Israel

Übrigens hat jetzt auch Frankreich, genau wie Schweden Palästina anerkannt. Mit dem Unterschied, dass es in Frankreich erst symbolisch und ohne Folgen sind.

Frankreich gibt Israel noch zwei Jahre Zeit und wenn sich in Sachen Frieden nichts ändert, wird Palästina von Frankreich endgültig anerkannt.

Ich hoffe der Rest in Europa, folgt diesen Beispielen. Es passiert genau das, was ich in diesem Thread schon vorhergesagt habe.

Die internationale Gemeinschaft wird das gebaren von Israel nicht mehr lange tolerieren. Sehr gut!

Schweden scheint in Europa eine Kettenreaktion ausgelöst zu haben.
 
Frankreich gibt Israel noch zwei Jahre Zeit und wenn sich in Sachen Frieden nichts ändert, wird Palästina von Frankreich endgültig anerkannt.


Im Grunde genommen sagen sie den Palästinensern damit "Macht einfach noch zwei Jahre so weiter, lehnt alles ab was euch so vorgeschlagen wird, wir erkennen euren Staat eh an!" Diese zwei Jahre hätte man sich dann finde ich auch sparen können.
 
Ich sehe das anders. Frankreich symbolisiert, dass jetzt Israel am Zug ist, etwas zu tun. Sie haben jahrelang rumgelabert und nichts passiert. Israel hat nun mal die Herrschaft über das Gebiet und nicht die Palästinenser.

Sogar Angela Merkel meinte, Netanyahu hätte nichts für den Frieden getan. Das ist schon heftige Kritik und das von einer deutschen Bundeskanzlerin. Also brennt dort ordentlich was und Obama ist auch stinksauer auf Netanyahu.

Die Anerkennung ist ein Mittel, um Israel mal wachzurütteln und zu zeigen, dass da mehr Initiative kommen muss und eine klare Positionierung, das man mit dem was Israel veranstaltet unzufrieden ist.

Es wird nicht Palästinensern gesagt, dass sie zwei Jahre machen können, was sie wollen, es wird Israel gesagt, dass Frankreich nur noch zwei Jahre toleriert, dass Israel macht was es will, ohne Rücksicht auf die Unterdrückten Palästinenser zu zeigen
 
Dann können jetzt eben Palästinenser und Israelis zwei Jahre lang machen was sie wollen. Für Israel gibt es doch genauso wenig einen Grund auf die Palästinenser zuzugehen und denen was auch immer für Vorschläge zu machen, wenn für Frankreich doch angeblich eh schon alle geritzt ist und man nur noch ein bisschen die Uhr laufen lässt. An der tatsächlichen Konfliktsituation zwischen Palästinensern und Israelis wird das glaube ich nichts ändern. Ich sehe jedenfalls nicht wie.
 
Frankreich gibt ja noch eine Chance, dass sich Israel ändert. Verstehe nicht, warum das ein Ansporn sein soll, weiterhin Chaos zu stiften.

Wenn es in Israel vernunftbegabte Politiker gibt, dann muss doch spätestens jetzt mal eine Alarmglocke angehen, dass sie ihren "Approach" mal überdenken.

Im Endeffekt schaden sie sich nur selbst und ihrem Ruf, wenn sie jetzt zwei Jahre weiterhin mit dem Kopf durch die Wand gehen. Israel kann es ja noch abwenden.
 
Und was passiert wenn Israel diese "Chance", die Frankreich ihnen gibt, nicht nutzt? Der israelischen Regierung scheint ihr internationaler Ruf nicht besonders wichtig zu sein und abgesehen davon sehe ich Frankreich nicht mit ihrer Flotte vor der Küste Israels aufkreuzen. Vielleicht bin ich auch blind, aber außer einer "offiziellen Anerkennung des Staates Palästina durch Frankreich, trärää! trärää!", sehe ich da einfach nichts was Israel dazu motivieren könnte auf die Palästinenser zuzugehen und deren Situation zu verbessern.
 
Es muss ja nicht immer Krieg sein. Ich erwarte ja auch nicht, dass Frankreich jetzt gegen Israel Krieg führt(um Gottes willen), aber wenn Europa sich politisch so positioniert, dass Israel im Unrecht ist, hilft das den Palästinenser was Public Relations angeht und die ist sehr wichtig.

Sonst gäbe es in Israel keine Hasbara, die Propaganda im Ausland für Israel betreibt. Die Meinung in der Öffentlichkeit ist sehr wichtig, auch für die Zukunft Israels.

Warum sonst versuchen sie Israelkritiker mundtot zu machen? Warum sonst ist in den USA die größte Lobby eine israelische?

Damit man Kriege gegen Palästinenser rechtfertigen kann, muss man zu den Good Guys gehören und dazu ist die öffentliche Meinung und Propaganda wichtig.

Man überlegt z.B. in Europa dann zu kennzeichnen, aus welchen Siedlungsgebieten, bestimmte Produkte aus Israel kommen. Damit man das boykottieren kann etc.

Außerdem ist Israel wie jedes andere Land auf der Welt in einer globalisierten Umwelt und von den Nachbarn und vom Handel abhängig. Vielleicht gibt es irgendwann Sanktionen etc. die dann einen Einfluss auf Israels Politik haben.

Deswegen ist ja auch Israel komplett sauer gewesen, als Schweden Palästina anerkannt hat. Das hat massive Folgen für Israel. Auf längere Sicht.

Israels Daseinsberechtigung basiert doch nur darauf, dass sie die Demokratie im Nahen Osten sind und wenn dieses Bild erstmal ins Wanken gerät.
 
Die unbedingte Unterstützung für Israel in der westlichen Welt bröckelt, und nicht nur in Europa. Auch die USA haben zunehmend immer weniger Interesse an Israel. Die israelische Wirtschaft ist höchstgradig globalisiert, insofern kann es sich Israel nicht leisten sich aus Trotz gegen alle zu stellen die es kritisieren. Noch dominieren in Israel leider die Scharfmacher, z.B.: Rede des israelischen UN-Botschafters (war Nero da der Ghostwriter? :D )
Die junge Generation dort hinterfragt aber zunehmend den Kurs ihrer Regierung, insofern besteht ganz zarte Hoffnung darauf dass es mittelfristig einen Kurswechsel geben könnte.
 
Man überlegt z.B. in Europa dann zu kennzeichnen, aus welchen Siedlungsgebieten, bestimmte Produkte aus Israel kommen. Damit man das boykottieren kann etc.

Die Frage ist natürlich, wem ein Boykott wirklich schadet, wenn man sich anschaut, dass fast 5 % der arbeitenden palästinensischen Bevölkerung der West Bank in israelischen Siedlungen arbeitet (Zahlen von und ). Im Durchschnitt erhalten Palästinenser, die in israelischen Siedlungen arbeiten, übrigens doppelt so viel Gehalt im Vergleich zu Arbeitsplätzen, die nicht in Siedlungen sind (von ).

Abgesehen von den historischen Flashbacks, die einem bei Boykottaufrufen unvermeidlich aufkommen, tut sich mir da doch eine Frage auf: Wen unterstütze ich denn dann nun, wenn ich Produkte aus Siedlungen kaufe, in denen besonders viele Palästinenser arbeiten? Israelis? Palästinenser? Beide? Gar keinen?
 
Und warum ist die Bezahlung in den Nicht-Siedlungsgebieten schlechter, weil die Wirtschaft durch die Abschneidung zerstört wird. Boykottiert man die Siedlungen, werden bestimmt auch Palästinenser darunter leiden, aber dieses Übel muss man in Kauf nehmen, damit die Wirtschaft in Palästina besser wird und alle Palästinenser davon profitieren und nicht nur diejenigen, die in den Siedlungen arbeiten.

Das ist ja wohl eher ein Argument, die Siedlungen erst Recht zu kritisieren und boykottieren.
 
Also sind gut bezahlte Arbeitsplätze mit höheren arbeitsrechtlichen Anforderungen schlecht und das Gegenteil ist gut? Meinst du, man muss die Arbeiter dazu zwingen, die höheren Löhne anzunehmen?
 
Nein problem ist, dass man in den Siedlungsgebieten gut bezahlt und dafür sorgt, dass in den übrigen Palästinensergebieten eben das nicht wirklich möglich ist. Zwingt die Palästinenser also in eine Pseudoabhängigkeit. Das mag für den einzelnen gut sein, für die mehrheit aber sicherlich nicht.
 
Wie funktioniert das denn mit der Abhängigkeit? Alles, was ich zum Wirtschaftswachstum in der West Bank finden kann, ist äußerst positiv. Teilweise 20 mal mehr Wirtschaftswachstum höhere relative Steigerung des BIP im Vergleich zu Deutschland.
 
Zuletzt bearbeitet:

Naja:
Wenn du eine Blume hast und eine daneben stellst, hast du ein Wachstum um 100% aber nur eine Blume mehr.
Wenn du 1000 Blumen hast und 1000 Daneben stellst, hast du ein Wachstum um 100% aber 1000 Blumen mehr.

(Kleines wächst Prozentual schneller, aber absolut langsamer als großes)
 
Danke, dass du mir den Unterschied zwischen absoluten und relativen Kennzahlen erklärt hast. Aber was willst du mir damit sagen? Das ändert ja nichts daran, dass die wirtschaftlichen Aussichten für die West Bank sehr gut sind.
 

Es ging um den Part 20mal mehr als in DE.
Das ist kein Maßstab, den Rest deiner Aussage wollte ich nicht anrühren...
 
Die Wirtschaft ist doch nur ein Teilaspekt. Beim Boykott geht es um ein politisches Ziel. Freiheit und Unabhängigkeit. Nur weil dort Palästinenser ihr Geld verdienen, soll man das Unrecht einfach so zulassen?

Wie wäre es, wenn du als Sklave/Bimbo für mich arbeitest, bekommst ordentlich gut Geld, aber beschwerst dich dann nicht und hälst schon die Klappe. Wer macht denn sowas?

Es geht hier auch um Heimat, Identität, Rechte und viele andere Werte.

Außerdem solltest du mal Gegenrechnen, wie viele Familien, Berufe und Grundstücke durch die Siedlungen auf Palästinensischer Seite zerstört wurden. Auf dem Land der Siedler, waren nämlich vorher andere Menschen

Was ist mit dem Recht der Vertriebenen, löst sich das einfach in Luft auf, weil ein paar Palästinenser gutes Geld in Siedlungsgebieten verdienen?

EDIT:

Außerdem, wenn die Westbank eine so gute wirtschaftliche Prognose hat, werden sie es auch ohne die Siedlungen überleben. Es funktioniert einfach nicht, egal wie du das drehst und wendest.
 
Wo kommen denn jetzt die Sklaven her? Ich bin bis jetzt davon ausgegangen, dass die Menschen dort aus (im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Zwänge) freien Stücken arbeiten. Oder willst du uns gerade mitteilen, dass alle abhängig Beschäftigten Sklaven des Kapitalismus sind?
 
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