Lesetipps: 23. September 2016

In unseren Lesetipps tragen wir all das zusammen, das uns spannend und wissenswert erscheint, dem wir aber nicht selbst einen ganzen Artikel widmen können (oder das Kolleginnen und Kollegen schon erschöpfend behandelt haben. Dieses Mal geht es unter anderem um das Handelsabkommen TiSA, die BND-Reform, den aktuellen Twitter-Transparenzbericht sowie Googles neuen Messenger „Allo“.


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Das Handelsabkommen „Trade in Services Agreement“ (TiSA) steht aus verschiedenen Gründen in der Kritik. Unter anderem befürchten Datenschützer schon länger, dass TiSA den Schutz der Privatsphäre untergräbt. Das bestätigen nun neue, von der Whistleblowing-Plattform WikiLeaks veröffentlichte Verhandlungsdokumente rund um das Abkommen, wie das Virtuelle Datenschutzbüro erklärt.



Die BND-Reform wird vielfach als Schritt hin zu mehr demokratischer Kontrolle des BND dargestellt. In Wirklichkeit ist jedoch das Gegenteil der Fall. So wäre es laut dem Gesetzesentwurf weitaus schwieriger, den BND für entdeckte Gesetzesverstöße zur Rechenschaft zu ziehen. Fragwürdige Abhörpraktiken sollen legalisiert werden.

Netzpolitik präsentiert hier eine Reihe von Experten-Meinungen zum umstrittenen Gesetzesentwurf. Interessierte können sich so selbst ein Urteil über das Gesetz und seine Probleme bilden.




Edward Snowden

Oliver Stones jetzt in die Kinos gekommener Film über Edward Snowden rückt das Persönliche in den Mittelpunkt. Er will den Whistleblower vor allem als Menschen zeigen. Dennoch hat der Film auch eine politische Dimension, unter anderem deswegen, weil er zeigt, welches Leben Snowden für seine Ideale aufgegeben hat.



Der Kurznachrichten-Dienst Twitter hat seinen Transparenzbericht für das erste Halbjahr 2016 vorgelegt. Aus diesem geht hervor, dass die Anfragen nach einer Löschung rechtswidriger Inhalte massiv angestiegen sind. 13% mehr solcher Anfragen als im Vorjahr gab es demnach. Die meisten von ihnen stammen aus der Türkei und Russland. Allerdings kam Twitter nur rund einem Viertel der Lösch-Aufforderungen wirklich nach.



Die Kommentare der Video-Plattform YouTube sind oft voller Beleidigungen, Flamewars und Trollen. Deswegen sollen nun Freiwillige aus der Community, sogenannte „YouTube Heroes“, bei der Moderation helfen. Durch Medaillen, Level-Aufstiege und exklusive Einblicke in die Arbeit von YouTube sollen die Freiwilligen für ihren Beitrag belohnt werden.



Auf dem „Cyber Security Summit“ diskutieren Experten des Silicon Valley über den Status der IT-Sicherheit. Dabei hörte man vor allem pessimistische Einschätzungen. So warnte einer der Teilnehmer vor einer „epischen Schlacht um das Internet“ und beschwor gar eine Welt herauf, in der „einfach alles gehackt werden kann“. Cyber-Kriminalität, da waren sich die Konferenz-Teilnehmer einig, ist eine ernst zu nehmende Bedrohung. Sie sprachen deswegen auch über Strategien, dieser Gefahr Herr zu werden.



In letzter Zeit häufen sich Angriffe staatlicher oder staatlich gesponserter russischer Hacker auf Ziele in Deutschland. Die Attacken sind aggressiver und umfangreicher, als bisher bekannt. Unter anderem werden Parteien, Behörden und Medien-Unternehmen ins Visier genommen. Der Verfassungsschutz hat deswegen eine Warnung herausgegeben. Potentielle Opfer sollen ihre Infrastruktur besonders gut absichern, um der Cyber-Spionage zu entgehen.



Das Internet ist leider oft ein Ort der Unhöflichkeit, des gnadenlosen Neckens und Trollens oder kleinlicher ideologischer Diskussionen. Es kann aber auch eine große positive Wirkung entfalten. Hoffnung macht beispielsweise der Fall des als „Uncle David“ bekannten Stofftier-Verkäufers David Christopher aus Malaysia. „Uncle David“, ein älterer Mann, der im vergangenen Jahr wegen Krebs behandelt wurde, sich aber mittlerweile wieder erholt hat, beschwerte sich über einen Kunden, der einen Großauftrag an ihn gestellt und die Stofftiere dann nicht abgeholt hatte. Die 250 überschüssigen Pokemon-Stofftiere konnte er nun nicht verkaufen. Diese Art von Problem kennen leider viele Online-Händler. Für David Christopher wendete sich jedoch alles zum Guten. Kaum wurde das Internet auf seine Situation aufmerksam, begannen viele Menschen, vor allem Pokemon-Fans, seine Stofftiere zu kaufen. Bald hatte „Uncle David“ alle 250 Pokemons erfolgreich verkauft. Er musste sogar weitere Stofftiere ordern, da die Nachfrage auch weiterhin hoch bleibt.



Googles neuer Messenger Allo ist kurz nach seiner Einführung bereits in der Kritik. Insbesondere der Datenschutz des Kommunikations-Tools wird vielfach als mangelhaft kritisiert. Auch Whistleblower und IT-Sicherheits-Experte Edward Snowden rät von der Nutzung von Allo ab. Er ist sogar der Meinung, Allo könnte ein „Honeypot“ für die NSA und andere US-Behörden sein, der die Überwachung der Telekommunikation erleichtern soll. Ein Grund dafür, dass Allo nicht als sicherer Messenger gelten kann, ist die unzureichende Verschlüsselung. Nachrichten werden zwar während des Transports mit https verschlüsselt, auf eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, wie sie etwa Signal, Telegram und mittlerweile auch WhatsApp nutzen, hat Google jedoch verzichtet. Deswegen können Nachrichten auf dem Server ohne weiteres mitgelesen werden. Auch die Speicherung von Nachrichten bei Allo sehen Experten als unsicher an.




Autor: Annika Kremer
 
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