• Hallo liebe Userinnen und User,

    nach bereits längeren Planungen und Vorbereitungen sind wir nun von vBulletin auf Xenforo umgestiegen. Die Umstellung musste leider aufgrund der Serverprobleme der letzten Tage notgedrungen vorverlegt werden. Das neue Forum ist soweit voll funktionsfähig, allerdings sind noch nicht alle der gewohnten Funktionen vorhanden. Nach Möglichkeit werden wir sie in den nächsten Wochen nachrüsten. Dafür sollte es nun einige der Probleme lösen, die wir in den letzten Tagen, Wochen und Monaten hatten. Auch der Server ist nun potenter als bei unserem alten Hoster, wodurch wir nun langfristig den Tank mit Bytes vollgetankt haben.

    Anfangs mag die neue Boardsoftware etwas ungewohnt sein, aber man findet sich recht schnell ein. Wir wissen, dass ihr alle Gewohnheitstiere seid, aber gebt dem neuen Board eine Chance.
    Sollte etwas der neuen oder auch gewohnten Funktionen unklar sein, könnt ihr den "Wo issn da der Button zu"-Thread im Feedback nutzen. Bugs meldet ihr bitte im Bugtracker, es wird sicher welche geben die uns noch nicht aufgefallen sind. Ich werde das dann versuchen, halbwegs im Startbeitrag übersichtlich zu halten, was an Arbeit noch aussteht.

    Neu ist, dass die Boardsoftware deutlich besser für Mobiltelefone und diverse Endgeräte geeignet ist und nun auch im mobilen Style alle Funktionen verfügbar sind. Am Desktop findet ihr oben rechts sowohl den Umschalter zwischen hellem und dunklem Style. Am Handy ist der Hell-/Dunkelschalter am Ende der Seite. Damit sollte zukünftig jeder sein Board so konfigurieren können, wie es ihm am liebsten ist.


    Die restlichen Funktionen sollten eigentlich soweit wie gewohnt funktionieren. Einfach mal ein wenig damit spielen oder bei Unklarheiten im Thread nachfragen. Viel Spaß im ngb 2.0.

Was ist eigentlich Burnout?

BOE2502

NGBler

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29 Nov. 2015
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91
Hallo.

Ich stelle mir seit längerem die Fragen was eigentlich Burnout ist. Natürlich Abseits der allg. Definitionen auf Wikipedia und Co.
Denn ich sehe und erlebe immer häufiger das Leute "Burnout" haben. Freunde im Privaten, auf Arbeit, Verwandtschaft. Es zieht sich gefühlt wie Kaugummi durch die Gesellschaft aber ist Burnout gleich Burnout?

Neulich führte ich eine Unterhaltung mit einem Bekannten und der wollte mir erzählen ich bin kurz vorm Burnout. Nicht so dahingesagt, sondern ernsthaft.
Für mich ist das eine klare Übertreibung.
Das Gespräch fing damit an, dass die Floskel kam: "...und wie läufts auf Arbeit?".
Antwort: "...ja scheiße langweilig wie immer...!"

Das Gespräch nahm fahrt auf und am Ende waren wir beim Thema Burnout.
Denn er meint mein Verhalten und meine Lustlosigkeit rühren daher, dass ich "ausgebrannt" bin. WEIL:

- ich gehe auf Arbeit aber was dort passiert ist mir total egal. Ich mache meine Arbeit so gut wie möglich und nötig. (Find ich persönlich gut)
- interessiere mich für keinen
- 0 Smalltalk
- egal in welche Abteilung man mich steckt, ob QS, Einkauf, Verkauf, Leitung usw...ich lege überall diese Scheißegal-Haltung an den Tag und bin zu ausnahmslos Jedem ehrlich, was natürlich nicht gut ankommt
- würde man mich kündigen, wäre mir das total egal. Bewerbung schreiben, wo anders anfangen, fertig!
- wirke im Privaten auch lustlos und teilnahmslos - Ich persönlich denke das kommt daher, das ich ab Mitte -Ende 20 einfach aufgehört habe mich wie in "Kind" zu verhalten. Während andere Freunde in den Mittdreißigern immer noch auf jeden Dorfbums rennen, saufen, ziehen, durchmachen usw. Ich habe eine Frau, ein Kind, ich unternehmen gerne was in meiner Freizeit mit der Familie oder alleine . Radtouren, wenns Geld passt Urlaub, Tagesausflüge, Museum. Wenn ich Lust darauf habe, dann fahre ich Samstags zur Ostsee 200km, habe einen schönen Tag, besuche Famielie und fahre Abend wieder nach Hause. Aber weil ich Samstag Abend zu Hause bin und ein Buch lese, statt irgendwo zu saufen, bin ich teilnahmslos...hää?
- ich akzeptiere das Wort Stress nicht. Das Wort befindet sich in meinem Wortschatz aber ich kann es bei mir nicht anwenden - Stress ist für mich eine Ausnahmesituation in der ich noch nie bewusst war. Was andere als Stress bezeichnen ist für mich Termindruck, Unwissenheit und psychisch implementierte Gedankengänge (wenn ich nervös bin muss ich aufs Klo bis ich leer bin), kommt aber sehr selten vor.

Ich weiß nicht ob ich am Thema vorbeilaufe oder ob die Latte für Burnout mittlerweile so tief liegt wie ein Türken-Dreier. Irgendwie sollen die genanten Faktoren ausschlaggebend dafür sein, dass ich Burnout habe. Verstehe ich nicht!

Daher stellt sich mir die Frage was ist eigentlich Burnout für die Gesellschaft?
Ein Bekannter hatte "Burnout". Er meint er kann sich nicht konzentrieren auf Arbeit und in seiner Freizeit findet er keine Ruhe vom Job. Kriegt auf Arbeit bei Stress Bauchschmerzen, Durchfall, Schweißausbrüche. Zeit für Drogen, Party, Alkohol ist aber immer da am Wochenende. Das ist für mich kein Burnout. Das ist ein unausgewogenes, schadhaftes Leben, nicht mehr!
Der Arzt hat ihn auf Kur geschickt, also bezahlter Urlaub.

Oft sind die Leute zum Burnout auch noch depressiv. Natürlich auch vom Psychologen bestätigt. Am besten gleich 5 verschiedene Arten. Dann kommt das Thema Alkoholkonsum hinzu. Besonders in Produktionsbetrieben mit 3- und 4-Schichtsystem ist zu beobachten, dass viele Menschen sich vor oder nach der Arbeit volllaufen lassen. Bei manchen gehts gut bei anderen weniger. Das endet dann, wer hätte es gedacht, beim Arzt und Urlaub auf Staatskosten. in meiner 9 jährigen "Karriere" in meinem jetzigen Betrieb könnte ich mindesten 20 Fälle noch fehlerfrei aufzählen, wo ich persönlich erlebt habe, dass Leute betrunken auf Arbeit kommen. 3 Der Kandidaten waren auf Entzug. Einer wurde entlassen, einer kam wieder halbwegs klar aber trinkt wieder und einer hatte dann psychische Krankheiten und Burnout. Wobei ich mir nicht sicher bin ob der Letzte nicht einfach mehr Freizeit fürs Saufen brauchte. Nicht zum Spaß sonder der Krankheit wegen, versteht sich.
Nächste Fall: Büroarbeiter wie ich. 20 - 30 Akademiker im Betrieb und 2 Fälle von Burnout mit Langzeitausfall. Dabei stellt sich mir die Frage, ob die Leute nicht einfach mit ihrem Job überfordert sind. Denn ein "Facharbeiter" der seine Position besetzen kann, solle doch keine Probleme haben seinen Job auszuüben und täglich Ziele dieser zu erreichen. Klar staut sich die Arbeit mal auf, das macht man dann halt später wenn die Prioliste es zulässt. Früher waren bei uns 1-2 Personen für eine Abteilung zuständig, für die mittlerweile 5 oder mehr Leute angestellt sind. Natürlich ist auch hier wieder zu beachten, dass der bürokratische Aufwand steigt aber wenn ein Verantwortungsträger geht und eine intakte Abteilung hinterlässt, der Nachfolger 4 zusätzliche Kräfte braucht und dann Burnout hat, dann stimmt doch was mit dem Personal nicht.

Ich möchte vorab klarstellen, dass ich mich über die Probleme, Ängst, Sorgen der genannten Mitarbeiter nicht vergnüglich äußere sondern nur möglichst klar meine Beobachtungen schildere.

Mich würden eure Meinungen zum Thema Burnout interessieren. Was sind Gründe, Folgen? Hattet ihr Erfahrungen mit der Krankheit, was war der ausschlaggebende Impuls?...usw.


LG
 
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rexcolo

NGBler

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Ja, Depressionen können durch Überarbeitung und Suchtverhalten bedingt werden oder zumindest bei Menschen mit niedriger Vulnerabilitätsschwelle durch diese ausgelöst werden. Ich würde anderen Menschen an deiner Stelle nicht ihre Krankheiten aberkennen, da du nicht deren Arzt bist und somit keinerlei Autorität oder Kompetenz dafür besitzt.

Das Verhalten der Menschen, ihre Coping-Mechanismen in Drogen zu suchen, sehe ich sowohl als Symptom oder Folge einer Depression oder eines "Burnouts" als auch als Teil der Ursache.

Burnout ist in der Regel tatsächlich eine Überforderung durch den Job. Genau wie Boreout neudeutsch/-englisch eine Unterforderung ist, die ebenfalls zur Depression führen kann.

Wie du siehst, ist Burnout also eher ein Grund oder eine Ursache für eine Depression und in meinen Augen nicht wirklich ein eigenständiges Krankheitsbild. Die WHO sagt entsprechend auch, dass Burnout ein "occupational phenomenon" ist und keine Krankheit per se. Genauer:

Burn-out is a syndrome conceptualized as resulting from chronic workplace stress that has not been successfully managed. It is characterized by three dimensions:
  • feelings of energy depletion or exhaustion;
  • increased mental distance from one’s job, or feelings of negativism or cynicism related to one's job; and
  • reduced professional efficacy.
Übersetzt:
Burn-out ist ein Syndrom, das durch chronischen Stress am Arbeitsplatz entsteht, der nicht erfolgreich bewältigt wurde. Es ist durch drei Dimensionen gekennzeichnet:
  • Gefühle von Energiemangel oder Erschöpfung;
  • zunehmende mentale Distanz zur Arbeit oder Gefühle von Negativismus oder Zynismus in Bezug auf die eigene Arbeit; und
  • verminderte berufliche Effizienz.
Da du nur die zweite Dimension erwähnst und nach deiner Beschreibung auch sonst keinen Leidensdruck hast, würde ich die Einschätzung deines Bekannten aufgrund deiner eigenen Schilderung nicht teilen. Ich bin aber auch kein Arzt oder Psychologe und eine Ferndiagnose durch ein Forum ist nahezu unmöglich.
Natürlich Abseits der allg. Definitionen auf Wikipedia und Co.
Warum abseits? Die Definitionen z.B. der WHO sind doch ausreichend scharf (s.o.), dein Bekannter hat halt nur keine Ahnung. Menschen, die übertreiben, gab es schon immer, bei allen Krankheiten. Burnout bzw. Depression ist da nichts neues. Mal abgesehen davon, dass die Depression mehrere Schweregrade (minor / major) kennt und der Leidensdruck bei einer minor depression i.d.R. geringer ist als bei einer major depression.
 

dexter

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Menschen, die übertreiben, gab es schon immer,
Ich bin mir nicht sicher, ob es hier wirklich um burnout geht, oder ob das nicht nur zufällig ein gutes Beispiel für in der Gesellschaft zunehmende Wichtigtuerei (übertreiben), Oberflächlichkeit, Gedankenlosigkeit, selektive und gleichzeitig verschobene Wahrnehmung sowohl innen als auch aussen ... ist.

Aus nem anderen Blickwinkel sehe ich allerdings kein inhaltliches Problem mit Leuten, die am Wochenende (oder auch in der Woche) saufen und/oder Party machen, WEIL sie auf Arbeit ein massives Problem haben (könnten). Das darf man nicht übersehen.
 

BOE2502

NGBler

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  • #4
Ich bin mir nicht sicher, ob es hier wirklich um burnout geht, oder ob das nicht nur zufällig ein gutes Beispiel für in der Gesellschaft zunehmende Wichtigtuerei (übertreiben), Oberflächlichkeit, Gedankenlosigkeit, selektive und gleichzeitig verschobene Wahrnehmung sowohl innen als auch aussen ... ist.
Das ist ein Punkt den ich ungerne so benenne, weil man dafür schief angesehen wird. In einer Zeit in der man nichts kritisieren darf, was die Persönlichkeit eines Menschen infragestellt . Inhaltlich gehe ich aber voll mit!
 

ichdererste

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Mein Bruder, heute 63 Jahre alt, hätte heute ADHS gehabt.
Er hat damals "ein paar hinter die Löffel bekommen" und es hatte sich aus ADHS´st
Scheint vererblich zu sein?
Sein Sohn wurde unter Drogen gesetzt.
Geheilt? Nicht wirklich! Es hat sich verlaufen.
Lebt heute in einer glücklichen Beziehung, hat einen Berufsabschluss in der Logistigbranche.
Aber das alles lag weder an den Drogen, sondern an seinem Willen ein normales Leben zu führen.

So ähnlich verhält es sich mit Burnout.
Eine bequeme Art sich aus dem Geschehen zu entziehen.
Warum gibt es Burnout erst heute?
Früher gab es vielleicht auch Burnout, aber den Begriff noch nicht und keiner hat sich vor den Zug geworfen?
 

KaPiTN

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a)So ähnlich verhält es sich mit Burnout.
Eine bequeme Art sich aus dem Geschehen zu entziehen.
Warum gibt es Burnout erst heute?

b)Früher gab es vielleicht auch Burnout, aber den Begriff noch nicht und keiner hat sich vor den Zug geworfen?

c) Früher gab es vielleicht auch Burnout, aber den Begriff noch nicht und die Leute haben sich vor den Zug geworfen, statt eine Diagnose zu bekommen?
 

ichdererste

Aktiver NGBler

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Wäre die so häufig gestellt worden wie heute?
Es mag ADHS geben, aber nicht in der Häufigkeit wie es diagnostiziert wird.
Es mag Burnout geben aber nicht in der Häufigkeit wie es diagnostiziert wird.

Dazu gibt es Experten, welche es genauso sehen.
 

rexcolo

NGBler

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Okay, dann liefer doch mal eine belastbare Quelle, die kein Zeitungsartikel von einem Laien ist. Du hast hier eine Behauptung aufgestellt, die nicht haltbar ist.

Nur, weil ADHS oder Burnout häufiger diagnostiziert wird, heißt es nicht, dass es überproportional häufig falsch diagnostiziert wird. Selbst wenn früher 80% und heute nur 50% aller Diagnosen stimmen, diese aber um 80% zugelegt haben, ist die Zuverlässigkeit einer Diagnose heute eventuell 12,5% besser als früher.

Beschäftige dich mal mit False Negatives, False Positives und dem Häufigkeitsparadoxon.
 

KaPiTN

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Über Meinung werden wir hier nicht hinauskommen. Das Thema ist ja unter Fachleuten schon strittig.

Dann lasse ich auch noch etwas unqualifizierte Meinung da. :D

Ich denke, daß bei vielen Kindern mit diagnostiziertem ADHS es die Eltern sind, die Probleme haben oder das Problem sind.
 

rexcolo

NGBler

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Über Meinung werden wir hier nicht hinauskommen. Das Thema ist ja unter Fachleuten schon strittig.
Da kann ich größtenteils mitgehen.
Ich denke, daß bei vielen Kindern mit diagnostiziertem ADHS es die Eltern sind, die Probleme haben oder das Problem sind.
Seit wann geht es hier um ADHS? Der Threadtitel ist "Was ist eigentlich Burnout?". Ich konvertiere deine Meinung mal in eine Meinung zum Thema:

Ich denke, dass bei vielen Lohnsklaven mit diagnostiziertem Burnout es die Arbeitgeber sind, die Probleme haben oder das Problem sind.
 
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