[Politik und Gesellschaft] Vermutlicher Leichenfund der seit 15 Jahren verschwundenen Peggy K.

Nach 15 Jahren ist ein Pilzsammler in einem Waldstück über die sterblichen Überreste eines Kindes gestoßen. Der Fundort liegt nur wenige Kilometer entfernt vom Wohnort der verschwundenen Peggy K. Noch gibt es zwar keine offizielle Bestätigung, Experten sind allerdings auch aufgrund von gefundenen Kleiderresten davon überzeugt das es sich um die Leiche von Peggy K. handelt.

Traurige Prominenz erreichte der Fall durch einen großen Polizeiskandal, bei welchem der geistig behinderte Ulvi K. 2004 in einem Indizienprozess zu lebenslanger Haft verurteilt wird. Ihm wurde dabei die Vertuschung eines sexuellen Missbrauchs zu Lasten gelegt. Zwar hatte er 2002 die Tat gestanden, das Geständnis aber einige Monate später widerrufen. Die Verhöre wurden nur Teilaufgezeichnet, auch Ulvi K.s Anwalt war nicht immer präsent. Das Geständnis ähnelte sehr stark dem Tatprotokoll der Polizei und ein Belastungszeuge sagte aus er hätte eine Falschaussage getätigt. Ulvi K. wurde 2014 freigesprochen, da ihm die Tat nicht nachgewiesen werden konnte. Eine Leiche wurde während der Prozesse nie gefunden, erst jetzt ist man anscheinend auf die sterblichen Überreste gestoßen.

Peggy verschwand am 07. Mai 2001 auf dem Weg zwischen der Bushaltestelle und ihrem zu Hause. Berechnungen geben an das sie für den Weg nur rund 30 Sekunden gebraucht hätte, dennoch kam sie nie an.

Es wurden verschiedene Sonderkommissionen gegründet, es gab viele verschiedene Verdächtige, auch vor der Verhaftung von Ulvi K. und auch im später nach dessen Freispruch, doch ein Täter konnte bisher nicht gefasst werden. Vielleicht ergibt sich nun, nach dem Leichenfund, eine neue Spur.

Das Ergebnis der offiziellen Untersuchung ob es sich wirklich um die vermisste Peggy K. handelt, wird für den 05. Juli erwartet.

Quelle:

 
Alleine schon deshalb, weil man sich nicht drauf einigen kann, wer die Lorbeeren kassiert.
Ich bin für die Polizei Sachsen. Einfach, weil sie beide Fälle nicht gestört oder fundamental zum scheitern gebracht hat - bis jetzt.
 
Zuletzt bearbeitet:
So unvorstellbar ist das wohl doch nicht, da Böhnhardt wohl früher schon wegen eines anderen getöteten Kindes mal ins Visier von Ermittlern geraten war.
Damals ging es um einen Jungen. Da die allermeisten Kindesmörder bei einem Geschlecht bleiben, wäre das sehr ungewöhnlich.

Außerdem wurden damals in dem abgefackelten Wohnwagen der NSU-Mitglieder Kinderspielzeuge gefunden.
Da Frau Zschäpe fast jede Woche Kinder einer Freundin bei sich hatte, ist das auch nichts Ungewöhnliches.

Bemekenswert finde ich, dass die DNA an einem ca Daumenstück großen Stofffetzen gefunden wurde, der wohl 15 Jahre im Freien gelegen hat.
Wenn man davon ausgeht, dass der Stoff zB bedeckt war und deshalb die Zerstörung mittels ultravioleter Strahlung flach fällt, sollte dieser Umstand bei kritischen Journalisten, die eine oder andere Frage aufwerfen.
 
sollte dieser Umstand bei kritischen Journalisten, die eine oder andere Frage aufwerfen.

Warum den?
Wir haben nen ungelösten Fall und nen toten Täter.
Passt doch so wunderbar zusammen und Ermittlungen kosten schließlich Steuergelder :unknown:
 

Die ersten Meldungen lauteten aber noch so, dass Spuren am Skelett gefunden wurden.
Erst nachdem die Eilmeldung durch die Presse lief, haben sich Offizielle geäußert und auch bekanntgegeben,
dass am Skelett doch keine Spuren waren.
Das ist bei Spon auch noch unten im Artikel als Richtigstellung zu lesen.
 
War keine Kritik gegen Dich. Schlimm genug, dass es überall wieder so "ausarten" musste
 
Das auf Zschäpes Computer, den auch Böhnhardt nutze, kinderpornografisches Material sichergestellt wurde ist hinlänglich bekannt und dutzendfach auch in den Medien so kommuniziert worden. Das über Jahre hinweg.
Und nun taucht folgende Meldung auf.

Dort sind nach Informationen der Süddeutschen Zeitung Jugendliche beim Sex zu sehen, aber keine Kinderpornos. Die Bundesanwaltschaft hielt die Filme damals nicht für relevant. Ein Handel mit Kinderpornos hätte das Risiko für den NSU sehr erhöht aufzufliegen. Außerdem erbeuteten sie rund 600 000 Euro durch ihre Raubüberfälle.

Wenn dem so sein sollte, dann brauchen sich die Medien in der Tat nicht wundern, wenn sie wieder in die Ecke der Lügenpresse gestellt werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei dem Tatort von Bönhart, ebenso wie bei dem Fundort von Peggy war die gleiche Ermittlertruppe vor Ort und auf Photos von beiden Untersuchungsstellen ist eine Meterstange abgebildet, die wohl identisch ist.
Das Messgerät sei nahezu unverwechselbar und von einer Beschaffenheit, die es "nur einmal gibt", hieß es in Ermittlerkreisen.

Die Stange ist nun als möglicher Überträger der DNS im Gespräch.
 
Boah, zuerst das Phantom, das Verbrechen begehend durch Europa zieht und nun das.
Wenn das die Quelle war, dann fragt man sich echt, welchen Beweiswert die Arbeit der "Spurensicherungsexperten" noch hat.
Echt unfassbar, wenn die wirklich so unfähig, ja sogar fahrlässig, waren.
 
schlimm ist daran nur das ein so ungesichertes Ergebnis in die Presse kam.
Solche Fehler passieren. So lange man den Fehler rechtzeitig findet ist noch alles gut.
 
Das unterminiert das Vertrauen in DNS Analysen, mehr als ohnehin schon.
 
Ich meinte damit nicht das labortechnische Verfahren, das genießt bei mir hohes Vertrauen.
 
und warum?
Wie gesagt, Fehler passieren, wichtig ist das man das überprüft hat und wohl den Fehler gefunden hat.
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #37
Wie wahrscheinlich ist es, dass dieser Vermessungsstab innerhalb von fünf Jahren (Böhnhard/Leichenfund Peggy) nur ein mal eingesetzt worden ist? Wird solch Werkzeug wirklich nicht desinfiziert und dann einfach wieder in den Koffer gelegt? Müssten sich dann nicht auch noch andere DNA Spuren an dem Werkzeug finden, immerhin dürfte es innerhalb von fünf Jahren genügend Einsatzmöglichkeiten gegeben haben? Zschäpe will sich äußern (ob da was bei rumkommt ist zweifelhaft) und kurz vorher "outet" man das ganze als Panne?

Das bedarf einer vernünftigen Aufklärung. Lesenswert dazu ist der .
 
Weil das nicht mehr den Anschein hat, als sei das ein Fehler gewesen - es wirkt inzwischen, vor allem mit Blick auf die NSU-Untersuchungen, eher so, als wäre das systematisch.
 
es wirkt inzwischen, vor allem mit Blick auf die NSU-Untersuchungen, eher so, als wäre das systematisch.
In der Verbindung dieser beiden Fälle wirkt überhaupt nichts systematisch.

1. Meterstab bei Böhnhardt einsetzen
2. Meterstab fünf Jahre später bei Peggy einsetzen
3. ????
4. Profit

Das ergibt überhaupt keinen Sinn für niemanden. Momentan weiß man schlicht nicht, ob etwas schiefgelaufen ist, oder ob Bönhardt was mit der Tat zu tun hat.
 
Nach dem nicht existierenden Phantom, gibt es nun offiziell das nächste Ermittlungsversagen.

NSU-Terrorist Böhnhardt hat nichts mit Mordfall Peggy zu tun

Zwischen dem Mordfall Peggy und dem NSU-Mitglied Uwe Böhnhardt gibt es keinen Zusammenhang. Der Fund einer DNA-Spur Böhnhardts am Fundort des Leichnams des 2001 verschwundenen Mädchens sei eine "Trugspur" durch eine Verunreinigung gewesen, sagte Staatsanwalt Daniel Götz.

Ein Textilstück, an dem DNA von Böhnhardt haftete, stamme von Böhnhardts Kopfhörer. Die DNA sei an einem Textilteilchen gefunden worden, das inzwischen zweifelsfrei zugeordnet werden konnte, teilten die Behörden mit.

Weder das Baumwollgewebe noch die DNA hätten in Qualität und Quantität einen Zeitraum von 15 Jahren überstehen können angesichts der Witterungsverhältnisse. Der Kopfhörer sei im ausgebrannten Wohnmobil gefunden worden, in dem Böhnhardts Leiche entdeckt worden war.


Da fragt man sich natürlich, ob es Verurteilungen gibt, die auf derartigen "Trugspuren" beruhen. Gegen eine DNS Spur hat der Angeklagte ja meist keine Chance, besonders, wenn in einem anderen Fall schon seine DNS im Labor untersucht wird.
 
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