt und der Auftrag unabhängig, bilden usw. Zu sein nicht mehr passt und da haben für mich ard und ZDF usw in der Tat einige Sendungen die dem Auftrag erfüllen und kein Schrott sind und die ich wichtig finde.
 
Naja, drfuture, etwas Divergenz bzw. Vielfältigkeit, also nicht nur ein Sender bzw. Verein... der bzw. die aber unabhängig sind (soweit man das sein kann) sollten aber schon sein. Auch um mehr Bandbreite zu haben. Alle guten Dinge sind mindestens 3. Jeder mit anderen Schwerpunkten.
Das würde wirklich, finde ich ne gute Idee, dafür sorgen dass das Geld, ohne Gewinnabsichten oder geldgeile Aktionäre im Nacken, da ankommt wo es soll und auch wirklich nur für diesen Zweck verwendet wird. So die Theorie.

Gefällt :)

Aber mal fern davon ab, ist die Grundversorgung amerikanische Sitcoms und Serien? - Oder eben Nachrichten aus dem In- und Umland? Oder Dokus, Ernährung, Produkttests et cetera? Wo sollte man da vernünftig ansetzen? Das Konzept gefällt mir persönlich aber schon einmal nen "Verein" zu haben.
 
Dann sollen sie doch auch Bezahldienste einführen, damit Leute die Inhalte kaufen können/müssen, wenn sie es schauen wollen.
Aber nicht einfach ungefragt Geld für etwas verlangen, das nicht mal alle interessiert und das von allen Tragen lassen.
Wird doch... drängel doch nicht immer so. :rolleyes:


Aber nein, die Privaten wollen nicht, sie müssen. Kürzlich noch gelesen, hatte ich hier auch schon mal gepostet, wenn ich mich nicht irre. Es gibt derzeit noch laufende Verträge, nach denen die Privatsender kostenloses SD-TV via Satellit anbieten müssen. Und die laufen irgendwann in 202x aus.

Wenn sie schon öffentliche Gelder wollen, dann sollten sie auch, wie die ÖR auch, unverschlüsselt und für jedermann zugänglich senden.
Und natürlich auch die entsprechenden Einschränkungen, was Werbung angeht. Mann - wäre doch echt geil, wenn man mal einen Film ganz ohne Werbeunterbrechung sehen könnte. ;)

Er argumentiert hier mit Zuschauerzahlen. Vorher argumentierte er mit Inhalten. Die Inhalte werden von den Privaten nicht gebracht. Die Zuschauerzahlen machen keine Aussage über Inhalte.
Die Zahlung des Rundfunkbeitrags ergibt sich u.a. aus der Verpflichtung der Sender, unabhängig Bericht zu erstatten. Das kann man manchmal sicherlich anzweifeln, hat aber nichts mit der Beliebtheit und den Zuschauerzahlen zu tun.
Insofern liegt der Typ mit seiner Argumentation über Zuschauerzahlen mal völlig daneben.
 
Ah, die SAT1-Pro7 Gruppe stellt Forderungen. Mal schauen, wann sich die RTL Gruppe anschließt und auch was aus dem Topf will. :D
 
Auf den Öffis läuft jetzt schon werbung und als reichste öffentlich finanzierte Mediengruppe schaffen sie Tatort, die bbc bekommt ein Bruchteil und die haben dr.who und sherlock...

findet jemand den Fehler?
 
Bald kommt Youtubeund sagt, "Aber in der Zielgruppe von 8 bis 13 erreichen wir deutlich mehr Zuschauer als Sat1 und Pro7", und wollen auch etwas vom Kuchen. :rolleyes:
 
Auf den Öffis läuft jetzt schon werbung...

Naja Werbung lief da eigentlich schon immer.
Allerdings unterliegen die ÖR auflagen die es ihnen verbietet nach 20Uhr Werbung zu senden. Und an Sonn und Feiertagen gibt es ein generelles Werbeverbot

Rechtsanwalt Christian Solmecke: „Für öffentlich-rechtliche Rundfunkveranstalter wie ARD und ZDF beträgt die Dauer der Werbung an Werktagen höchstens 20 Minuten im Jahresdurchschnitt. Zudem gilt, dass nicht genutzte Werbezeit nicht beliebig angespart werden kann, sondern sie darf höchstens an einem anderen Werktag bis zu 5 Minuten nachgeholt werden. Die Werbezeit ist dann in diesem konkreten Ausnahmefall auf maximal 25 Minuten limitiert. An Sonntagen und an anerkannten bundesweiten Feiertagen sowie täglich nach 20.00 Uhr dürfen Werbesendungen nach dem Rundfunkstaatsvertrag nicht ausgestrahlt werden.“

;)
 
Allerdings unterliegen die ÖR auflagen die es ihnen verbietet nach 20Uhr Werbung zu senden. Und an Sonn und Feiertagen gibt es ein generelles Werbeverbot

Aber auch da haben die ÖR einen tollen Trick.
Diese Sendung wird Ihnen präsentiert von: Krombacher, wahlweise Veltins, Hopfenbräu, Gerstenbräu, Volldröhnung, Pennerglück, etc.

Die Gebühren wären durchaus geringer und der Bildungsauftrag durchaus höher, wenn sie die Rundfunkräte, die aus schaumschlagenden
Politikern jeglicher Coleur bestehen, abbauen würden und einen einzigen Rat für alle Öffis bilden würden, der aus echten Fachleuten besteht.

Ich sehe keinen Unterschied zwischen Rote Rosen (ÖR) und Ficken in Berlin (Privat-TV). Müll bleibt Müll.
Einzig Mutter Tagesschau und die Magazine tu ich mir noch an.

Sollen sie doch nur noch Geld ausschütten an Sendungen, die wirklich einen Mindest-IQ von 60 erfordern. Dann aber an alle. Das belebt das Geschäft.
Bis dahin: Pan Tau for free :T
 
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