Ubuntu - OS von SSD auf HDD

p3Eq

zu nichts zu gebrauchen
Registriert
15 Juli 2013
Beiträge
358
Hallo zusammen,

ich habe bisher noch nicht viel Erfahrung mit Linux gesammelt, sondern nutze es erst seit ein paar Wochen. Bei der Installation habe ich das Betriebssystem auf meine 32 GB SSD installiert, doch bin ich nun an den Grenzen der SSD angekommen und möchte nun doch lieber meine HDD für das OS benutzen. (Oder gibt es andere Wege, den Speicher der HDD für Programme und Daten zu nutzen?)

Nun frage ich mich, ob es ggf. Tools gibt, die es mir möglichst einfach ermöglichen, die HDD zu meiner Boot-Partition zu machen.

Kann mir da jemand weiterhelfen?

Lg
 
Nun, das System kannst du doch auf der SSD lassen. Soooo groß wird Linux nicht. Dann bindest du die HDD einfach ein und packst dort die Daten drauf.
 
Auch wenn es nicht unbedingt die Antwort auf deine Frage ist, würd ich Beezie zustimmen und das OS auf der SSD lassen und grosse Daten (Videos, Isos, Backups) auf die HDD legen. Du hast dadurch ziemlich sicher weitaus kuerzere Boot-Zeiten. Waehrend zwar das laufende Betriebssystem dadurch nicht unbedingt viel schneller sein wird, hast du einfach weniger Wartezeit wenn du OpenOffice oder aehnliche, groessere Anwendungen startest.

Je nach Anwendungsgebiet macht es auch oft Sinn, Dateien mit denen man gerade Arbeitet von der HDD auf die SSD zu kopieren. Das macht imho vor Allem Sinn wenn du zB Source Codes kompilierst oder irgendwelche Dinge machst, bei denen viele Lese/Schreibe Operationen notwendig sind.

Um Platz auf deiner SSD zu sparen, kannst du (abhaengig von deiner Distribution) zB Apt Cache leeren oder und am urspruenglichen Ort dafuer einen Mountpunkt anlegen. Hier sind .

Wenn du dennoch das OS von SSD auf HDD verschieben moechtest, wuerd ich einem Linux-Einsteiger eher eine Neuinstallation empfehlen. Mach einfach Backups von /home, /var und /etc. Ausserdem speichere dir eine Liste der installierten Pakte. Wenn du z. B. ein apt-basierendes System hast, kannst du installierte Pakete mit "dpkg --get-selections > installierte_pakete.txt" backuppen und nach der Neuinstallation mit "dpkg --set-selections < installierte_pakete.txt" wieder einspielen.

Nachdem du das OS neu installiert hast, kopierst du die Ordner einfach wieder zurueck und installierst die alten Pakete von deiner Paket-Liste. Das geht recht schnell und weitaus komfortabler, als man sich soetewas in der Windows Welt vorstellen würde.
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #4
Danke für die Antworten! Das /home- und /var-Verzeichnis verschieben hört sich schon recht gut an, denke ich. Werde das mal durchführen und schauen, wie es sich dann mit dem Speicherplatz verhält :)
 
Ist schon irgendwie witzig. Früher wurde bei einer Linuxinstallation standardmäßig immer empfohlen, die Userdaten, also "home", auf eine eigene Partition auszulagern. Kann ja dann auch eine eigene Platte sein. Früher war es auch irgendwie leichter, Verzeichnisse als Platzverschwender zu identifizieren und auch auszulagern. Ich habe neulich wieder erleben dürfen, wie unterschiedlich das von Distributionen gehandhabt wird. Beispiel ist das Verzeichnis "srv". Man könnte erwarten, dass hier standardmäßig alle Server installiert werden. Nunja, weit gefehlt. Ich hasse z.B. Ubuntu. OK, Ubuntu ist alles, nur kein Server OS. Aber das Teil war schon vorinstalliert.

Hilft nur, bereits während der Installation die Verwaltung der Festplatten selbst zu übernehmen und rigoros alles dorthin zu verschieben, wo es Sinn macht.
 
Früher war es auch irgendwie leichter, Verzeichnisse als Platzverschwender zu identifizieren und auch auszulagern.

Die Befehle (du, df usw.) gab es damals schon genauso wie heute. Genauso wie Programme wie filelight das das auch noch grafisch anzeigen. Also das hat sich imho nichts geändert.

---

Anstelle /home auf einer anderen Platte auszulagern könnte man auch die HDD einfach im Homeverzeichnis auf der SSD mounten. So gibt es bei mir z. B. das Verzeichnis /home/mathmos/Datengrab über das ich die normale Linux-HDD nutzen kann während /home immer noch auf der Linux-SSD läuft.
 
Linux inkl. Programme braucht eigentlich relativ wenig Speicher. Eine 32GB-Festplatte kriegst du damit nicht mal bis zur Hälfte voll.

/home kannst du auf eine andere Platte schieben. /var würde ich nicht mal als notwendig ansehen. Und sinnvoll ist es natürlich auch, temporäre Installationspakete von Zeit zu Zeit zu löschen.


Bei /home hätte ich noch einen zusätzlichen Tipp. In /home/$dein_user/ stehen natürlich auch die Einstellungen für Deine Programme. Die von einer SSD auf eine HDD auszulagern, kann eine Verlangsamung herbeiführen. Beispiele wären dafür der Firefox-Cache, oder wenn die HDD nach einiger Zeit Inaktivität in den Standby geschickt wird. Ich hab deswegen in meinem Home:

/home/$mein_user/ <-- SSD
/home/$mein_user/Daten <- HDD

Auf der Daten-Partition sind dann die Downloads, Bilder, Filme, usw. - also das ganze Zeug, was keinen schnellen Zugriff braucht und viel Speicherplatz benötigt.
 
Da hab ich mich wohl ein wenig widersprüchlich ausgedrückt. Die Tools gibts natürlich, sollte man auch ab und zu mal benutzen.

Was ich meinte war, früher haben Programme, die über Paketmanager installiert wurden, z.B. unter /opt gelegen. Heute liegen die überall verteilt.
 
Das muss aber vor ewigen Zeiten gewesen sein. Das Verzeichnis /opt kenne ich eigentlich nur als Ort andem an Programme die an der Paketverwaltung vorbei installiert wurden liegen und die teilweise Ihre eigenen Bibliotheken mitbringen.
 

Unter Opt liegt eigentlich nur was nicht in die Verzeichnis Struktur von *Beliebige vernünftige disi einfügen* passt.
Also hauptsächlich proprietäre Software


edit:
zu langsam …
 
Zuletzt bearbeitet:
Anstelle /home auf einer anderen Platte auszulagern könnte man auch die HDD einfach im Homeverzeichnis auf der SSD mounten. So gibt es bei mir z. B. das Verzeichnis /home/mathmos/Datengrab über das ich die normale Linux-HDD nutzen kann während /home immer noch auf der Linux-SSD läuft.

Guter Tipp. Ich werfe hier noch mount --bind in die Runde, mit dem man auch bestehende Verzeichnisse in ein anderes Verzeichnis mounten kann. So könnte man für jeden User auf der Daten-HDD die Ordner für Musik, Downloads, Videos und Bilder auslagern.

Und ja, /opt war eigentlich schon immer für Bastelkrams aka Programme, die sich nicht in den Paketmanager getraut haben :D
 
Mit in paketmanager oder nicht hat das gar nicht mal was zu tun, aber z.B. die Unreal engine passt einfach nicht in die Linux Verzeichnisstruktur, also wenne n package von nem spiel mit der engine machst kommt das einfach in /opt
 
Oder du liest einfach meine Antwort von gestern und die verlinkten Texte dazu nocheinmal genau durch ;P

Nö, bin ja nicht der TS. Außerdem sind deine Tipps nutzlos, wenn die verlinkten Seiten mal offline gehen :-*

BTT: Kompression und Deduplikation bei btrfs könnte auch noch was bringen. Natürlich muss dafür btrfs auch genutzt werden.
 
  • Thread Starter Thread Starter
  • #17
Hey,

danke nochmal für die zahlreichen Antworten!

Ich habe jetzt die Verzeichnisse /home, /var und /etc auf die HDD geschoben. Das System ist ein wenig langsamer, aber alles im Rahmen. Nun habe ich jedoch festgestellt, dass ich eine Fehlermeldung vom Ubuntu Updater besser hätte lesen sollen, denn dort wurde gesagt, meine /boot-Partition ist zu klein; meine SSD war noch lange nicht voll, wie ich jetzt nun auch feststelle. Diese Schritte waren also möglicherweise umsonst.

Das Problem ist nun: Wie kann ich für mehr Speicher auf /boot sorgen? Das Aufräumen über apt-get clean hat nicht viel gebracht, für ein Update reicht der Speicher immer noch nicht...

Lg
 
/etc kannst und solltest du auf der SSD lassen. Denn /etc beinhaltet (nur) Konfigurationsdateien.

  • /etc ist nicht wirklich groß.
  • Es sind viele kleine Dateien, die immer gelesen werden - also der ideale Anwendungsfall für eine SSD.
  • Sofern die HDD mal in den Schlaf geschickt werden sollte, würde die eigentlich diesen Standby-Modus nie erreichen.

Ich weiß nicht, ob du Steam verwendest und ob man die Installationen von Steam irgendwie auslagern kann. Falls nicht, reicht Deine 32-GB-SSD dicke für das System. Von daher:

  • Gesamtes System inkl. /var, /usr/, /home auf die SSD
  • /home/$dein_user/daten für Dokumente, Filme, MP3 auf die HDD
 
Wie groß ist denn /boot?

Du solltest .

Ich würde übrigens, wie oben angemerkt, ein Verschieben des kompletten Home-Ordners auf die HDD nicht empfehlen, sondern lieber die einzelnen Unterordner Musik, Videos, Dokumente etc. mittels mount --bind auslagern. In deinem Benutzerordner sind nämlich noch die Dotfiles, die auf einer SSD natürlich ein schnelleres Starten der Desktopumgebungen ermöglichen. Auch /etc solltest Du auf der SSD belassen, da sind nur (kleine) Konfigurationsdateien drin.

Mit dem Kommando df -h kannst du die Größe und die Belegung der jeweiligen Laufwerke anzeigen lassen.

EDIT: zeitliche Überschneidung mit musv. Zu Steam: Du kannst den Bibliotheksordner in den Steam-Optionen unter "Downloads" verschieben bzw zusätzliche Ordner anlegen.
 
Was das allgemeine Verschieben des Steamverzeichnisses betrifft, möchte ich noch kurz aber deutlich auf hinweisen. Vorher also unbedingt darauf achten dass die aktuelle Version installiert ist.
 
Zurück
Oben