Als ich zum Hausarzt gegangen bin war es Anfang Dezember. Etwa 2 Wochen später hatte ich den Termin beim Facharzt. Anfang/Mitte Januar hatte ich den ersten Termin bei der Therapeutin und somit meinen festen wöchentlichen Therapieplatz (sogar zu Randzeiten, um es an der Arbeit vorbei zu schiffen). Ich empfand das als schnell, vorallem wenn man bedenkt, dass Dezember durch Weihnachten und dem ganzen Zeug geschäftlich gesehen eh fast nur ein halber Monat ist.
Vom Hausarzt würde ich nicht erwarten, dass er genau abschätzen kann was du brauchst oder wie dein Zustand ist und die Verbindungen hat, um dich an einen Therapeuten vermitteln zu können.
Ich habe es letztendlich so gemacht, dass ich zum Hausarzt bin und meine Situation kurz geschildert habe mit der Aussage, dass ich professionelle Hilfe brauche. Es gab einen Bluttest (grosses Blutbild) und eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse, um zu checken ob hier alles in Ordung ist und anschliessend eben den ersten Termin beim Facharzt. Der Termin beim Facharzt war insofern für mich auch wichtig, um eine Referenz zu bekommen wo es lang geht, da es für mich selbst schwer wurde meinen eigenen Zustand und die Schwere meiner Probleme einzuschätzen.
Was das "vom einen Arzt zum anderen tingeln" betrifft: Ich empfand es auf diese Weise deutlich angenehmer, da ich wusste, dass es voran geht, anstatt ewig in der Weltgeschichte herum zu telefonieren, um irgendwie irgendwo rein zu rutschen. Auch fand ich die Vorgehensweise gut:
Hausarzt: Grundlegende Abklärung, Bluttest, etc. Eine Schilddrüsenunterfunktion kann z.B. Depressionen begünstigen.
Facharzt: Absteckung der Situation durch Gespräche über meine Situation. Ich merkte schnell, dass er an (für ihn) relevanten Stellen nachhakte, was mir wiederum das Gefühl gab, dass er die Situation versteht und ich am richtigen Ort war. Ich durfte auch einen Fragebogen ausfüllen worin ich meine Gefühlszustände, Ängste, Aktivität und anderes in Skalen beurteilen durfte. Wir sprachen auch über meine Ziele und Vorstellungen, die ich in einer Behandlung sehe und das berücksichtigte er auch (das fand ich sehr wichtig). Besagter Arzt arbeitet mit drei Psychotherapeuten und übergab mich nach einem weiteren Gespräch zu einer dieser wovon er dachte, dass sie zu mir passt.
Psychotherapeutin: Erste Vorgespräche und genauere Absteckung der Situation. Es wurde auch über die Form der Therapie und eventuelle frühere Erfahrungen gesprochen. Sie achtete dabei darauf ob wir beide zueinander passten. Ähnlich wie beim Facharzt wurde dabei auch über meine Ziele und Vorstellungen gesprochen und danach kam es langsam ins Rollen.
