Argumente "für" und "gegen" ein "Rechenzentrum" mit Banana Pi

RedlightX

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Hallo zusammen und sorry für das evtl. ungewöhnliche Thema - aber ich erkläre es euch.

Man stelle sich einfach vor, dass Unternehmen X plant, ihr hauseigenes Rechenzentrum (Besenkammer) mit Banana Pi's auszurüsten, die als Knoten dienen sollen. Sprich oben drüber ist ein "Load Balancer", der dann mittels unterschiedlichen Methoden (z.B. nach Last) auf die in der Nginx-Konfiguration hinterlegten Knoten (Bananas) leitet.

Ich bin der Meinung, dass sich sowas für Zuhause als Bastelprojekt gut eignet, nicht jedoch für unternehmenskritische Anwendungen, wo 7-stellige Vertragsstrafen bei Ausfall aufgerufen werden. - Wie seht ihr das? Bzw. warum - wenn es so toll ist - setzen andere Unternehmen auf Dell & Co, bzw vergleichbares?

Ich würde gern entsprechend argumentieren können (abseits von Komplettausfall bei Stromausfall :D) und benötigte da mal ein wenig input.
Sprich Pro/Contra -> externer Hoster mit Zugangskontrolle, Klima, Ausfallsicherheit ,.. pp) vs Besenkammer mit Banana und im Höchstfall eine Mopedbatterie als USV.


Ideen? Danke im Voraus!
 
Das ist wirklich wo in Planung? :D

Ausfallsicherheit, ECC Speicher (bitflips), Datensicherheit, Redundanz von Netzteilen der einzelnen Nodes, langlebiegkeit, Pflegeaufwand, Performance (auf allen Ebenen)
 
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  • #3
Sagen wir so, ein Prototyp existiert und läuft zu Testzwecken. Der Pflegeaufwand ist aber in der Tat enorm :-)

Es handelt sich hierbei übrigens um eine Websnwendung, deren Zahl an Nutzern enorm steigen wird und aufgrund ihres Zeecks hohe Last Erzeugen kann.

Argumentiert wurde zudem, dass man bei Mehrbedarf einfach einen weiteren ranklemmen kann (können werden soll) und dieser mit den Daten des Loadbalancers gesynct wird. Weitere Argumente waren der Preis und Platzbedarfs und die scheinbar ach so enorme Leistungsfähigkeit des Bananas.

Danke für deine Antwort :-)
 
Die meisten Argumente hat PLanB schon genannt. Ein paar hab ich trotzdem noch:

Ich nehme an der Load Balancer ist auch ein Banana Pi? Wenn diese eine China-Platine mal Schluckauf hat, bricht das ganze System weg. Falls diese eine Banane sich auch noch um SSL kümmert, könnte ihre CPU auch zum Nadelöhr werden.

Wie werden eigentlich die Daten gespeichert, die die Web-Anwendung erzeugt? Datenbank? Dateien?
In dem Punkt sehe ich das größte Problem bei dem Pi-Konstrukt. Datenbanken lassen sich selten gut auf mehrere Maschinen verteilen, und ab einer gewissen Größe werden Datenbanken auf dem Banana ziemlich langsam (wenn der Ram knapp wird). Ich hab hier ne ~200MB-Sqlite-Datenbank auf einem Raspberry Pi liegen, und die ist schon extrem träge (verglichen mit nem PC).
Egal ob Datenbanken oder Dateien, der Kram muss irgendwo auf einem Speichermedium landen. Was macht ihr, wenn die SD-Karte in einem Banana den Geist aufgibt? Dann sind erstmal alle Daten seit der letzten Sicherung weg. Ein guter Server kompensiert das Dank RAID, evtl. kann man eine defekte Festplatte sogar im laufenden Betrieb tauschen. Ausfall und Datenverlust = 0.

Wenn ein Ausfall wirklich so teuer wird, hat besagte Firma wahrscheinlich gar nicht die Möglichkeiten, das sinnvoll in-House zu hosten. Eine Batterie als USV bringt nicht viel, wenn die Switches und Router keinen Strom mehr haben. Oder bei den nächsten Straßenbauarbeiten die Internetleitung verletzt wird. Großen Rechenzentren passiert das nicht so einfach.

Du schreibst der Pflegeaufwand ist enorm: Das ist doch ein Argument, dass Manager verstehen sollten: Die zusätzlichen Kosten für Wartung und Pflege (in Form von bezahlter Arbeitszeit) könnten die "Ersparnis" relativ schnell wieder auffressen.

Generell klingt die Idee aber interessant, zumindest für ein Test-System (an dem die Entwickler testen können, wie ihre Software über mehrere Server hinweg skaliert). Als Produktionssystem würde ich davon aber die Finger lassen.
 
Von wieviel Bananas reden wir? Was macht die Temperatur in der Besenkammer? Ist dort jemand in der Nacht der die Sicherung wieder reindrückt wenn irgendwo in der Nähe der Blitz eingeschlagen hat?

Was will man von einem Management? Die können nur einen Taschenrechner bedienen.
War mal bei einer Firma die AdBlue produzieren. Managment -> zu viel Material auf Lager (10 Tage) -> reduzieren -> reduzieren um Kosten zu sparen. Dann waren es 2 Tage. Dann stand die ganze Produktion für eine Woche still als die LKWs die ganzen Autobahnen blockiert hatten und keine Ware mehr gekommen ist. Seither liegt für 3 Wochen Material.

Die meisten Manager sind dumm und nur auf den eigenen Profit bedacht, sprich "Erfolgsprämien" weil ja das Geschäft so "gut" läuft und am falschen Platz gespart wird.

Cu
Verbogener
 
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  • #6
Danke für die bisherigen Antworten :-)

Die Datenbank liegt auf einem anderen Server.
Änderungen werden immer auf dem LoadBalancer geschoben. Dieser synct dann mittels rsync im minutentakt auf die Knoten, sodass diese immer den selben Datenbestand haben.

- Fällt der LoadBalancer aus: Geht nichts mehr
- Fällt Strom aus, geht ebenfalls nichts mehr
- Geht eine Banane kaputt, könnten die anderen (momentan 4) einspringen, was aber auch nur halbherzig funktioniert.

Witzig wird es, wenn mittels PHP und Sessions gearbeitet wird, und jeder Request nochmals durch den LB zieht und im schlimmsten fall auf einem anderen Banana landet. Da kommt es zu witzigen Momenten, da die Session-Variablen teils nichtmehr existieren.

Es ist übrigens keine Manangement-Entscheidung, sondern stammt von einem technischen Mitarbeiter.
 
Wenn unbedingt ARM als Server zum Einsatz kommen soll, würde ich eher nehmen. Hab aber keine Erfahrung damit.

Ich verwende bei mir zu Hause ein . Das hat eine in mühevoller Kleinarbeit gehackt, so dass da ein normales Linux drauf läuft. Im Grunde genommen ist das ein vollwertiger Server, der mit unter 10 Watt auskommt.

Das hat aber nichts mit dem Unternehmensbereich zu tun.

Es ist übrigens keine Manangement-Entscheidung, sondern stammt von einem technischen Mitarbeiter.
Je nachdem, wie wichtig euer Unternehmen ist, würde ich vermutlich zuerst den Techniker feuern, dann evtl. den Manager, der nicht eingeschritten ist - oder vermutlich beide.
 
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  • #8
Ist das wirklich schon 1.5 Jahre her?
Besagter Mitarbeiter wurde gegangen. Nun steht die Geschichte in einem vernünftigen Rechenzentrum...

Danke für die hilfreichen Antworte und entschuldigt meine späte Antwort. Mittlerweile können alle darüber lachen, was damals entschieden wurde :D
 
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  • #10
Ja. Mehr als 1 Jahr. LoadBalancing war nicht wirklich funktional etc.
Im Grunde war es ein Witz.

Besagter MA kam dann irgendwann nicht mehr zur Arbeit oder ging früh (Katze ist die Treppe runtergefallen, etc...). Dann wurde er gegangen und es wurde ins Rechenzentrum gepackt (von mir). Nun bin ich aber auch nicht mehr in der besagten Firma. :D
 
Mal so aus Neugier: Wie viele RZ-Server (welcher Größenordnung) hast du gebraucht, um wie viele Banana's zu ersetzen?
 
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