Drogenpolitik

Nein, ich weiß schon, was passiert. Aber weshalb sollte es nutzbringend sein, ein Drogensubstituat einzusetzen? Das kann nur zustande kommen, wenn man aus sich heraus empfindungsunfähig wurde. Oder die Gelegenheit fehlt.
 
@joni:
So ein wenig glaube ich ja zu verstehen, was du meinst.
Zumindest ist das, was ich glaube zu verstehen, der Grund, warum ich zum Beispiel gerade solche Drogen wie HTC, die als Harmlos gelten, ganz besonders nicht Leiden mag.
Die unzähligen Konsumenten, mit denen ich darüber schon diskutiert habe, haben immer davon gesprochen, dass es sie runter holt oder es ihnen ein angenehmes Gefühl bereitet etc. Man kennt das ja.
Und mein Hauptgrund, neben den gesundheitlichen Sachen, das ganze nicht gut zu finden, liegt darin, dass ich es schlimm finde, positive Gefühle so regelmäßig auf "Knopfdruck" herbei zu rufen.
Im romantischen Sinn bedauere ich die meisten Kiffer, die ich kenne und die regelmäßig kiffen, weil sie diesen Rausch aus dem Besonderen ins Alltägliche holen und ihm damit das Besondere nehmen.
In einer funktionierenden Beziehung ist man auch nicht jeden Tag verliebt, man hat oft Tage, wo man nebeneinander lebt, man streitet sich, aber es gibt auch immer wieder Situationen, in denen man sich (neu) verliebt. Und das sind besondere Momente.
Sich jeden Abend die Rübe zuzudröhnen ist aus meiner Sicht daher langweilig, nichts besonderes mehr und daher abzulehnen, vor allem, wenn man die negativen Aspekte hinzu nimmt.

Ich denke, du wirst was ähnliches meinen, zumindest in Bezug auf den "Knopfdruck".

Aber du verkennst eben, dass der Rausch der Liebe oder eben des Glücks auch "nur" ein Rausch ist. Womit dein Beitrag um 1:26 Uhr keine Substanz mehr hat.
 
Ich möchte nicht so sehr auf den Rausch (der Verliebtheit) abheben, sondern auf das Glücklichsein. Das umfaßt viele Ebenen, wie Partnerschaft, Beruf, Familie, Gemeinschaft ... Ich bin nicht immer in 100%-Harmonie mit meinem Partner/meiner Partnerin, aber das ist das Leben und das ist mit Drogen nicht zu ändern. Mit Drogen wird nur der Anschein geändert, das Hirn wird auf Abwege geführt. Es ist so echt wie die Matrix.
 
, sondern auf das Glücklichsein. Das umfaßt viele Ebenen, wie Partnerschaft, Beruf, Familie, Gemeinschaft ...
Und eben auch mal die Losgelöstheit, ausgelöst durch was auch immer, zum Beispiel nen Fallschirmsprung oder nen Drogenrausch.
Alles Dinge, die man nicht haben muss, die man aber haben kann.
Der eine fühlt sich gut, weil er nen super Job hat. Der andere fühlt sich toll, weil er ne super Beziehung hat. Der Dritte fühlt sich gut, weil er ne super Beziehung und nen tollen Job hat. Der Dritte ist dadurch nicht glücklicher, da gibt es nichts abzugrenzen, es geht darum, sich gut zu fühlen.
Und wenn der Dritte, dem es gut geht, nach einem Drogenrausch immer noch gut geht und er sagt, der besagte Abend war ein guter Abend, dann ist das auch weiter so und die Einnahme der Droge ändert daran nichts.
Außerdem würde ich das was du meinst eher als Zufriedenheit bezeichnen. Glück ist tatsächlich eher ein Rauschzustand, den man nicht permanent haben kann. Wenn doch, dann fehlt zumindest mir dabei das Besondere.
Dann ist Glück was austauschbares.
Aber das war jetzt eher nebenher.


Ich bin nicht immer in 100%-Harmonie mit meinem Partner/meiner Partnerin, aber das ist das Leben und das ist mit Drogen nicht zu ändern. Mit Drogen wird nur der Anschein geändert, das Hirn wird auf Abwege geführt.
Ist das ganze Leben nicht nur ein Schein? Siehe Platons Höhlengleichnis? Und ähnliche philosophische Gedanken?
Gerade beim Glück, das ja nun mal objektiv nicht messbar ist, sollte man den Anschein nicht unterschätzen. Du kennst ja auch den Satz "Blind vor Liebe".
 
Nun, wenn ich meine Liebste anschaue oder mein Kind, dann bin ich glücklich. Dieses Gefühl kommt nicht nur vom Hirn, sondern aus Herz und Bauch, es ist ein vegetatives Gefühl. Und ich bin keineswegs ohne Drogenerfahrung unterwegs- das ist wirklich. Das Glücksgefühl von Endorphinen beim Joggen ist wirklich, ich kann das spüren- bei Heroin bin ich glücklich, und spüre nichts mehr. Den Unterschied macht der Verstand, der das Glück bewertet. Drogen lähmen den Verstand.
 
Ich habe immer noch Bauchschmerzen beim Gedanken einer Drogenfreigabe

Seit es sie gibt, nehmen die Menschen Drogen, und unsere nächsten Verwandten im Tierreich, die Affen, tun es auch.

Wenn Du jedes Mal davon Bauchweh bekommt, steht Dir eine lange Leidenszeit bevor
 
Ja, ebenso wie inspirierend, kommunikations- und kreativitätsfördernd, eröffnen einem neue Blickwinkel und Ansichten, Lebensweisen und mehr. Manche Drogen sind aber sicherlich auch so, dass sie kurz- oder langfristig, mehr oder weniger in bestimmten Bereichen, manche Menschen beeinträchtigen, teils mit Langzeitfolgen.

Auch würde ich keinesfalls sagen, dass nur Leute mit Problemen oder unglückliche Menschen Drogen nehmen. Also wirklich nicht. Natürlich gibts solche Leute auch und nicht zu knapp, aber so wenige andere sind das mal ganz sicher nicht.
 
Das kann ganz verschiedene Gründe haben. Kokain kann aus einem coolen Abend im Club mit Freunden eine legendäre Nacht machen, mit Bier wird ne gesellig Runde noch geselliger, zusammen einen rauchen und dann gemeinsam Lachkicks schieben ist auch nicht das schlechteste. Und so weiter und so fort.

In einem Satz:

Wenn Menschen ohne Drogenkonsum tüchtiger wären, hätte die Evolution das Drogenproblem längst gelöst.
 
Natürlich nicht, das wäre zu einfach. Aber wenn die Menschen zufrieden und glücklich mit ihrem Leben wären, bräuchten sie keine Drogen um ihr Hirn vor der Realität abzuschirmen.

vielleicht gehört das aber auch zur Natur mancher Menschen?
Vielleicht gibt es auch kranke Menschen die das brauchen weil sie ansonsten Psychopharmaka und/oder Schmerzmittel bräuchten?

Nein, dass nur unglückliche Menschen Drogen nehmen ist Schwachsinn. Das beruht auf deiner falschen Annahme, alle nehmen Drogen nur um glücklich zu sein.
Ob du deinen Frust hier abbaust, dir Abends ein Feierabendbier genehmigst, zur Entspannung einen Film schaust, oder dir zur Enstpannung Abends ne Tüte genehmigst ist egal.
Auf den verantwortungsvollen Umgang kommt es an.

Ich finde es, und genau das machst du, absolut das letzte einfach mal zu entscheiden, dass alle Menschen die Drogen nehmen per se krank sind, unglücklich, Defizite haben und nur ein Drogenfreies Leben richtig sein kann.

Nimmst du dich völlig aus?
Du hast keine Drogen?
Smartphone, zocken, Internet, Anerkennung?
 
Vor allem beruht es auf der Annahme es gäbe

a) eine Art absolutes Glück und
b) es gäbe nur eine Art von Glück

Falsch! Begründe das, wenn du kannst.



Nein, dass nur unglückliche Menschen Drogen nehmen ist Schwachsinn. Das beruht auf deiner falschen Annahme, alle nehmen Drogen nur um glücklich zu sein.
Kommt darauf an, welche Drogen. Heroin macht definitiv glücklich. Kiffen und Alkohol nicht, aber der Nutzer spürt sein Unglück nicht mehr, weil die bewertende Funktion des Verstandes lahm gelegt wurde.


Nimmst du dich völlig aus?
Du hast keine Drogen?
Smartphone, zocken, Internet, Anerkennung?
Wenn du noch das Lob meiner Kindergärtnerin dazuzählst, das ich nach dem Aufessen bekam.... wir wollen doch bitte nicht merkwürdig werden. Ich meine ausschließlich den vernunft-beeinträchtigenden Substanzmißbrauch. Bitte mach einen extra Thread für Zockerabhängigkeit, ein völlig unterbewertetes Thema.


Ich finde es, und genau das machst du, absolut das letzte einfach mal zu entscheiden, dass alle Menschen die Drogen nehmen per se krank sind, unglücklich, Defizite haben und nur ein Drogenfreies Leben richtig sein kann.
Das hab ich wo gesagt? Erfinde nicht solchen Quatsch, weil er dir in den Kram passt.
 
Ich sehe das genauso. Ich wohne in einer Ecke in der ein ganzer Arsch voll Akademiker wohnt, die wirklich solide im Leben stehen. Die haben Familie. Haus. Hof. Tiere. Fahren 1 bis 2 mal pro Jahr in den Urlaub. Treffen sich regelmäßig mit mir und der restlichen Nachbarschaft. Und haben im Vergleich zum restlichen Schnitt der Bevölkerung eine Spur weniger Sorgen und Probleme. Einfach schon durch die finanzielle Aufstellung. Und da sind alle möglichen Charaktere dabei. Unglücklich ist da keiner. Die sind alle echt gut drauf. Bis auf eben die üblichen Wehwehchen, die das Leben eben so ab und an parat hält.

Bei denen weiß ich, dass es da durchaus mal vorkommt, dass mal auf nen Samstag Abend im Garten ne Tüte rumgereicht wird. Nicht jedes Wochenende. Nicht jeden Monat. Und auch nicht regelmäßig. Aber es kommt vor. Und bei diesem "es kommt vor" bleibt es dann auch. Das kann man im Prinzip mit einem guten Rotwein vergleichen. Hier und da mal ein Glässchen sind kein Problem. Für niemanden. Jeden Tag eine Flasche zum Frühstück allerdings schon. Es geht hier um bewussten und insbesondere aufgeklärten Genuss. Und eben nicht um Missbrauch.

Deswegen habe ich zuvor auch das mit den Sozialarbeitern in den Raum gestellt. Bzw. aus Klipp und Klar aufgegriffen. Es gibt genügend Menschen, die aus irgendwelchen Gründen mal auf die schiefe Bahn geraten sind. Scheiß Elternhaus. Ungünstige Freunde bei leicht beeinflussbarer Persönlichkeit. Krankheit. Schicksalsschläge, die einen runter ziehen. Natürlich sollen die sich nicht einfach aus der Realität pumpen, um so zu tun, als wäre das Leben toll. Nur ist eben nicht jeder Mensch stark genug, sich alleine aus der Scheiße zu ziehen. Und eben da sind Sozialarbeiter, Streetworker und Psychologen genau richtig am Platz. Ich bin ziemlich davon überzeugt, dass jemand dem auf die Beine geholfen wurde, sowas durchaus bewusst und in gesunden Mengen bis gar nicht mehr konsumieren würde, als jemand, der in seinen Problemen gefangen ist.

Die Gelder die aktuell in die Verfolgung gersteckt werden, sind zu einem erschreckend großen Anteil verbrannt. Ich rede von denen, die aktuell sinnlos verfolgt werden. Wenn sich jemand von seinem Dealer 2 g Gras besorgt und aus irgendeinem Grund damit erwischt wird, dem wird das aktuell von der Polizei abgenommen. Darauf folgt der Drogentest. Dann geht´s zum Richter. Der schaut sich das an und lässt die Anklage fallen. Da kommen pro Fall schnell ein paar Hundert Euro zusammen. Geld das in andere Dinge hätte gesteckt werden können. Da wären wir wieder bei den Sozialarbeitern, die dafür sorgen können, Menschen auf den richtigen Weg zu bringen. Das Geld könnte für Kontrollen der Abgabe verwendet werden. Sodass eben keine gefährlichen Streckmittel mehr verwendet werden können. Das Geld könnte in den Jugendschutz gesteckt werden. Oder, oder, oder. Ich sage ja nicht, dass jetzt hier jeder anfangen soll, sich das Hirn weg zu kiffen. Der aktuelle Weg funktioniert aber nachweislich nicht.

PS: Mir ist eben noch was aufgefallen.

Vor allem beruht es auf der Annahme es gäbe

a) eine Art absolutes Glück und
b) es gäbe nur eine Art von Glück

Beides ist falsch.

Falsch! Begründe das, wenn du kannst.

Du weißt schon, dass "Falsch!" alleinstehend in den Raum geworfen auch irgendwie unbegründet ist?
 
Zuletzt bearbeitet:


Vor einer Begründung müßte er erst einmal bestimmen, auf was sich das "falsch" bezieht.

Je nachdem würde das unterschiedliche Dinge bedeuten:
Beruht es nicht auf der Annahme? Oder gibt es nur eine Art von Glück, welche darüber hinaus auch noch absolut ist?
 
Wie sollte jemand Ahnung von echtem Glück haben, der seinem eigenen chemisch aufhelfen muss? Da kommt nur das übliche Geschwafel der Kiffer, Säufer und Drücker zum Vorschein. Billige Entschuldigungen, leicht durchschaubare Rechtfertigungsversuche chronisch geschädigter Hirne. Nichts, was Ernst zu nehmen wäre.
 
Also, für mich klingt joni tief unglücklich.

Ein glücklicher Mensch hat es eigentlich nicht nötig, sein Glücksempfinden so künstlich über das anderer zu stellen.
Spielt da Neid auf wirklich oder vermeintlich glückliche Menschen eine Rolle?
 
Natürlich, so muss es wohl sein :D


Aber ein richtiges Argument ist das nicht.
 
Einmal angenommen es wäre so, dass nur unglückliche Menschen Drogen konsumieren würden. Und auch nochmal darauf beschränkt, dass es mir jetzt hier mal um verantwortungsvollen Genuss geht und keine Exzesse jedes Wochenende.
Mit welcher Begründung wollt ihr diesen Menschen verbieten eben jene Drogen zu konsumieren? Getreu dem Motto: Such dir gefälligst ne Familie und sei Glücklich, wie ich das auch gemacht habe? Irgendwie will mir eure Argumentation nicht ganz einleuchten.
 
Eure? Ich sehe hier nur einen, der normale Bürger ohne ernsthafte Gründe entmündigen will. Ich sehe das genau wie du. Leben und leben lassen.
 
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