Die Wüste lebt

Nero

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Es tut sich was.

Zum dritten mal in Folge hat die AfD bei Landtagswahlen die 10-Prozentmarke geknackt, während die Grünen der FDP auf ihrem Weg in die Bedeutungslosigkeit zu folgen scheinen. Öko und Multikulti sind nicht mehr sexy, sondern grauer Alltag. In Frankreich sind die Umfragewerte für die sozialistische Regierung Hollande nicht mehr im Keller, sondern im Tiefkeller.

Ist das die große Gegenbewegung gegen EU, gegen Links/Grün, gegen Brüssel etc., oder ist das eine normale Schwankung, die am globalen Trend nicht ändert?

Zumindest ist es ganz erfrischend, nicht immer nur über ISIS, Israel, Ukraine und Irak dieskutieren zu müssen.
 
Ich find so einige Richtungen die die AfD verfolgt nicht wirklich berauschend. Ich würde sie auch nicht wählen. Dennoch kann es wohl nicht schaden, wenn der Politik aufgezeigt wird, dass das Volk langsam nach Alternativen sucht. Solange es nicht zu sehr rechts wird kann man wohl noch hoffen, wenn auch nur verhalten. Schlimmer als Grün wirds wohl auch nicht werden von daher...
 
Ich kann den Lucke schon echt nicht mehr sehen, wie er noch in der 5000. Talkshow sagt die Medien würden ihn und seine Partei ignorieren, man könne nichts rechtspopulistisches sagen ohne "in die Rechte Ecke gestellt" zu werden. Und hinter dem angeblich gehackten Twitter-Account vermute ich eine Strohmann-Aktion, dass sie vor der BTW angeblich von irgendwelchen Linken überfallen wurden war mir auch schon nicht ganz geheuer. Hoffentlich gehts denen irgendwann wie der Schill-Partei (wer? genau die.), die hatte sogar die Unterstützung der BILD im Rücken und war eine Ein-Personen-Partei wie die Lucke-Partei.
 
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  • #4
Mich interessiert, wie es mit der EU weitergeht.

In der Geschichte Europas war das ein ewiges Hin-und-her. Erst gab es mehr Stämme und Völker, als der Hund Flöhe hat. Daraus entwickelte sich eine große Einheit, eine Art EU: Das „Heilige Römische Reich Deutscher Nationen.“ Jetzt war alles in einer Kiste. In diese Kiste aber braute sich was zusammen. Der Fortschritt brachte Differenzierung, und die Differenzierung verlangte keine einheitliche Regierung, sondern Nationalstaaten. Dann kam wieder in Gestalt der EU die Vereinheitlichung.

Und jetzt? Geht es jetzt wieder in die andere Richtung, und wenn ja, weshalb?

Das sind Trends, die sich unter jedem politischen Vorzeichen durchsetzen können. Die Nazis hatten auch immer von Europa gesprochen und auch Europa gemeint. Die waren verrückt, aber nicht so verrückt, dass die geglaubt hätten, die Deutschen allein könnten den Kontinent bevölkern. Die Idee war vielmehr ein Europa unter deutscher, d.h. NS-Führung.

Das hat sich dann unter anderem Vorzeichen und mit ganz anderen Intentionene tatsächlich ergebe. Es lag einfach in der Lift, dass die europäischen Kleinstaaten zusammenrückten.

Und heute?
 
Ich denke nicht, dass das etwas ist was man vorhersagen könnte. Es gibt pro und contra Argumente für die EU. Willst du jetzt darüber diskutieren, über die AfD oder über den geschichtlichen Zusammenhang?
 
Protestwähler konnte auch schon ein Schill in Hamburg abgreifen. Ist nichts neues. Bestand wird diese rechte Partei ganz sicher nicht haben. Sind nichts anderes als die Republikaner (wo Herr Lucke ja herkommt), die NPD oder die DVU: bald kein Thema mehr.
 


Lucke trat mit 14 Jahren der Jungen Union bei, weil die Entspannungspolitik Willy Brandts seiner Meinung zufolge die Lebensumstände seiner Verwandten in der DDR nicht merklich verbesserte. Lucke blieb 33 Jahre Mitglied der CDU, bevor er diese im Dezember 2011 verließ, weil er deren Euro-Rettungspolitik für verfehlt hält.

Wann war er bei den Republikanern?
 
ehrlich gesagt, ich hab darüber auch nachgedacht, als ich es schrieb :D aber neuere gibt's noch nicht. und ostgebiete, oder mitteldeuschland? ich weiß nicht, klingt ein wenig angestaubt.
 
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  • #11
die neuen bundesländer als wüste zu bezeichnen hat schon was :m

Unsinn, Wüste bezieht sich auf das politische Klima in der ganzen BRD und besonders hier.

Es schien ja, als gäbe es außer dem Hoeness und den Flüchtlingen hier keine Aufreger mehr und keine strittigen Themen. Das hat sich jetzt gewändert.


Ich denke nicht, dass das etwas ist was man vorhersagen könnte. Es gibt pro und contra Argumente für die EU. Willst du jetzt darüber diskutieren, über die AfD oder über den geschichtlichen Zusammenhang?

Das kann man nicht sauber trennen, obwohl wir keine Hellseher sind. Aber wir möchten es immer sein, und das beelinflusst unsere Meinung über aktuelle Dinge. Wenn ich glaube "mehr Integration und Homogenität" ist das Gebot der Stunde, lehne ich AfD ab. Wenn ich glaube, "mehr Differenzierung bis hinunter auf Landesebene" ist genau das, was wir brauchen, wähle ich AfD.
 
Zuletzt bearbeitet:
Sollte der Erfolg anhalten, wird es bald meist nur noch zwei realistische Koalitionen geben: CDU-SPD oder SPD-Linke-Grüne. Ohne die FDP, dafür mit der AfD im Parlament, wird es für die CDU alleine noch seltener reichen, auch für die CDU mit den Grünen wird es schwer (zumal die Grünen davon zurecht noch immer nicht begeistert sind). Bei der Panik der SPD vor den Linken wird es nach den nächsten Wahlen wahrscheinlich eine CDU-SPD-Koalition nach der anderen geben. Wahnsinn!

Einen Vorteil hat das Ganze aber: Die Linke gibt gerade ihren Platz als allseits ungeliebte Extremistenpartei ab. Ich bezweifele stark, dass die allgemeine Medienlandschaft in der Lage ist, zwei Parteien gleichzeitig effektiv niederzuschreiben, und zumindest derzeit sieht es so aus, als ob man sich lieber der AfD widme. Lieber Sozialromantiker als Euro-Spinner, aber insgesamt werden wir sicher verstärkte Kampagnen für "verantwortungsvolle" Große Koalitionen sehen, damit auch dem letzten Selbstdenker einleuchtet, dass Demokratie Alternativlosigkeit ist.

Was die AfD-Wähler anbelangt: Die armen sind mitleidsbedürftig. Wie kann jemand nur so tief fallen, geistig und moralisch? Viele haben vorher "normale" Parteien gewählt - angesichts dessen könnten doch endlich mal alle Parteien einsehen, dass sie niemals ihre Überzeugungen am Wähler ausrichten dürfen, sondern sich stattdessen von denen wählen lassen, die ihre vorhandenen Überzeugungen überzeugen. Im Zweifel sind Wähler sowieso selbst dafür zu dumm, ihre eigenen Interessen wahrzunehmen, und springen lieber auf den nächsten Protestzug auf. Solche Deppen braucht keine Partei als Wähler, im Gegenteil.

Die ganze Debatte, wie diese Wähler wieder zurück "ins Boot" geholt werden können, ist völlig daneben. Wer gewisse Parteien wählt, ist rationalen Überlegungen in Bezug aufs Wählen nicht zugänglich. Da herrscht in der Birne dann irgendein "Häägghrrr?! Waäähh!!!" vor statt eine halbwegs zusammenhängende Überlegung von der eigenen sozialen, wirtschaftlichen Situation und den eigenen Werten hin zur Wahl einer konkreten Partei. Auf solche Leute verzichtet eine Partei besser, denn sie werden sowieso nur von Einflüssen in ihrem Wahlverhalten gesteuert, die nichts mit der Partei zu tun haben, die sie wählen.
 
Ich weiß nicht. Geh ich mal von meinem persönlichen Umfeld aus, kenne ich keinen Selbstständigen (bis auf die, welche immer noch die gelbe Krawatte anziehen, und das sind nicht mehr viele), der sehr wahrscheinlich nicht AfD gewählt hat. Und ich würde eher davon absehen, die Leute mit "Häägghrrr?! Waäähh!!!" zu titulieren. Daher teile ich die Hoffnung einiger hier nicht, dass sich die Sache in 1-2 Jahren von allein erledigt hat. Die AfD in Sachsen besteht zur knappen Hälfte aus Ex-CDU'lern und man kann davon ausgehen das dies in anderen Bundesländern ähnlich gelagert ist. Und im Gegensatz zur PP wissen die wie es geht und wie mir ein Vögelchen gezwitschert hat, ist dies neben dem Muttiverbot einer der Hauptgründe warum Tillich eine Koalition von vornherein ausgeschlossen hat. Ist halt unangenehm sich mit Ex-Parteigenossen auseinandersetzen zu müssen. ;) Aber wir werden sehen, wie sich das alles entwickelt, gefallen tut's mir nicht wirklich.
 
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  • #14
Was die AfD-Wähler anbelangt: Die armen sind mitleidsbedürftig. Wie kann jemand nur so tief fallen, geistig und moralisch? Viele haben vorher "normale" Parteien gewählt - angesichts dessen könnten doch endlich mal alle Parteien einsehen, dass sie niemals ihre Überzeugungen am Wähler ausrichten dürfen, sondern sich stattdessen von denen wählen lassen, die ihre vorhandenen Überzeugungen überzeugen. Im Zweifel sind Wähler sowieso selbst dafür zu dumm, ihre eigenen Interessen wahrzunehmen, und springen lieber auf den nächsten Protestzug auf. Solche Deppen braucht keine Partei als Wähler, im Gegenteil.

Man kann die Menschheit für eine Fehlentwicklung der Natur halten, und für diese misanthropische Einstellung finden sich genug Belege in der Geschichte. Aber das gilt dann für alle Menschen, selbstverständlich auch für Dich und mich.

Was man nicht machen kann: Die Demokratie durch eine Aristokratie ersetzen, wie Du es mit anderen Worten forderst. Es existiert nämlich keine unangefochtene Instanz, welche entscheiden könnte, wer von den Menschen in diese Aristokratie zur Elite gehört.

Wie haben keine Wahl, als an die Vernunft eines jeden Menschen zu glauben, also zu glauben, dass er für seine Entscheidungen gute Gründe hat, und dass er auf bessere Gründe hören wird, wenn wir sie ihm nennen.
 
ehrlich gesagt, ich hab darüber auch nachgedacht, als ich es schrieb :D aber neuere gibt's noch nicht. und ostgebiete, oder mitteldeuschland? ich weiß nicht, klingt ein wenig angestaubt.

Ostdeutschland, Mitteldeutschland, wieso nicht? Wir sagen schließlich auch Nord- West- und Süddeutschland. Ostgebiete hingegen klingt wirklich ein wenig sehr angestaubt.

Nach 20 Jahren würdest du deine Freundin/Frau doch auch nicht mehr als neu bezeichnen oder? :D

Gehört jetzt natürlich nicht wirklich zum Thema, wollte das nur noch einmal kurz einwerfen, sorry.
 




Wann war er bei den Republikanern?

Das stand meiner Meinung nach sogar zur Gründung der AfD auf seiner Wikipedia Seite. Finde jetzt aber nicht mehr die Quelle, evtl auch weil Lucke + Republikaner jetzt 100.000 Artikel sind. Wenn ich mich richtig erinnere, war er für kurze Zeit bei den Republikanern, kurz nachdem diese sich von der CDU abgespalten haben.
 
Die ganze Debatte, wie diese Wähler wieder zurück "ins Boot" geholt werden können, ist völlig daneben. Wer gewisse Parteien wählt, ist rationalen Überlegungen in Bezug aufs Wählen nicht zugänglich.

Ich überlege, wann mich mal eine Partei mit rationalen Argumenten für sich gewinnen wollte.
Ich erinnere mich an die emotionale Schiene, sprich Werbespots.
Und natürlich ganz wichtig, Kugelschreiber, zur Not noch Luftballons.

Soviel zur Wert-/Ein- Schätzung der Parteien von der Intelligenz der Wähler.

Welche Programmpunkte machen die AfD eigentlich zu einer rechten, oder unnormalen Partei?
 
Welche Programmpunkte machen die AfD eigentlich zu einer rechten, oder unnormalen Partei?
Jene, die auch die CSU vertritt.
Man stelle sich vor, die AfD würde der Bevölkerung ein "Wer betrügt der fliegt" entgegenschmettern. Na, da wär aber selbst die CSU von soviel Rechtstümelei entsetzt und die Medien würde am Nazi-Rad drehen.

Die Parallelen zu den Freiheitlichen in Österreich sind unverkennbar. Wenn die AfD von denen genug gelernt und ihre Masche für ihre Bedürfnisse adaptiert hat, dann gehts solange bergauf, bis sie selbst in die Regierungsverantwortung kommen.
 
Diesen Ausspruch hatte ich im Sinn, als ich die Frage formulierte. Einen Unterschied kann ich momentan nicht erkennen.
 
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  • #20
"Wer betrügt der fliegt", ganz lustig, wenn am an die Startprobleme der Haderthauer denkt. Beim Abheben wurde sie nicht richtig flott und musste angeschoben werden.

Aber das ist doch der übliche Mückendreck. Auf soche Fundstückt stößte man bei allen Parteien, aber sie bleiben folgenlos. Kurzatmige Gehässigkeit, aber kein solides Fundament für eine fremdenfeindliche Politik.

Die AfD ist bislang nur Partei, und eine Partei ist noch lange keine Bewegung. Die Grünen waren mal eine und sind jetzt keiner mehr. Seither verlieren sie alleDynamik und Anziehungskraft. Es geht abwärts.

Aber auch die "Alle Menschen werden Brüder"-Euphorie aus den Jahren nach dem Zusammenburuch des Ostblocks begeistert keinen mehr. In der Völkerfamilie herrscht ein Klima wie in Ehen kurz vor der Scheidung. Jeder ist mit jedem verkracht. "Wir Deutsche" mögen weder die Amerikaner nocht die Griechen. Die einen spionieren uns dauernd aus, die anderen verjubeln unser sauer verdientes Geld. Die Schotten, Katalanen, Basken stehen vor der Trennung.

Das könnte darauf hindeuten, dass wieder mal eine Scheidungswelle bevorsteht. Die AfD wirde dabei keine Rolle spielen, nicht in ihrer derzeitigen Form. Aber es gibt Berichte, dass Lucke nur noch der Strohmann für andere Figuren ist, die nach der deutschen "Identität" graben. Und die Älteren erinnern sich vielleicht daran, dass es mal die Linken waren, die diesen NS-Quatsch (Stichwort "Heimat") ausgebuddelt und hoffähig gemacht hatten.
 
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