[Politik und Gesellschaft] Dortmund: Tausende Menschen demonstrieren gegen Nazi-Aufmarsch

In Dortmund sind am gestrigen Samstag tausende Menschen gegen einen Aufmarsch von Rechtsextremisten auf die Straße gegangen. Die Polizei versuchte mit fast 5000 Beamten aus ganz Deutschland, ein Zusammentreffen der Linken und Rechten zu verhindern.

Etwa 930 Neonazis kamen nach Dortmund, 3000 Menschen beteiligten sich an einem bürgerlichen Protestmarsch. Außerdem waren etwa 2500 Linksautonome in Dortmund unterwegs. Nach Angaben der Polizei waren auch gewaltbereite Demonstranten dabei.

Linke Demonstranten besetzten zwei Bahnsteige eines Dortmunder Bahnhofs, weshalb der Nahverkehr für etwa eine Stunde unterbrochen werden musste. Die Demonstranten wurden abgeführt.

Insgesamt wurden drei Polizeibeamte verletzt, einer davon durch einen Flaschenwurf, die anderen durch Reizgas. Ein weiterer Polizist wurde von einem Stein am Helm getroffen, wodurch dieser zerbrach. Der Beamte wurde allerdings nicht verletzt. An einer Polizeiwache wurden außerdem drei Fahrzeuge durch Steinwurf und Brandsätze beschädigt. Außerdem entdeckten die Beamten ein Depot mit Brandsätzen.


Bild:
Quelle:
 
Sondern sie denken, nur das auszusprechen, was sich die Mehrheit nicht auszusprechen traut.

Sie geben es vor, für die Mehrheit ("die Leute") zu sprechen und wissen dabei genau, dass es nicht stimmt. Sie sollen ruhig weiter ihre dumpfen Hassparolen brüllen. Je mehr Raum man Figuren wie Gauland, Hoecke und von Storch in den Medien gibt, desto mehr Menschen engagieren sich gegen sie.
 
Sie geben es vor, für die Mehrheit ("die Leute") zu sprechen und wissen dabei genau, dass es nicht stimmt.
Ich bin mir da aktuell nicht mehr sicher.
Oft bekommen sie in ihren Kreisen ja Zustimmung und aus ihren Kreisen heraus bewegen sie sich selten.

Dazu kommt die Geschichte mit der Lügenpresse, aus der sie den Schluss ziehen, dass die gegenteiligen Meinungen der Presse eben nur gesteuert sind, nicht aus dem Volk.
Letztlich melden sie ja meist viel größere Teilnehmerzahlen für ihre Demos an, als dann tatsächlich Leute kommen.
Weil sie eben glauben, mittlerweile Massen zu bewegen.
 


Beantworte die Frage oder lass es bleiben.



Doch wissen Sie, wie seit jeher.

Also gibt man den Neonazis lieber das was sie brauchen um ihr Bild der Welt zu bestätigen? Absolutes Desinteresse, daran hätten Sie zu kauen. Mit den Gegendemos spielt man denen nur in die Hände, vor allem durch diejenigen die randalieren wollen. Top.
 
Absolutes Desinteresse, daran hätten Sie zu kauen.
Ich weiß nicht.
Vor ein paar Monaten gab es hier in Pankow ne kleine NPD-Veranstalltung, von der ich vorher nichts mitbekommen hatte.
Andere offenbar auch nicht, es gab keine Gegenveranstaltung.
Und die Jungs haben fleißig Flyer verteilt.
Fand ich nicht schön, konnte ich aber nur aus dem Verkehr heraus beobachten.

In manchen ostdeutschen Kleinstädten gibt es auch diese Aufmärsche der Identitären etc., welche auch keine Gegenwehr bekommen haben und diese Orte sind jetzt das, was man Nationalbefreite Zonen nennt.

Man muss Flagge zeigen!
 
Ich bin mir da aktuell nicht mehr sicher.

Meinst du wirklich, dass sie so weltfremd und verblendet sind? Bei meinen drei AfD-Lieblingen (siehe oben) könnte es stimmen, aber in der "Führung" haben sie doch auch zwei, drei Leute, die noch halbwegs geradeaus denken können. Alice Weidel zum Beispiel dürfte in Gedanken schon bei den wiedererstarkten Liberalen sein.

In manchen ostdeutschen Kleinstädten gibt es auch diese Aufmärsche der Identitären etc., welche auch keine Gegenwehr bekommen haben und diese Orte sind jetzt das, was man Nationalbefreite Zonen nennt.

Man hätte sich damals schon um Integration bemühen müssen. Jetzt ist es zu spät. Integration ist eine Generationsaufgabe. Sie lässt sich nicht durch Gesetz verordnen
 
Zuletzt bearbeitet:


Beantworte die Frage oder lass es bleiben.

Kannst du mit dem Begriff Sarkamus nichts anfangen, oder weißt du nicht, was sich in den 30ern in Deutschland abgespielt hat?
Ich dachte eigentlich, dass meine Bemerkung reicht, um deine Frage nach dem Sinn der öffentlichen Meinungsäußerung mit Hinblick auf unsere Geschichte zu beantworten...
 
Wenn nun aber Leute eine Demonstration organisieren nur um gegen eine andere Demonstation zu demonstrieren finde ich das schwer mit Meinungsfreiheit vereinbar und zeigt dass sie scheinbar nur in eine Richtung funktioniert. Jeder soll seine Meinung frei kund tun dürfen, egal welche Meinung er vertritt. Dieser Vorfall hat bewiesen dass dies in Deutschland nicht möglich ist.

Jeder soll seine Meinung frei kundtun dürfen, ich sehe das genau wie du. Ich spreche auch einem Nazi seine Meinung nicht ab oder einem stalinistischen Kommunisten. Auch wenn ich beide Meinungen mehr oder weniger überhaupt nicht unterstützen kann oder gar verabscheuungswürdig finde.

Mir steht es in dem Sinne also auch vollkommen frei öffentlich mitzuteilen, was ich beispielsweise von diesen Meinungen halte. Auch, in dem ich auf eine Gegendemonstration gehe.
 


Offensichtlich weißt Du nicht viel von der Weimarer Republik denn dann würdest Du keine Vergleiche zu der heutigen Zeit ziehen, welche vollkommen unpassend sind. Dort hat man nicht nur friedlich Flagge gezeigt nein man hat sogar Schusswaffen eingesetzt um richtig deutlich zu machen wie sehr man dagegen ist!
 
Ne dümmere Ausrede, die Rechten heute nicht mit der Zeit in der Weimarer Republik zu vergleichen, hast du aber nicht gefunden, oder?

Das heute nicht wie damals in der Gegend rumgeballert wird, liegt wohl auch eher daran, das es nicht so viele Waffen gibt, die man frei verfügbar bekommen kann, und das wir sehr strenge Waffengesetze haben. Die im übrigen von den Rechten und Rechts-"populisten" liebend gern gelockert werden sollen. Warum wohl...
 
Ja, die Zeiten sind andere, trotzdem sind die fundamentalen Ängste teilweise gleich: Angst vor sozialem und wirtschaftlichem Abstieg (damals Wirtschaftskriese, heute "der nimmt uns die Arbeit weg")... vieles wurde schon im AfD-Thread besprochen, und ganz ehrlich, wer die Parallelen nicht sieht, sollte sich mal mehr als die Zeit vor´33 beschäftigen, und nicht nur die Zeit ab der Machtergreifung der NSDAP sehen. Damals hatte auch keiner gedacht, das die Demokratie der Weimarer Republik so schnell abgeschafft werden würde.
 
das kann schon sein, was die Zukunft bringt weiß man ja nicht.
Nur was könnte man effektiv dagegen tun?

Ganz im Ernst, bei demos bin ich skeptisch. Das hat so gut wie noch nie irgendwas bewirkt.

Ich halte es einfach für falsch der AfD eine mediale Bühne zu bereiten.

Was könnte man aber noch tun?
 
wer die Parallelen nicht sieht,
Ich hatte es auch im AfD Thread schon angemerckt, dass man nicht so tun sollte, als ob die Deutschen, die Hitler und das Nazi-Reich ermöglicht haben, irgendwelche Monster waren.
Das waren ganz normale Bürger, die auch nichts gegen den jüdischen Verkäufer hatten, wahrscheinlich auch nichts gegen den jüdischen Nachbarn. Da ist es laut Gauland heute ja sogar noch schlimmer.
Aber man hat sich gegenseitig immer mehr aufgestachelt und man hat weg geschaut.
Und man hat sich gegen die vermeintlichen Feinde gewehrt, erst nur verbal, dann auch mit Gewalt.
Exakt das gleiche sehen wir heute auch schon wieder.

Ich bin sicher, wir sind nicht kurz vor einem neuen Nazi-Deutschland. Aber das auch nur, weil es eben Menschen gibt, die sich demonstrierenden Nazis in den Weg stellen und die besagte Flagge zeigen.
 
Ich bin sicher, wir sind nicht kurz vor einem neuen Nazi-Deutschland. Aber das auch nur, weil es eben Menschen gibt, die sich demonstrierenden Nazis in den Weg stellen und die besagte Flagge zeigen.

nein, nur weil wir eine andere politische Landschaft haben heute.
Die Zahl derer die sich anderen in den Weg stellen würden wäre zu gering.
 
nein, nur weil wir eine andere politische Landschaft haben heute.
Die sich unter anderem durch Menschen entwickelt hat, die ihre Anliegen per Demo in die Welt getragen haben.
Und damit gezeigt haben, dass sie keine Minderheitenmeinung vertreten und dann erst im politischen Diskurs ernst genommen wurden.
 


Super toll deine Pöbelei. die kannst Du Dir sparen, ich reagiere dann zukünftig ähnlich auf deine Kommentare. Denk nochmal drüber nach, bin grad zu wütend um darauf zu antworten.
 
Dann schein ich ja getroffen zu haben. Der Vergleich bleibt trotzdem dumm, denn wie schon gesagt wurde, Zeiten, und damit manche Voraussetzungen, ändern sich zwar, grundlegende Ängste bleiben dennoch gleich.
 
Zuletzt bearbeitet:
als ob die Deutschen, die Hitler und das Nazi-Reich ermöglicht haben, irgendwelche Monster waren [...]
Das waren ganz normale Bürger [...]
[...] und man hat weg geschaut.

Das meinte ich. Wären damals früh genug genug Leute auf die Straße gegangen und hätten etwas gesagt, dann wäre es möglicherweise nie dazu gekommen. Natürlich waren es damals andere Zeiten, vllt saß der Frust aus dem verlorenen Ersten Weltkrieg noch in den Köpfen, vllt waren es vordergründig finanzielle Schwierigkeiten, die die Leute streitbar gemacht haben, vllt war man auch einfach generell kriegslustiger als heute.

Aber zu fragen, wozu in einer Demokratie das öffentliche Demonstrieren der eigenen politischen Meinung gut sein soll, halte ich für naiv. Und wenn es nur nütze ist, um der eigenen Regierung oder der ganzen Welt zu zeigen, dass eine Bevölkerung nicht geschlossen hinter den Machenschaften der eigenen Regierung steht. (Zum Beispiel bei Demos gegen TTIP, den Vietnam-Krieg, den letzten Irak-Krieg und so weiter...)
 
Das meinte ich. Wären damals früh genug genug Leute auf die Straße gegangen und hätten etwas gesagt, dann wäre es möglicherweise nie dazu gekommen.

möglich, möglich.

Möglicherweise waren aber damals doch mehr Menschen der Sache neutral oder zustimmend gegenübergestanden als es Gegner gab.

Wie gesagt, Demos haben eigentlich noch nie wirklich was gebracht.
Damit ändert man nicht die Gesinnung der Menschen.
Und der Politik nur dann, wenn es die breite Masse der Wählerschaft wäre, was realistisch gesehen nie passieren wird.

DDR/Mauerfall war was anderes.
Die DDR war am Ende und die Soviets liesen die Wende zu.
Ansonsten hätten die Demos gar nichts gebracht.
 
Zurück
Oben