Lässt sich nicht vorhandene Moral beim Raubkopieren mit der Evolution erklären?


Bildquelle: , thx! (CC0 Public Domain)



Es ist längst zu einer Selbstverständlichkeit der Gesellschaft geworden, dass digitale Inhalte mehr geklaut als gekauft werden. Auch solche Slogans wie „Geiz ist geil“ tragen dazu bei, dass sich die breite Masse lieber am illegalen Angebot im Internet bedient als die Waren legal zu erstehen, egal ob es sich dabei um Filme, Musik, Computerspiele oder E-Books handelt, und obwohl die Industrie sehr wohl von Raub spricht – Unrechtsbewusstsein entwickelt dabei kaum einer. Diesem Phänomen ist der Neurowissenschaftler von der . Er fand Erstaunliches .



Zunächst untersuchte der Wissenschaftler an Probanden die Hinreaktionen auf bestimmte Aussagen über den Raub an physischen und digitalen Gütern. Robert S. Eres gelangte dabei zu folgendem Resultat: „Unser erstes Hirnexperiment hat gezeigt, dass das Gehirn von Menschen weit aktiver ist, wenn sie versuchen, sich nicht greifbare Dinge statt greifbarer Dinge vorzustellen. Digitale Güter sind für viele Menschen also abstrakte Dinge, die sie sich nur schwer vorstellen können.

Bei einem weiteren Test wurde die Hirnreaktion auf die Vorstellung analysiert, physische oder digitale Medien zu stehlen. Das Ergebnis auch hier: Jenes Hirnareal, das für moralisches Denken zuständig ist, wird beim Gedanken an den Diebstahl eines physischen Datenträgers aus einem Geschäft wesentlich aktiver als beim Gedanken an einen illegalen Download.

Fazit:

Dieses Experiment macht deutlich, dass die Evolution für eine Sensibilität für physische Güter sorgte. Eres: „Die Erkenntnisse der zwei Hirnexperimente zeigen, dass Menschen nicht greifbare und greifbare Objekte innerhalb ihrer Gehirne sehr unterschiedlich verarbeiten.“ Konkret fühle sich das Hirn beim Gedanken an den Diebstahl eines nicht greifbaren und dadurch schwer vorstellbaren Produkts weniger schuldig als beim Gedanken an einen physischen Diebstahl. Das sei angesichts der menschlichen Evolution auch logisch. Der Mensch habe immer mehr mit physischen Gütern als mit immateriellen Dingen zu tun gehabt, der Begriff des Besitzes ist eng mit der physischen Existenz eines Dinges verbunden. Die Folge: Menschen haben Schwierigkeiten dabei, sich beim Download physisch nicht existierender Dinge schuldig zu fühlen.

Die Forscher glauben, dass ihre Erkenntnis über das höhere Schuldbewusstsein beim Gedanken an physische Dinge auch eine Erklärung für andere moralisch-fragwürdige Verhaltensweisen im Netz sein könnte, weit über den Themenkomplex der Raubkopien hinaus. Beispielsweise führe jemanden online zu überwachen zu geringeren Schuldgefühlen, als in sein Haus einzubrechen oder jemanden in sozialen Medien zu beleidigen, könnte für das Gehirn ein geringeres Tabu sein, als eine Beleidigung im direkten Gespräch.




Autor: Antonia
 
Es geht vielmehr darum das man selber noch merkt das da trotzdem Arbeit und Nerven anderer drin stecken und das man das evtl nicht immer nur kostenlos in Anspruch nehmen kann ohne das damit evtl auch ein Schaden, wo auch immer, entsteht. Dazu solle man sich auch Gedanken zum Konsum dieser Medien im Allgemeinen machen. Wie viele haben 100 GB an Musik auf dem Rechner? Wie viel hört man davon überhaupt an? Wie viel ist einem die Musik, welche man von den 100 GB noch anhört, überhaupt noch wert?

da kommen wir der sache doch näher.. natürlich weiß jeder, dass da arbeit und nerven drinstecken, das stellt doch niemand in frage.. aber dass durch kostenloses nutzen ein "schaden" entsteht, lasse ich pauschal nicht gelten und das muss letztlich jeder mordkopierer mit seinem gewissen vereinbaren.. jeder nimmt ständig irgendwas kostenlos "in anspruch", wofür sich wer anders den arsch aufgerissen hat - schlag einfach ein beliebiges physik- oder mathebuch auf ;).. menschen erschaffen geistige werte, die ab dann jedem für immer zur verfügung stehen - und auf die wahnsinnige idee, die vergütung für diese arbeit in irgendein privatlizenzmodell zu pressen, ist man erst relativ spät gekommen, nämlich als manche den rachen nich voll genug bekommen konnten.. ich gehe einfach mal davon aus, dass newton, einstein & co. auf irgendeine weise für ihre werke entlohnt wurden, obwohl ich ihr geistiges "eigentum" kostenlos nutze, aber es ist nicht meine aufgabe, das sicherzustellen! das ist jedenfalls die "moralische" seite; wann im sinne des lizenzrechts ein schaden entsteht und wann nicht, haben wir ja bereits ausgiebig geklärt..

und zum thema mediensammlungen: sammeln ist nicht konsumieren, es ist nicht mehr so wie "früher" ;).. die 100GB sind ein völlig fiktiver wert - es würde auch keinen unterschied machen, wenn jemand alle MP3s der gesamten musikgeschichte auf dem rechner hätte.. ein wert für die person entsteht höchstens durch die nutzung, das meiste ist also nicht einmal seinen eigenen speicherplatz wert - und dabei reden wir ja noch nicht mal von irgendeinem "schaden".. dass heutzutage alles immer und überall verfügbar ist, ist ja kein verdienst (oder gar service) der urheber und es leuchtet mir überhaupt nicht ein, warum sie selbst dafür noch irgendwie geld abpressen und werte aus dem nichts schöpfen wollen :confused:..
 
Man sollte dabei nicht unterschlagen, dass wir ja schon eine Art Kulturflat haben. D.h. es ist immer noch illegal, aber wir bezahlen ja bereits dafür:



Inwieweit man sich schuldig fühlen muss, wenn man ja für etwas zahlt aber trotzdem angezählt wird, lass ich hier mal offen.
 
und zum thema mediensammlungen: sammeln ist nicht konsumieren, es ist nicht mehr so wie "früher" ;).. die 100GB sind ein völlig fiktiver wert - es würde auch keinen unterschied machen, wenn jemand alle MP3s der gesamten musikgeschichte auf dem rechner hätte.. ein wert für die person entsteht höchstens durch die nutzung, das meiste ist also nicht einmal seinen eigenen speicherplatz wert - und dabei reden wir ja noch nicht mal von irgendeinem "schaden".. dass heutzutage alles immer und überall verfügbar ist, ist ja kein verdienst (oder gar service) der urheber und es leuchtet mir überhaupt nicht ein, warum sie selbst dafür noch irgendwie geld abpressen und werte aus dem nichts schöpfen wollen :confused:..

Ich nutze seit geraumer Zeit Spotify. So viel Musik wie ich will. Reines Gewissen.
 
Man sollte dabei nicht unterschlagen, dass wir ja schon eine Art Kulturflat haben. D.h. es ist immer noch illegal, aber wir bezahlen ja bereits dafür:



Inwieweit man sich schuldig fühlen muss, wenn man ja für etwas zahlt aber trotzdem angezählt wird, lass ich hier mal offen.

da hast du aber was falsch verstanden. Wir zahlen da nicht für illegale Kopien:

"Die Pauschalabgabe ersetzt dabei die Bezahlung jeder einzeln erbrachten Leistung durch eine pauschale Abgeltung, allerdings ohne das Vervielfältigen, das Zugänglichmachen oder den Gebrauch der Güter in jedem Fall zu legalisieren. Vielmehr ist es eine Abgeltung für legale Privatkopien und legale Zugänglichmachungen, illegale Schwarzkopien sollen damit nicht abgegolten werden. "
 
Mir ist die offizielle Begründung durchaus bekannt. Nur weiß ich nicht, ob ich die schwachsinnig oder unverschämt finden soll.
 
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