Nach wie vielen Semestern lohnt sich ein Praktikum?

forensiker

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Hallo,

hier nachzufragen erscheint mir sinnvoll, weil ich denke, dass es hier einige Leute mit Studien- und Berufserfahrung gibt, die mir helfen können.

Ich beginne zum kommenden Semester ein Informatikstudium und möchte dann im Sommer vielleicht ein Praktikum machen.
Es ist zwar nicht verpflichtend, aber ich denke es hilft ein wenig den Lebenslauf zu erweitern.
Was mir aber Sorgen macht, ist ob es überhaupt sinnvoll ist.
Weil: Nach einem Semester habe ich wahrscheinlich noch überhaupt nicht genügend Kenntnisse um in einem Betrieb sinnvoll zu arbeiten und wäre nur ein großer Klotz am Bein.

Auf der anderen Seite hätte ich dann zur Bachelorarbeit nur die Chance für ein Praktikum, mit dessen Schein ich mich bei einem Unternehmen bewerben könnte:

1. Semester
Semesterferien im Sommer
2. Semester
3. Semester
Semesterferien im Sommer
4. Semester
5. Semester
Semesterferien im Sommer (aber zu spät, um sich im Unternehmen zu bewerben)
6. Bachelorarbeit (wird in einem Unternehmen geschrieben)

Semesterferien nach dem WS sind keine Alternative, da ich dort nur maximal vier Wochen frei hätte, weil davor und danach Prüfungswochen sind.

Meine Fragen an die Leute mit Erfahrung:

Was denkt ihr? Trotzdem versuchen ein Praktikum zu machen?
Sollte ich das Praktikum in der Industrie machen oder könnte man das auch woanders machen? (z.B. IT-Support o.ä.)
Wie groß sind die Chancen auf einen Platz und wie stark wird später auf absolvierte Praktika geachtet?

:)
 
Mach einfach das Praktikum für dich selbst. Solch ein kurzes Praktikum wird deinen Lebenslauf nicht sonderlich erweitern.

Besser: Werde Werkstudent irgendwo, falls das als Informatikstudent möglich ist. Dort verdienst du Geld und hast etwas gutes für den Lebenslauf! :)
 
Der Zeitpunkt spielt keine Rolle.
Als Informatiker solltest du natürlich schon programmieren können, aber ansonsten wird man für dich schon eine Aufgabe finden, die du auch bewältigen kannst. In den Stellenausschreibungen steht ja auch immer drin, was sie wollen (Programmieren mit VB/Kentnisse von MySQL-Datenbanken/...) und so was kannst du dir dann ja auch anlesen (oder besser anüben).

An sich kann mich fkr aber nur anschließen: Wenn du ein Praktikum nur für deinen Lebenslauf machen möchtest, dann sollten es schon ein ganzes Praxissemester sein (also 4 bis 6 Monate). In der Zeit kann man dich auch richtig in ein Projekt einbinden.
Wenn es dir nur darum geht, eine Stelle für eine Bachelorarbeit im einem Unternehmen zu bekommen, halte ich auch eine Werkstudententätigkeit (so ab dem 4. Semester) am zielführendsten.
 
Ich halte ein Praktikum ebenfalls nicht für besonders sinnvoll, zumindest wenn du grundsätzlich bereits weißt, dass du in die Richtung gehen möchtest und es nicht als Entscheidungshilfe brauchst. Sowieso erschließt sich mir nicht der besondere Vorteil eines Praktikums gegenüber einer bezahlten Nebentätigkeit. Welchen Vorteil das Unternehmen davon hat, ist mir klar, aber du? Arbeitest du gerne unbezahlt? Mich hatte damals schon nach dem ersten Semester Wirtschaftsinformatik jemand dazu eingeladen (förmlich darauf gedrängt), ich möge doch bei ihm im Unternehmen anfangen. Der Grund war: Ich hatte wohl eine der besten Klausuren in Algorithmen und Datenstrukturen, er hat Wind davon bekommen. So einfach kann es gehen.

Also konzentriere dich erst mal auf dein Studium, lerne zu Programmieren und schreibe gute Noten. Wenn du das Gefühl hast, du bist bereit für einen Nebenjob, bewerbe dich oder lasse dich anwerben. Der angenehme Nebeneffekt: Wer deine Zeit bezahlt, will dich auch irgendwie sinnvoll einsetzen. Zumindest meine Kollegen waren damals sehr interessiert daran, dass ich viel Neues lerne und mich weiterentwickele.
 
Weil: Nach einem Semester habe ich wahrscheinlich noch überhaupt nicht genügend Kenntnisse um in einem Betrieb sinnvoll zu arbeiten und wäre nur ein großer Klotz am Bein.
Ich nehm Dir mal etwas die Illusion. Auch nach 2 oder 3 Semestern sind Deine Kenntnisse nicht so, dass du jetzt in einem Betrieb sinnvoll arbeiten könntest, sofern du ohne Grundkenntnisse Dein Studium begonnen hast.

In der Uni lernst du in erster Linie die Theorie. Das Programmieren lernst du nur über die Praxis. Und genau dafür gibt's Praktika, Nebenjobs oder die Tätigkeit als Werksstudent. Du solltest also das Praktikum nicht machen, um dort "sinnvoll" zu arbeiten sondern um dort programmieren zu lernen.

Mal noch ein anderer Aspekt, ob man ein Praktikum machen kann / soll:
Ich hab zwar noch zu Diplomzeiten studiert. Aber ein Mitstudent hat mehrere Praktika gemacht. Eins in Kolumbien, eins in Paris, eins in Thailand. Ja, er hat Informatik studiert. Er hat sein Studium auch nicht in der Regelstudienzeit geschafft. Aber ich glaub, seine Sichtweise war nicht verkehrt. Ich bedauere heute, dass ich das so nicht gemacht hab. Bei mir war's nur ein Auslandssemester und ein Auslandspraktikum.
 
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  • #6
Okay, dann werde ich es mir nochmal überlegen.
Und was das unbezahlte Arbeiten angeht: Wenn man ohne Fähigkeiten in einem Unternehmen unterwegs ist, dann kann man nicht davon ausgehen, dass man bezahlt wird.
Nach einem Semester (oder drei) sammelt man dann erste Erfahrungen in Unternehmen. So habe ich mir das gedacht. Niemand arbeitet gerne unbezahlt. :)

Dass man nach mehreren Monaten in ein Projekt integriert ist, ist mir klar. Das wäre perfekt, jedoch ist das etwas schwierig neben dem Studium.
 
Nunja, ich habe im 7. Semester ein Praktikum angetreten und muss sagen, dass ich ein unbezahltes Praktikum dort nicht mehr angenommen hätte.

Klar ist der Wissensstand dann anders, aber ich bin der Meinung, wenn ich eine volle 40-Stunden(+)-Woche arbeite und nahezu die selben Tätigkeiten, wie die anderen Ingenieure dort durchführe, dann sollte das auch etwas(!) entlohnt werden.

Hierbei ist es natürlich ein Unterschied, dass ich mich nicht mehr am Anfang meiner Studienzeit befand, in Regelstudienzeit war und es evtl eine andere Branche als bei Informatik ist.

Hinzu kommt, dass ich dort für sechs Monate war und nach drei Monaten mein Gehalt um 20% erhöht wurde.

Dennoch würde ich dir eine Nebentätigkeit empfehlen, statt zwei Wochen Praktikum im Sommer.
 
Ich kann nur dringend dazu raten entweder ein längeres Praktikum oder eine Werkstudententätigkeit in deine Studienzeit einzubinden - und zwar so früh und lange wie möglich. Vor allem, wenn du noch überhaupt keine Praxiserfahrung hast, sind Praktika und Werkstudententätigkeiten von elementarer Bedeutung bei späteren Bewerbungen. Ohne diese ist es - zumindest Stand heute - sehr schwer direkt eine (vernünftige) Festanstellung zu erhalten.

Das kann sich durch den demographischen Wandel usw. bis in ein paar Jahren natürlich ändern, aber riskieren würde ich es nicht.

Edit - Notfalls ein Urlaubssemester mit Praktikum einschieben.
 
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  • #9
Also sollte ich lieber versuchen Werkstudent zu werden.

Gibt es da gewisse Portale auf denen man sich umschauen kann? Und werden solche Stellen explizit ausgeschrieben oder darf man sich da auch initiativ bewerben?

Ich habe zwar eine Liste von IT Unternehmen in der Umgebung, aber vielleicht hat ja jemand einen guten Tipp. :)
 
Ich habe zwar eine Liste von IT Unternehmen in der Umgebung, aber vielleicht hat ja jemand einen guten Tipp. :)

Genau das ist ein guter Anfang. Siehe dich auch regelmäßig an deiner Universität / FH nach Aushängen um, höre dich bei denen Dozenten um, die haben manchmal noch "nebenbei" was am Laufen. In den höheren Semestern werden auch einige irgendwo als Werkstudent arbeiten, die wissen oft, ob ihr Unternehmen weitere Werkstudenten sucht und vor allem, was sie zahlen und wie die Bedingungen sind. An der Universität selbst, also den Forschungsgruppen, kannst du dich auch umsehen. Die brauchen sicher hin und wieder studentische Hilfskräfte; die Bezahlung wird dort aber wahrscheinlich schlecht sein.
 
Gibt es da gewisse Portale auf denen man sich umschauen kann? Und werden solche Stellen explizit ausgeschrieben oder darf man sich da auch initiativ bewerben?

Sowohl als auch. Häufig sind die Stellenausschreibungen auch recht allgemein gehalten, im Sinne von "darum geht es grob, bewirb dich mal, dann sehen wir was du kannst und finden was passendes".
Wenn du keine Vorkenntnisse in dein Studium mitbringst (also schon Programmieren kannst), glaube ich allerdings nicht, dass du im 1. oder 2. Semester schon weit genug bist.
 
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