ImageBanana wegen Kinderpornos nicht mehr erreichbar


Seit gestern ist der Bild-Hoster ImageBanana weg vom Fenster. Diverse Festplatten wurden von der Kriminalpolizei im Raum Sachsen beschlagnahmt, weil sich darauf kinderpornografische Werke befunden haben sollen. Die Betreiber hoffen, dass ihre Webseite bald wieder komplett verfügbar ist.
Erst im November 2016 berichteten wir darüber, dass der Bild-Hoster ImageBanana Downtime . Die Webseite ging erneut mit einem deutschen Impressum ans Netz. Vielleicht war das keine sonderlich gute Idee, denn seit gestern wird auf der Startseite aber lediglich ein Warnhinweis angezeigt, der auf ein Posting bei Facebook . Diverse Festplatten des zu HostingTime gehörenden Unternehmens wurden von der Kriminalpolizei beschlagnahmt.

Die Umstände klingen dabei sehr ominös:

„Ende letzten Jahres wurden diverse Kinderpornografiebilder auf unserer Plattform hochgeladen. Wir meldeten dies der nächsten Polizeidienststelle, und übermittelten alle geforderten Informationen. Da der Upload über ein in Sachsen stehenden Server hochgeladen wurde, musste dies auch entsprechend an die Polizei in Sachsen weitergeleitet werden.

Unsererseits wurde also alles richtig gemacht. Das nun jedoch die Festplatten des Servers beschlagnahmt wurden überrascht auch uns. Da der jeweilige Ansprechpartner der Polizei heute nicht mehr erreichbar ist, erhoffen wir uns, morgen auf weitere Lösungen zu stoßen.

Alle hochgeladenen Bilder sind weiterhin Online. Wieso deshalb unsere Festplatten beschlagnahmt wurden sind, ist für uns nicht verständlich, da wir in diesem Sinne kooperiert haben…“



Ergänzung: Die Betreiber haben die fraglichen Uploads unverzüglich der Polizei gemeldet, da sie nicht nur gegen die AGB verstoßen, sondern auch strafbar sind. Nach Übermittlung der Logs bezüglich des Uploaders, sowie der betroffenen Bilder, geschah seit letztem Jahr nichts mehr. Die Festplatten wurden mit der Begründung beschlagnahmt, man gehe damit nun weiteren Hinweisen in Bezug auf den/die Täter nach.

Sollten tatsächlich, wie im Posting angekündigt, alle bislang hochgeladenen Bilder weiterhin verfügbar sein, wären von der Beschlagnahmung nicht alle Festplatten des Anbieters betroffen. Bei einem führte die zu einem Bild zugehörige URL i.imagebanana.com allerdings ins Nirwana. Die Betreiber hoffen offenbar, ihre Hardware in kürzester Zeit wieder zu erhalten. Man wird sehen, ob die Behörden tatsächlich so zügig wie vermutet arbeiten. Betrachtet man ähnliche Vorfälle, so darf von einer derart schnellen Vorgehensweise der Kripo eher nicht ausgegangen werden.

Wir halten Euch bei Neuigkeiten auf jeden Fall auf dem Laufenden.




Autor: Lars "Ghandy" Sobiraj
 
Und was sagt so ein Vorgehen einem Unternehmer?
Daten löschen und Klappe halten, denn sonst hast du den Schaden.
Traurig, aber solche Behördenaktionen legen genau das Nahe.
 
@keinbenutzername
Jedoch eine äußerst naheliegende Interpretation, wenn man als Unternehmer handelt. Früher hat man ja selbst Melder ab und an strafrechtlich verfolgt. Das hat sich jedoch glücklicherweise gelegt. Mit so einem Vorgehen verscherzt man es sich jedoch mit den Unternehmern, die freiwillig solche Inhalte melden.

Auch verkennst du die Sachlage völlig, denn es gibt noch eine Menge anderer Straftatbestände, die Bildehoster melden können.
Denk mal drüber nach, was das alles sein könnte. Dann denk nach, wie oft dann wohl die Staatsmacht vor der Tür stehen kann und die Festplatten mitnimmt. Da können sie problemlos täglich ein paar Platten einkassieren, wenn der Unternehmer immer Meldung erstattet.
 
und du siehst hier in dem Fall (falls er genau so abgelaufen ist wie es die Banane behauptet) eine allgemeine Vorgehensweise der Polizei?
Das da in nem Einzelfall unglücklich agiert wurde kommt dir nicht in den Sinn?

Womöglich ist das auch das gängige Verfahren, das bleibt zu recherchieren.

Muss sich dann halt jeder Unternehmer einfach selbst fragen was ihm wichtiger ist, den temporären Verlust von Hardware oder die Verfolgung von Kinderschändern.
 
@keinbenutzername: Priorität #1 bei Unternehmen: Keinen wirtschaftlichen Schaden davon tragen.

Ja, es mag unglücklich gelaufen sein, PR-technisch zurecht ein Desaster für diese Dienststelle der Polizei, aber eben nicht nur für die. TBow hat schon recht: Häuft sich das und tragen die meldenden Unternehmen Schaden durch die Meldung davon, werden sie das unterlassen. So ehrbar und nobel die Verfolgung von Kinderschändern ist, so wenig kannst du aber am Ende des Monats davon deine Miete bezahlen, wenn die Polizei dir das Geschäftsmodell zerschießt. Weil dieses "temporär" bedeutet beim Staat halt mal gern zwei bis drei Jahre (bei "brauchbarer" Hardware gern länger, weil man so die eigene Hardware aufbessert - Fefe hatte da vor nem Jahr mal was dazu). Danach ist Hardware halt einfach Schrott, und nicht einfach so weiterverwendbar.

Also mach hier mal halblang und fahr nicht immer gleich das Gebiss zur Schnappatmung auf, wenn jemand Pragmatismus darlegt. Nur weil du hier eine Verletzung deiner Idealvorstellung des Rechtsstaats siehst, bedeutet das noch lange nicht, dass es nicht zeitgleich die Realität darstellt. Kleiner Tipp: Der Staat ist kein Rechtsstaat, und das auch nie gewesen, weil er sich selbst nicht an seine eigenen Gesetze hält. Du glaubst mir nicht? Lies das Zwangsversteigerungsgesetz und setz dich in eine X-beliebige Zwangsversteigerung (die sind öffentlich und online) - dir werden die Haare zu Berge stehen, wie dort mit dem Schuldnerschutz umgegangen wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
und du siehst hier in dem Fall (falls er genau so abgelaufen ist wie es die Banane behauptet) eine allgemeine Vorgehensweise der Polizei?
Nein, aber eine abschreckende Wirkung an die Unternehmer.
Meldest du etwas, dann sagen wir nicht "Danke, solche Menschen wie dich brauchen wir", sondern wir tanzen bei dir an, halten den Betrieb auf, beschlagnahmen einen Teil deiner Hardware, sorgen dafür, dass dein Dienst eventuell sogar offline geht, laden dich zu einer Vernehmung als Zeuge vor und verpassen dir auch noch einen Imageschaden. So hat sich das der Informant wohl nicht vorgestellt, oder?
Denk auch an den Imageschaden, der entsteht, wenn bekannt wird, dass die Behörden die Logs aller Uploader eingesackt haben. Das sind die interessanten Daten für die Strafverfolgung und wurden sicherlich beschlagnahmt.

Wieso gibts wohl eine anonyme Meldestelle für Kinder- und Jugendpornografie? Damit die Hemmschwelle sinkt, Meldung zu erstatten. Man hat aus den früheren Fehlern gelernt.
Mit solchen Idioten untergräbt man das aber. Anstatt den Betreibern die Eier zu kraulen, verpasst man ihnen einen Tritt in ebendiese.


Womöglich ist das auch das gängige Verfahren, das bleibt zu recherchieren.
Dann recherchiere.
Kann dir aber schon sagen, dass dem glücklicherweise nicht so ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
machen das größere "cloud"-dienste nicht schon längst so? "böse" inahalte werden automatisch gescannt und gelöscht ohne irgendwelche behörden zu involvieren.. es ist ja auch (noch) nicht vorschrift, dass hoster hilfssheriff spielen und irgendwie pädos mit honeypots fangen müssen...
 
IMAGEBANANA.COM = Bei der nächsten Polizeidienststelle wurde die Kinderpornografie gemeldet.
Die Beschlagnahmung wurde wie folgt begründet: Man wolle weitere Spuren des Uploaders der Kinderpornografie ermitteln und sicher stellen. Ob hierbei direkt Festplatten beschlagnahmt werden müssen sei dahin gestellt, und fanden wir ebenfalls nicht wirklich begeisternd.. Ebenfalls sei hinzuzufügen, das es sich bei den betroffenen Platten um keinerlei Nutzerdaten handelt sondern lediglich einem Webserver. Wir gehen davon aus, das die Arbeit von Behörde zu Behörde unterschiedlich funktioniert, und entsprechendes Know-HoW somit verschieden ist. Ein dahin gehendes Fehlverhalten sollte damit zeigen, das ggf. schon morgen die Platten zurück sind, und der Betrieb weiter gehen kann. Fehlverhalten in Sachen wie Kinderpornografie dulden wir nicht, aus diesem Grund erfolgte eine dementsprechende Meldung. Auch in den früheren Jahren gab es immer wieder einmal Anfragen durch das BKA, jedoch wurden noch nie Festplatten beschlagnahmt. Wir bitten dies zu entschuldigen und danken dennoch für dein Feedback.

Quelle:
 
Ebenfalls sei hinzuzufügen, das es sich bei den betroffenen Platten um keinerlei Nutzerdaten handelt sondern lediglich einem Webserver.
Das wären dann wohl die Logs, wer wann etwas hochgeladen hat und wohl auch, wer, wann welche Bilder abgerufen hat. Nicht nur die illegalen Inhalte betreffend, sondern eben von allen Nutzern dieses Dienstes.

Auch in den früheren Jahren gab es immer wieder einmal Anfragen durch das BKA, jedoch wurden noch nie Festplatten beschlagnahmt.
Eventuell das nächste mal direkt ans BKA wenden und unter Verweis auf eine mögliche zukünftige Meldebereitschaft bitten, den Betrieb nicht zu stören, denn die scheinen vernünftiger zu handeln.
Sprich, nicht anpissen, sonst sehen die ImageBanana in Zukunft verdammt schlecht.
 
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