• Hallo liebe Userinnen und User,

    nach bereits längeren Planungen und Vorbereitungen sind wir nun von vBulletin auf Xenforo umgestiegen. Die Umstellung musste leider aufgrund der Serverprobleme der letzten Tage notgedrungen vorverlegt werden. Das neue Forum ist soweit voll funktionsfähig, allerdings sind noch nicht alle der gewohnten Funktionen vorhanden. Nach Möglichkeit werden wir sie in den nächsten Wochen nachrüsten. Dafür sollte es nun einige der Probleme lösen, die wir in den letzten Tagen, Wochen und Monaten hatten. Auch der Server ist nun potenter als bei unserem alten Hoster, wodurch wir nun langfristig den Tank mit Bytes vollgetankt haben.

    Anfangs mag die neue Boardsoftware etwas ungewohnt sein, aber man findet sich recht schnell ein. Wir wissen, dass ihr alle Gewohnheitstiere seid, aber gebt dem neuen Board eine Chance.
    Sollte etwas der neuen oder auch gewohnten Funktionen unklar sein, könnt ihr den "Wo issn da der Button zu"-Thread im Feedback nutzen. Bugs meldet ihr bitte im Bugtracker, es wird sicher welche geben die uns noch nicht aufgefallen sind. Ich werde das dann versuchen, halbwegs im Startbeitrag übersichtlich zu halten, was an Arbeit noch aussteht.

    Neu ist, dass die Boardsoftware deutlich besser für Mobiltelefone und diverse Endgeräte geeignet ist und nun auch im mobilen Style alle Funktionen verfügbar sind. Am Desktop findet ihr oben rechts sowohl den Umschalter zwischen hellem und dunklem Style. Am Handy ist der Hell-/Dunkelschalter am Ende der Seite. Damit sollte zukünftig jeder sein Board so konfigurieren können, wie es ihm am liebsten ist.


    Die restlichen Funktionen sollten eigentlich soweit wie gewohnt funktionieren. Einfach mal ein wenig damit spielen oder bei Unklarheiten im Thread nachfragen. Viel Spaß im ngb 2.0.

[Reisebericht] Bukarest

LadyRavenous

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Bukarest

Ich war vor kurzem für vier Tage in Bukarest. Bukarest ist die Hauptstadt Rumäniens und ist mit 2 Millionen Einwohnern sowie vielen Bewohnern im Umkreis in der Walachei eine der größten Städte Osteuropas. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts wurden die Häuser im rumänischen Stil gebaut. Anschließend kamen viele Ausländer in die Stadt, wodurch sich der westliche Baustil kurzzeitig durchsetzte. Durch den Abriss 1/3 des Stadtzentrums durch Diktator Ceausescu und den Bau imposanter Bauwerke, wie dem zweitgrößten Palast der Welt, gibt es auch viele Prunkbauten, aber auch viele Plattenbauten. Insgesamt bietet Bukarest einen interessanten Mix an Baustilen. Die Häuser sind teils sehr heruntergekommen, teils herausgeputzt. Auch hier spielen die Gegensätze mit den Leuten. Als Währung gibt es Lei. Ich hatte um ehrlich zu sein erwartet, dass Bukarest deutlich günstiger ist als Städte hierzulande. Was wirklich günstig ist, sind Obst und Gemüse bei Bauern und Eintrittspreise bei Museen. Ansonsten zahlt man fast genauso viel wie hier. Die Temperatur lag die meiste Zeit bei plus minus 34 Grad und einem höheren Anteil an Luftfeuchtigkeit.

Anreise

Bukarest verfügt über einen internationalen Flughafen, Henri Coanda (OTP). Vom Flughafen führen mehrere Busse in die Innenstadt. 780 hält am Gara de Nord, während 783 und 784 im Zentrum Halt macht. Am einfachsten kauft man sich einen Multipass, der um die 8 Lei kostet und für zwei Fahrten gilt. Somit hat man die Rückreise auch schon abgedeckt. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde.

Sehenswürdigkeiten

Bukarest kann man gut zu Fuß erkunden. Daneben fahren zahlreiche Straßenbahnen und Busse sowie die Metro. Ich bin alles zu Fuß abgegangen. Am Tag der Anreise versuchte ich möglichst viel in der Altstadt abzugrasen. Für eine Führung im Palatut Parlamentului, dem Parlamentspalast, war ich leider zu spät dran, aber auch von außen sieht das Gebäude - der zweitgrößte Parlamentspalast nach dem Pentagon - durchaus imposant aus. Es wird empfohlen mindestens 24 Stunden vorher zu reservieren.
Vom Parlamentspalast aus führt ein Boulevard (Bulevardul Unirii) Richtung Altstadt. Beim Kreisverkehr kann man die Fontainen Fântâna lui Bucur genießen. Abends/nachts werden diese beleuchtet, mit Musik untermalt usw. In der Altstadt kann man viele Kirchen bewundern. Bemerkenswert fand ich Biserica Sfântul Antonie Curtea Veche (die älteste Kirche Bukarests), Biserica Stavropoleos und die Biserica Sfântul Dumitru - Poștă. Interessant fand ich auch den Piaţa Revoluţiei, der bei der rumänischen Revolution 1989 eine große Rolle spielte, das Ateneul Roman, in dem die Philharmonie beherbergt ist, und den Buchladen Cărturești Carusel aus dem 19. Jahrhundert.









Am Tag der Abreise zog es mich ein wenig aus der Altstadt raus Richtung Norden. Zu Fuß ging ich über den Arcul de Triumf, dem Triumphbogen, zum Freilichtmuseum Muzeul Național al Satului „Dimitrie Gusti”. Das Freilichtmuseum wurde ab 1934 aufgebaut und enthält inzwischen über 300 traditionelle Gebäude inklusive ihrer Einrichtung. Im Gelände kann man in zwei Restaurants essen und wenn man Glück hat, ist der "Inhaber" eines solchen Hauses da und man kann die Inneneinrichtung bewundern. Manche verkaufen nebenbei bemalte Eier, Armbänder und vieles mehr. Das Freilichtmuseum liegt in einem riesengroßen Park, Parcul Regele Mihai I, durch den der Fluss Lacul Herăstrău fließt und im Park fast einen See bildet. Hier kann man sogar Boot fahren. Ich genoss einfach die Zeit im Freien vor dem Abflug und kam auch an der Fryderyk Chopin Skulptur vorbei.







Mit mehr Zeit in Bukarest hätte ich
  • sicherlich eine Führung durch den Parlamentspalast gemacht
  • Palatul Primăverii (Haus von Ceauşescu) besichtigt, für welches man ebenfalls mindestens 24 Stunden im Voraus eine Führung reservieren muss
  • mir ein, zwei Museen angeschaut
  • die Therme besucht

Essen und Trinken

Wie immer mehr im Fressen und Saufen. Caru cu bere, eine bekannte Bierhalle, sowie das Restaurant im Freilichtmuseum kann ich empfehlen.
Was man dahingegen nicht machen sollte, ist das Leitungswasser trinken. Getränke bekommt man an jeder Ecke und selten findet man auch Brunnen mit Trinkwasser.

Ausflüge

Um Bukarest (im weiteren Sinne) kann man sich viel anschauen und es werden auch viele Touren angeboten. Transsilvanien ist das beliebteste Ziel, was sich auch in Staus niederschlägt. Constanta am schwarzen Meer, Ski Resorts und Nordbulgarien sind ebenfalls bekannte Touren. Daneben kann man natürlich auch Wein probieren. Ich entschied mich für Nordbulgarien und Transsilvanien. Beide Touren habe ich über Gray Line gebucht.

Ausflug Nordbulgarien

Bei diesem Ausflug war bis zum Tag zuvor nicht klar, ob er stattfindet, da er erst ab zwei Teilnehmern durchgeführt wird. Ich hatte Glück, eine Australierin entschied sich ebenfalls für die Tour und somit hatten wir eine private Tour zum Preis einer normalen inklusive der Möglichkeit die Ziele nach unserem Gusto zu wählen. Nachdem der Verkehr es zuließ, schauten wir uns das Kloster Drjanowo an und nicht eines Nahe der Grenze. Das Kloster liegt mitten im zentralen Balkangebirge in der Schlucht des Drjanowo-Flusses. Das Kloster wurde im 12. Jahrhundert gegründet, aber während der osmanisch-türkischen Herrschaft von 1393 bis 1878 mehrfach zerstört. Nachdem das Kloster eines der Zentren des Widerstandes war, wurden auch die darin lebenden Mönche mitunter getötet, zuletzt während des bulgarischen Aprilaufstandes 1876. Aus dem Kloster stammt übrigens die erste deutsche Übersetzung der Bibel.



Nur 300 Meter von dem Kloster entfernt, liegt die Bacho Kiro Höhle. Der Fußweg dorthin führt am Fluss entlang. Am Weg sieht man noch die Ruinen der Gebäude, in denen die Widerständler untertauchten. Die Höhle - eine der ersten bewohnten Höhlen Europas - wurde 1890 geöffnet. 1938 durften die ersten Besucher in die Höhle. Als Besucher kann man ein kleines Labyrinth aus Galerien und Korridoren entlanglaufen. Während die Stalaktiten eher belanglos sind, hat die Höhle geschichtlich einen wichtigen Charakter. Die ältesten bekannten Ornamente wurden in der Höhle gefunden, über 43.000 Jahre alt. Die menschlichten Fragmente, die man gefunden hat, sind etwa 46.000 Jahre alt.



Das letzte Ziel des Ausflugs war Veliko Tarnovo. Die Stadt mit knapp 70.000 Einwohnern liegt malerisch am sich schlängelnden Fluß Janta, umgeben von sieben Hügeln. Tarnowo war die Hauptstadt des zweiten bulgarischen Reichs und früher ungefähr so wichtig wie Rom und Konstantinopel. Veliko Tarnovo wurde ab 1185 bekannt, als die beiden Boljarensöhne und späteren Zaren Assen und Peter in der Sweti-Georgi-Kirche das bulgarische Volk zum Kampf gegen Byzanz aufriefen. Der Aufstand dauerte zwei Jahre und endete in der Unabhängigkeit Nordbulgariens. Schon vor der Gründung des zweiten Bulgarenreiches stand auf dem Hügel Zarewez eine Burg, die nachfolgend zum Zarenschloss umgebaut wurde. Der Hügel Zarewez war das kulturelle Zentrum der Stadt. Nach und nach gelang es den bulgarischen Zaren, die feudale Zersplitterung des Landes zu überwinden. Die osmanisch-türkische Herrschaft hatte anschließend seine Spuren hinterlassen, auch wenn immer wieder Aufstandsversuche unternommen wurden. Die Festungsanlage wurde im Jahr 1945 freigelegt und kann besichtigt werden. Von oben hat man einen guten Blick über die Stadt. Die Altstadt und insbesondere die Gurko Straße haben mir sehr gut gefallen und mich wundert nicht, dass die Stadt ein beliebtes Touristenziel geworden ist. In der Stadt kann man auch gut und günstig essen.







Ausflug Transsilvanien

Dieser Ausflug war ein Kontrastprogramm zum vorherigen Ausflug. Der Reisebus war voll und nachdem die Staus uns zu sehr ausgebremst hatten, musste die freie Zeit in Brașov gestrichen werden. Als erstes durften wir uns während einer Führung das Schloss Peleș in Sinaia anschauen. Das Schloss, auch Perle der Karpaten genannt, wurde zwischen 1873 und 1883 für König Carol I. von Rumänien erbaut. Sowohl Erker als auch Mauern erinnern an die rumänische k.u.k-Zeit sowie die Burg Hohenzollern, was die Heimat des Königs war.



Als nächstes hatten wir in Bran etwas Freizeit, um was zu essen. Nachdem der Ort das Schloss Bran beheimatet, ist er überlaufen und touristisch. Das Schloss selbst fand ich witzig mit seiner ungewöhnlichen Gangführung. Nur leider wurden wir durch das Draculaschloss durchgeschoben. Bram Stoker war selbst nie in Rumänien, aber die Beschreibung aus Dracula passt am besten zu diesem Schloss.





Zum Schloss bekamen wir eine kurze Tour durch den Ort Brașov mit seiner schwarzen Kirche, seinem Marktplatz, der Synagoge, der schmalen Gasse und den übrig gebliebenen Befestigungsmauern. Die Stadt wurde im frühen 13. Jahrhundert durch den Deutschen Orden unter dem Namen Corona gegründet. Die Altstadt ist geprägt von spätmittelalterlichen Bürgerhäusern.





Fazit

Schön wars!
 

Ruper

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So wie ich sehe, waren wir mehr oder weniger zur selben Zeit in Bukarest: Anders als du habe ich eine Führung durch den Palast des Volkes und den Frühlingspalast (Residenz) gemacht. Beides ist sicherlich sehenswert, beim Palast des Volkes konnte der Führer leider nur schlecht englisch, dafür hat er uns in 1.5 Stunden durch einige Räume geführt sowie ausführlich über die Geschichte des Palastes berichtet. Man muss bedenken, dass der Bau des Palastes mehr als 3 Milliarden Euro umgerechnet gekostet hat und man trotz 1.5h Führung nur 4% des Palastes gesehen hat. Einige Teile werden heutzutage als Kongresszentrum oder als Parlament benutzt. Viele Räume stehen leer oder befinden sich immer noch in einem baulichen Zustand. Der Frühlingspalast war auch interessant, die Führung konnte gut Englisch, allerdings hatte sie ein ziemliches Tempo drauf, sodass wir innerhalb von 45 Minuten durch das Haus hetzten, und sie oftmals laut wurde, wenn jemand zu langsam war. Höhepunkt war sicherlich der Wellnessbereich: Ein großer Swimming-Pool, Sauna, Physiotherapie, Massage sowie ein riesiger Garten, der heute allerdings bebaut ist. Leider kostete auch beides ca. 10 Euro Eintritt inkl. Führung. Die Preise dafür sind semi-angemessen. Ich hoffe, ich durfte deinen Thread etwas hijacken.

P.S: Belgrad war ebenso sehr schön

Falls ich nochmal Lust und Zeit finde, kann ich vielleicht mal bisschen mehr posten.
 
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