[Politik und Gesellschaft] Fachkräftemangel in Deutschland

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[TD]Wie die "Welt am Sonntag" berichtet, fehlen in Deutschland nicht nur in hochqualifizierten Berufszweigen Fachkräfte, sondern unter anderem auch bei Kellnern, Klempnern oder Pflegekräften. Die Zeitung beruft sich hierbei auf eine aktuelle Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft.

In insgesamt 119 Berufen gibt es demnach Engpässe, dort gibt es mehr offene Stellen als qualifizierte Bewerber. Im Restaurantgewerbe blieb beispielsweise im Ausbildungsjahr 2012 annähernd jede dritte Stelle unbesetzt.
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Bild: , Klaus Friese,

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Quelle:
 
was die refas (restaurantfachkräfte, wie es richtig heißt) betrifft, wundert mich das nicht.
harte arbeit, schlechte bezahlung, überstunden, und in den letzten zwei jahrzehnten extrem schlechte chancen einen arbeitsplatz nach der ausbildung zu finden. denn billig war immer noch nicht billig genug, dem normalen restaurantbesucher reicht(e) es, von ferienjobbern und studis bedient zu werden. wer erlernt schon einen beruf, wenn man selber die erbrachte leistung als gast nicht würdigt?
vielleicht ist es bei den handwerkern ebenso. man zahlt doch keinen gesellenlohn. in welche richtung eine schraube angezogen wird weiß schließlich jeder :rolleyes:
 
Das was infofilter sagt, kann man auch auf den Pflegebereich umlegen (Arbeite nämlich dort).

Diese Berufe werden nunmal nicht gewürdigt und dazu schlecht bezahlt. Schauen wir einmal in den Tv, stellen wir fest, es wird um einen Politiker getrauert, der nun von seinem Amt zurück tritt.
Natürlich wird dramatatisch eine Zeitleiste eingeblendet, auf der alle seine Krankheiten stehen, z.B. eine Lungenentzündung im Jahre 2009 (omg, die hatte wohl schon jeder 3te in DE), danach der dicke Slogan:
"Macht Politik die Menschen kaputt!!!"

Na klar, unsere Spitzenverdiener, die auf ihrem Sessel sitzen und regieren sind natürlich gefährdet, aber ein Kellner, Pfleger, Frisöse etc. die den ganzen Tag über stehen, heben etc. denen wird keine Beachtung geschenkt.

Schade eigentlich, aber dafür kann man sich ja dann günsige Fachkräfte aus dem Ausland holen um das Problem zu beseitigen. :)
 
Jahrelang sind gelernte Fachkräfte als Leiharbeiter,Zeitarbeiter,befristet Entrechtete ,in komplett falschen Berufszweigen verheizt und vorgeführt worden.hauptsache der vermittler hat vermittelt und der faule Arbeitslose war endlich wieder für einen menschenverachtetenden Lohn weitergericht.von Endstation zu Endstation.
Walt Disney´s" Die Reise der Fachkräfte."
 
Wenn ich das schon höre: Fachkräftemangel.

Die Firmen wollen doch nur noch billigere Arbeitskräfte aus dem Ausland, da es inzwischen selbst schon bei Zeitarbeitsfirmen einen mickrigen Mindestlohn gibt und die dort verheizten Fachkräfte immer noch teurer sind als Leute aus dem Ausland.

Das ist jetzt nicht rassistisch gemeint gegenüber denjenigen, die hierher kommen sollen, sondern es ist so gemeint, dass von den Politikern und Firmeninhabern immer wieder Märchen erzählt werden. Einfach um einen Fachkräftemangel herbeizuschwören, der gar nicht besteht. Wenn man sich mal auf der Zunge zergehen lässt, dass Studium, Lehre, Ausbildung etc aberkannt werden wenn man in Arbeitslosengeld II rutscht und schon wird man nicht mehr als Fachkraft geführt, obwohl Ausbildung, Kenntnisse, Berufserfahrung etc da sind, sondern als Ungelernter, womit man besser in Zeitarbeitsfirmen vermittelt werden kann, um dort den untersten Stundenlohn zu kriegen, selbst wenn man die entsprechende Ausbildung hat.
 
Nur mal meine persönlichen Erfahrungen zum Fachkräftemangel in Deutschland:

Ich hab in Sachsen studiert. Meine Frau stammt aus Südamerika und war dort 8 Jahre lang Lehrerin und hat zusätzlich 'ne Ausbildung als Erzieherin.

1. Anerkennung Lehramt in Sachsen
Wurde abgelehnt. Sie hat nur 1 Fach als Lehramt, in Deutschland braucht man 2. Auch die 8 Jahre Berufserfahrung waren irrelevant. Ihr wurde vom sächsischen Kultusministerium geraten, noch mal zu studieren. Mit etwas Glück könne sie ein paar Kurse anrechnen lassen.

2. Anerkennung Erzieher in Sachsen
Wurde abgelehnt. Das duale Ausbildungssystem gibt's meines Wissens nach nur in Deutschland. In anderen Ländern schimpft sich das auch Studium und hat Ähnlichkeit zur Berufsschule. Da die Ausbildungsform unterschiedlich ist, gibt's halt auch keine Anerkennung. Auch das Praktikumszeugnis eines deutschen Kindergartens, das die Professionalität meiner Frau bescheinigte, spielte keine Rolle. Der Kindergarten suchte übrigens Erzieher. Aber ohne staatliche Anerkennung mussten sie halt weitersuchen.

Da Sachsen offenbar einen exorbitanten Fachkräfteüberschuss hat und eine Lehrerin/Erzieherin und damit auch einen Informatiker nicht wollte, gingen wir nach Hessen.

Fachkräftemangel in Hessen
Wir kamen nach Hessen, wo es anscheinend wirklich andere Möglichkeiten gibt. Zumindest hatte meine Frau nach 3 Tagen einen Job über eine Zeitarbeitsfirma als Erzieherin in einer städtischen Kita. Nach einem Jahr bekam sie mit etwas Diskussion eine Festanstellung bei der Gemeinde. Da sie auch hier keine Anerkennung hat, wurde sie offiziell als Kinderpflegerin mit höherer Erfahrungsstufe angestellt. Im Endeffekt hat sie den identischen Aufgabenbereich zu einer staatlich anerkannten Erzieherin.

3. Anerkennung Lehramt in Hessen
Wurde abgelehnt. Sie nannten es "teilweise anerkannt". Bedingung war, dass meine Frau eine Abhandlung über ihre Kenntnisse schreiben soll, die Hälfte des Grundstudiums, das gesamte Hauptstudium und das Referendariat noch mal absolvieren muss. Bevor sie uns ihre Entscheidung mitteilten, dürften wir noch 140€ berappen. Außer Spesen nichts gewesen.

Fachkräftemangel in Sachsen
Kurz danach polterte der sächsische Innenminister auf n-tv.de, dass Sachsen ein Fachkräftemangel hat. Ich schrieb eine Mail von der Größe von 2 Din-A4-Seiten hin. Diese wurde an den extra für das Problem gegründeten Ausschuss weitergesandt. Die Leute bedankten sich dafür, dass ich ihnen ganz neue Aspekte aufgezeigt hab, die sie nie im Blickfeld hatten. Die dachten immer nur, dass der Anerkennungsprozess zu lange dauern würde und zu kompliziert wäre. Sie wollten unsere Lage noch mal diskutieren und die Zeugnisse meiner Frau noch mal prüfen. Ein paar Wochen später riefen sie noch mal an. Am Ergebnis würde sich nichts ändern. Weiß nicht, ob sie ihre Ignoranzschwelle überschreiten konnten und wenigstens begriffen haben, warum niemand nach Sachsen kommt und viele Sachsen eher abhauen.

4. Anerkennung Erzieher in Hessen
Dazu wandten wir uns ans Schulamt und trafen die erste ehrliche Person im bürokratischen Umfeld. Der sagte uns gleich, dass der Anerkennungsversuch sinnlos wäre. Zusätzlich sei seit 1.3. diesen Jahres die Prüfung ausländischer Erzieherabschlüsse durch die Überführung von Landesrecht in Bundesrecht noch wesentlich bürokratischer, komplexer und aufwendiger geworden. Die Anerkennungschance hätte sich damit von nahezu unmöglich zu unmöglich geändert. Realistische Möglichkeit: Ausbildung in Deutschland noch mal machen.

Fazit:
  • In der Privatwirtschaft mag das mit dem Fachkräftemangel teilweise zutreffen. Zumindest stellen viele Unternehmen Ausländer auch ohne irgendwelche staatliche Anerkennung ein.
  • In sämtlichen Berufen, die einer staatlichen Anerkennung benötigen, insbesondere Erzieher, Altenpfleger, Lehrer usw. muss es zwangsläufig in Deutschland einen absoluten Fachkräfteüberschuss geben. Ansonsten ist es nicht nachvollziehbar, warum eine Anerkennung ausländischer Abschlüsse unmöglich ist und Weiterbildungsmaßnahmen fast nicht erhältlich sind und im Umfang einer kompletten deutschen Ausbildung entsprechen.
Oder mit anderen Worten: Alle Politiker, die von einem Fachkräftemangel sprechen, sind ein verlogenes Pack.
 
Lustig ist wenn man sich bei Firmen Vorstellt und eine Absage bekommt. Und diese dann zwei Tage später im TV über den 'Mangel' Heulen. Da frage ich mich dann doch was jetzt los!
Auf meine E-Mail an diese Firma habe ich auch keine Antwort bekommen.
 
Wir haben genug Arbeitslosse ! Von Arbeitermangel kann garkeine Rede sein ....

Und Fachkräft kann man auch draus machen ... sollange man es möchte ....

Aber naja billige Ausländer , sind halt "Wirtschaftlicher" , nur die wollen meistens garnicht in Deutschland arbeiten .... weil selbst hier der Lohn zu wenig ist , im EU/West vergleich ....
 
Also für Pfleger is Deutschland auch der totale Albtraum, man muss schon Masochist sein um das über sich ergehen zu lassen....

Edit:
Zum Thema Arbeitslosigkeit und Jobs


 
Wo ist das Problem ... Den Leuten die nötige Qualif. zu geben ;) Kostet wieder geld ?! Naja aber das geld auf der anderen seite ausn Fenster schmeissen .... 0o

So ist das nämlich. Habe ich selbst erlebt.
Die Umschulung wäre bei mir nur finanziert worden, wenn ich bereits 3 Jahre vorher (!) die schriftliche Bestätigung zur unbefristeten Anstellung beim neuen Arbeitgeber hätte vorweisen können.
 
Bringt leider nur nix, wenn die Qualifikation nicht passt...
Siehe mein Beitrag oben. Für die staatliche Anerkennung ist unseren lieben Politikern keine Qualifikation ausreichend. Bzw. muss man da unterscheiden.

Qualifikation nach staatlicher Definition: Ein Zettel, der eine Ausbildung oder ein Studium in Deutschland nachweist.
Fachliche Qualifikation: Ob die Leute ihr Fachgebiet tatsächlich draufhaben.

Beide Qualifikationsbegriffe können eine Schnittmenge bilden, müssen es aber nicht.

Wo ist das Problem ... Den Leuten die nötige Qualif. zu geben ;) Kostetsich wieder geld ?! Naja aber das geld auf der anderen seite ausn Fenster schmeissen .... 0o
Nein, das Geld ist nicht das Problem. Der "Fachkräftemangel" soll besonders bei der arbeitslosen Bevölkerung das Gefühl schaffen, dass sie wertlos sind und der Gesellschaft nur Geld kosten. Außerdem ist Lamentieren und Pöbeln einfacher, als tatsächlich mal die benötigten Aus- und Weiterbildungen mit vernünftiger Bezahlung anzubieten.

Ich sag ja, verlogenes Politikerpack!
 
(.....)


Nein, das Geld ist nicht das Problem. Der "Fachkräftemangel" soll besonders bei der arbeitslosen Bevölkerung das Gefühl schaffen, dass sie wertlos sind und der Gesellschaft nur Geld kosten. Außerdem ist Lamentieren und Pöbeln einfacher, als tatsächlich mal die benötigten Aus- und Weiterbildungen mit vernünftiger Bezahlung anzubieten.

Ich sag ja, verlogenes Politikerpack!

Ist schon was dran, es findet eine ständige "entwertung" der Menschen und ihrer Zukunft statt, das beginnt bereits in der Schule.
In der Hauptschule sagen sie einem das man um Maurer zu werden einen Realschulabschluss braucht.
In der Realschule sagen sie einem das man heute in der Bank oder bei der Polizei nur noch mit Abitur einen Job bekommt.
Auf dem Gymnasium erzählen sie dir das du ohne 1er Abitur keinen guten Studienplatz bekommst
Und beim Studium wird dir erzählt das du den Master brauchst, dafür aber nur 10 von 100 Studenten einen Patz bekommen werden.
Usw usw....
 
Dass man z.B. eine abgeschlossene Berufsausbildung hat, interessiert ja auch nicht mehr. Die Menschen sollen doch künstlich dumm gehalten werden und bei der Masse funktioniert es ja auch hervorragend dank BILD und TV Sender. Und diese Leute glauben dann auch die Lügen der Parteien und der Wirtschaft und gehen dann für 3 Euro die Stunde arbeiten, obwohl sie damit den ganzen Kampf um bessere Löhne etc kaputt machen. Die Betriebe sind übrigens auch lustig, bezahlen lieber eine Strafabgabe, anstatt Nachwuchs auszubilden. Dann strukturieren sie um und schmeißen alle Arbeitnehmer ab 40 raus, weil die ja alle viel zu alt und zu unflexibel sind und dann jammern sie wegen Fachkräftemangel und holen sich billigere Arbeitnehmer von Zeitarbeitsfirmen oder aus dem Ausland, wenn sie finden. :m
 
Tjo, so ist es eben heutzutage. Da wird der AN als Humankapital schön ausgebeutet während die Manager erste Klasse nach Thailand in den Puff fliegen. Steigert auch ungemein die Motivation und den Arbeitswillen der AN. Sorry aber für diese ganzen Saftläden hätte ich auch keinen Bock mehr wie nur das Nötigste zu tun. Scheiß Bezahlung, scheiß Arbeitsklima, Daumen auf der Brust. Wem macht das denn schon spaß?

Andererseits bin ich manchmal auch echt erschüttert wie wenig manche Menschen aus ihrem Job machen. Keine Ahnung ob es an den von mir genannten Gründen liegt aber wieso zur Hölle kann mir eine Frau an der Metzgertheke, was jetzt ja wirklich kein hoch komplizierter Job ist, nicht mal sagen was Pancetta ist? Wieso weiß die Frau an der Käsetheke nicht was Pecorino ist? Kommt das durch genannte Bedingungen oder was sind Fachkräfte überhaupt? Da kann man doch jeden Deppen hinstellen. Lioner kann auch ich von Salami unterscheiden und die Nummern der Produkte lesen die eh immer ab :unknown:

Btw. ist das bei den meisten Menschen so mit denen ich beruflich zusammentreffe. Das ist teilweise so schlimm das man resignieren könnte :mad:
 
Oh....gibts nicht genügend Fachsklaven? Das tut mir jetzt aber leid..................nicht.
Tja, wenn man an Bildung spart kriegt man deswegen noch lange nicht genügend Leute zusammen die diese unterbezahlten Jobs machen möchten....
 
Ich habe als Fachinformatiker letztes Jahr bei der Jobsuche in München einen Vollzeitjob als alleiniger Administrator angeboten bekommen - schön und gut, bis ich die Gehaltsvorstellung der Firma gesehen habe: 1300,- brutto im Monat, ohne Sonderzulagen, Miete, ... - in München!

Und ihr wundert euch, dass keine Fachkräfte bei euch arbeiten? Hahaha, geht kacken...
 
An das Märchen vom Fachkräftemangel glaube ich nicht....

Situation bei Arbeitslosigkeit:
Jobcenter-Mitarbeiter sagt:"Es ist egal welche Ausbildung sie haben, sie müssen jeden Job annehmen den sie bekommen"....

wenn man die ganzen Fachkräfte dann in Leiharbeitsfirmen steckt, auch wenn sie was besseres verdient haben, dann braucht man sich nicht wundern, wenn diese Leute irgendwann fehlen.

Außerdem sagen sich die Kids doch.... "wozu eine Ausbildung, wenn ich damit dann sowieso in einer Leiharbeitsfirma lande".
 
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