FakeNews, Hasskommentare und Zensur

Seedy

A.C.I.D
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13 Juli 2013
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Moin,

In letzter Zeit kommt ja immer häufiger die Worte "FakeNews und Hatespeech" in den Medien vor.
Hier im Board wird das Thema auch häufiger mal in Tateinheit mit anderen Diskussionen aufgebracht, daher dachte ich lohnt sich dafür auch ein eigener Thread.

Im Grundsatz geht es darum in wie Weit das löschen von Artikeln, Beiträgen, Tweets, Posts und Videos eine Zensur darstellt.
Aufgeheizt wurde das ganze ja noch durch das neue Gesetz von Heiko Maas.

Interessant für das Thema ist neben der Rechtslage auch die Tatsache das es sich bei den größten Plattformen auch um private Unternehmen handelt.


Ich selber sehe das ganze nämlich sehr problematisch und bin da noch zu keinem Ergebnis gekommen:

Einerseits stehe ich sehr auf Redefreiheit und halte die Paragraphen für Beleidigung und Volksverhetzung für dämlich.
.

Einerseits ist Twitter ein Privatunternehmen, andererseits hat es viel zu viel Macht in der Meinungsbildung um umreguliert zu sein.

Einerseits würden Anzeigen von Tweets unsere Gerichte überfluten,


Ich komm da einfach nicht zu einer zufriedenstellenden Meinung, daher brauch ich da wohl mal eure Ansichten.
 
Ein paar gute Beispiele "dagegen" hast du ja schon gebracht. Ich hänge mich mal noch mit der Frage dran, wer denn bestimmt, was jetzt als HateSpeech und FakeNews gewertet wird. Da ist die Gefahr recht hoch, dass dadurch entweder Zensur betrieben wird oder eine gewünschte Meinung in der Gesellschaft platziert werden soll.
 
Das Thema ist wohl deshalb so schwierig, weil es keine Patentlösung gibt, die aber von vielen herbeigesehnt, wenn nicht sogar erzwungen wird.

Meiner Meinung nach war es noch nie so sehr Mode, sich zu echauffieren, wie es aktuell der Fall zu sein scheint. Jeder Mensch mit mehr Gehirnzellen als ein Stück Brot sollte eigentlich verstehen, dass die Tweets von der Dame aus deinem Link Witze waren, egal wie schlecht oder schwarz. Spielt für solche Menschen aber keine Rolle, so was darf man einfach nicht und deswegen gehört sie mit voller Härte bestraft.
Da das ein gesellschaftliches Problem ist, würde da kein Gesetz irgendetwas bringen, außer nur noch mehr Öl ins Feuer zu gießen.

Viel mehr müssten diese Menschen lernen, toleranter anderen gegenüber zu sein und andere auch mal zu dulden, auch wenn man nicht deren Meinung teilt.
 
Einerseits ist Twitter ein Privatunternehmen, andererseits hat es viel zu viel Macht in der Meinungsbildung um umreguliert zu sein.
Ich denke Facebook hat mehr Macht als Twitter. Aber wenn Unternehmen zu mächtig werden, und sie zu sehr missbraucht werden können, dann muss sie der Staat zerschlagen, ganz einfach. Gerade bei Quasi-Monopolen. Kein Unternehmen darf in DE alle Zeitungen kontrollieren, oder alle Fernsehsender. Warum sollte es bei sozialen Netzwerken, über die nunmal News geteilt werden, anders sein?
 
Andererseits hat Twitter die Macht ein Menschenleben zu ruinieren

Nein. Das war weder Twitter als Firma noch Twitter als Plattform.
Die Frau hat lediglich Twitter benutzt, um sich ihr leben zu ruinieren.

Der Spruch war dumm, aber nach dt. Recht nicht justiziabel.
Wenn einer das Abschniibbeln von Köpfen postet, könnte das §131 StGb tangieren.

Es gelten die Gesetze auch auf Twitter und Facebook. Wenn das Posten eine Straftat darstellt, dann kann man nicht sagen, die Firmen sollen das löschen und somit vertuschen. Schon gar nicht mit de Begründung, daß die Gerichte entlastet werden müßten.
 
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  • #6
@Dieter85:
Sehe ich grundlegend genau so.
Gibt nur ein Problem:
Facebook hat kein Monopol.
Es gibt zich Alternativen zu Facebook.

Es sind die Kunden die das Monopol herstellen.
Was kann z.B. Spiegel dafür wenn alle nur noch Spiegel lesen und alle anderen Zeitungen dadurch uninteressant werden?

Es gelten die Gesetze auch auf Twitter und Facebook.
Natürlich, aber das ist nicht das Problem.
Das NetzDG verlangt vorrauseilenden Gehorsam, damit ist der Moderator nicht nur Exekutive des Hausrechts, er wird auch zum Richter ernannt.
Das kann nicht richtig sein.

Wenn das Posten eine Straftat darstellt, dann kann man nicht sagen, die Firmen sollen das löschen und somit vertuschen.
Löschen != vertuschen.
Wie auch hier im Board sind die Dinge nur ausgeblendet und damit für Staatsanwaltschaft noch greifbar.
Bzw, verlangt das NetzDG genau das vom Betreiber was du hier als vertuschen bezeichnest.
 
Es sind die Kunden die das Monopol herstellen.
Sagen wir Facebook wird zerschlagen, aber im Bereich Soziale Netzwerke bildet sich immer wieder ein Monopol (vlt. weil ein Soziales Netzwerk nur als Monopol funktioniert). Dann muss Facebook verstaatlicht werden, bzw. ein staatliches soziales Netzwerk aufgebaut werden, wie es bei natürlichen Monopolen sinnvoll ist. (Bei der Post war das z.B. sinnvoll, mehrere Anbieter für Briefzustellung ist eine dumme Idee und hat sich auch nicht durchgesetzt, aber dank der Privatisierung...)
 
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  • #8
@Dieter85:
Du möchtest also das Staatliche Volksbuch?
Bei dem sich jeder User mit seinem Perso identifizieren muss und möchtest alle alternativen sozialen Netzwerke verbieten?

Ich glaub die Idee hast du nicht bis zum Ende gedacht..


(Wobei das mit der Post stimmt auch nur so halb: Ja es ist kacke, aber CityPost als Postkonkurent macht sich ziemlich gut und Hermes scheint auch zu laufen)
 
Löschen != vertuschen.
Wie auch hier im Board sind die Dinge nur ausgeblendet und damit für Staatsanwaltschaft noch greifbar.
Bzw, verlangt das NetzDG genau das vom Betreiber was du hier als vertuschen bezeichnest.

Es ist ein Vertuschen, wenn damit verhindert werden soll, daß etwas vor Gericht kommt.
"Einerseits würden Anzeigen von Tweets unsere Gerichte überfluten"

Das Problem ist tatsächlich, daß FB&Co entscheiden (können) sollen, was "offensichtlich rechtswidrige Inhalte" sind.
 
@Seedy: Da würde mal die ePerso-Dichte endlich ansteigen :D Ich weiß nicht, ob es gut wäre. Du kannst ein Soziales Netzwerk auch zu Tode regulieren, dann wird es quasi-staatlich. Oder öffentlich-rechtlich aufziehen, mit begrenztem staatlichen Einfluss und privaten Alternativen. Oder es privat lassen, dich aber als Staat beteiligen (Bahn, VW...). Muss ja nicht gleich alles totalitär sein, wie in China. Aber es gibt Alternativen zu börsennotierte Unternehmen.

(Macht Hermes nicht nur Pakete? Aber auch hier: Post = Quasi-Monopol, andere Anbieter sind praktisch irrelevant)
 
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  • #11
Da würde mal die ePerso-Dichte endlich ansteigen :D
Bitte nicht, bitte nicht, bitte nicht, bitte nicht, bitte nicht, bitte nicht, bitte nicht, bitte nicht, bitte nicht, bitte nicht, bitte nicht, bitte nicht, bitte nicht, bitte nicht, bitte nicht

Ein Volksbuch halte ich für keine machbare Idee.
Überregulieren gefällt mir auch nicht.

ÖR-Alternativen würden sich nicht durchsetzen, ein Verbot von Facebook ist unmöglich.
Willst du den deutschen verbieten eine amerikanische Seite zu besuchen? China klingelt und möchte seine Firewall idee zurück :p


(Macht Hermes nicht nur Pakete? Aber auch hier: Post = Quasi-Monopol, andere Anbieter sind praktisch irrelevant)
Zumindest hier in der Region Hannover wird der ganze Amtsverkehr von der CityPost gemacht.
Die sind Lokal schon eine ernst zunehmende Größe, finde es aber trotzdem albern das hier täglich zwei Postboten kommen :unknown:


KaPiTN schrieb:
ist ein Vertuschen, wenn damit verhindert werden soll, daß etwas vor Gericht kommt.
"Einerseits würden Anzeigen von Tweets unsere Gerichte überfluten"
Ich will nicht das Facebook etwas vertuscht, das war so nicht von mir gemeint.
Ich stelle mir nur vor wie die Gerichte jeden Tag über tausende Fälle von Beleidigung entscheiden, weil jemand "Du bist doof" geschrieben hat.

Denk doch mal daran was das kostet...

KaPiTN schrieb:
Das Problem ist tatsächlich, daß FB&Co entscheiden (können) sollen, was "offensichtlich rechtswidrige Inhalte" sind.

Anzeige -> Urteil.
Damit Facebook das tun könnte bräuchte sie absolute Rechtssicherheit.
Bzw. einen konkreten Leitfaden der Gerichte und die Möglichkeit unklare Fälle an diese zu verweisen.
 
Wie auch hier im Board sind die Dinge nur ausgeblendet und damit für Staatsanwaltschaft noch greifbar.

Liebes ngb, wer immer du auch bist, wo immer du auch sitzt,

bitte gib mir alle Daten, Posts und die IP von Cheg und Seedy.

Gruß, dein Lieblingsstaatsanwalt mit dem Patriot act ;)
 
Ich stelle mir nur vor wie die Gerichte jeden Tag über tausende Fälle von Beleidigung entscheiden, weil jemand "Du bist doof" geschrieben hat.

Denk doch mal daran was das kostet...



Anzeige -> Urteil.

Muß ja nicht. Beleidigung ist kein Offizialdelikt und es gibt keine öffentliche Klage. Das Opfer kann die Löschung von Facebook verlangen und könnte eine Privatklage einreichen, muß es aber nicht.

Den meisten wird ja reichen, wenn das nicht mehr zu lesen ist. Wer will such da die Mühe eines Rechtsstreits machen?
 
"Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand“ Schön ordentllich an der eigenen Popularität arbeiten, damit lässt sich Gott leichter bezirzen. Siehe Dieter Bohlen, der darf das völlig legit und wir nicht, jedenfalls ich nicht. Bei solchen Aktionen wird man nicht nur vom Richter bestraft sondern auch vom Arbeitgeber. :(
 
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