unterschiedliche Wertvorstellungen von Politikern und Bürgern

loopzone

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Das Meinungsforschungsinstitut YouGov hat herausgefunden, dass Bürger und Politiker verschiedene Wertvorstellungen haben.

Dazu wurden jeweils 1000 Volksvertreter und Bürger zu ihren Vorstellungen befragt und diese miteinander verglichen. Nachdem im Jahr 2011 das erste mal eine solche Umfrage durchgeführt wurde, zeigt sich der Trend, dass die Wertvorstellungen von Politikern und Bürgern zunehmend auseinanderdriften. Einer der Forscher von YouGov stellte fest, dass dies ein Hinweis auf unterschiedliche Lebenswirklichkeiten sei.

Während Politiker abstrakte Werte wie Gerechtigkeit, Freiheit und Solidarität favorisieren, sind für die Bürger Respekt, Ehrlichkeit, Familie, Zuverlässigkeit und Toleranz sehr wichtig.




Meine Meinung: Sehr interessant ist, dass den Bürgern Werte wie z.B. Ehrlichkeit und Respekt sehr wichtig sind, während Politiker auf solche Tugenden offenbar keinen gesteigerten Wert legen. Politiker haben ganz offensichtlich den Kontakt zum Bürger verloren und handeln in unserer repräsentativen Demokratie zusehends nach Vorstellungen, die nicht deckungsgleich mit denen der sie wählenden Menschen sind. Das ist IMHO gefährlich und führt zunächst zu einer Gleichgültigkeit der Menschen und irgendwann zu Ablehnung oder sogar Hass ggü. der Politik. Erste Tendezen dahingehend zeigen sich offenbar schon wenn eine Mehrheit der Bürger angibt, dass Werte in den vergangenen 5 Jahren unwichtiger geworden sind.

Wie seht ihr das? Heben unsere Volksvertreter vom Boden der Tatsachen ab, oder haben sie das große Ganze vor Augen und unterscheiden sich deshab so sehr von den Werten der Bürger?
 
Die Studie ist meiner Meinung nach Blödsinn!

Die Politiker-Werte Gerechtigkeit, Freiheit und Solidarität sind nur die üblichen Floskeln, die dem Wahlvieh vorgelegt werden...
Irgendwie muss man sich ja profilieren...
 
Die Frage, welche ich durch diese Umfrage nicht beantwortet weiß, ist als welches Individuum haben die Politiker die Umfrage beantwortet. Der gemeine Bürger hat ja im Normalfall nur eine Persönlichkeit - wohl die mit welcher sie auch in der Umfrage zu Gange waren. Bei Politikern ist das m.M.n. wohl nicht so einfach. Die leben ja andauernd mit ihrer Politiker-Fassade. Argumentieren stets diplomatisch. Verpacken ihre Meinung hinter Worthülsen. Denke das man sowas über die Zeit einfach so verinnerlicht das auch hier mit teilweise übergeordneten Werten geantwortet wurde. Außerdem hätte ich mit dem Geld was die da verdienen wohl auch etwas mehr Abstand zu den weltlichen Problemen der Bevölkerung im Mittelstand :cool: Klar finde ICH Ehrlichkeit wichtig. Wenn mich der Klempner um 200€ bescheißt ist das für mich ein Einschnitt. Ich muss dann wo anders sparen. Das es einem Politiker mit einem fetten Gehalt auch so geht bezweifle ich einfach mal....
 
Während Politiker abstrakte Werte wie Gerechtigkeit, Freiheit und Solidarität favorisieren, sind für die Bürger Respekt, Ehrlichkeit, Familie, Zuverlässigkeit und Toleranz sehr wichtig.

Ähh... ist das nicht im Prinzip exakt dasselbe (bis auf "Familie")? :D

Gerechtigkeit und Solidarität passen außerdem nur bedingt zusammen (mMn)
Überhaupt ist - besonders "Freiheit" - doch ein Oberbegriff für sämtliche von den Bürgern gewünschte Werte (besonders "Toleranz").

Habe mir jetzt nicht die gesamte "Studie" *hust* durchgelesen, aber bei so "fragwürdigen" Resultaten, legt sich das Interesse bei mir direkt wieder.

Es wird btw. für die Politik niemals möglich sein, jeden Bürger zufrieden zu stellen. Es ist nur möglich, einige ausgesuchte(!) glücklicher zu machen, als den Rest.
Das hat weder was mit Gerechtigkeit, noch mit Solidarität zu tun.
 
So ein Blödsinn, welcher führende Politiker hat denn irgendwelche Wertvorstellungen ausser "Reichtum" und "Wiederwahl"?
Trautig, dass es so ein Stuss in alle Zeitungen schafft...
 
Solche Umfageergebnisse sind mit größter Vorsicht zu genießen. In den Sozialwissenschaften hängt das Ergebnis einer Messung vom verwendeten Messinstrument ab, einer Skala, einer Item-Batterie, deren Gewichtung etc. Je nachdem, wie ich die Frage formuliere, fällt auch das Resultat aus. Anders als in den Naturwissenschaften ist Objektivität im strengen Sinn unmöglich.

Noch problematischer ist die Interpretation. Nehmen wir die "Ehrlichkeit". Bürgern ist sie angeblich wichtig, Politikern nicht so sehr.

Sind Politiker also unehrlicher?

Oder sind sie umgekehrt ehrlicher und aufgeklärter als der Duchschnittsbürger?

Jeder lügt den lieben langen Tag, anders wäre Frieden in der Gesellschaft undenkbar. Wenn mir in der Frühe mein Vorgesetzter im Büro begegnet und ich denke "Fahr doch zur Hölle", dann sage ich das natürlich nicht sondern wünschen im Gegenteil einen "Guten Morgen". Das Zusammenleben mit anderen Menschen erfordert, dass wir in der Regel nicht die Wahrheit sagen. Höflichkeit ist ein anderes Wort für die das Leben erst erträglich machenden vielen kleinen Lügen.

Ich vertrete hier also mal die Meinung, dass die Bürger, die so tun, wie wenn sie größten Wert auf Ehrlichkeit legen würden, einfach nur ganz besonders scheinheilig sind und sich bezüglich ihres eigenen Verhaltens und Charakters gerne Illusionen machen.

Erhlicher, aufgeklärter und nüchterner sind hingegen die Politiker, die freimütig zugeben, dass Ehrlichkeit nicht ganz oben auf ihrer Prioritätenliste steht.

So kann man es auch sehen, darüber kann man lange diskutieren, und was Genaues weiß man am Ende trotzdem nicht.

So ein Blödsinn, welcher führende Politiker hat denn irgendwelche Wertvorstellungen ausser "Reichtum" und "Wiederwahl"?
Das sind die Ziele. Aber auf dem langen Weg dorthin permanent den eigenen Charakter verleugnen kostet zu viel Kraft, Kraft, die man besser im Konkurrenzkampf einsetzten kann. Beispiel: Ein prinzipientreuer Rigorist ist auf dem Lehrstuhl besser aufgehoben, in der Politik hält er es nicht lange aus und schmeißt hin, weil er dauernde Kompromisse machen muss, die er als ehrenrührig und als furchtbare Fehler empfindet.

Die Politiker kommen ihm wie charakterlose Hallodris vor, was sie ja auch sind.

Gott sei dank!

Würde Politik von prinzipientreuen hochmoralischen Rigorsiten gemacht, oder von Schriftstellern und Intellektuellen, hätten wir längst den Dritten Weltkrieg.
 
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Würde Politik von prinzipientreuen hochmoralischen Rigorsiten gemacht, oder von Schriftstellern und Intellektuellen, hätten wir längst den Dritten Weltkrieg.
Hmm, es gibt momentan ziemlich viele Kriege auf der Welt, und in wirklich allen davon geht es letzlich um Geschäfte.
Wer hat die denn wohl angefangen frage ich mich? Wohl kaum die "Schriftsteller und Intellektuellen" :rolleyes:
 
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  • #8
Natürlich können Umfragen immer in eine gewisse Richtung gelenkt werden. Ich habe aber Schwierigkeiten mir vorzustellen, dass Politiker andere Fragen erhalten haben als die Bürger. Da die Umfrage bereits das zweite mal durchgeführt wurde, gehe ich davon aus, dass die Politiker nach der ersten Befragung nicht falsch wiedergegeben sehen.

Deshalb gehe ich davon aus, dass der Gehalt der Umfrage sicherlich richtig ist.
 
Joa, klingt nach üblichem Politiker geschwafel,
wenn sie es schaffen würden das ganze Medienwirksam und populistisch auszuschlachten,
dann würden sie ohne zu zögern uns und jeden den wir kennen als Trockenfutter an den Zoo verkaufen.:unknown:
 
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