Freiheit im Internet steht am Scheideweg


Die Vereinten Nationen arbeiten gemeinsam mit führenden Technologiekonzernen an einem lückenlosen Zensur-System für das Internet. Das selbst erklärte Ziel ist es, die Verbreitung gefährlicher Ideologien und terroristischer Propaganda zu unterbinden. Was darunter im Detail zu verstehen ist, wird in der nicht ausgeführt.
Das Internet ist eine der größten Errungenschaften der Neuzeit. Es gibt uns die virtuelle Möglichkeit, an verschiedenen Orten gleichzeitig zu sein und eine große Masse an Menschen zu erreichen. Jedoch sehen genau darin einige Staaten eine Gefahr für das eigene Regime. Unter dem Vorwand, die eigene Bevölkerung vor den negativen Einwirkungen des Online-Mediums schützen zu wollen, werden Seiten zensiert und gesperrt. Informationen werden gefiltert, manipuliert oder gelöscht, die User überwacht. Wer sich kritisch äußert, wird in einigen Staaten nicht selten bedroht oder gar eingesperrt.

Nun will die UN im Namen der Terrorbekämpfung eine weltweite Zensur des Internets . Die Vereinten Nationen und führende Technologiekonzerne wie z.B. Microsoft arbeiten an einem vollumfänglichen Online-Zensur-System. Ziel sei es, sogenannte gefährliche Ideologien und terroristische Propaganda zu unterbinden. Was genau darunter zu verstehen ist, bleibt jedoch unklar. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) strebt die Schaffung eines globalen Rahmenabkommens für Internet-Zensur an und ermuntert Regierungen, gegen sogenannte „Online-Propaganda“, „hasserfüllte Ideologien“ und „digitalen Terrorismus“ vorzugehen. Was genau unter diesen Schlagworten zu verstehen ist, wurde nicht erklärt. Der UN-Sicherheitsrat hat das „Counter-Terrorism Committee“ angewiesen, bis zum kommenden Jahr einen Plan mit weiteren Schritten auszuarbeiten.

Führende Technologiekonzerne, Google, Microsoft, Yahoo und weitere Firmen der Hightech-Branche haben offenbar ihre Hilfe zur Umsetzung der Pläne angekündigt. Der Vizepräsident von Microsoft, Steve Crown, betonte, dass es keinen Königsweg gäbe, wie man den Extremisten und Terroristen den Zugriff auf das Internet verwehren könne. „Wenn es eine elegante Lösung geben würde, hätte die Industrie sie bereits angewendet.“

Fest steht: Die Initiative der UN könnte vor allem für jene Staaten weitreichende Folgen haben, in denen heute schon jede Art von Kritik an der Regierung in die Nähe des Terrorismus gerückt wird. Täglich werden neue beunruhigende Details der Vertragsvorschläge von Ländern wie China, Russland oder Saudi-Arabien bekannt. Unter dem Deckmantel der Kriminalitätsbekämpfung im Netz sollen beispielsweise Internetprovider die Herkunft eines jeden Datenpaketes identifizieren, das durch ihre Leitungen fließt. Ein “Werkzeug”, das zum Missbrauch geradezu einlädt und es ermöglicht, unliebsame Inhalte zu zensieren und politische Gegner zu erkennen. Nicht nur für Menschen in ärmeren Ländern und diejenigen, die in Diktaturen leben, wären diese neuen Regeln verheerend.

Fazit

Das Internet verbindet Menschen – über Grenzen, Kontinente und politische Systeme hinweg und das sekundenschnell. Es könnte das Medium einer globalen Demokratie sein. Indes ist leider zu befürchten, dass der Traum einer ungehinderten Kommunikation sowie einer weltweiten Meinungsfreiheit nun schon bald der Vergangenheit angehört durch die Verwirklichung solcher Maßnahmen.

Die Gefahr, den Sperrfilter auch für politische Zwecke zu missbrauchen ist hoch. Doch gilt das auch für eine Demokratie? Klar ist seit jeher: Wer die Medien kontrolliert, hat die Macht im Staat.

„Das Internet wird im Moment umgebaut von einem der freiesten Instrumente, das der Menschheit global bekannt ist, in ein kontrolliertes System“, Daniel , ein ehemaliger Sprecher von Wikileaks. „Jetzt auch in Deutschland.“



Foto oben: , alle Rechte vorbehalten, mit freundlicher Genehmigung.




Autor: Antonia
 
Die Vereinten Nationen arbeiten gemeinsam mit führenden Technologiekonzernen an einem lückenlosen Zensur-System für das Internet.

auf welcher rechtlichen grundlage gedenken die UN dies zu tun? haben sie neuerdings globale gesetzgeberische befugnisse?? das waere mir neu. :m

die ueberschrift der zitierten quelle, die im uebrigen zum zeitpunkt eures artikels schon fast 2 wochen alt war, lautet korrekt (inhaltlich wiedergegeben): 'der praesident des [UN] sicherheitsrats befuerwortet in einem statement einen vorschlag des [UN] anti-terror kommitees fuer eine 'internationale zusammenarbeit' / rahmenplan zur verhinderung (beschneidung / verminderung) von anstiftung und rekrutierung [von individuen fuer terroristische verbrechen].
eckige klammern von mir zum besseren verstaendnis

Security Council Presidential Statement Seeks Counter-Terrorism Committee Proposal for ‘International Framework’ to Curb Incitement, Recruitment

Holding a day-long open debate on threats to international peace and security caused by terrorist acts, the Security Council today requested that the United Nations Counter-Terrorism Committee present a proposal for a “comprehensive international framework” to counter terrorist narratives used in recruitment and incitement to violent acts.

vielleicht koennte sich die autorin antonia hier registrieren und ihrer geneigten leserschaft selbst rede und antwort stehen
 
Zuletzt bearbeitet:
Editiere bitte deinen letzten Spoiler. Das hat hier nichts zu suchen, deshalb gehe mit solchen Anliegen ins Feedback.

Vielen Dank!
 
Die UN tut - als Maßnahme gegen den Terror getarnt - was kein Terrorist je erreichen könnte :m

Die furchtbarsten Angriffe auf die Freiheit führen stets die, die sie zu verhindern behaupten.
 
Was steht auf dem Scheideweg und soll indiziert werden, die Freiheit im Internet oder die Narrenfreiheit?
 
@wachtelei: ich plaediere fuer die umgehende, umfassende und globale indizierung hundsmiserabler uebersetzungen :D. wollen wir ein kommittee gruenden und eine verlautbarung herausgeben?
 
‘International Framework’ klingt für mich sehr informell. Die ganze UN ist ein einziges ‘International Framework’.
 
Das Internet wird doch schon fast zu 100% überwacht und das ist nicht mal ne Verschwörungstheorie, leider.
 
@Seedy:
schoen waers. dann koennte unsereiner endlich mal die ueberstunden der letzten jahre mit anderthalb jahren urlaub am stueck abbauen
.

wenn dem so waere - haette die UN garantiert nix mit zu tun. um mal den bogen zum ausgangsposting zurueckzuschlagen.
 


Mit


Natürlich wird nicht zu jeder Zeit, komplett jeder Datenverkehr überwacht.
Trotzdem, eine umfassendes reingucken findet statt.

Natürlich noch auf einem anderen Level als eine umfassende Datenkontrolle.
Trotzdem ist das Ausmaß der möglichkeiten beängstigend und was möglich ist, wird auch irgendwann getan.
 
Wenn ich mich recht erinnere, nützt DPI bei VPN nicht. Darüber hinaus kann man seine Daten clientseitig immer noch wirksam verschlüsseln.
 
Wenn ich mich recht erinnere, nützt DPI bei VPN nicht.
Du erinnerst dich nicht recht.
Es wird das Paket untersuchst, der Transportweg ist dabei egal.
Du musst also irgendwie Hinkriegen, das es auf dem Weg von dir zum VPN nicht untersucht wird.
Darüber hinaus kann man seine Daten clientseitig immer noch wirksam verschlüsseln.
Was meinst du, was das ganze Gewese um Staatlich vorgeschriebene Backdoors so interessant macht.
 
Hast du eine Quelle dafür? Das VPN kann mE nur durch einen Angriff auf den Clientrechner kompromittiert werden.
 

Es ist die Verschlüsselung im VPN die schützt, nicht VPN an sich.
Dein Hamachi wird dich da nicht lange beschützen ;)

Ein VPN gibt nur viel mehr Möglichkeiten, vernünftig zu verschlüsseln.

Die VPN pakete unterscheiden sich zwar, sind aber unverschlüsselt trotzdem lesbar.
Ebenso kannst bei einem verschlüsselten VPN Packet immer noch erkennen, dass es ein verschlüsseltes VPN Packet ist.
Damit blocken sie z.B. VPN in China, sie sehen nicht was du da machst, aber sie sehen das du etwas machst, dass du nicht sollst.

Deswegen wird z.B. auch bei OpenVPN darauf hingewiesen Port 443 und TSL/SSL zu benutzen.

Auf Anhieb das hier gefunden.
 


Mit


Natürlich wird nicht zu jeder Zeit, komplett jeder Datenverkehr überwacht.
Trotzdem, eine umfassendes reingucken findet statt.

Natürlich noch auf einem anderen Level als eine umfassende Datenkontrolle.
Trotzdem ist das Ausmaß der möglichkeiten beängstigend und was möglich ist, wird auch irgendwann getan.
da koennte ich dir noch ein paar sachen auflisten, die nicht in wiki stehen - zumindest noch nicht :cool:. in 10+ jahren oder so vermutlich dann schon, while the 0-1-world keeps merrily spinning ...
ich koennte dich danach nicht mal mehr umgehend toeten, weil ich selber dazu nicht mehr lang genug leben wuerde, mich auf einem laengeren flug in eine UdSSR enklave (in welchem schrank sind nochmal mein reisepass und der grosse koffer mit den 500 euro scheinen?!) oder mit meinen 4 miezen & l'homme de mon coeur im beengten hinterzimmer einer winzigen botschaft befaende

und nein, ich befinde mich in dieser angelegenheit weder im kompletten NSA datensammelwut apologie-modus (das waere reichlich schizophren) noch verdamme ich jede art von ueberwachung per se & a priori (was ebenso schizo waere).

allerdings ist das, was die 'autorin antonia' (anfuehrungszeichen aus hoeflichkeit so und nicht anders gesetzt) in ihrem traktat verbricht als moegliche baldige realitaet schildert, doch mehr als unwahrscheinlich. um mal langsam wieder zum topic, wie dubios es auch sein mag, retour zu kommen.

ich warte im assange thread noch auf deine ausfuehrliche replik - und gebe einstweilen TBow die moeglichkeit, doch noch von alleine :D auf die von mir angefuehrte moeglichkeit zu kommen, assange theoretisch komplett legal rauszuschleppen beim ebenso theoretisch angefuehrten bombenalarm. aus zeitgruenden antwort erst spaeter - manch eine(r) muss auch am WE arbeiten und hat ausserdem seine 10k+ bookmarks nicht ordentlich sortiert

hint an TBow: think global :)
 
Zuletzt bearbeitet:
@edoep:
Ich weiß da auch mehr als bei wiki steht, hab da die quelle 5m entfernt sitzen.
Ich hab leider nicht die technische Expertise das ausführlich zu erklären und ärger möchte ich der Person erst recht nicht machen.
Man macht sich gar keine Vorstellung, was theoretisch Möglich, bzw. was real schon getan wird :confused:

Wenn man sich allerdings den nächsten Tarnkappe Eintrag anguckt, wo ein öffentlicher Schwarzmarkt beschreiben wird, gegen den nichts getan wird :D :unknown:

Ich will das mal ganz kurz und sehr polemisch ausdrücken:

Jedes nicht END-zu-END verschlüsselte Datenpaket kann ausgelesen, kopiert, durchsucht oder manipuliert werden.
Das ist keine Dystopische Sci-Fi, dass ist traurige Realität.



Viel interessanter ist finde ich das andere Phänomen:
Im Internet sind plötzlich alle Anarchisten.

Niemand (der bei Verstand ist) würde auf die Idee kommen in einem Land plötzlich einen rechtsfreien Raum zu fordern.
Nun gibt es de Facto einen rechtsfreien Raum im Internet und alle schreien an jeder Ecke "Überwachung, Kontrolle, Orwell"
Das ist eine Widerspruch, dem auch ich unterliege, den mir noch niemand so recht erklären konnte :unknown:
 
Niemand (der bei Verstand ist) würde auf die Idee kommen in einem Land plötzlich einen rechtsfreien Raum zu fordern.
Nun gibt es de Facto einen rechtsfreien Raum im Internet und alle schreien an jeder Ecke "Überwachung, Kontrolle, Orwell"
Das ist eine Widerspruch, dem auch ich unterliege, den mir noch niemand so recht erklären konnte :unknown:
Das Internet ist kein Raum, sondern virtuell und flüchtig wie die Gedanken. Und: !
 
Wieso sind hier 90% vom Inhalt weggespoilert?

Nur mal so!

schoen waers. dann koennte unsereiner endlich mal die ueberstunden der letzten jahre mit anderthalb jahren urlaub am stueck abbauen
"Dum"? Überwachung hat 0,überhaupt nichts mit Sicherheit zu tun. Du bist scheinbar genauso verblendet, wie gewisse #Neuland-Politiker.
Mehr Überwachung verhindert keine Verbrechen. Sie schützt nicht vor Terrorismus, nicht vor Menschenhandel, nicht vor Ausbeutung, nicht vor Drogen, nicht vor Mord, nicht vor Diebstahl. Überwachung hilft höchstens Verbrechen im Nachhinein aufzuklären und selbst das ist noch fraglich. Wenn "euereins" also wirklich was tun möchte, um (innere) Sicherheit zu gewährleisten, dann muss euereins den Arsch aus dem Bürostuhl bewegen und auf der Straße präsent sein. Das würde nämlich helfen. Aber wie viele Straßenpolizisten sind heute noch auf 1.000 Bürohängste unterwegs?


Du erinnerst dich nicht recht.
Es wird das Paket untersuchst, der Transportweg ist dabei egal.
Also wenn wir mal von ein paar Randfällen (bewusst transparente Übertragung, beschissene Crypto) absehen, dann ist VPN u.A. genau dafür gemacht den Transportweg abzusichern. Mit DPI wirst du da nicht weit kommen. Das setzt natürlich voraus, dass sich beide Kommunikationspartner im VPN befinden.

Szenario 1:
Beide Endpunkte (S, T) befinden sich innerhalb eines VPN. Der Traffic verlässt das VPN nicht.
Die Verbindung ist zwischen S und VPN-Knoten sowie zwischen VPN-Knoten und T verschlüsselt.
Der VPN verschlüsselt. Damit ist der Traffic auch auf unsicheren Transportwegen (Internet) geschützt.
DPI ist nicht möglich.

Szenario 2:
Ein Endpunkt (S) ist Teil des VPN, der andere Endpunkt (T) liegt außerhalb des VPN. Der Traffic verlässt am Exitnode das VPN Netz.
Da der außerhalb des VPN liegende Endpunkt keine Verschlüsselung (auf Ebene des VPN) realisieren kann, muss hier unverschlüsselter Traffic gesendet werden.
Auf dem Transportweg von S zum Exitnode ist der Traffic verschlüsselt und kann problemlos über ein unsicheres Netz (Internet) übertragen werden.
Zwischen Exitnode und T ist DPI möglich.

Szenario 1:
... [Datenstrom] ....... [Datenstrom]
...
S == [Internet] == VPN == [Internet] == T


Szenario 2:
... [Datenstrom] ............. Datenstrom ...
S == [Internet] == Exitnode == [Internet] == T

Das Internet (orange) kann als unsicherer Transportweg betrachtet werden, in dem es zu DPI kommen kann. Alle Datenströme, die in eckigen Klammern stehen sind verschlüsselt. Sie können trotz unsicherem Transportweg nicht angegriffen werden. Der Datenstrom in rot ist unverschlüsselt. Er kann, trifft er auf einen unsicheren Transportweg, angegriffen werden. Die Punkte dienen nur der passenden Einrückung.

Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit. VPN setzt im OSI Modell in der Regel auf sehr tiefen Schichten an. Natürlich können auch darüber befindliche Schichten Crypto-Funktionen implementieren. Beispielsweise ist HTTPs eine deutlich höher liegende Schicht (OSI-Modell), die sich um die Absicherung der zu übertragenden Daten kümmern kann. Das kann man sich wie einen Tunnel im Tunnel vorstellen. Der äußere mag vielleicht (wie in Szenario 2) unsicher sein, aber der innere kann trotzdem resistent gegenüber DPI sein, so wie in Szenario 1.

Du musst also irgendwie Hinkriegen, das es auf dem Weg von dir zum VPN nicht untersucht wird.
Nein, genau das muss er nicht tun. Wie gesagt, darum kümmert sich das VPN, mal von dem Fall abgesehen, dass der VPN bewusst eine transparente Verschlüsselung (Identitätsfunktion) verwendet oder dass das Krypto-Protokoll dermaßen veraltet ist, dass es geknackt werden kann.
 
Zurück
Oben