[Politik und Gesellschaft] NSA-Skandal: Außenminister Kerry entschuldigt sich nicht

Mit Spannung wurde die Rede von US-Außenminister John Kerry zur Sicherheitskonferenz im Festsaals des Bayerischen Hof in München erwartet. Seit den ersten NSA-Enthüllungen standen deutsche und amerikanische Regierung erstmals wieder gegenüber. Folglich sahen manche in der deutschen Regierung ein Momentum für eine Entschuldigung der USA gekommen.

Amerikas Chefdiplomat entschuldigte sich aber nicht. Er spricht von zerfallenden Staaten, religiösem Extremismus, Überbevölkerung und Cyber-Attacken. Die Bedrohung sei größer als im Kalten Krieg und Deutschland müsse liefern. Gesetzwidrige Massenüberwachung solle endlich kein Thema mehr sein. Spätestens nach diesem Treffen muss den Deutschen klar sein, dass die USA weder öffentlich noch hinter verschlossenen Türen zu einer ehrlichen Entschuldigung für die Aktivitäten der NSA bereit sind.

Ein No-Spy-Abkommen wird es nicht geben. Eine peinlichen Abrechnung mit den Abhöraktivitäten der NSA gegen unbescholtene deutsche Staatsbürger solle zudem besser vermieden werden. Bundesminister des Auswärtigen Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte nicht viel zu dem Thema. "Das, was stattgefunden hat an Vertrauensverlusten, insbesondere mit Blick auf jüngere Generationen, das kann sich nicht von selbst heilen", sagt Steinmeier. Einzig Innenminister Thomas de Maizère fand deutlichere Worte. Was die NSA tue, sei "maßlos", die Aufklärung über Maßnahmen auf deutschem Boden seien bisher völlig "unzureichend".

Quelle:
 
Ein No-Spy-Abkommen wird es nicht geben. Eine peinlichen Abrechnung mit den Abhöraktivitäten der NSA gegen unbescholtene deutsche Staatsbürger solle zudem besser vermieden werden.
Mal sehen, ob die damit besser fahren, als die katholische Kirche mit ihren "Kinder-Poposexproblemen". Bei denen hat das Totschweigen und das Vertuschen nicht sooo toll funktioniert.
Immer schön weitermachen mit lügen und betrügen und sehen, wann einem die Kacke um die Ohren fliegt.
 
Was bitte schön soll denn Deutschland (noch) Richtung USA liefern (als sie es ohnehin schon tun)? :unknown:
 
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  • #4
Naja, wir sollen von einer "Kultur der Zurückhaltung", "zu einer Form der Verantwortung, die wir noch zu wenig eingeübt haben". Oder "Deutschland ist eigentlich zu groß, um Weltpolitik nur von der Außenlinie zu kommentieren". Mit anderen Worten mehr Auslandseinsätze, mehr Ressourcen zur Verfügung stellen und Führung übernehmen.
 
Vielleicht meint er damit, dass wir in Mali mal ein paar Tanklastzüge bombardieren sollten. Oder ein paar Hochzeitsfeiern in Afghanistan sprengen. Oder im Kosovo, da gibt es doch bestimmt auch noch Terroristen.
 
Und natürlich sämtliche Telekommunikationsdaten der Bevölkerung Deutschlands rüberschieben sollen und endlich die Klappe halten sollen wegen der Handygate Sache.

:m
 
Unserer Verantwortung in der Hinsicht sind wir doch mit De-Mail schon nachgekommen: Alle wichtige Kommunikation wird in Zukunft nicht nur unverschlüsselt, sondern auch zentral gespeichert. Und bei 39 Cent pro Nachricht muss nicht einmal mehr der Spam vorher aussortiert werden.
 
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  • #8
Selbst die Bundesregierung ist zu der Einsicht gelangt, dass De-Mail den eigenen Anforderungen für den Schutz sensibler Daten nicht genügt. Das Risiko ist inakzeptabel hoch.
 
Gab es nicht erst kürzlich umfangreiche Gesetzesänderungen, um einige Gesetze so anzupassen, dass De-Mail doch passt?
 
Er spricht von[...] Überbevölkerung [...]
Augenblick mal. Wollen die USA dieses Problem mit Hilfe der von der NSA gesammelten Überwachungsdaten aus der Welt schaffen?
Ähm...
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Wozu sollten sich die USA auch entschuldigen oder gar ihr Verhalten ändern, wenn die deutsche Regierung ihr auch so in den Arsch kriecht?
 
Ey Leute, wie wäre es mal zur Abwechslung mit ein paar Aussagen mit etwas mehr Niveau?

Sollte Deutschland seine Verantwortung wirklich in Angriff nehmen, so müsste dies damit einhergehen, dass wir die US-Überwachung & Wirtschaftspionage auch DEUTLICH kritisieren.

Dann zeige mir doch einer einen deutschen Politiker auf Bundesebene mit hoher Verantwortung, der dazu bereit oder in der Lage ist. Mit Ausnahme von Wolfgang Bosbach (im Wahlkreis direkt gewählt, keine Liste) hält man sich zu dem Thema doch vornehm zurück. Die werden doch sofort von Merkel & Co. zurückgepfiffen, sollten sie zu kritische Äußerungen in Richtung USA machen.
 
Einzig Innenminister Thomas de Maizière fand deutlichere Worte. Was die NSA tue, sei "maßlos", die Aufklärung über Maßnahmen auf deutschem Boden seien bisher völlig "unzureichend".
Der Mann ist klasse. Zwischen 22. November 2005 und 28. Oktober 2009 Chef des Bundeskanzleramtes und damit auch Beauftragter der Bundesregierung für die Nachrichtendienste, dann bis 3. März 2011 und ab 17. Dezember 2013 Innenminister und somit auch Chef des für die Spionageabwehr zuständigen Verfassungsschutzes. Dazwischen war er mal Bundesverteidigungsminister und wenn auch an langer Leine, für den Militärischen Abschirmdienst zuständig...

Der feine Herr dürfte, wenn es um Geheimdienste geht, zu den am besten vernetzten Personen im Land gehören, abgesehen davon, dass die Spionageabwehr im Moment wieder in seine Zuständigkeit fällt. Und was macht er? Er findet "deutliche Worte". Das ist doch süß :coffee:
 
Ja, eben. Die kriegen doch schon alles, was sie brauchen. Von Deutscher Seite wird zwar kritisiert (wohl hauptsächlich, weil die Regierungsmitglieder auch betroffen sind), aber sonst passiert wirklich gar nichts.

Ganz im Gegenteil: Es wird den Amis weiter in den Hintern gekrochen, so tief, dass keine Sonne mehr scheint und das unselige Handelsabkommen wird natürlich auch durchgewunken, damit wir hier bald total mit Pestiziden und Steroiden verseuchtes Zeug zu kaufen kriegen.

Was soll Deutschland noch liefern? Es wird doch sowieso schon abgehorcht, Wirtsschaftsspionage betrieben etc. Oder erhoffen sich die Amis dadurch Punkte, womit sie unsere Regierung zu irgendwelchen Einsätzen zwingen könnten, damit die Amis ihre Great Crusade weiterführen können?

Was würde passieren, wenn die Deutschen bei den Kriegsspielchen der Amis nicht mitmachen würden? Einmarschieren in Deutschland? Einen Krieg beginnen? Chancen hätten wir gleich Null, da keine Atomwaffen, keine wirklich starken Verbündeten... also leichte Beute.
 
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