[Diskussion] - billig vs teuer - Konsumverhalten in der heutigen Zeit

Mich wundert dass hier immer nur von Obst/Gemüse vom Bauern die Rede ist - bei Fleisch ist der Unterschied mindestens genau so groß.

Wir haben einen Bauer in der Nähe der am Hof schlachtet und zerlegt. Das Fleisch ist am Ende nichtmal viel teurer weil kein Zwischenhandel mitnascht :)
 
Mich wundert dass hier immer nur von Obst/Gemüse vom Bauern die Rede ist - bei Fleisch ist der Unterschied mindestens genau so groß.

Mir persönlich wäre grade bei Fleisch eine höhere Qualität und artgerechte Haltung der Tiere wichtig. Wenn ich mir aber so manche Doku über "Bio" Lebensmittel ansehe, bin ich mir nicht mehr sicher, ob das was ich mir unter Bio vorstelle, in Wirklichkeit überhaupt noch (finanziell rentabel) machbar ist. Bei den Massen an Fleisch die täglich konsumiert werden, muss man sich wahrscheinlich einfach eingestehen, dass die Tiere nicht "in einem Streichelzoo" aufwachsen können, oder sie der Bauer täglich auf der Weide freundlich begrüßt; Bio oder auch nicht. Wenn ich dafür nicht zu faul wär, würd ich mich sowieso nur vegan ernähren.

Ich tu mir grundsätzlich oft dabei schwer, abzuschätzen, ob etwas nur wegen dem tollen Namen teurer ist, oder wirklich höhere Qualität dahinter steckt. Letztens im Baumarkt die billigste Tacker-Maschine von LUX gekauft. Dachte mir, ich brauch das Ding eh nur alle heiligen Zeiten, da reicht der Billigsdorfer Tacker. Der war - keine Übertreibung - nach dem zweiten Einsatz kaputt und ich hab eigentlich nichts damit gemacht, ausser ein paar Schnüre an einem Holzbalken zu fixieren. Vor zwei Wochen dann wieder im Baumarkt und will mir einen neuen Tacker kaufen; nur welcher ist der Richtige? Obi hat . Wo beginnt hier die "Qualität"?

[img=right]https://www.picflash.org/img/2015/09/15/IMG_20150914_1727066394HH.jpg[/img]Ich bin grundlegend schon kein Mensch, der sich leicht von alten Dingen trennt und würde Dinge lieber reparieren lassen, als sie wegzuwerfen. Meine Hose hier ist eine der obgenannten Billig-Jeans von H & M. Ich trag sie seit etwa 6 Jahren ständig. Als ich sie gekauft hab, hatte sie noch keine Löcher, aber so lange sie weniger Löcher hat, als die neuen Hosen von H & M, trag ich sie weiter.

In diesem Sinne wollt ich auch meine Geschirrspüler reparieren lassen, als er vor dem Sommer eingegangen ist. Eigentlich gar nicht mein Geschirrspüler, sondern der war schon in der neuen Wohnung, als ich vor zwei Jahren eingezogen bin. Beim Installateur angerufen, ob er schnell vorbeikommt ihn reparieren; vielleicht ein wenig naiv von mir. Er meinte, er hätte in der nächsten Woche Zeit für eine "Besichtigung". Anfahrt kostet EUR 75,-- und der Kostenvoranschlag EUR 15,--, der wär dann aber gratis, wenn ich die Maschine reparieren lass. Also schon mal EUR 90,-- OHNE Reparatur. Natürlich hätt ich ihn lieber reparieren lassen, aber auf . Da muss ich nicht zweimal überlegen, ob ich jetzt 150 Euro für die Reparatur oder 50 Euro für einen neues, altes Gerät ausgebe.

Was Computer, Laptop oder Handy betrifft, kommt für mich eigentlich nur noch refurbished Ware ( ) in Frage. Hat man zwar ein gebrauchtes Gerät oder ein Vorjahres-Modell, trotzdem alles tip top gereinigt, ggF. repariert und meist zwei Jahre Garantie für einen Bruchteil des ursprünglichen Preises. Wir haben im Vorjahr für Freunde und Bekannte etwa 10 Lenovo Laptops für jeweils ca. 250 Euro aus der Konkursmasse einer pleitegegangenen Firma gekauft, SSD Platten und RAM eingebaut und bis heute kein einziges Problem damit gehabt. Gleichartige Rechner hätten neu mindestens doppelt so viel gekostet.

Ich bin generell ein großer Fan davon, Dinge, die man nicht täglich braucht, gemeinsam mit Freunden anzuschaffen. Ich habe eine Menge "Spielsachen", die ich verwenden kann, die hätte ich mir alleine (aus Geiz) einfach nie gekauft. Das sind so Sachen dabei wie "unsere" Xbox, die kleine Siebdruck-Werkstatt, Turntables, Beamer alle möglichem Midi Controller, usw. Mit einigen Leuten mach ich das seit beinahe zehn Jahren und es gab noch keinen einzigen Streit wegen einer unserer gemeinsamen Anschaffungen (klopfe auf Holz).
Kollegen von mir, die in der Stadt leben und zur Arbeit mit der Straßenbahn fahren, haben sich ihre Autos gemeinsam gekauft. Die erste Runde hat das vor etwa zwei Jahren gemacht und ich hätte auch noch von keinen Problemen gehört. Die haben einen gemeinsamen "Google"-Kalender und dort tragt man sich ein. Erhaltungskosten werden geviertelt, jeder tankt was er verfährt und für Unfälle gibt es eine Vollkasko Versicherung. Natürlich gilt bei solchen Sachen immer Fair-Use und man muss sich die Leute, mit denen man soetwas macht, gut aussuchen.

Mir kommt vor, das "Sharing" trifft den momentanen Zeitgeist und viele Leute sind dafür aufgeschlossen. In Zeiten, wo die Ausbildung immer länger dauert und viele Leute mit 30 noch immer ein Einstiegsgehalt verdienen, können sich viele einfach nicht alles leisten, was in der Glotze angeboten wird und möchten es trotzdem haben. Die Generation unserer Eltern hat dafür noch fette Kredite von der Bank bekommen, das haben wir "leider" auch nicht mehr. Somit bleibt eigentlich nicht viel übrig außer zu teilen oder zu verzichten.

Für die böse Wirtschaftskrise halt eigentlich ein ziemliches Problem. Politiker möchten so gerne die Wirtschaft ankurbeln, aber dem wird halt genau durch sparen, reparieren, teilen und langfristiges Investieren in Qualitätsprodukte entgegengewirkt. Als gute Staatsbürger sollten wir eigentlich nur noch auf Wegwerfprodukte und setzen ;P
 
Obi hat . Wo beginnt hier die "Qualität"?

Bei Produkten mit einer großen Angebotsvielfalt ist das oft wirklich verdammt intransparent, vor allem weiil hier Ausnahmen manchmal die Regel bestätigen, dass billig und gut sich ausschließen. In der heutigen Zeit sind die möglichen Produktions- und Vertriebswege verwirrend und es ist immer mal ein Beispielexemplar dabei, das trotz aberwitzigem Preis eine annehmare Qualität bietet (unter 15 Tackern und einer Spanne zwischen 15 und 140 Euro halte ich das sogar für sehr wahrscheinlich). Da hilft eigentlich nur gezieltes und selektives Rezensionenlesen und die voraussichtliche Verwendungsdauer, die durchschnittlichen Erfahrungswerte sowie den geplanten V-Zweck mit dem Preis abzustimmen. Ansonsten lässt sich m.E. überhaupt keine rationale Entscheidung treffen, welches Produkt man nehmen soll.
 
Also ich kauf meine Klamotten meist beim C&A :D Warum? Weil das der einzige Laden ist, wo ich in ne Hose reinschlüpf und die passt halt. (die älteste ist übrigens 15 Jahre alt). Hab das mal wahlweise mit Levis und co versucht, aber das passt einfach nicht.
Schuhe vom Deichmann und die halten auch paar Jahre (ich hab keine 200 Schuhe rumliegen, wozu auch? Turnschuhe, leichte, feste, Stiefel, Sommer, langt...).
Waschmaschine ist von Gorenje, nach letztem Markenkram, der exakt nach 2,5 Jahren kaputt war. Wenn die für 300€ 5 Jahre hält, passts.
Sony ist auch kein Geld mehr wert, 3 Jahre und futsch (Ersatzteil ist nagelneu und nach 4 Monaten hakt schon das Umschalten :rolleyes: ), in Zukunft wirds halt Samsung.

Wo ich nicht spare, ist das essen.
Gemüse, Obst ohne Folienzeugs vom Markt z.B oder ausm Bioladen, ebenso wie mein "Anti-Fleisch"Zeugs (sprich ich esse keine Tierprodukte), das kriegste ja nicht woanders und son Analogkäse fürn Verbraucher, der das absichtlich haben will, ist das schweineteuer :p
Ansonsten Handelseigenmarken, so gut wie geht, finde die zum Teil besser außer Zewa, das ist bombe :D

Der Kater mag zum Glück am liebsten die Eigenmarke vom Rossmann, der is ein richtiger Bauernhofkater, dem kannste nicht mit "Hühnchen in Dillspitzen mit Rahmsoße" ankommen, ist jetzt übrigens 21 geworden, mit Whiskas und dem andern Getreidekram wäre er vermutlich nur 10 geworden.

So genug Werbung für heute :o

P.S
Wer glaubt, dass Marken bessere Qualität haben, hat den Schuss nicht gehört. Egal ob Kik oder Adidas, die bauen alle in Billigländern, wie wir ja wissen, nur ist die Gewinnspanne beim teuren halt höher. Siehe apple, Schrottware für Luxuspreis, isses halt nicht wert :unknown:
 
Kommt immer drauf an um was es geht.

Klamotten gerne günstig, so Richtung Decathlon / C&A und auch ggf. Kik, habe ich jetzt nicht so das Problem mit. Schuhe idR Markenschuhe, da sehr breite Füße, entweder ich kann vorne noch 3 Ladungen Socken reinstopfen oder ich habe das Gefühl ich stecke mit meinem Fuß in einer fiesen Müllpresse. Allerdings bin ich auch kein Schuhfetischist - mir reichen tatsächlich Hausschlappen, meine knöchelhohen Nikes, 0815 Turnschuhe und Slipper. Btw.: Größe 41, 43, 44 und 42 :) auf gut Glück im Netz bestellen geht da leider gar nicht. Allgemein habe ich aber keine hohen Ansprüche an meine Klamotten. Am liebsten clean, ohne nervigen Aufdruck oder ohne Litfaßsäule für eine Firma laufen. Kein Vintage/Retro Kram. Halt normale Jeans mit 2 Arschtaschen und 2 Seitentaschen, dann bin ich glücklich :D

Elektronikkram sieht schon anders aus. Da lege ich schon Wert auf Qualität und entsprechende Garantiezeit, auch wenn es ein paar Euro mehr kostet - ist allerdings auch was, das täglich mehrere Stunden genutzt wird und hat eher potential meine Bude in Brand zu setzen als es ein T-Shirt könnte ;) Primär bezieht sich das auf Küchengeräte (gerade mit den 10€ Geräten die nach wenigen Monaten oder bei etwas mehr Arbeit den Geist aufgeben rentiert es sich einfach wenn man 1x was 'ordentliches' kauft - Mixer, Pürierstab, etc.) und auf Hardware (PC/Laptop) sowie ggf. Unterhaltungselektronik. Bei meinem TV lege ich da z.B. nicht so wert drauf, solange das günstige Medion Gerät (war ein Geschenk) läuft, kommt da auch nichts neues - TV ist mir einfach nicht wichtig, daher sehe ich da auch keinen Bedarf 800€ in ein neues Gerät zu investieren. DVD-Player/BluRay ist eh uninteressant geworden, eine Konsole besitze ich nicht. Wobei ich allgemein schon auf das PLV achte. Meine Waschmaschine (gab's von den Eltern zum Umzug) ist von Bauknecht, über 5 Jahre, läuft immer noch. Der Trockner ist aus einer Haushaltsauflösung, von Miele, paar Jährchen auf dem Buckel, läuft immer noch einwandfrei.

Möbel ... schwer. Ich kenn im Grunde beide Seiten - Poco / Roller / etc. Presspappe, Ikea Mittelmaß und Vollholz. Letzteres ist schon sehr sexy, aber auch verdammt teuer. Hatten letztes Jahr meine Oma ausgerüstet sie einen Tapetenwechsel brauchte nach Umzug und neuem Witwenstatus. Wahnsinn was das so kostet, aber Hui, da sieht, fühlt und hebt ;) man auch das es was anderes ist. Ist nicht so wie beim Presspappen Kram wo du den Schrank praktisch alleine tragen kannst (wenn er nicht so sperrig wäre) weils nix wiegt. Allerdings habe ich echt andere Prioritäten (neuer Technikspielkram!) als neue Möbel. Schlafzimmer ist z.B. bunt zusammengewürfelt aus meinem alten Jugendzimmer, IKEA Bett, Kommode vom Norma und 2 noch mal andersfarbigen Nachtschränkchen. Da passt farblich und vom Holz her gar nix zusammen, aber es erfüllt seinen Zweck. Büro ist von meinem Freund ein komplettes IKEA Sytem, paar Jahre alt, bisschen verrockt mittlerweile was die Arbeitsfläche angeht, aber das werden wir wohl auch in 5 Jahren noch weiter nutzen. Warum auch nicht. Wohnzimmer ist 'ne alte schwarze Ledercouch meiner Eltern, paar Billy Regale, Ikea TV Bank und 'n Glastisch (nie wieder!) - klar. Neue Couch wäre schon cool. Wenn ich mir aber so die Preise angucke für Modelle die mir gefallen ... och nö. Muss nicht sein ;)

Hrr und Nahrung .. gut, als nicht Vegetarierer ... sagen wir so. Ich kaufe kein abgepacktes Discounterzeug. Idealerweise besorge ich Fleisch auf dem Wochenmarkt oder beim Metzger, primär aber in der Metro beim Großeinkauf. Obst und Gemüse gerne mal beim Türken, die haben eine gute Qualität, Bio ist aber was anderes. Teuer ist hier für mich aber gerade der Fertigkram - Fertig TK Gerichte, Maggi & Co Fix Tütchen etc. - kommt mir eigentlich nicht ins Haus. Geht selbst günstiger (wenn eine gewisse Basis vorhanden ist) und leckerer.

Haustiere sind nicht vorhanden. Was gibt's sonst noch so? Sky nutze ich lieber den SkyGo Zugang für die paar mal Fußball hier gucken als das ich mir das Abo selber anschaffe.

Sharing wäre btw. gar nichts für mich, muss ich ehrlich sagen - da bin ich zu eigen für.

lg,
 
Lebensmittel... Ja, da greife ich eigentlich schon sehr gerne zu den (zugegebenermaßen teureren) Fertigprodukten, weil ich zwar durchaus kochen kann, ich oft aber einfach keine Zeit und Lust dazu habe ;)
Dabei spielt es keine Rolle, ob das nun aus dem Supermarkt oder Billig-Discounter kommt, ich hole das, was mir schmeckt.

Bei Kleidung oder Möbeln sieht das schon anders aus. Da setze ich schon eher auf Qualität, einfach weil ich das Zeug schon gerne länger als ein halbes Jahr behalten möchte. Klar, hab auch schon mal einen kleinen Billig-Beistelltisch bei SB Möbel Boss gekauft und da der jetzt nicht übermäßig belastet wird, hält der auch schon seit gut 5 Jahren. Aber normalerweise gehe ich schon eher in ein "richtiges" Möbelgeschäft, wenn ich mal was Neues benötige. Und Kleidung/Schuhe sollten einfach hochwertig sein. Da spielt es für mich auch keine Rolle, welche Marke das ist. Aber so Sachen von KiK & Co taugen einfach nix.
 
Leider basiert unser wirtschaftliches System auf ständigem Konsum - das führt ja zwangsweise zu einem Massenkonsum...

Die Entwicklung ist eher traurig und erschreckend. Ein Umdenken ist einfach auch kaum zu erwarten - leider. Die Einstellung billig/günstig zu kaufen ist für viele aufgrund ihres Gehalts gegeben.

Nicht verstehen kann ich Vielverdiener die ein großzügiges Gehalt bekommen und nicht mit gutem Beispiel voran gehen.

Letztendlich basiert der Wohlstand unserer Gesellschaft auf der Ausbeutung und dem Leid anderer Gesellschaften. Unser System ist viele Jahre unkontrolliert in eine Richtung gedrifted die nun nicht mehr oder nur schwer zu stoppen ist.

Es wär großartig wenn wir Produkte die wir benötigen wieder vollständig aus der EU beziehen könnten zu fairen Preisen.

Billige Produkte zu kaufen hab ich aufgegeben. Firmen wie Primark, H&M und den anderen Pappenheimern boykotiere ich...in Stuttgart hat man extra ein Kaufhaus für Müllfirmen gekauft - traurig.

@BurnerR - Welche Fairtradetextilien kaufst du den? Kannst du da etwas empfehlen? Bin auch umgestiegen auf junge Labels und Startups.

Bei Möbeln bin ich kreativ geworden und mag zeitlose Designs und ganz wichtig...purismus...das macht frei und befreit von Schrott und Krempel...aus Weinkisten, schöne alte Weinkisten - sind tolle stylische Wandregale geworden - für Schnapps und Wein...vieles lässt sich einfach entfremden...

Für Nahrungsmittel gilt - DoItYourself - Kaufe und Koche intelligent. Vorkochen, einkochen, einfrieren...regional, nachhaltig und wenn möglich vom Erzeuger...mich nervt extrem das nur MonsterXXLGiantXtraPacks günstig sind und kleine Mengen die man wegkochen kann genausoviel kosten. Das gehört mmn verboten. Ein Essensplan hilft auch dabei und Einkaufszettel schreiben...bei Fleisch schau ich immer in unser Dorfblatt was die hiesigen Metzger in der Woche im Angebot anbieten...das ist sehr gute Qualität zum fairen Preis...Gulasch gem. 100g für 90 Cent...wenn ich mit das nicht Wert bin?!

Das einzige mit dem ich mir schwer tu sind Elektrogeräte...ein Saubsauer geht vielleicht noch...aber bei TV, PC und Mobilfunk sind die Preisspannen enorm und die Qualität naja...

Nicht jeder "Fortschritt" der letzten Jahre ist ein "Fortschritt"...im Gegenteil der "Fortschritt" ist eher dank "billig" keiner echter...und echte Innovationen - fehlanzeige!

Letztendlich sind es wir...und die Gesellschaft ist der Markt...Ehrlichkeit zu sich selbst, das Handeln überdenken und vielleicht geht es uns in Deutschland auch einfach nur zu gut...
 
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