[Politik und Gesellschaft] Gericht erlaubt Anbau von Cannabis zur Eigentherapie

Unter besonderen Bedingungen müsse chronischen Schmerzpatienten der Anbau von Cannabis zur eigenen Therapie erlaubt sein, urteilte jetzt das Verwaltungsgericht Köln.
Damit wurde der Klage von drei Kranken stattgegeben, die schon länger die Erlaubnis besaßen, zu Therapiezwecken Cannabis aus der Apotheke zu beziehen.

Voraussetzung sei demnach eine ärztliche Bescheinigung, dass alle herkömmlichen Therapieformen ausgeschöpft seien. Kann sich weiterhin der Patient den Kauf der Arznei nicht leisten, so hat er die Möglichkeit, eine Erlaubnis zum Eigenanbau zu beantragen.

Diese Möglichkeit bleibe eine "Notlösung" und die Erfüllung der Bedingungen müsste in jedem Einzelfall sorgfältig geprüft werden, so das Gericht.


 
Gab zwei Newseinreichungen zu dem Thema, weshalb ich nun nur die erste freigeschaltet habe.
 
Und der Eigenanbau soll günstiger sein als der Kauf?

Was ist mit den Stromkosten für die Wärmelampen? Ein nicht zu unterschätzender Faktor, oder?
 
Gutes Urteil!
Ein kleiner Schritt, aber besser als nichts.

Tetr4 schrieb:
Was ist mit den Stromkosten für die Wärmelampen? Ein nicht zu unterschätzender Faktor, oder?
Die wachsen auch ohne spezielle Behandlung. Dauert nur etwas länger.
Der Weedzüchter braucht die Lampen, da er seine Pflänzchen nicht auf dem Balkon bzw im Garten züchten kann.
 
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  • #5
@Tetr4: Hast du dich mit dem Thema mal befasst?
Lampen speziell für Wärme brauchst du kaum. Klimatisch passen die Pflanzen zumindest in den Sommermonaten eigentlich recht gut in diese Gegend. Willst du drinnen anbauen - und ich denke, draußen wird nach diesem Gerichtsbeschluss nicht erlaubt sein, da dort auch andere Zugang hätten - geht es eigentlich vor allem um die Erde (Dünger etc.) und die Beleuchtung. Wobei natürlich bei Indoor-Anbau die Beleuchtung möglichst wenig Wärme produzieren sollte, da das mehr Strom zieht und u.U. brandschutztechnisch schwierig sein könnte.

Inzwischen sind aber allgemein im Bereich Pflanzenzucht LEDs stark am Kommen. Sind zwar grade noch verhältnismäßig teuer, aber durch die wesentlich geringeren Stromkosten dürfte sich das recht schnell rentieren.

Wenn du dir jetzt überlegst, dass du pro Pflanze (je nach Züchtung natürlich) eine Ausbeute von bis zu 50 Gramm Trockenernte haben kannst - da lohnt sich das schon. Zumal der Aufwand je Pflanze ja bei größerer Anbaumenge sinkt.
 
Die wachsen super im Garten wenn man sich einigermaßen kümmert. Lampen, Lüftung und den Kram braucht es NUR weil man die verstecken muss ;) Und selbst mit dem ganzen Equipment kommt das noch viel billiger. Rechne mal was ein Kilo Gras kostet ;-)

@Kenobi

Die Menge kommt auch auf die Sorte an. Kann aber auch locker mehr sein.
 
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Nö hab ich nicht, darum ja auch das "oder" am Ende des Satzes. :confused:

Aber danke das du mich aufgeklärt hast :T
 
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  • #8
Lampen, Lüftung und den Kram braucht es NUR weil man die verstecken muss
Klar. Aber wie schon gesagt, laut dem Gerichtsbeschluss muss sichergestellt sein, dass niemand anders Zugang zu den Gewächsen bzw. zur Ernte hat. Insofern dürfte Outdoor Growing wohl wegfallen, womit man wieder auf Beleuchtung, Belüftung, Düngung und so weiter angewiesen wäre.
 
Denke ein Garten mit Zaun erfüllt das schon. Oder halt in einem ausreichend Großen Kübel auf dem Balkon...

Was dem ganzen Urteil ja mal wieder einen kleinen Beigeschmack gibt ist imho eher das hier:

Der Cannabis-Eigenanbau bleibe im Grundsatz verboten, urteilte das Gericht. Er könne aber unter mehreren Bedingungen als "Notlösung" erlaubt werden, sagte der vorsitzende Richter Andreas Fleischfresser. Zu den Voraussetzungen gehöre, dass der Patient austherapiert ist, es keine Behandlungsalternative für ihn zu Cannabis gibt und Apotheken-Cannabis unerschwinglich ist.
Sprich erst wenn man bis zur Halsoberkante mit teurem Bayer Schmerzmittel vollgestopft wurde, die Leben davon auch schon einen Schade hat, dann darf man gnädigerweise ausweichen. Sorry aber mir ist die Logik dahinter bis heute noch nicht klar.

Tausende Jahre, als noch keine Pharmakonzerne daran verdienen konnten, war Hanf ein normales und durchaus erfolgreiches Arzneimittel. Dann stellt einer Opiate her und auf ein mal ist das alles Teufelszeug. Genau so wie Akupunktur. Wird auch noch von keiner Kasse bezahlt.
 
Ich würde gern mal wissen, wie die Apotheken-Kurse so sind.

Selbstanbau ist natürlich billiger. Funktioniert ja auch ohne den ganzen Hokus-Pokus als normale Zimmerpflanze. Man hat zwar vielleicht nicht die optimal hochgezüchtete Ausbeute, aber dann stellt man sich einfach ein Pflänzechen mehr inne Bude ;)
Aber eine Frage bleibt bei mir noch für die Gärtner: Ist die Einfuhr von Samen nicht auch mal verboten worden? Wie soll das dann gehen mit selbst anbauen:unknown:
 
Denke ein Garten mit Zaun erfüllt das schon. Oder halt in einem ausreichend Großen Kübel auf dem Balkon...

in dem urteil wird ausdrücklich erwähnt, daß die drei erfolgreichen beschwerdeführer über seperate, für fremde unzugänglich gehaltene räume verfügen. es geht also nur im die aufzucht in innenräumen, so wie ich das verstehe.

aber ohnehin braucht jetzt kein jubel unter kiffern auszubrechen. laut tagesspiegel haben bundesweit 270 menschen die berechtigung erhalten, cannabis aus der apotheke zu beziehen. von denen haben nun drei grundsätzlich das recht zugesprochen bekommen, selbst anzubauen. ich denke, jeder von denen würde seine berechtigung ohne zögern gegen durchschnittliche gesundheit eintauschen.
 
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  • #12
Ist die Einfuhr von Samen nicht auch mal verboten worden?
Das hab ich mich auch direkt gefragt :unknown:

sagt dazu folgendes:
Ohne Genehmigung des Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sind Anbau, Herstellung, Handel, Einfuhr, Ausfuhr, Abgabe, Veräußerung, sonstige Inverkehrbringung, Erwerb und Besitz von allen Pflanzenteilen des Cannabis nach §§ 29 ff. BtMG strafbar.

Ich vermute mal, dass die Samen da auch unter Pflanzenteile fallen. Allerdings ist ja diese Genehmigung vom Bundesinstitut genau das, worum es in dem Urteil ging. Sollte also davon wohl abgedeckt sein.

--- [2014-07-22 17:15 CEST] Automatisch zusammengeführter Beitrag ---

von denen haben nun drei grundsätzlich das recht zugesprochen bekommen, selbst anzubauen.
Naja, nur fünf haben geklagt. Kann ja keiner sagen, wie viele sonst noch Anspruch hätten.
 
Ich würde gern mal wissen, wie die Apotheken-Kurse so sind.

Vor 2 Jahren 1g für 14,40 incl. Märchensteuer, also ca. doppelt so teuer wie "auf der Straße"
Allerdings gab es da meist nur Indica, welches von der Wirkung her eher einem Beruhigungsmittel/Antidepressiva gleichkommt.

Wobei natürlich bei Indoor-Anbau die Beleuchtung möglichst wenig Wärme produzieren sollte, da das mehr Strom zieht und u.U. brandschutztechnisch schwierig sein könnte.

Die normalen Natriumdampflampen werden extrem heiß, mit gutem Airflow aber kein Problem, wie auch bei unseren PC's ;)
Die LED Lampen haben das Hitzeproblem nicht, dafür braucht man statt einer NDL mehrere LED Pannels, wovon eines schon ca 3x so teuer wie die einzelne Lampe ist.
 
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Auf Stern.de steht das 5g 75€ kosten und 2,5 Tage halten. Also bist du bei 900€/Monat. Selber anbauen sollte schon günstiger sein.
 


Andreas Fleischfresser :D

Also mir hatte die Knappschaft damals meine 10 Akupunktursitzungen gegen Migräne ohne Murren bezahlt. Und was soll ich sagen? Es tat nicht weh (außer jeweils die Nadel in der Hautfalte zwischen Daumen und Zeigefinger) und wirkte. Fast keine Anfälle mehr und wenn überhaupt, dann mit deutlich weniger Schmerzen.


Das Urteil finde ich gut, ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Und es zeigt, dass eben nicht immer die Schulmedizin/Chemiekeule das Mittel der Wahl sein muss.
 
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  • #16

Das nenne ich mal nen Verbrauch :eek:

--- [2014-07-22 18:47 CEST] Automatisch zusammengeführter Beitrag ---

Die normalen Natriumdampflampen werden extrem heiß, mit gutem Airflow aber kein Problem, wie auch bei unseren PC's
Sicherlich. Aber es geht ja nicht nur um die Hitze als solche, sondern um den damit verbundenen Mehrverbrauch an Energie.
Im Augenblick sind LEDs zwar noch recht teuer. Aber selbst in den ca. 2 Monaten, in denen ich die Entwicklung jetzt beobachte, waren schon Preisänderungen fest zu stellen.
 
Naja was heißt Verbrauch? Ist ja kein Verbrauch eines durchschnittlichen Konsumenten, die rauchen das anstatt Tabletten zu nehmen, da sind 2g/Tag doch ok. Ich habe mal was von einem Tourette-Kranken gehört, der über 1500€ p.M. für das Gras ausgeben muss, privat natürlich weil die Kasse das nicht übernimmt. Dabei würde die mit 1500€ sicher noch günstiger wegkommen als wenn se die Tabletten von dem übernehmen würden.
 


So 1,5 bis 2,5 Gramm am Tag sind doch für regelmäßige Kiffer keine Utopie. Abhängig ist das natürlich auch von der Form der Aufnahme.

So ein Kakao mit Hasch oder Kekse machen i.d.R. ne Weile platt, der Bong-Raucher zischt in der Zeit schon ein paar mehr Hüte durch. Da geht es ja dann auch wieder um den nächsten Flash. Und ruckzuck ist mindestens ein Gramm verdampft! :D
 
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  • #20
@PaRaDoX: Auch wieder wahr. Hatte mal nen Mitbewohner, der sich auch abends so seine 2 oder 3 Köpfe geraucht hat.
Für mich wär das aber ne ziemliche Menge.
 
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