Ukraine und die Invasion aus Russland

Ist die Ukraine uns die Zukunft unserer Kinder und der Menschheit wert?
Aus meiner Sicht geht es da nicht nur um die Ukraine, sondern eben durchaus um die Zukunft aller. Krieg gibt es zwar seit Menschengedenken rund um die Uhr irgendwo auf diesem Planeten, aber ich denke, es ist eine weitere Chance, um zu begreifen, dass wir so eine Scheisse nicht auf diesem winzigen Felsbrocken im Weltall machen können. Und dabei hilft, dass es ein greifbarer Krieg ist.

Mal ehrlich, wohl kaum einer von uns kann sich in einen Krieg im Sudan oder so auch nur halbwegs hineinversetzen. Auswirkungen auf uns hat es auch nicht. Darum kümmert uns das nicht großartig. Das hier aber schon und auch wenn die Details für Außenstehende nicht sicher sind, es könnte doch ein weiterer, wichtiger Schritt der menschlichen Evolution werden. Ob wir uns dabei zur Hälfte ausrotten, oder nicht. Es müsste ein Lerneffekt entstehen, der sich relativ lange und weit hält.
 
Weiß nicht, was die Russen damit bezwecken wollen:

Die Versorgungsinfrastruktur (Strom, Wasser) abzuschneiden, ist ja in Kriegen keine unübliche Vorgehensweise. Aber ein Atomkraftwerk zu bombardieren, erscheint mir irgendwie dämlich.
 
Viel riskanter erscheint mir da allerdings der Zusatz "und aller Atommächte".

Leicht Off-Topic: Im Focus wird das so übersetzt: "Deshalb fordern wir nicht nur eine professionelle Einschätzung der Geschehnisse, sondern ein echtes Eingreifen mit den härtesten Maßnahmen, auch durch die Nato und die Länder, die Atomwaffen besitzen.".

Für mich liest sich das also nach einem "Schmeißt eine Atombombe und das nicht erst dann, wenn unser Atomkraftwerk zerstört wird.". ABC-Waffen sind für mich etwas vom Perversesten, was auf dieser Welt erschaffen wurde und ich halte sie niemals für eine Lösung.

Alles so ein Schwachsinn und so ne Zeitverschwendung...
 
Was hier so als alt bezeichnet wird, ist bemerkenswert.

Die alten Stinger braucht man ja nicht.

Aluhut auf.
Du machst dir doch nicht ernsthaft Sorgen, dass Deutschland jetzt kurzfristig die Waffen ausgehen und diese kurzfristig benötigt werden? Oder doch? Sonst weiß ich nicht, was das soll.

Ich will nicht von China unterjocht leben und auch nicht in einem russischen Europa, akute Probleme (russische Invasion) müssen eben einen gewissen vorrang haben vor strategischen Problemen (Klimanwandel).
Das wir die Atomreaktoren abgebaut haben.. super das rächt sich jetzt. Ich bin da immer schon sehr ambivalent gewesen, jetzt bräuchten wir diese dringend.

Bin gespannt was das gibt, wenn halb Europa die Ukraine mit Flugabwehrraketen ausgerüstet hat. Die Luftüberlegenheit ist ja der wichtige Faktor für Russland (bzw. in jedem Krieg).
 
Das wir die Atomreaktoren abgebaut haben.. super das rächt sich jetzt. Ich bin da immer schon sehr ambivalent gewesen, jetzt bräuchten wir diese dringend.

Das ist doch wieder mal zu kurz gedacht und auch noch falsch. Wie eigentlich so oft beim Thema Atomenergie.

Atomkraftwerke sind zur Stromerzeugung da. An Strom mangelt es uns nicht und bei der von Erdgas. Das kann man wohl auffangen indem man das Gas von woanders und nicht beim Russen kauft. Dafür brauch ich keine Atomkraftwerke. Besonders auch, weil man nicht mal eben so losgehen kann und Uranbrennstäbe bei LIDL an der Kasse kaufen kann. Die liegen ja nicht auf Lager sondern werden hergestellt und auch da ist Russland ein großer Produzent von Uran(nicht allein, aber eben auch da wäre Russland wieder nötig in gewissen Teilen).

Das Problem beim Gas ist das heizen. und das kommt *Trommelwirbel* überwiegend aus Russland.

Anstatt jetzt dem Atomkraftwerk hinterherzuweinen könnte man sich auch ärgern, warum man, seit Atomausstieg nicht flächendeckend in beispielsweise EE investiert hat um sich von anderen Ländern etwas unabhängiger zu machen. Das hat der Chinese beispielsweise gemacht. Die haben Dann hätte man jetzt keine so große Abhängigkeit. Die Frage stellt sich aber kaum, weil wieder eine laute Minderheit nach einer nicht beherrschbaren Technik ruft, die im Kriegsfalle dann sogar noch gefährlicher wird. Ich weiß auch nicht wie man das für eine spannende Idee halten kann, während 1300 km östlich von Berlin gerade ein bewaffneter Kampf um Europas größtes Atomkraftwerk stattfindet, veranstaltet von einem Mann, der aktuell nicht so wirkt, als würde er an der Westgrenze von der Ukraine halt machen. Der hat seine schmutzigen Finger ja auch schon nach Schweden und Finnland ausgestreckt. Belarus hat er ja inoffiziell schon.
 
Weiß nicht, was die Russen damit bezwecken wollen:

Die Versorgungsinfrastruktur (Strom, Wasser) abzuschneiden, ist ja in Kriegen keine unübliche Vorgehensweise. Aber ein Atomkraftwerk zu bombardieren, erscheint mir irgendwie dämlich.
Wurde nicht bombardiert, sondern mit Bodentruppen eingenommen. Dabei haben natürlich auch Panzer geschossen. Wenn man sich ansieht, wo das liegt und was grad wohl geplant ist, dann hätte ich das als Feldherr nicht anders gemacht. Zumal es ein Unterschied ist, ob du die Reaktor- und Lagergebäude beschießt, oder ein administratives Gebäude ohne kritische Bedeutung. Weil, wer hätte es gedacht - in einem Atomkraftwerk gibt es nicht nur strahlendes Zeug, sondern auch Büros, Toiletten, Küchen, möglicherweise Wohnungen und Besprechungsräume, die nicht gleich zur Kernschmelze führen, wenn man da ne Granate reinzimmert.

Es wurde auch recht schnell von allen Experten international klar gemacht, dass hier keine Gefahr von den Gefechten ausgeht, aber das liest sich in der Presse halt auch eher weniger interessant als "Atomkraftwerk beschossen".
 
Was ich krass finde:
1. Männer werden im eigenen Land eingesperrt
2. Zivilisten werden aufgefordert, mitzukämpfen

Das Zivilisten kämpfen sollen.. was droht denn der Zivilbevölkerung bei einer erfolgreichen Invastion Russlands? Eine neue Regierung? Was droht aber jetzt der Zivilbevölkerung, wenn sie sich mehrheitlich dem Krieg anschließt? -> Erschossen zu werden, auch unbeteiligte Zivilisten, natürlich.
 
Auch wenn mir nun wieder 'Gutmenschentum' nach gesagt wird: genau aus diesem Grund sollte man alles dafür tun Kriege zu vermeiden. Denn es ist nun mal so. Auch der größte Pazifist wird selber zur Wehr schreiten und sich verteidigen, sollte sein Leben in Gefahr sein. Machen wir uns nichts vor...

Aber es spitzt sich immer mehr zu. Putin würde ein durch die Nato durch gesetztes Flugverbot über der Ukraine als Angriff auffassen, gleichzeitig sieht er den Krieg durch die Ukraine provoziert; also als Verteidigungskrieg, weshalb er die Tür zur Apokalypse schon einen Spalt öffnet. Das Nukleararsenal wird jedenfalls schon entstaubt. Kurz um: die Kacke ist am dampfen, aber nicht zu knapp...
 
Putin hat sich in die Scheiße manövriert, aus der es kein Entkommen mehr gibt. Mit dieser Gegenwehr seitens der Ukrainer hat er nicht gerechnet, die Verhandlungen werden weiterhin ins Leere laufen, man müsste Russland bzw. Putin schon irgendwie entgegen kommen, aber das sehe ich nicht, Selenskyj hat Eier, das muss man ihm lassen. Hm, Putin entmachten, naja, ist wohl wie mit Hydra, schlägst du einen Kopf ab, wächst woanders wieder einer nach.
 
Was ich krass finde:
1. Männer werden im eigenen Land eingesperrt
2. Zivilisten werden aufgefordert, mitzukämpfen

Das Zivilisten kämpfen sollen.. was droht denn der Zivilbevölkerung bei einer erfolgreichen Invastion Russlands? Eine neue Regierung? Was droht aber jetzt der Zivilbevölkerung, wenn sie sich mehrheitlich dem Krieg anschließt? -> Erschossen zu werden, auch unbeteiligte Zivilisten, natürlich.

Ich hab ne Weile an dem Text geschrieben und deshalb nochmal das Zitat angeführt, worum es mir geht.

Grundsätzlich denke ich, dass jeder die Freiheit haben sollte zu entscheiden, ob er jetzt mitkämpft, oder lieber die Flucht ergreift. Das herangezogen werden, ist ja meiner Kenntnis nach in Deutschland ebenfalls möglich.

Zum Aufgeben um schlimmeres Leid zu verhindern: Ich denke die Ukrainer sehen das anders. Selbst wenn, ist es ja deutlich mehr als nur eine neue Regierung. Das ist ja nicht so, dass da einfach andere Leute sitzen und alles wie gehabt weitergelaufen wäre. Aus Sicht des Westens bzw. vermutlich auch der Ukrainer ist die politische Situation in Russland nicht das, was man sich langfristig so wünscht, sonst würde man die "Befreier" ja mit offenen Armen empfangen (wie es in Russland propagandiert wird).

Anscheinend ist diese Aussicht für viele Ukrainer so schlimm, dass diese sich in Scharen melden und die Regierung gar nicht hinterherkommt, diese freiwilligen irgendwie zu bewaffnen oder auszubilden.

In der Zeit war die Tage ein Artikel dazu und der zweite oder dritte Kommentar zum Artikel war, dass man sich doch lieber ergeben sollte um mögliches Leid zu lindern. Da kommen wir wieder zum Punkt von dir @BurnerR. Da will der Kommentator auch hin. Aber damit ist ja keinem geholfen. Ich als Betroffener verliere meinen Status Quo und muss sehr warscheinlich eine Verschlechterung hinnehmen. Das Leben in einem "Vasallenstaat" der handelt, damit es einem anderen Staat (Russland) besser geht, ist glaub ich nicht so schön, als wenn eine Führung am Werk ist, die in erster Linie das Wohl der eigenen Bevölkerung vorsieht.

Wenn man das weiterspannt dann könnte man ja auch argumentieren, dass der 2 WK nicht so schlimm hätte werden müssen, wenn sich die anderen Länder einfach kampflos von von Deutschland hätten überfallen lassen. Das ist ja nur eine andere Regierung und solange man kein Jude, Nicht-Weißer, Roma, Kranker oder Behinderter etc. gewesen wäre, dann wäre doch alles nicht so schlimm gewesen.
Ich denke es ist klar wo ich hin will. Daher scheint mir das jetzt keine sinnvolle Alternative.

Hinzu kommt vermutlich auch die Wut auf einen Staat bzw. Machthaber, der einem die Heimat zerbombt, flüchtende Zivilisten beschießen lässt, Wohnhäuser in Schutt und Asche legt und das ganze als Befreiungsaktion im eigenen Land verkauft. Die Titelseite der heutigen New York Times zeigt heute ein sehr bedrückendes Bild. Ich weiß nicht ob man den Angehörigen verkaufen kann, dass die doch aufgeben sollten, dann würde es nicht noch schlimmer werden.

Daher gebührt mein Respekt auch diesen Menschen in der Ukraine, die das auf sich nehmen und ihre Heimat, ihr Heimatland oder was auch immer bis in den Tod hin verteidigen wollen. Ich weiß nicht, ob ich es selber so machen würde für Deutschland, oder ob ich nicht einfach gehen würde und anderswo mein Glück suchen würde.
 
Für die russischen Soldaten mit Sicherheit auch kein leichter Einsatz, gegen das Brudervolk zu kämpfen, moralisch sehr schwierig, fragen sich bestimmt auch als, was wir hier eigentlich machen. Verweigern sie den Dienst, werden sie wahrscheinlich standrechtlich erschossen. Sinnlos, die ganze Scheiße.
 
Viele russische Soldaten wissen ja immer noch nicht, dass es in den Krieg geht.
Denen wurde vorgegaukelt, dass es sich um eine Militärübung handelt.
Es sind auch überproportional Milchgesichter auf russischer Seite unterwegs in den Landfahrzeugen.
 
Es ist ja auch kein Krieg, sondern eine militärische Sonderaktion...
 
Ich hab ne Weile an dem Text geschrieben und deshalb nochmal das Zitat angeführt, worum es mir geht.
Danke für deinen ausführlichen Beitrag, auch dem letzten, wo du mich bezüglich Atomenergie korrigiert hast.
Ich sehe einen Unterschied zwischen "sich ergeben" und "die Zivilbevölkerung auffordern am Krieg teilzunehmen". Ich bin absolut nicht dafür, dass die Ukraine sich ergibt und ich bin sehr dafür, dass wir Luftabwehr und Panzerabwehrwaffen in die Ukraine schicken. Aber das man unbedingt Zivilisten einbinden muss... und dann ja sogar noch ein Stückweit unter Zwang dadurch, dass Männer nicht fliehen dürfen. Das finde ich schon krass. Das ist auch ein Thema wo ich glaube, dass man als Laie oder speziell gerade als Ukrainischer Bürger womöglich nicht das ganze Ausmaß solcher Entscheidungen erfassen kann.
Zum einen hat die Ukraine eine Situation geschaffen, bei der Zivilisten womöglich teilweise nicht mehr unter das intern. Kriegsrecht fallen und damit z.B. (so mein Verständnis) womöglich nicht mehr von den Genfer Konventionen gschützt werden. In jedem Fall aber und auch aus einer praxisnäheren Perspektive betrachtet geht der Schutz der Zivilbevölkerung durch diese Entscheidungen der ukrainischen Entscheidungen ein gutes Stück weit verloren.

Kommunismus, Unterdrückung, Abschaffung der Demokratie.
Das ist schnell dahergesagt, aber es geht hier ja um graduelle Dinge. Die Demokratie in der Ukraine ist ja sowieso eher schwächelnd, der Westen hatte zuletzt schließlich einen Putsch in der Ukraine absichtlich erzeugt und mitgetragen.

Ich hätte z.B. keinen Bock, wenn meine Nachbarn eine Etage unter mir mit Molotiv Cocktails werfen und ich deswegen sterbe, weil ein Panzer zurück schießt. Erst recht nicht, wenn Soldaten meiner eigenen Regierung mich dazu zwingen, im Land zu verbleiben. Dann sollen sie doch ZUMINDEST die Menschen raus lassen, die nicht mitmachen wollen.
 
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