TV und Kinder und die Volksverdummung

ohne ÖR verteidigen zu wollen.

Was willst du über einen Anschlag berichten, wenn du noch keine Informationen/ Bilder, ... hast? Den Bericht über Schumi haben die schon fertig gehabt und die Sendezeit ist begrenzt. Also zeigen sie das, was sie haben. Oder die haben einen längeren Bericht bereits gebracht. Und in zum 10ten mal zu bringen wäre vielleicht nicht so gut?

Wenn du verschiedene Nachrichten schaust, dann merkst du schnell, dass ein Land einige News gar nicht bringt oder nur erwähnt und ein anderes stundenlang davon berichtet.
 
Ich glaub kaum, dass es man eine singuläre Ursache für eine "Verdummung" bestimmen kann. Das heutige TV-Programm könnte sicherlich dazu beitragen, wie schon erwähnt nähren sich die Quoten eigentlich aller Sender vornehmlich an einem Interesse, das durch Sex-, Konsum-, Voyeurismus-, Schmäh- und Gewaltinhalte gesteigert, zumindest aber erhalten werden sollen.

Ob ein Kind oder Jugendlicher davon "verblödet" - ob also ein wie auch immer gearteter Schaden davon genommen wird - hängt sicherlich auch von seiner individuellen Lebenswirklichkeit ab - also dem sozioökonomischen Umfeld, familiären und eigenen Bildungshintergründen, der Peergroup etc., dem es ausgesetzt ist. Das ist aber bei Erwachsenen nicht anders, da gibt es ebenso Menschen, die zwischen und zumindest angestrebter objektiver Berichterstattung gar nicht unterscheiden können, und auch nicht erkennen können, und sich und ihre Realität nicht ausreichend davon abspalten können. Verantwortlich dafür kann das TV-Programm dafür kaum sein, auch, wenn das immer wieder predigt, da würde ich widersprechen, da werden m.E. multifaktorielle Zusammenhänge arg vereinfacht. KaPiTN hat es so gesagt:

Das Internet ist auch voller Scheiße und da fordert i.d.R. auch keiner eine Vorauswahl, die für einen getroffen wird. Traurig, wenn jemand mit dem neuen Medium umzugehen können, vom Fernehen aber überfordert zu sein, scheint.

Die Programmauswahl wird bei allen Medien, die konsumiert werden können, selbst bestimmt. Im Zeitschriftenfachhandel und im Internet ist aber die Auswahl bedeutend größer, allerdings ist die Beschaffung hier noch deutlich unbequemer als via Fernbedienung. Einfach so berieseln lassen kann ich mich im Internet nicht so komfortabel (zumindest technisch - ich persönlich halte das aktuelle TV-Programm der ÖR und der Privaten keine zehn Minuten aus).

Wo man Kreymeyer wohl aber Das durch Zwangsgebühren finanzierte Programm der ÖR dürfte so schrottig nicht sein, das ist sehr wohl ein Skandal.
 
Genau das ist es ja. Im Internet sind alle Inhalte ständig verfügbar und ich wähle einfach aus was ich wann haben will.
Beim Fernsehen kann ich mir nur die Quelle aussuchen - den Inhalt nicht.

Es ist zB niemand gezwungen auf /b/ vorbeizuschauen.
Im Fernsehen würde /b/ ab und an gesendet und wem es nicht passt, der muss eben um-/ausschalten...
 
Technisch gesehen ist dein Informationsangebot zu einem Thema im Internet aber aber auch begrenzt, du hast nur eine größere Vielfalt, als im TV. Für Qualität garantiert dir auch im Internet keiner, um die beurteilen zu können, musst du eine entsprechende Vorbildung mitbringen, auch z.B. um Suchmaschinen richtig bedienen zu können. Für mich ist die Analogie da ziemlich eindeutig, eigentlich. Bei beiden Medien lässt sich das Programm völlig nach Gusto bestimmen, beides kann ich jederzeit abschalten. Beide Medien stellen bestimmte Inhalte bereit, von denen ich mich distanzieren möchte oder sollte, um psychisch gesund zu bleiben / keinen ungesunden Bias zu entwickeln. Schuld an "Verblödung" kann m.E. ergo beides nicht sein. Zumindest nicht isoliert von anderen Faktoren, wie ich oben mal so exemplarisch ein paar genannt hab.

edit:

Es ist zB niemand gezwungen auf /b/ vorbeizuschauen.
Im Fernsehen würde /b/ ab und an gesendet und wem es nicht passt, der muss eben um-/ausschalten...

Ja, weiß nicht. Du willst sagen, dass man im TV eher geneigt ist, unfreiwillig auf bestimmte Inhalte zu stoßen. Ich seh das aber bei Internetmedien im Grunde genau gleich. Da gibt es z.B. Feeds, etwa die Facebook-Wall, die einem permanent irgendwelche Inhalte ins Gesicht strahlen, um die ich nicht gebeten habe. Deren Inhalte sind nebenbei erwähnt maßgeblich durch meine sozialen Kontakte und persönlichen Interessen geprägt und bestimmt. Das ist nur ein Beispiel dafür, dass das Internet m.E. eben gar nicht mal so starres Wunschprogramm ist, wie oft behauptet. Auch da muss man sich wirklich anstrengen, um Qualität zu finden. Für's TV gibt's die (langsam aussterbende) TV-Zeitschrift. Und nicht alles, was im TV läuft, ist Kääs. Nur .
 
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  • #65
Dass die Berichterstattung über Schumi zu viel war, ja, da stimm ich zu auch wenn ich das nicht wirklich gemeint hatte. Wenn du die Zeit gestoppt hast, weißt du noch wo der Anschlag war? Ich könnte mir vorstellen, dass er nur in einem Nebensatz erwähnt wird, wenn es in einem Krisengebiet ist, wo ständig so etwas passiert, andererseits denke ich, dass bei hunderten Toten mehr gesagt werden würde.
Nein, um ehrlich zu sein habe ich mir tatsächlich nur das Zeitverhältnis gemerkt.

Nur weil das Material so einfach zu beschaffen war oder weil man es sowieso schon hatte, ist das kein Grund darüber 5 Minuten zu berichten. Es gibt auf der Welt ungefähr 293884569345694375928759 Themen, die man jeden Tag ansprechen könnte, wenn man es denn wollte und von über-/durchfinanziertem ÖR erwarte ich, dass man auf ein qualitativ hochwertiges Programm und eine qualitativ hochwertige Berichterstattung setzt und nicht dass man möglichst billige Berichterstattung im Vordergrund steht. Die hochwertige Berichterstattung und unabhängige Nachrichten sind doch immer DER Grund, mit dem man die Zwangsabgaben rechtfertigen möchte. Liefert man diese dann auch? Nein. Schade :(
 
Lächerlich, dieser pseudoelitäre Anspruch, wonach etwas minderwertiger ist, wenn etwas auf ein breites Interesse stößt.
 
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  • #67
Nein, aber 1 (selbstverschuldet) Verletzter vs zig Tote, die als Kollateralschaden dem Kampf korrupter Regierungen zum Opfer fallen - das macht für mich die Minderwertigkeit aus. Ja, ich sehe eine selbstverschuldet verletzte Person als "weniger wert" an, als mehrere hundert zivile Opfer, die unverschuldet in den Tod gerissen werden!

Die Tatsache, dass die Masse dies oder das mehr interessiert, mag vielleicht zutreffend sein, ist für meine Wertung der beiden Ereignisse aber nicht relevant. Es wäre schön, wenn du aufhören würdest, mir so etwas zu unterstellen. :rolleyes:
 
Lächerlich, dieser pseudoelitäre Anspruch, wonach etwas minderwertiger ist, wenn etwas auf ein breites Interesse stößt.

bei vielen Dingen stimmt das doch aber, oder? Klar kann man das wie alles nicht pauschal sagen.
Sicherlich gibt es extrem verdummende Sendungen im TV.
Aber sowas gibts doch überall.
Im Zweifelsfall kommt die Verdummung des Kindes dann halt durch dessen Freundeskreis die alle die verdummenden Sendungen schauen.
Nimmt man dem Kind dann das Fernsehen weg, ist es nicht nur Außenseiter, sondern wird durch seine Umwelt genauso verdummt.

Als Elternteil kann man da einfach nur versuchen gegenzusteuern. Ein komplettes Fernsehverbot halte ich für sinnlos/schlecht.
Vor allem müsste man da vorher auch soziale Medien und das Internet an sich verbieten.
So viel Verdummung wie durch Belanglosigkeiten bei Facebook und Co, ensteht und so viel Dummgeschwätz wie es im Internet gibt kann das Fernsehen gar nicht erreichen...

Viel wichtiger als zu Verhindern, dass ein Kind falsche Fakts, Verdummung und soziale Verarmseligung durch Internet und Fernsehen bekommt ist doch als Eltern dem Kind es einfach besser vorzuleben und bessere Werte zu vermitteln. Im Zweifelsfall wird das Kind sich eher nach dem richten was ihm daheim vorgelebt wird.

Ist also vielleicht der Vorwurf, dass Fernsehen verdummt, nur die armselige Beschwerde von Eltern die ihren Kindern selbst nichts beibringen können oder wollen?
Da diese sich dann auf andere Personen oder Medien verlassen um ihrem Kind was beizubringen?

Im Ernst, an der Gesellschaft, dem Internet oder dem Fernsehen wird man nichts mehr ändern.
Was man seinen Kindern vorlebt dagegen kann man selbst steuern.
Und ob man überhaupt Kinder in die Welt setzen muss, wenn man weder mit sich selbst, noch mit dem Partner klarkommt ist ne andere Frage.
Die wenigsten Menschen die objektiv nicht geeignet sind Kinder in die Welt zu setzen werden das von sich aus einsehen können.
Hier liegt doch die viel größere Gefahr, nicht beim Fernsehen.
 
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Die hochwertige Berichterstattung und unabhängige Nachrichten sind doch immer DER Grund, mit dem man die Zwangsabgaben rechtfertigen möchte. Liefert man diese dann auch? Nein. Schade :(
Dann solltest du vielleicht genau dagegen etwas unternehmen. Nein - nicht gegen die Zwangsabgabe, sondern dass trotz Zwangsabgabe keine Unabhängigkeit besteht.
 
Hör auf, hier im Board herum zu heulen und werde aktiv. Navi oder Google Maps ausgedruckt und ab zum Bundeskanzleramt.
Leite Online-Petitionen in die Wege, wenn dir z.B. ein Intendant nicht passt oder du Vetternwirtschaft vermutest. Oder sieh zu, dass du selbst in den Rundfunkrat kommst und dort entsprechend tätig werden kannst.
Ist ja nicht so, dass man gar keine Möglichkeiten hätte in unserem schönen Land. Ich fürchte allerdings, dass es auch bei dir - selbst mit den besten Absichten - mit der Neutralität und Unabhängigkeit nicht weit her ist.
 
Huch :eek:

Hier ist ja gar nicht das P&G...

Hier ist ja ZwiMe. Wie war gleich das Thema des Threads?
 
Mag sein, dass es auch 2-3 gute Inhalte gibt, aber ich schaue eben keine 3000 Kanäle parallel und 24/7, nur um irgendwann irgendwo mal etwas Gutes zu entdecken. Ich möchte das TV einschalten und vielleicht aus 5 Sendern wählen, um etwas anständiges zu finden, maximal.
Witzig, mir ergeht es meist genau anders herum. Habe schon oft bemerkt das ich an einem freien Tag, wo ich nix zu tun habe und nur chillen will, den TV einschalte und dann einfach so 3 Sendungen nacheinander auf Arte schaue. Einfach weil jede interessant ist. Und das passiert mir echt häufig...

Das man irgendwelchem Lokalkolorit oder Promis mehr Zeit schenkt als 200 verschwundenen Frauen und Kindern in Nigeria muss ich leider aber auch öfters bemerken. So was kotzt mich auch irgendwie an. Lässt sich aber meistens echt einigermaßen verhindern wenn man Nachrichten nicht auf den Privaten schaut.
 
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  • #75
Das man irgendwelchem Lokalkolorit oder Promis mehr Zeit schenkt als 200 verschwundenen Frauen und Kindern in Nigeria muss ich leider aber auch öfters bemerken. So was kotzt mich auch irgendwie an. Lässt sich aber meistens echt einigermaßen verhindern wenn man Nachrichten nicht auf den Privaten schaut.
Es waren Nachrichten der Öffentlich Rechtlichen. ;)
 
Ja, das ist dann wirklich bedenklich. Kann man nur hoffen das sich sowas in Grenzen hält. Gerade seit man gezwungen wird GEZ dafür zu zahlen könnten die Nachrichten ihre Qualität bewahren.
 
die Frage ist halt wie viele Informationen über einen Anschlag vorliegen. Dann müssen die Quellen der Infromationen geprüft werden usw.

Andererseits passiert halt schnell sowas wie hier:

die Tagesschau zeigt Biler über Homs, Syrien. Beim ZDF zeigen die Bilder einen Vorfall aus Kabul, Afghanistan.

 
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