Ergebnis 1 bis 8 von 8

Thema: Wieviel kostet eigentlich ein durchschnittlicher 4K TV heute? Und wieviel kostete ein Schwarzweiß-TV 1960?

  1. #1
    Mitglied Avatar von Erz
    Registriert seit
    Apr 2018
    Ort
    Giga-Forum
    Beiträge
    42

    Wieviel kostet eigentlich ein durchschnittlicher 4K TV heute? Und wieviel kostete ein Schwarzweiß-TV 1960?

    Hi,

    folgendes... von diesem Artikel...

    https://meedia.de/2020/05/04/komment...=pocket-newtab

    ... bin ich auf das damit verlinkte Antwortschreiben der CDU zu dem Rezo-Video gestoßen (siehe link unter diesem Satz).

    https://www.cdu.de/sites/default/fil...ache-sehen.pdf

    Auf S. 4 wird dort eine, ich nenne es mal, "Wohlhabens"-Gegenüberstellung aufgeführt, wieviele Stundenlöhne 1960 ein Schwarzweiß-Fernseher gekostet hat im Gegensatz zu einem heutigen 4K TV (Stand 2017).

    Demnach könne man sich nach dem Stand 2017 einen 4K TV nach ca. 24,2-Stundenlöhnen leisten. Und ich habe mich gefragt.......... von was für einem Stundenlohn geht die CDU in diesem statistischen Beispiel aus? Ich weiß, es ist ein ziemlich schwammiges Thema und gehört vielleicht nicht direkt in dieses Forum (wenn überhaupt irgendwohin?). Aber die Frage ist eigentlich gut, oder? Nimmt man in dieser Herangehensweise die unterste/billigste Charge an 4K-Fernsehern als Orientierung?

    Als Beispiel habe ich mir einen ca. 300 € 4K-TV als Beispiel herangezogen...

    https://www.saturn.de/de/product/_ok...b-2490048.html

    ... das billigste... äh preisgünstigste Modell (exakt: 279 €), dass ich bei Saturn derzeit online gefunden habe. Höchstwahrscheinlich werden 4K TVs 2017 sogar noch etwas mehr als 3 Jahre später (während der Corona-Krise) gekostet haben, oder?~~'
    Die CDU geht nun von ca. 24,2 Stundenlöhnen (genau: 24h, 13 min.) aus, d. h....

    279 [€] : 24,2 [h] = 11,52 [€/h] --> sprich: ~11,5 Stundenlohn (Netto? Als Bundesdurchschnitt? Schließlich kannst du ja nur ausgeben, was du auch in deinem Geldbeutel hast, oder?)

    Wenn wir nun von 8 Arbeitsstunden pro Tag und einem Monatsdurchschnitt von 22 Arbeitstagen ausgehen... geht man dort von

    Monatslohn (Netto, Bundesweit) = 8 x 22 x 11,5 € = 2024 €

    ... aus, würde ich sagen. Also,... korrigiert mich, wenn ich mich irgendwo irre. Und... ihr könnt dasselbe Rechenbeispiel gerne mal mit einem 500-Euro-4K TV machen~~'

    --------------------------------------------------------------------------------------

    Die Frage ist jetzt, was hat wohl ein "vergleichbarer" Schwarzweiß-Fernseher 1960 gekostet? Und wie wäre der zu bewerten? Also technologisch betrachtet. War der Schwarzweiß-Fernseher 1960 eher mit einem heutigen Mittelklasse- oder Highend PC bzw. Notebook zu vergleichen? Also etwas sehr wertvolles für seine Zeit genommen, dass nicht unbedingt jeder hatte?
    Ich erinnere mich z. B. dass meine Familie in den 80iger Jahren nur einen 6-Kanal-Farbfernseher und einen wesentlich kleineren Schwarzweiß-Fernseher als altes Ersatzgerät zu Hause hatte, wobei man sagen muss, auf dem wesentlich kleineren Schwarzweiß-Fernseher konnte man damals schon Tele 5 empfangen und er war SNES- (Super Nintendo) kompatibel, was für den 6-Kanal-Farb-TV nicht galt. Daran erinnere ich mich noch.

    Dementsprechend frage ich mich... unabhängig von dem CDU-Beispiel... ob wir heute einfach einen viel größeren Hunger auf neuere Technologie haben als damals und ob deswegen nicht schon alleine der Vergleich hinkt? Woran soll man also den Standard eigentlich ausmachen, der auch als Standard für die Zeit gelten darf?

    Sry, aber das ging mir durch den Kopf, als ich da jetzt an diesem Beispiel hängen geblieben bin. Wenn es nicht in dieses Unterforum passt, verschiebt es bitte. Danke
    Die Klinge muß durch das Feuer, sonst zerbricht sie.

  2. #2
    SYS64738

    Moderator

    Avatar von thom53281
    Registriert seit
    Jul 2013
    Beiträge
    4.897
    ngb:news Artikel
    43

    Re: Wieviel kostet eigentlich ein durchschnittlicher 4K TV heute? Und wieviel kostete ein Schwarzweiß-TV 1960?

    Zitat Zitat von Erz Beitrag anzeigen
    Wenn es nicht in dieses Unterforum passt, verschiebt es bitte. Danke
    Dein Wunsch sei mir Befehl.

  3. #3
    Bier her!

    Moderator

    Avatar von bebe
    Registriert seit
    Jul 2013
    Ort
    Oberschwaben
    Beiträge
    1.754

    Re: Wieviel kostet eigentlich ein durchschnittlicher 4K TV heute? Und wieviel kostete ein Schwarzweiß-TV 1960?

    Da ist mit einem High-End Pc zu vergleichen, damit meine ich dann eher Richtung AMD Threadripper 3990X und 4 x NVIDIA 2080TI für rund 10.000€.

    https://www.giga.de/extra/tv/special...-es-fernsehen/

  4. #4
    Boomer ♪♪♫♪♫♫♪

    News-Redakteur

    Avatar von KaPiTN
    Registriert seit
    Jul 2013
    Beiträge
    19.408
    ngb:news Artikel
    28

    Re: Wieviel kostet eigentlich ein durchschnittlicher 4K TV heute? Und wieviel kostete ein Schwarzweiß-TV 1960?

    Zitat Zitat von Erz Beitrag anzeigen
    Dementsprechend frage ich mich... unabhängig von dem CDU-Beispiel... ob wir heute einfach einen viel größeren Hunger auf neuere Technologie haben als damals und ob deswegen nicht schon alleine der Vergleich hinkt? Woran soll man also den Standard eigentlich ausmachen, der auch als Standard für die Zeit gelten darf?
    Mal nicht unabhängig vom CDU-Beispiel, aber unabhängig vom technischen Fortschritte, der möglicherweise Produkte günstiger produzieren läßt, hinkt der Vergleich, was man sich 1960 und heute leisten kann sicher deswegen schon allein, weil das zugrundeliegende (durchschnittliche) Einkommen viel weiter von der Produktion entkoppelt ist.

    Man sollte mal gegenüberstellen, wieviele Stunden eine Näherin 1960 gebraucht hat, um sich das von ihr genähte Kleid leisten zu können und wieviele heute.
    Gleiches für einen Arbeiter, der damals einen Fernseher hergestellt hat und einen heute.

    Ja, schon damals hat es keine 1:1 Zuordnung von einer Person zu einem Produkt gegeben und daß Frauen nähen und Männer Fernseher bauen ist nicht pc.
    J'irai pisser sur votre bombes
    You can educate a fool, but you cannot make him think

  5. #5
    Bot #0384479 Avatar von BurnerR
    Registriert seit
    Jul 2013
    Beiträge
    4.617
    ngb:news Artikel
    2

    Re: Wieviel kostet eigentlich ein durchschnittlicher 4K TV heute? Und wieviel kostete ein Schwarzweiß-TV 1960?

    Zitat Zitat von Erz Beitrag anzeigen
    Die Frage ist jetzt, was hat wohl ein "vergleichbarer" Schwarzweiß-Fernseher 1960 gekostet? Und wie wäre der zu bewerten? Also technologisch betrachtet. War der Schwarzweiß-Fernseher 1960 eher mit einem heutigen Mittelklasse- oder Highend PC bzw. Notebook zu vergleichen? Also etwas sehr wertvolles für seine Zeit genommen, dass nicht unbedingt jeder hatte?
    Ich würde das anders herum sehen. Der 4k Monitor von heute kann mehr als der SW-Fernseher damals und alle Küchengeräte zusammen.
    Ein 200 Euro Billigrechner kann mehr als man sich damals überhaupt vorstellen konnte.

    Dein Argument spricht imHo eher dafür, dass die CDU im Kern recht hat mit ihrer Rechnung. Was damals ein läppischer SW-Fernseher mit drei Programmen war das ist heute ein Mid-/High-Budget Computer mit dem du tausend mal mehr anfangen kannst.

  6. #6
    Mitglied

    (Threadstarter)

    Avatar von Erz
    Registriert seit
    Apr 2018
    Ort
    Giga-Forum
    Beiträge
    42

    Re: Wieviel kostet eigentlich ein durchschnittlicher 4K TV heute? Und wieviel kostete ein Schwarzweiß-TV 1960?

    Zitat Zitat von bebe Beitrag anzeigen
    Da ist mit einem High-End Pc zu vergleichen, damit meine ich dann eher Richtung AMD Threadripper 3990X und 4 x NVIDIA 2080TI für rund 10.000€.

    https://www.giga.de/extra/tv/special...-es-fernsehen/
    Sehe ich ähnlich^^

    Vor allem, weil die Fernseher von damals wesentlich robuster waren und länger gehalten haben. Heute baut man der Elektronik diverse Schwachstellen ein. Dafür gibt es mittlerweile sogar schon Studiengänge. Das war damals in diesem Umfang auch noch nicht so, wobei es vom Glühbirnenkartell bekannt ist, dass die schon früh vereinbart hatten (um 1900? idk), die Haltbarkeit von Glühbirnen auf ca. 1000 Stunden zu beschränken. Die konnten schon damals Glühbirnen produzieren, die 20- bis 100-mal so lange hielten. Irgendwann ist das vom Glühbirnenkartell dann bekannt geworden.

    Zitat Zitat von KaPiTN Beitrag anzeigen
    Mal nicht unabhängig vom CDU-Beispiel, aber unabhängig vom technischen Fortschritte, der möglicherweise Produkte günstiger produzieren läßt, hinkt der Vergleich, was man sich 1960 und heute leisten kann sicher deswegen schon allein, weil das zugrundeliegende (durchschnittliche) Einkommen viel weiter von der Produktion entkoppelt ist.

    Man sollte mal gegenüberstellen, wieviele Stunden eine Näherin 1960 gebraucht hat, um sich das von ihr genähte Kleid leisten zu können und wieviele heute.
    Gleiches für einen Arbeiter, der damals einen Fernseher hergestellt hat und einen heute.

    Ja, schon damals hat es keine 1:1 Zuordnung von einer Person zu einem Produkt gegeben und daß Frauen nähen und Männer Fernseher bauen ist nicht pc.
    Ein eigens genähtes Kleid ist aber auch ein schwieriges Beispiel, weil das ja auch nicht über Fließband-Arbeit produziert wird. Schließlich macht es einen Unterschied in der Effizienz, ob ein Arbeiter immer ein- und denselben Produktionsschritt wiederholt oder ob derselbe Arbeiter ein komplettes Produkt über diverse Teilschritte, die auch eine gewisse Vorbereitungszeit erfordern und unter Umständen einen separaten Arbeitsplatz erfordern, benötigt.
    Da gibt es ja in der Ökonomie dieses Beispiel mit dem Schmied, der vor der Industrialisierung Nägel auf dem klassischen Wege hergestellt hat und der so vielleicht 20-30 Nägel pro Tag geschafft hatte. Und auch mit einem Gehilfen schafft der Schmied es auf diese Weise kaum, die Produktion zu verdoppeln.

    In der Fließband-Produktion werden natürlich auf den ersten Blick mehr Arbeiter eingesetzt, die alle einen einzelnen Produktionsschritt wiederholen (z. B. das Abzwicken eines Nagel-Rohlings von einem dicken Stahldraht, das Spitzklopfen des Nagel-Endes, das Begratigen des Nagels mit Schmirgelpapier, etc.) und welche die Nagel-Rohlinge dann an den nächsten Arbeiter weitergeben, bis das Produkt fertiggestellt ist. Vergleicht man allerdings die Produktionskapazität mit gleichgroßen Anzahlen an Arbeitern, so fällt auf, dass die Fließband-Produktion im Schnitt effizienter ist. Frag mich jetzt nur nicht, um wieviel~~'

    ...Dementsprechend ist natürlich das Beispiel vom genähten Kleid ein schwieriges Vergleichsbeispiel, denn das wurde dann höchst wahrscheinlich auch nicht unter der Fließbandproduktions-Prämisse hergestellt. Heißt, das war dann schon damals ein Luxusgegenstand. Heute übrigens auch.

    Aber...

    Auch unabhängig von der Frage, ob es nun ein Luxusprodukt ist, welcher in Handarbeit hergestellt wurde... auch Fließbandprodukte konnten früher einmal hochwertiger hergestellt worden sein - ohne bewusst eingebaute Fehler, Schwach- bzw. Verschleißstellen, halt eben nachhaltiger/hochwertiger. Dementsprechend sind die heutigen 4K-Billig-TVs noch lange nicht hochwertige Produkte - nicht für die heutige Zeit. Bei diesen Geräten ist es schwer abzuschätzen, wie lange diese Geräte durchhalten, bis sie den Geist aufgeben. Bei vielen dieser Geräte kalkuliert schon der Hersteller Schwachstellen mitein, die dazu führen, dass diese Produkte auch schneller verschleißen - unter Umständen schon kurz nach der Garantiezeit.

    Ein anderes Negativbeispiel gibt es in Hinblick auf die Energieeffizienzklassen bei Elektronikgeräten. Es gibt bei verschiedenen Elektronikgeräten Belege dafür, dass an den Energieeffizienzklassen nicht viel dran ist. In vielen Fällen sind ältere Waschmaschinen und Kühlschränke nicht "uneffizienter" als neuere A+ bis A+++ Geräte derselben Kategorie. In vielen Fällen dienen die Energieeffizienzklassen eher der Werbung als dass sie eine reale Funktion haben. Meißtens lohnt sich da die Neuanschaffung aus Gründen der Energieeffizienz nicht wirklich. Dazu gibt's sogar Dokus. Ich weiß, dass ich da in Hinblick auf Waschmaschine auch schon mal eine gesehen habe.

    ...Als sich ergebende Nebenfrage:

    Im Hinblick auf moderne 4K-Fernsehere könnte man sich dann also auch die Frage stellen, welches Gerät denn mehr Strom verbraucht? So ein 4K-Fernseher macht ja nur Sinn, wenn er auch in 4K betrieben wird, gell? Ansonsten ist ja "4K" nur eine hohle Phrase und es ist auch nur ein Fernseher, wie jeder andere. Gleiches gilt auch für "Brillianz"-Modus. In solchen Einstellungen sieht das TV-Bild natürlich besser aus. Allerdings ist der Stromverbrauch auch relativ hoch. Da müsste man sich mal die Frage stellen, wie man das gewichtet. Gerade auch, weil Strom 1960 vergleichsweise billig war. Im Vergleich zu heute war der Strom 1960 sogar sehr billig. Das ist ja auch einer der Gründe, warum heute so sehr mit Energieeffizienzklassen geworben wird~~
    Die Klinge muß durch das Feuer, sonst zerbricht sie.

  7. #7
    Board Kater Avatar von Cybercat
    Registriert seit
    Jul 2013
    Ort
    Ruhrpott
    Beiträge
    8.665

    Re: Wieviel kostet eigentlich ein durchschnittlicher 4K TV heute? Und wieviel kostete ein Schwarzweiß-TV 1960?

    Würden heute Fernseher noch so von Hand gelötet werden wie 1960 könnte sich auch heute kaum einer einen leisten.
    Am besten noch ohne hoch integrierte Bauteile.

    Das komplette Logic-Board ist heute kaum größer als eine Postkarte. 1960 Sah das noch ganz anders aus. Ich denke mal, dass der Vergleich zur Kaufkraft erheblich hinkt.
    Ob eine schwarze Katze Unglück bringt oder nicht, hängt davon ab, ob man ein Mensch ist oder eine Maus.

  8. #8
    Boomer ♪♪♫♪♫♫♪

    News-Redakteur

    Avatar von KaPiTN
    Registriert seit
    Jul 2013
    Beiträge
    19.408
    ngb:news Artikel
    28

    Re: Wieviel kostet eigentlich ein durchschnittlicher 4K TV heute? Und wieviel kostete ein Schwarzweiß-TV 1960?

    Zitat Zitat von Erz Beitrag anzeigen
    Ein eigens genähtes Kleid ist aber auch ein schwieriges Beispiel, weil das ja auch nicht über Fließband-Arbeit produziert wird. Schließlich macht es einen Unterschied in der Effizienz, ob ein Arbeiter immer ein- und denselben Produktionsschritt wiederholt oder ob derselbe Arbeiter ein komplettes Produkt über diverse Teilschritte, die auch eine gewisse Vorbereitungszeit erfordern und unter Umständen einen separaten Arbeitsplatz erfordern, benötigt.
    Daher hatte ich den technischen Fortschritt ausgeklammert.

    Mir ging es darum, daß heute der Produzierende für sein Produkt auch noch sehr lange arbeiten muß, aber er nur 1960 mit berücksichtigt wird. Damals konnte man Konsument und Produzent gegenüberstellen, heute nicht.

    Die CDU argumentiert hier, daß die Leute hier heute weniger arm wären, als 1960, weil sie sich mehr leisten könnten, aber dies doch nur unter der Ausnutzung der Armut in anderen Ländern. Einheimisch produziert könnte man sich die Produkte weniger leisten.
    Für diesen Beitrag bedanken sich Buschfunk, BurnerR
    J'irai pisser sur votre bombes
    You can educate a fool, but you cannot make him think

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •