naht das Ende des JPEG-Bildformats?

drfuture

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"JPEG" ist die gebräuchliche Bezeichnung einer 1992 vorgestellten Norm zur Komprimierung von Daten.
Obwohl theo. auch verlustfreie Methoden zur Speicherung von Daten im JPEG Format vorhanden sind - werden im Internet zumeist komprimierte Bilder eingesetzt, da Webseiten möglichst flott geladen werden möchten und somit die Dateigröße der eingesetzten Bilder eine essenzielle Rolle spielt.

Mit fallender Dateigröße sinkt leider auch die optische Qualität der Bilder womit immer ein Spagat zwischen Dateigröße und Benutzer-Erlebnis gesponnen werden muss.

Dieser Spagat könnte nun etwas einfacher werden.

Fabrice Bellard hat "BPG" (Better Portable Graphics) vorgestellt. BPG hat bei gleicher Dateigröße eine wesentlich bessere Bildqualität.
Da BGP-Format basiert auf der unter dem Kürzel H.265 bekannten Videokompression. Es unterstützt neben CMYK und RGB auch andere Farbräume, bietet eine Farbtiefe von bis zu 14 Bit pro Farbkanal und unterstützt den Alpha-kanal für Transparente Bilder. Weiterhin können im BPG-Format relevante Metadaten wie EXIF, ICC und XMP hinterlegt werden.
Einen Vergleich div. Bildformate gegen BPG findet ihr unter >

der eigentliche Clou des Formates ist, das die Bilder von jedem modernen Browser dargestellt werden können, da der benötigte Decoder in einer kleinen Javascript-Datei (188kb) geschrieben wurde und nur in die Webseite eingebunden werden muss.

Die entsprechenden BPG-En- und Decoder zum Erstellen und Anzeige der Bilder im Browser wurde unter BSD-Lizenz veröffentlicht und kann auf der Seite von Bellard
 
der eigentliche Clou des Formates ist, das die Bilder von jedem modernen Browser dargestellt werden können, da der benötigte Decoder in einer kleinen Javascript-Datei (188kb) geschrieben wurde und nur in die Webseite eingebunden werden muss.
Nunja, das wirft aber nun doch eine kleine Frage auf: Wenn ich nun ein Bild einbinde und dafür noch einen extra Decoder einbauen muss, warum soll das nun besser sein als ein JPG-Bild mit BPG-Größe+Decoder-Größe? Die Vergleichsseite ist zwar schön, hinkt aber etwas. Man muss beim 18KB-BPG noch die 188KB dazurechnen und da verliert das Bild dann schon gegen das 61KB-JPG. Die ganze Sache rentiert sich derzeit höchstens, wenn man wiklich mehrere große Bilder auf einer Seite einbinden muss und das würd ich sowieso als Webdesigner vermeiden.

Um also als neuer Standard wirklich ernstgenommen zu werden, muss BPG es schaffen, in allen gängigen Webbrowsern und Programmen unterstützt zu werden. Vor allem beim IE kann das lange dauern, denn der unterstützte bis 2006 ja noch nicht mal transparentes PNG. Ich würde es begrüßen, wenn alte Webstandards in Zukunft immer mehr aufpoliert werden. Aber bevor es nicht alle Benutzer ohne "Tricks" ansehen können, ist es in meinen Augen keine ernstzunehmende Alternative.


Grüße
Thomas
 
Wer will ein extra Script laufen haben, um Bilder anzuzeigen? Oo Und wenn ich mir dann ansehe, wie viele Leute JS generell geblockt haben.....

Was für ein Schwachsinn.... Oo
 
Das Format hat potential, letztendlich ja maximal ein 200kb Browserupdate nötig.

Dank BSD Lizenz wohl kaum ein rechtliches Problem.
 
Was spricht gegen eine Implementierung in den Browser wie bei pdf.js?
 
BPG is believed to be covered by some of the patents on HEVC, which makes LWN.net conclude that it is unlikely that BPG will replace JPEG, despite BPG's technical superiority.


Aber sonst eigentlich nichts. Damit das aber wirklich zum Standard wird, muss es eben in möglichst jedem Browser auch unterstützt werden, da es sonst trotzdem niemand benutzen wird. Anders als bei Flash vs. HTML5 gibt es ja bereits ein brauchbares, unproblematisches und verbreitetes Format, nur das neue wäre noch etwas besser.


Grüße
Thomas
 
Wenn es etwas verbessert dann sehe ich nicht wieso man es nicht nutzen sollte. Ich hoffe das bald animierte .gif's komplett durch webm ersetzt werden. Ich habe einen relative guten PC, wenn ich aber auf eine Seite mit vielen gifs gehen dann hängt es brutalst, passiert aber nicht mit webm videos.
 
.gif ist richtig grauenvoll. Deshalb finde ich die Seite so genial. Dort hat man die Wahl zwischen dem GIF und einem HTML5 Video. Keine Seltenheit, dass das HTML5 Video ca. 16x kleiner ist als das GIF.

Ich persönlich hätte nichts dagegen, wenn JPEG endlich verschwindet, war noch nie ein Fan davon. Also nur her mit dem neuen Format. :D
 
Wer will ein extra Script laufen haben, um Bilder anzuzeigen? Oo Und wenn ich mir dann ansehe, wie viele Leute JS generell geblockt haben.....

Was für ein Schwachsinn.... Oo


Genau DAS kam mir auch direkt...
Es mag zwar viele Leute geben die JS generell blocken, aber der Großteil macht es nicht.
Dennoch glaube ich kaum an eine flächige Verbreitung.

Aber wer weiss ;)

„Mehr als 640 Kilobyte Speicher werden Sie niemals benötigen.“

Und heute liegen wir doch nen Tacken drüber.
 
hm, also ist es im grunde eine implementierung des HEVC, weshalb es JPEG um welten überlegen ist (sogar wesentlich besser als JPEG2000 :eek:).. da HEVC sowieso irgendwann AVC & co. als standard-videoformat ablösen wird, frage ich mich, warum nicht vom offiziellen konsortium selbst eine ausgliederung für einzelbilder (d.h. ein container) kommt - wie man sieht, ist das ja nicht extrem aufwendig, sobald der codec entwickelt wurde.. aber das was der Bellard offenbar in "eigeninitiative" gemacht hat, ist eine "open source" variante dieses codecs (wie FFMPEG) und wird somit (leider) in keinen kommerziellen anwendungen (inkl. browser-standardausstattung) eine anwendung finden..

es ist aber auch sicherlich möglich, dass das HEVC-konsortium (oder ein lizenznehmer) eine eigene implementierung als bildformat plant - aber selbst dafür müssten die hersteller aller endanwendungen/-geräte ordentlich lizenzkohle abdrücken, davon haben mozilla & co. nix (die user natürlich schon, aber um die geht und ging es ja nie)..
 
Warum soll denn mit OpenSource eine kommerzielle Nutzung ausgeschlossen sein?

:
Software unter BSD-Lizenz darf frei verwendet werden. Es ist erlaubt, sie zu kopieren, zu verändern und zu verbreiten. Einzige Bedingung ist, dass der Copyright-Vermerk des ursprünglichen Programms nicht entfernt werden darf. Somit eignet sich unter einer BSD-Lizenz stehende Software auch als Vorlage für kommerzielle (teilproprietäre) Produkte.

:
Die LGPL erlaubt den Entwicklern und Firmen das Verwenden und Einbinden von LGPL-Software in eigene (sogar proprietäre) Software, ohne durch ein starkes Copyleft gezwungen zu sein, den Quellcode der eigenen Software-Teile offenzulegen.
Ich will mich sogar weit aus dem Fenster lehnen und behaupten, dass das Format genau aus diesem Grund unter diesen Lizenzen steht, um auch eine kommerzielle Nutzung zu ermöglichen.


Grüße
Thomas
 
Der ist schon relativ beeindruckend finde ich. Das Format hat definitiv Potential. Seine Verbreitung wird aber mit der direkten Implementierung in die Browser entschieden werden, denke ich.
Der JS-Decoder ist ein netter Workaround, wird aber viele Webmaster und User abschrecken.
 
Warum soll denn mit OpenSource eine kommerzielle Nutzung ausgeschlossen sein?

nein, hab mich wohl nicht korrekt ausgedrückt - mit open source allgemein gibts gar kein problem (im gegenteil), aber in diesem fall ist es eine "unlizensierte" open-source-verwurstung von kommerziellem code, auf den schweinefirmen patente haben und weshalb eben keine kommerzielle nutzung möglich ist, ohne in den meisten schweinelegislaturen verklagt zu werden ;).. die user selbst sind davon nicht betroffen, sie können sich alle möglichen plugins, skripte und "böse" unlizensierte software installieren soviel sie wollen, aber mozilla & co. wird sowas (leider) niemals implementieren, weshalb es auch niemals zum standard wird..
 
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  • #16
Der Artikel war ja als News gedacht - daher absichtlich etwas reißerischer ;)
Aber ich finde die Idee und die Qualität trotzdem Super. Die größe der .js finde ich auch noch zu groß - evtl. lässt sich das ja mal noch optimieren. Aber die Möglichkeit rentiert sich trotzdem für größere Gallerien z.B.
Das traurige an so neuen Formaten ist ja nun auch oft das es eben keiner nutzt da es kein Browser unterstützt. Über die .js implementierung ist das zumindest ein wenig umgangen... - von daher bin ich mal gespannt was kommt....
 
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