Arbeitszeugnis: selbst schreiben?

Hank Moody

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Ahoi Leute,

mein Ex-Arbeitgeber fragte mich gerade, ob ich ihm einen Vorschlag für mein Arbeitszeugnis zukommen lassen möchte oder ob er selbst eins schreiben soll.

Ich bin mit Arbeitszeugnissen nicht wirklich vertraut und würde einfach so einen Online-Generator nutzen - habt ihr damit Erfahrungen? Würdet ihr was anderes vorschlagen? Bin etwas ratlos... danke!
 
War bei mir in der Ausbildung auch so, weil sich die Firma einfach einen Scheiß für die Mitarbeiter interessiert hat.
Ich habe halt Online-Hilfen genommen für die Formulierungen (stets, voll, vollsten Zufriedenheit usw usw, you know) und mir dann im gesamten ein "gutes" Zeugnis gebaut ("sehr gut" war sogar mir zu dreist :D) dem Chef aufn Schreibtisch gelegt, er hats überflogen und abgezeichnet.

Generatoren habe ich keine benutzt, aber eben Hilfen für die Wortbedeutungen und sicher gestellt, dass alle meine Tätigkeitsfelder drin waren (was dann mehr waren, als der Chef wohl selbst reingeschrieben hätte)....

Klar, das ist erst mal ein bisschen Arbeit, sich da reinzufuchsen, aber am Ende hast du dann genau das, was du willst.
 
Je nachdem wie wichtig dir -für später mal- das Zeugnis ist, kannst du das auch von einem Anwalt, am besten für Arbeitsrecht, schreiben lassen.
Schreib dem die Rahmendaten wie Zugehörigkeit, Arbeitsaufgaben und so was auf.
Da es ja keinen Streitwert gibt, solltest du mit etwa 40-60 Euro dabei sein.

Falls du in einer Gewerkschaft bist, dann bastel dir selber was passendes zusammen und lass den Rechtsberater der Gewerkschaft drübergucken.
Der gibt dir dann sicher noch Tipps, was richtig und was falsch formuliert ist ;)
 
Hector Chegwidden haben alles gesagt und es ist ein großer Bonus das du das selbst schreiben kannst, solche Arbeitgeber nehemen sich deins dann auch überfliegen das und unterschreiben es, Kloink, Jackpot. Ich würde eher googeln nach PDFs und Co: "Arbeitszeugnis Vorlage" und mir dann was basteln

Bzw. dieses "Schreiben sie sich selbst eins" bedeutet auch soviel wie "Wir sind mit ihnen sehr zufrieden, beurteilen sie sich selbst, wir geben ihnen die Freiheit"
 
im gesamten ein "gutes" Zeugnis gebaut ("sehr gut" war sogar mir zu dreist :D) dem Chef aufn Schreibtisch gelegt, er hats überflogen und abgezeichnet.

Eine Frage:

ABER WARUUUUUUUUUUM?????

Schlimmster Fall "oh, das hört sich aber zu hochtrabend an" und man kommt mit einem geringfügig "schlechteren" Zeugnis. Aber wer sabotiert sich denn in dieser Situation selbst?
 
Ich habe mittlerweile so viele Arbeitszeugnisse.... wenn da eins komplett aus der Reihe fällt, siehts halt auch seltsam aus.
Ich war schon bei so vielen Firmen, da macht ein Zeugnis nicht viel aus.
 
@phreak, man muss doch nichts hochtreibendes schreiben, ganz normal, aber warum soll deiner Meinung nach ein AG das besser können?
 
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  • #8
Könnt ihr mal über meinen Entwurf drüberschauen? :beer:

Herr Hank Moody, geboren am 01.01.1000 war vom 01.01.2016 bis zum 15.10.2018 als IT-Systemadministrator im Bereich Systems Engineering unseres Unternehmens tätig.

!!! HIER FIRMENBESCHREIBUNG EINSETZEN !!!

Das Aufgabengebiet von Herrn Moody umfasste folgende wesentlichen Projekte:

- Überwachung und Pflege von Linux-Serversystemen (Debian, Ubuntu)
- Virtualisierung auf Basis von Proxmox / KVM und ZFS
- Installation und Konfiguration von Hochverfügbarkeitssystemen
- Installation und Konfiguration von Icinga2 als Überwachungslösung

Herr Moody zeichnete sich stets durch Arbeitseifer und Pflichtbewusstsein aus. Er fand sich in neuen Situationen stets sicher und sehr gut zurecht.

Herr Moody konnte wegen seines umfangreichen und fundierten Fach- und Spezialwissen oft sehr schwierige Aufgaben übernehmen und erfolgreich lösen.

Herr Moody arbeitete zuverlässig und selbstständig. Er bearbeitete und erledigte seine Aufgaben planvoll und systematisch. Durch seine zielstrebige und umsichtige Arbeit hat er stets sehr gute Qualitätserfolge erzielt. Die ihm übertragenen Aufgaben erfüllte er stets zu unserer vollen Zufriedenheit.

Herr Moody war allseits beliebt und sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war stets vorbildlich.

Herr Moody ist mit unseren Kunden aufgrund seiner sachlichen und freundlichen Art und seiner absolut serviceorientierten Haltung stets sehr gut zurechtgekommen. Seine freundliche und positive Grundhaltung wirkte in der Arbeitsgruppe beispielgebend und hat zu unserem guten Betriebsklima beigetragen.

Herr Moody scheidet auf eigenen Wunsch aus unserem Unternehmen aus.

Wir bedauern es, Herrn Moody zu verlieren, danken für die wertvolle Arbeit und wünschen ihm sowohl für seine berufliche als auch private Zukunft weiterhin Erfolg und alles Gute.

"Angesetzt" hätte ich es im Bereich 1-2, hoffe ich zumindest. :D
 
Zuletzt bearbeitet:
Auf gar keinen Fall!

[...]Herr Moody arbeitete stets zuverlässig und selbstständig. Er bearbeitete und erledigte seine Aufgaben planvoll und systematisch. Durch seine zielstrebige und umsichtige Arbeit hat er stets sehr gute Qualitätserfolge erzielt. Die ihm übertragenen und selbst darüber hinausgehende Aufgaben erfüllte er stets zu unserer vollen vollsten Zufriedenheit.[...]

Wenn Du Dir den Kram schon selber schreiben sollst, pokere auf jeden Fall auf ein Einserzeugnis. Wenn der AG schon zu faul ist, das Ding selber zu schreiben, wird er kaum etwas korrigieren wollen. Wenn doch, muss er es Dir gegenüber offen begründen, das wird er kaum machen.
 
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  • #10
Hast recht, ich hab's nochmal überarbeitet:

Herr Hank Moody, geboren am 01.01.1000 war vom 01.01.2016 bis zum 15.10.2018 als IT-Systemadministrator im Bereich Systems Engineering unseres Unternehmens tätig.

!!! HIER FIRMENBESCHREIBUNG EINSETZEN !!!

Das Aufgabengebiet von Herrn Moody umfasste folgende wesentlichen Projekte:

  • Überwachung und Pflege von Linux-Serversystemen (Debian, Ubuntu)
  • Virtualisierung auf Basis von Proxmox / KVM und ZFS
  • Installation und Konfiguration von Hochverfügbarkeitssystemen
  • Installation und Konfiguration von Icinga2 als Überwachungslösung
Herr Moody verfügte stets über eine sehr gute Leistungsbereitschaft und eine vorbildliche Pflichtauffassung. Er fand sich in neuen Situationen stets sicher und sehr gut zurecht.

Aufgrund seines umfangreichen und besonders fundierten Fachwissens erzielte Herr Moody überdurchschnittliche Erfolge bei seiner Arbeit.

Herr Moody arbeitete stets zuverlässig und selbstständig. Er bearbeitete und erledigte seine Aufgaben planvoll und systematisch. Durch seine zielstrebige und umsichtige Arbeit hat er stets sehr gute Qualitätserfolge erzielt. Die ihm übertragenen und selbst darüber hinausgehende Aufgaben erfüllte er stets zu unserer vollsten Zufriedenheit.

Herr Moody war allseits beliebt und sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war stets vorbildlich.

Herr Moody ist mit unseren Kunden aufgrund seiner sachlichen und freundlichen Art und seiner absolut serviceorientierten Haltung stets sehr gut zurechtgekommen. Seine freundliche und positive Grundhaltung wirkte in der Arbeitsgruppe beispielgebend und hat zu unserem guten Betriebsklima beigetragen.

Herr Moody scheidet auf eigenen Wunsch aus unserem Unternehmen aus.

Wir bedauern es, Herrn Moody zu verlieren, danken für die wertvolle Arbeit und wünschen ihm sowohl für sein berufliche als auch private Zukunft weiterhin Erfolg und alles Gute.

Besser?
 
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  • #12
Jau, stimmt - würde das dann noch abändern und dann rausschicken - oder sonst noch Meinungen von jemandem? :)
 
Du hast beim Datum geschrieben: bis 15.10.2018

Wenn du tatsächlich noch in der Firma bist, dann setz bitte alles in die Gegenwart (Präsens)
Denn du bist dann ja noch zuständig für XY und nicht mittlerweile zum Kaffeekocher degradiert ;)
 
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  • #14
Urghs, das ist in der Tat ein Tippfehler - ich bin seit 15.10.2017 nicht mehr in der Firma; also kann ich's so lassen, richtig?
 
Klar! Wenn du aus der 18 eine 17 machst ;)

Edit:
folgende wesentliche Projekte
die folgenden wesentlichen Projekte

seine berufliche und private Zukunft

äußerst vorbildlich (zuviel stets ist auch nervig)

mit unseren Kunden ist Herr Moody... (drei mal Moody untereinander-blöd)
 
Zuletzt bearbeitet:
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  • #16
@Chegwidden: jau, mach ich!

Ansonsten hält das Zeugnis aber jeder für "sehr gut" bis "gut", oder hab ich was falsch verstanden? Dann würd' ich's die Tage so weitergeben und hoffen. :beer:
 
Ich habe meinen Post oben noch editiert.

Ja, das Zeugnis kannst du eigentlich so lassen, das ist okay und 1-2 :)
 
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