Für 140 Millionen Dollar: Blockchain-Startup Tron übernimmt BitTorrent

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Nachdem schon längere Zeit Gerüchte über einen Verkauf in Umlauf waren, wurde letzte Woche das File Sharing Netzwerk BitTorrent an das Blockchain-Start-Up Tron für 140 Millionen US-Dollar verkauft, wie und berichten.



Bekannt wurde BitTorrent hauptsächlich im Zusammenhang mit illegalem Filesharing. So ist für den Empfang einer Datei die Installation einer speziellen Software nötig, mit der Nutzer oftmals von Warezseiten urheberrechtlich geschützte Inhalte, wie Filme oder Musik, laden bzw. anderen Usern zur Verfügung stellen können und auf diese Weise unrechtmäßig verbreiten. Angeforderte Dateien aus einem Netzwerk werden von zahlreichen Rechnern aus vielen Teilen zusammengesucht und dann zu einem Ganzen verbunden. Schon während des Downloadprozesses wird der verwendete Computer selbst Teil eines Peer-to-Peer-Netzwerkes und verteilt die Daten wiederum an andere Mitglieder des Verbundes.



BitTorrent wurde 2004 von den Erfindern des Peer-to-Peer-Protokolls gegründet und soll nach eigenen Angaben derzeit über etwa 170 Millionen Nutzer verfügen. Sie behaupten zudem, dass zu Spitzenzeiten bis zu 40 Prozent des gesamten Internet-Traffics über das BitTorrent-Protokoll abgewickelt würden. Das Unternehmen entwickelte neben der Technologie solche populäre Software, wie den BitTorrent-Client μTorrent, die Streaming-Plattform BitTorrent Now sowie den Dropbox-Konkurrenten BitTorrent Sync. Die beiden BitTorrent-Entwickler Bram Cohen und Ashwin Navin sind aktuell selbst mit eigenen Krypto-Projekten (Chia und Samba TV) beschäftigt.

Waren unter anderem CDN-Anbieter Akamai und TiVo, ein Hersteller von Cloud-Aufnahmeboxen für TV-Signale, an BitTorrent interessiert, so kam doch letztlich der Verkauf an Tron, einem relativ jungem Start-Up, zustande, das vom früheren Ripple-Mitarbeiter Justin Sun im September 2017 gegründet wurde. Zu den Zielen des Unternehmen zählt u.a. der Aufbau eines „echten dezentralen Internets und entsprechender Infrastruktur“, in dem man mit dem hauseigenen TRX-Token für Inhalte bezahlen kann. Derzeit beträgt der Marktwert der TRX-Token insgesamt 4,6 Milliarden US-Dollar. Dem Unternehmen wurde kürzlich vorgeworfen, bei TRX würde es sich lediglich um ein Plagiat von Ethereum und FileCoin handeln. Der Kauf sorgte heute für ein Ansteigen des Kurses von TRON um 17 Prozent. Offenbar bewerteten Anleger die Übernahme als positiv.

Bisher noch unklar ist, wofür Justin Sun BitTorrent nutzen möchte. Es wurden Spekulationen laut, dass das BitTorrent-Netzwerk und der BitTorrent-P2P-Client μTorrent künftig auch als Krypto-Miner fungieren könnten. Ein Aktionär hätte berichtet, die BitTorrent-Technologie würde beim Mining von TRX eingesetzt werden.

Bildquelle: , thx! (CC0 Public Domain)




Autor: Antonia
 
Ein interessantes Trivia. Aber es hat auf den Alltag von Leuten die nicht exakt den einen spezifischen Client* nutzen keirlei Auswirkungen.

Das ist keine Kritik an Tarnkappe sondern nur eine allgemeine Anmerkung weil mir aufgefallen ist das solche Zusammenhänge bemerkenswert oft bemerkenswert falsch verstanden werden. Was wohl damit zusammenhängt das Normis nur maximale Zentralisierung kennen und daher das als default betrachten. Damit verknüpft kommt dann oft noch Authoritätsverehrung weswegen Individualität und Fragmentierung per se als reiner Nachteil gesehen wird.

*Im Extremfall kanns eine Hand voll proprietärer Clients betreffen und da Utorrent schon ewig mit Werbung verseucht ist ist das aus meiner Sicht kein Verlust.
 
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das klingt ähnlich glaubwürdig wie wenn ne firma behauptet, TOR gekauft zu haben.. oder bitcoin.. oder das internet :confused:.. das netzwerk wird von den peers betrieben, nicht von den "erfindern", also wayne (mein gott, fühlt sich das alt an) :unknown:..

und was genau kriegen sie für 140 millionen? die "rechte" an einem frei verfügbaren open-source code und einen client unter tausenden? tatsächlich nutze ich aus historischen gründen µtorrent noch hin und wieder (werbung lässt sich problemlos deaktivieren, wie überall im internet) aber ein umstieg ist ja nicht aufwendiger als von ABP auf ublock origin...
 
das gulli war für gamigo ne müllhalde für abschreibungen, es wurde nie für tatsächliches marketing genutzt..

auch wenn TRON grundsätzlich nach scam riecht (oder war das EOS? ich hab da den überblick verloren :D), sah es zumindest nie so aus, dass sie ganz schnell ganz viel geld verschwinden lassen müssen.. das marketing ist jedenfalls definitiv bei weitem nicht das investierte geld wert, weil ca. 100% aller torrent-nutzer es für zwecke nutzen, über die die bittorrent-firma keine kontrolle hat - es gibt keine möglichkeit, an die nutzer irgendwas zu vermarkten, außer vielleicht den eigenen client, der bedeutungslos ist..
 
Nun. Zumindest riecht es nicht sonderlich seriös. Ich frage mich auch, was die mit diesem Client überhaupt anstellen wollen? Bezahlen wollen die Nutzer dieser Software sowieso nichts, das haben schon andere vor ihnen probiert.
 
Bezahlen wollen die Nutzer dieser Software sowieso nichts, das haben schon andere vor ihnen probiert.


Das klingt genauso wie das Incel Argument. Nenne mir bitte die Unterschiede die ich übersehe.

"Mimimi, mein Angebot ist so gut, aber weil die Welt gemein und Unfair ist nimmt es trotzdem keiner wahr!"

Als Referenz das man für schlechte Filesharing Angebote umso mehr kassieren kann kasnn ich einfach auf gewisse deutsche Usenetprovider verweisen. Die verkaufen auch nichts außer einem schlechten Client und kassieren dafür horrende Beträge Monatlich. Die bieten so wenig Bandbreite das sie vemrutlich selber teilweise nur wenige GBit einkaufen müssen.

Usenext zB hat Tarife die wie deutsche LTE Angebote wirken.
Für 500 "Smart" Kunden brauche ich nur einen 500Mbit Flat account abei Hitnews.(Und die haben den gleichen Monatspreis!)
 
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