TTIP-Freihandels-Abkommen

Digger

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20 Juli 2013
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Hallo,

derzeit verhandeln EU-Vertreter mit der US-Regierung über das TTIP-Freihandels-Abkommen. Durchgesickerte Papiere zeigen,
dass die Unterhändler die größten Wünsche der Konzerne erfüllen wollen: Hormonfleisch, Fracking, Gen-Essen, laxer Datenschutz und eine privatisierte Wasserversorgung sollen in Europa einziehen.

Auf demokratischem Weg wäre das nie möglich. Nun soll es ein Vertrag richten, der unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgehandelt wird. Ich habe gerade einen Appell unterschrieben, um die Verhandlungen zu stoppen.
Unterzeichnet bitte auch den Appell:

 
Dazu gehört natürlich auch die Erkenntnis, daß der Nutznießer USA am Ende der Einzige ist, der einen Vorteil von so einem Vertrag hat.

Er gewinnt ja nicht nur die Freizügigkeit sondern hat dank Wirtschafts-Spionage auch alle Informationen, die für eine erfolgreiche Gestaltung dieser Art von Handel wichtig sind.
 
Gelten denn dann gar nicht mehr die Bestimmungen bezüglich Lebensmittel, die es hier und im Rest Europas gibt? Wozu gibts die dann eigentlich? Oder müssen Hormon/Pestizid...verseuchte Waren aus USA extra gekennzeichnet werden?
 
Gelten denn dann gar nicht mehr die Bestimmungen bezüglich Lebensmittel, die es hier und im Rest Europas gibt? Wozu gibts die dann eigentlich? Oder müssen Hormon/Pestizid...verseuchte Waren aus USA extra gekennzeichnet werden?
Würde eine derartige Kennzeichnungspflicht eingeführt werden, dann könnten die Importeure ihren entgangenen (zukünftiger) Gewinn einklagen, den wir Steuerzahler sicherlich gerne bereit sind zu löhnen. Nennt sich Investitionsschutz.
Ein Hoch auf den freien, deregulierten Markt, den uns dieses Abkommen bescheren würde.
 
Ist doch aber irgendwie unsinnig, wenn Produkten aus Deutschland und Europa diese Regeln auferlegt werden und dann nicht einmal kenntlich ist, was jetzt durch das blöde Abkommen davon ausgenommen ist.
 
Das Zauberwort heißt bei allen internationalen Handels-Verträgen dieser Art "Diskriminierungsverbot".

Das heißt letzten Endes, daß Qualitätsmerkmale der Produkte einfach ausgehebelt werden, weil ja hohe Anforderungen an die Qualität von Produkten logischerweise einen Nachteil beim Vertrieb von Produkten minderer Qualität bedeuten würden.

Die Qualität von Produkten orientiert sich dann am niedrigsten Niveau.

Wenn zum Beispiel ein solcher Vertrag mit Japan abgeschlossen würde, könnte bei uns durch die Fukuschima-Katastrophe belasteter Fisch verkauft werden, weil er in Japan verkauft werden darf.

Dasselbe gilt dann für alle hormonbeasteten Produkte (von denen wir ja selbst genug haben) und für alle insektizidbelasteten Lebensmittel.

Selbst die Veröffentlichung von Meßwerten belasteter Produkte könnte dann als diskriminierend bezeichnet werden.
 
Wenn zum Beispiel ein solcher Vertrag mit Japan abgeschlossen würde, könnte bei uns durch die Fukuschima-Katastrophe belasteter Fisch verkauft werden, weil er in Japan verkauft werden darf.

Wenn es hier Kunden gibt, die ihn kaufen würden, warum nicht?

Ich zum Beispiel hätte aus Altersgründen keine Bedenken. Selbst bei täglichem Fischverzehr: Bis ich angefangen würde, nachts zu leuchten, müsste ich mindesten hundert Jahre alt werden.
 
Du solltest endlich erkennen, daß Du nicht das Maß aller Dinge bist.

Wer hat das denn behauptet?

Wer verlangt denn, dass alle Menschen belasteten Fisch essen, auch kleine Kinder?

Keiner.

Ich spreche nur von mir und gleichaltrigen Kunden, die sorglos leicht radioaktiv kontaminierten Fisch essen können, weil sie den Tag, an welchem sie davon Krebs kriegen könnten, mit Sicherheit nicht mehr erleben werden.

Und ich verlange auch nicht, dass diese Alten dauernd diesen Fisch essen sollen.

Sie sollen einfach essen, was sie mögen, und mich essen lassen, was ich mag.

Und vor allem mir keine Vorschriften machen, welchen Fisch ich kaufen darf und welchen nicht.

Darauf reagiert man heute allergisch, wie das Wahlergebnis für die Grünen gezeigt hat.

Also mich bitte nicht dadurch bevormunden wollen dadurch, dass amerikanische oder japanische Sachen hier nicht angeboten werden dürfen.

Der Verteidigt einfach nur die USA und deren Handlungen bedingungslos...

Wenn einem zum Thema nichts einfällt, dann halt zur Person.

Warum stellt sich jemand eigenhändig ein solches geistiges Armutszeugnis aus? Das ist doch Masochismus.
 
@Nero: Das Problem ist allerdings, dass eine Regelung, die deine Wünsche berücksichtigt zugleich eine Regelung wäre, die für alle Konsumenten, die nicht nach deinen Maßstäben konsumieren, Nachteile hat. Sobald du erlaubst genmanipulierte Waren auf den Markt zu bringen (ggf. sogar ohne Kennzeichnungspflicht), wirst du nur noch solche Lebensmittel finden, weil die Industrie damit günstiger Waren produzieren kann und wenn es keine Alternativprodukte (weil sie viel zu teuer sind oder schlicht nicht mehr angeboten werden!) mehr gibt, dann muss auch der letzte Konsument zu den genmanipulierten greifen, weil er nicht ganz ohne Essen leben kann.
Also gibt es nur die Möglichkeit, dass man etwa Vorschriften macht, die erzwingen, dass gewisse Lebensmittel nicht angeboten werden dürfen oder nur unter solchen Bedingungen, dass der Verbraucher sie eigentlich gar nicht möchte. Man muss ihnen letztlich mindestens einen Nachteil auf dem Markt geben, weil die Produzenten ihrerseits dafür sorgen, dass diese Lebensmittel Vorteile haben (etwa günstigerer Preis).


Hat irgendjemand eigentlich gedacht, dass, nur weil nun von der EU entschieden wird, eine bessere Entscheidung zustande kommt?
 
Ist eigentlich schon bekannt, ob dann noch europäische Vorschriften gelten, die über die Inhaltsstoffe von Produkten informieren?

Besonders wichtig wäre, ob dann noch die Herkunftsländer auf der Ware ausgewiesen werden?
 
Das ist doch jetzt schon kein Muss und es kann getrickst und geschummelt werden.

Gestern oder vorgestern oder so kam dazu ein Betrag im TV. Weiß aber nicht mehr, bei welcher Sendung. Auf jeden Fall sehr spät Abends.

Da ging es um regionale Produkte, die so gekennzeichnet werden dürfen, wenn die Mehrheit des Inhalts eben aus jener Region ist.

Made in Germany ist übrigens auch nicht mehr Made in Germany im Ganzen, sondern nur die letzte Station. Also Beispielsweise Gemüse aus Türkei, zusammengepanscht mit anderem in Griechenland, verpackt in Deutschland - und schon ist es Made in Germany. (Das war jetzt ein frei erfundenes Beispiel und soll weder Griechenland noch die Türkei diffamieren, sondern nur dazu dienen, zu erläutern, wie sowas abläuft.)

Für in Deutschland verkäufliche Produkte gelten ja bestimmte Regeln was Pestizidbelastung etc. angeht. Das darf auch nicht überschritten werden.

Aber anscheinend ist es dann egal, wenn das Freihandelsabkommen mit den USA zustande kommt und auch stärker belastete Sachen dürfen hier angeboten werden?!?
 
Das bezieht sich vielleicht auf Zusammengestellte Produkte. Zumal selbst dann noch gewisse Vorschriften gelten, wenn man mal von Betrügereien absieht. (etwa eine Inhaltsstoffangabe)
 
Für in Deutschland verkäufliche Produkte gelten ja bestimmte Regeln was Pestizidbelastung etc. angeht. Das darf auch nicht überschritten werden.

Zumal selbst die nicht durchgehend eingehalten werden, wenn ich mir mal die ganzen Lebensmittelskandale aus der jüngeren Vergangenheit ansehe, die an die Öffentlichkeit gelangt sind. Wenn es dann quasi einen Freifahrtschein gibt, na dann Prost Mahlzeit. Im wahrsten Sinne des Wortes.
 
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