Vorab, ich habe das noch nicht korrekturgelesen. Ihr bekommt sozusagen die unzensierte Fassung mit Handyfotos, bevor ich das Ding irgendwann für den Blog ins Reine schreibe und die DSLR Fotos entwickelt habe.

Wie üblich fingen irgendwann Anfang des Jahres die Überlegungen an, wohin es uns diesen Sommer über hin verschlägt. Neben den Standardzielen innerhalb Europas wie Spanien und Griechenland ging es gedanklich dieses Mal auch weiter in die Ferne. Griechenland ist sowieso keine Option für den Sommerurlaub gewesen, da wir ja schon im Frühjahr auf Korfu waren. Die kanarischen Inseln haben uns von den Angeboten her auch nicht so wahnsinnig zugesagt. Als erstes Fernreiseziel hatte ich persönlich Mauritius im Blick sowie La Reunion, letzteres wäre gerade wegen der EU Zugehörigkeit interessant gewesen. Aber auch hier war die Hotelsuche eher ernüchternd. Mexiko wurde anfangs kurz in Betracht gezogen, die Flugzeiten wirkten aber sehr abschreckend. Dafür war die Hotelauswahl fantastisch. Nach diversen suchen Richtung Bali, Azoren, Madeira etc. Sind wir dann letztendlich doch an Mexiko hängen geblieben – und selbstredend wurde es das Hotel, welches wir schon ganz zu Beginn im Auge hatten.

Gebucht wurde wie üblich über Holidaycheck. Reiseveranstalter war Schauinsland, Flugdienstleister war Condor. Abflug von Frankfurt via Direktflug nach Cancun. 16 Tage, 5 Sterne, all inklusive Erwachsenenhotel an der Riviera Maya. Dank diverser anderer Reiseberichte wusste ich schon das der Großteil der Karibik seit einigen Jahren verstärkt mit Braunalgen zu kämpfen hat, als eher semi-Strandurlauber war uns das aber egal.

Das gebuchte TRS Yucatan gehört zur Grand Palladium Gruppe und unterhält weltweit mehrere Hotels, primär im karibischen Bereich. Das TRS ist eines von insgesamt 4 Hotels der Anlage, wobei TRS Gäste alle anderen Resorts mitnutzen können. Zwar gibt es enorm Zimmer im gesamten komplex, der ist allerdings in maximal 3-stöckige Gebäude aufgeteilt, die alle nicht wahnsinnig groß sind. Das TRS bietet für Pauschalreisende zwei Zimmerkategorien an, die Junior Suite und die JS mit Pool. Es gibt auch noch Romantic Bungalows und diverse Suiten, teilweise über zwei Etagen…

Wir haben uns für eine JS mit eigenem Pool entschieden, hat zwar bisschen Aufpreis gekostet, war es am Ende aber absolut wert. Je nach Gebäude sind die mehr oder weniger von außen einsehbar, man kann Wünsche äußern und das funktionierte vorzüglich.
Um uns den Stress mit der Anreise – der Hinflug ging gegen Mittag – zu sparen, haben wir am Tag vor dem Abflug im Holiday Inn am Airport genächtigt. Essen war so lala, Frühstück war gut. Zimmer top, auch super isoliert, konnte man nicht meckern.
Morgens dann fix mit dem Transferbus zum richtigen Terminal, Check-in und Gepäckaufgabe und dann hieß es warten. Der Flug ging pünktlich und ich hatte es mir schlimmer vorgestellt von der Beinfreiheit und allgemein vom Platz her. Wir hatten zwar Sitze reserviert, allerdings nur Standard, ohne Extras. War aber auch nicht notwendig, man hatte genug Raum für sich. Knapp 12 Stunden Flug lassen sich nur ertragen, wenn man schlafen kann – was ich in allem was fliegt, fährt oder schwimmt nicht kann – oder wenn man sich irgendwie zu beschäftigen weiß. Da die Entertainmentpakete für 9€ mich eher nicht ansprechen, wurde in weiser Voraussicht das Tablet mit Filmen und Serien bestückt. Damit lässt es sich dann aushalten.

In Cancun angekommen haben wir locker 1 ½ Stunden auf unser Gepäck gewartet, waren gefühlt die letzten am Band. War aber alles da, dauerte halt. Raus aus dem klimatisierten Flughafen – ui, die Luftfeuchtigkeit hat es in sich. Wie vorher gelesen gehabt einfach straight durch, alle ignorieren, nicht angucken, nicht in Gespräche verwickeln lassen. Draußen vor dem Ausgang stehen dann die richtigen Shuttles mit Schild und Namen der Gäste. Wir waren auch die letzten im Kleinbus. Los ging die wilde Fahrt!
Die Mexikaner arbeiten sehr viel mit Topes als Geschwindigkeitsregulierung, machen unsere holländischen Nachbarn auch, aber die Mexikaner können in ihren Topes ganze Walhaie züchten. Da bremst wirklich jeder sein Auto auf Schrittgeschwindigkeit runter. Es wird auch ständig geblinkt, ohne die Spur zu wechseln, der Warnblinker ist im Dauereinsatz, auch wenn gar nix ist. Shuttlefahrer hören seltsamerweise bevorzugt Eurodance/Kirmestechno. Geschwindigkeitsschilder (in km/h) sind hier wie in Griechenland nur eine grobe „Richtlinie“. Die Polizei fährt meist mit Blaulicht durch die Gegend.

Wir waren gegen 21 Uhr Ortszeit am Hotel angekommen. Ausgestiegen, sofort wurde man von den Koffern/vom Gepäck erlöst und in die Lobby geleitet. Soweit, so normal. Check-in in wenigen Minuten inklusive Getränken nach Wahl und Erfrischungstuch. Es gab dann natürlich auch sofort das obligatorische Hotelbändchen, in diesem Falle aber aus Stoff und mit einem RFID Chip versehen – keine lästigen Karten oder Schlüssel rumschleppen, um ins Zimmer zu kommen, Top! Kurz darauf kam dann auch schon einer der Golfcard-Fahrer, um uns mitsamt dem Gepäcke zu unserer Villa zu bringen. Jede Villa hat 3 Butler die mehrere Stunden am Tag für all möglichen Kram zur Verfügung stehen – Reservierungen in den Restaurants, Wünsche bezüglich des Zimmers (Reinigung, Art der Kissen, Raumduft, Minibar, Wäscheservice etc.pp.) – da haben wir von unserer Butlerin dann eine kurze Einweisung bekommen, da wir einfach nur platt waren.

Die Zimmer sind sehr geräumig, wir haben noch kurz den Zimmerservice bemüht und sind dann auch einfach nur ins Bett gefallen.









In den ersten Stunden haben wir uns dann einen Eindruck vom Hotel verschafft bevor wir dann mal an der Rezeption fragten, ob uns jemand ein Taxi zu einem anderen Hotel besorgen kann. Da kam sofort die Nachfrage, wozu – Taxifahren ist jetzt nicht exorbitant teuer in Mexico, aber verbreiteter sind die Collectivos, kleine Shuttlebusse die zwischen verschiedenen Orten pendeln. Du stellst dich einfach an den Straßenrand, hebst den Daumen, die sammeln dich ein und werfen dich da wo du magst wieder raus, sofern es halt auf dem Weg liegt. Erzählt, wir müssen zum Bahia Principe unseren Mietwagen in Empfang nehmen. Die haben sich dann den Voucher zeigen lassen und gemeint, hey, geh mal da vorne um die Ecke, da ist ein Europcar Mitarbeiter. Ende vom Lied: Auto wurde anstandslos direkt zum Hotel gefahren und konnte dort auch wieder abgegeben werden, anscheinend hatte der ADAC (über welchen die Buchung erfolgte) den Standort in unserem Hotel einfach nicht auf dem Schirm.

Wir haben das Auto letztlich gar nicht mal so viel genutzt. Wir sind am 21. Juli mal nach Playa del Carmen gefahren und dort ein wenig durch die 5th Avenue geschlendert, PdCs kitschige touristische Einkaufsmeile wo sich die Geschäfte alle 500m wiederholen. Geparkt haben wir auf einem privaten Parkplatz, kostete 15 Pesos die Stunde, kann man also nichts sagen. 20 Pesos = 1 € so als grober Umrechnungsfaktor. Man findet da überall Stellplätze für wenig Geld, muss dann vielleicht 200 Meter laufen, aber daran soll es ja nicht scheitern. Gekauft haben wir übrigens nichts, die Preise sind nicht sehr attraktiv, wenn sollte man intensiv vergleichen.

Vorab hatten wir schon über den eButler eine Reservierung für das Chic Cabaret abgesetzt. Hierfür sollte man zwingend reservieren, es ist eine Show aus Musik, Tanz und Akrobat in Verbindung mit einem mehrgängigen Menü. Als TRS-Besucher ist das ganze inklusive, als externer kann man sich einbuchen für irgendwas um die 100 US$ pro Person. Ich bin jetzt nicht so der Showbesucher, daher habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten, aber ich fand die knapp drei Stunden doch recht kurzweilig und das Essen war schon richtig gut.





Am 22. Ging es dann endlich los mit der ersten gebuchten Ausflugstour über Aledia Tours. Den Anbieter hatten wir uns vorab schon im Internet rausgesucht, eben auch aufgrund der Zertifizierungen und den wahnsinnig guten Bewertungen. Wir hatten uns Monate vorab für die Touren (drei an der Zahl) per Mail angemeldet, eine Kontaktnummer für WhatsApp bekommen und der Rest hatte sich dann vor Ort ergeben. Wir haben unsere Ausflugsdaten dann via WA mitgeteilt bekommen (Datum/Uhrzeit/Ausflugsziel) und die beiden Mädels im Büro da sind eigentlich immer zu erreichen. Leider stehen sie ziemlich auf Sprachnachrichten, aber da kann man dann mal drüber hinwegsehen D:

Erster Ausflug ging also nach Chichen Itza. (Maya-)Ruinen, gähn. Ich kann mich da eigentlich nicht so für begeistern, allerdings hatten wir vorher auch noch nie irgendwie einen Guide dabei, sondern sind immer auf eigene Faust über Stock und Stein gekraxelt und haben eventuell vorhandene Hinweisschildchen gelesen. Chrissy allerdings hat unsere 8-Personen starke Truppe zwar verdammt früh (Abholung am Hotel war um 05:15 Uhr an der Lobby eines der anderen Hotels des Resorts, unser bestelltes Golfcaddy kam nicht – Mexikaner haben es nicht so mit der Uhrzeit… ging aber alles glatt) durch die Ruinen gescheucht zusammen mit Benjamin, aber es war wahnsinnig interessant. Viel ist nur Spekulation weil über die Maya-Kultur halt nur ganz wenig bekannt ist was auch belegt ist, aber das tat dem ganzen keinen Abbruch, im Gegenteil. Ich will hier die Inhalte der Führung nicht breittreten, aber alleine die Klatsch-/Echodemonstration ist etwas, wo man nicht drauf kommt, wenn man alleine ohne Guide unterwegs ist. Wir haben uns ca. 2 Stunden in Chichen aufgehalten, bevor es dann weiterging Richtung Cenote Selva Maya. Dort gab es dann auch ein Mittagessen in Buffetform, durchaus mit mexikanischeren Gerichten (Mole Poblano, Cochinita Pibil, im Erdofen gegartes Huhn, Zeugs in Bananenblättern etc.) und abschließend das planschen in der Cenote. Vor dem Besuch in der Cenote gründlich abduschen und etwaige Sonnencremereste entfernen! Schwimmwesten sind Pflicht. Das Wasser ist richtig schön kalt und klar – und in dieser Cenote mit über 40 Metern auch ein wenig tiefer.



Danach ging es in das Städtchen Valladolid. Es ist schon sehr touristisch und liegt halt sehr günstig zu Chichen Itza – wir haben allerdings tatsächlich hier die meisten unserer Souvernirs gekauft. Durch die Läden stöbern ist ganz nett – unbedingt den Schokoladenladen besuchen, der zwar sehr unscheinbar wirkt, aber nette Sachen hat und wer auf Ledergefertigte Schuhe steht findet da auch das ein oder andere.

Nach Valladolid stand dann der letzte Punkt des Tages auf der Liste: Besuch der Tequila Brennerei Destilería Artesanal de Agave Mayapán. Ich trinke keinen Tequila, zumindest nicht pur, aber der Rest war doch sehr angetan. Chrissy hat ein wenig was zur Fertigung erzählt und nun ja, so ein 6 Jahre gereifter 250ml Mayapán steht jetzt auch hier im Schnapsregal.

Danach ging es dann auch Richtung Hotel zurück. Der Ausflug dauerte schon ein paar Stunden, aber es hat sich gelohnt. Es war nie gehetzt oder gedrängelt aber eben auch nicht in die Länge gezogen. Dazu war die Truppe recht angenehm. Die Führungen sind komplett auf Deutsch und man bekommt sehr viele Infos einfach so während der Fahrt zum Land und den Gegebenheiten.

Am 23. Sind wir auf eigene Faust nach Cozumel gefahren. Ich hatte zwar eigentlich geplant mit Marco Scaramuzza eine Tour über die Insel zu machen, allerdings war das ganze von uns aus zu spontan, es sollte nicht sein. Beim nächsten mal werde ich die Tour aber definitiv machen. Wir waren sehr blind unterwegs, zwar mit Auto, aber eben blind. Sind ein mal um die Insel rumgefahren mit dem Auto, wobei die Ostküste komplett voll mit Braunalgen war (und da auch nicht geräumt wird wie an den Hotelstränden) und ein wenig durch die Hauptstadt geschlendert. An der Seite war es dann angenehmer mit den Algen, fast keine vorhanden, aber ohne Ortskenntnisse verpasst du da einfach viel. Letztlich war es nicht schlecht, aber Wetter spielte auch nicht mit (es regnete ständig, auch mal heftiger) – für das nächste mal wird die Cozumeltour vernünftig geplant.



Den Tag darauf haben wir dann den Mietwagen noch mal ein wenig über die Route 307 gequält und sind runter in den Süden nach Bacalar gefahren. Bacalar ist ein kleines Nest, bekannt für seine Lagune der sieben Farben und sein kleine Ford zur Piratenabwehr. Wir haben da insgesamt um die 500km abgerissen, aber die 307 ist sehr gut ausgebaut und auch offiziell genug als Straße, dass dir niemand ein Brett mit Nägeln drin vor das Auto wirft um Geld zu fordern ???? angekommen in Bacalar haben wir auch spontan direkt einen „Naturstrand“ gefunden, die wollten 5 Pesos pro Person, geparkt haben wir irgendwo in einer Seitenstraße. Das Wasser ist wunderbar flach, da es eine Lagune ist gibt es natürlich keine Algen, ob es jetzt wirklich 7 oder nur 5 Farben sind ist muss jeder für sich ausmachen. Nach einer ausgiebigen Badepause ging es dann hoch zum Ford, knapp 100 Pesos Eintritt pro Person, aber der Ausblick über die Lagune hat sich schon gelohnt. Es zog dann unten auf der Straße auch noch irgendein kleiner mexikanischer Umzug vorbei, die Lagune glitzerte in all seinen Farben. Selbstredend kann man auch hier Bootstouren machen, aber bei noch 2x Bootfahren in Aussicht haben wir uns das gesteckt.





Mein absolutes Highlight kam am nächsten Tag: Ein Ausflug ins Sian Kaan Naturschutzgebiet wieder mit Aledia Tours. Abholung wie üblich am Hotel, unser Guide dieses mal war Marcel. Marcel fand ich so von der Darbietung nicht so gut wie Chrissy, aber es war auch kein Reinfall oder so. Die holprige Strecke nach Sian Kaan rein zum Fischerdorf Punta Allen war zu großen Teilen plattgewalzt und dadurch gut zu befahren, was wohl nur selten der Fall ist. Man fährt auf dem Weg ins dieses wunderschöne UNSESCO-Weltkulturerbe durch die Tulum Hotel Zone, wo ein einfaches Zimmer ohne Verpflegung schon mal 2000€ / Nacht kosten kann. Hier treffen sich die Reichen und Schönen – und anscheinend pumpen diese Anlagen auch fröhlich ihre Abwässer ins Meer ohne großartige Filterung. Von außen sieht man kaum was, ist alles sehr verbaut, die Strände sind alle in Hotelbesitz. Auch im Reservat selbst gibt es noch sehr viel privaten Baubesitz, stammt noch viel aus der Zeit bevor es so geschützt wurde. Das darf dann auch bleiben. Viele freilaufende Hunde, welche die dort heimischen Tiere jagen. Der Weg führt über eine Brücke (Puente Sian Kaan), wo man offiziell nicht drauf halten darf. Also fix aussteigen, Bus fährt weiter. Ein paar unverbesserliche angeln da mit Dosen und Schnüren, fangen kleine Fische um sie als Köder zu nutzen um die großen anzulocken, lassen ihren Plastikmüll da liegen / schmeissen den ins Meer, es kümmert die Reservatswächter einfach nicht – paar Pesos und die gucken weg. Der Ausblick ist schon sehr schön – besonders, wenn man die ganzen Krokodile in freier Wildbahn erleben darf! Anscheinend wird hier gerne mal „Schnee“ in Paketen abgeworfen für die Kuriere, es erlebte wohl schon der ein oder andere eine Überraschung beim Versuch, das Paket zu bergen. Aber das sind nur Geschichten …



Von der Brücke aus geht es dann in das Fischerdorf, es gibt einen kleinen Frühstückssnack und dann geht es auf’s Boot. Wir waren wieder eine 8-Personen starke Truppe, sprich pro Boot 4 Gäste, 1 Kapitän und ein Schiffchen hatte dann halt unseren Guide noch dabei. Wir sind erst durch die Lagune, wo gerade morgens Delfine ihren Jungtieren das jagen beibringen und später dann aufs Meer. Haben Stopp gemacht an einem Riff, wo in einem bestimmten Bereich geschnorchelt werden darf – natürlich nur mit Weste und lasst die verdammten Füße brav über den Korallen! Und später im flachen karibischen Wasser zum Schwimmen. Gesehen an Tieren haben wir wahnsinnig viel: Delfine mit Jungtier, eine riesige Meeresschildkröte, eine Seekuh mit Jungtier, diverse Vögel (Weißkopfseeadler!!) und erwähnte Krokodile. Ohne die Tiere zu bedrängen oder zu hetzen. Delfine haben wir ja auf Teneriffa schon gesehen – in größerer Anzahl und verspielter – aber es ist trotzdem immer wieder wunderbar die in freier Natur zu sehen. Und diese Meeresschildkröte, wahnsinnig wie riesig die sind!













Wir waren irgendwann gegen späten Nachmittag wieder an unserem Hotel.

Den Freitag haben wir im Hotel verbracht – gemütlich mit Cocktail am Salzwasserpool.

Samstag stand dann der letzte Ausflug mit Aledia Tours auf dem Programm: Es ging mit Yvonne nach Holbox. Der Bus war dieses mal voll, 10 Erwachsene, 2 Kinder, Guide und Fahrer. Sinngemäß meinte Yvonne zu uns… wir fahren jetzt die spannendste Strecke bis zur Autobahn. Ihr seht links: Dschungel. Ihr seht rechts: Dschungel. Viel Spaß! So war es dann auch. Die Autobahn ist eine MAUT-Strecke. Es gab wirklich links und rechts nur grün zu sehen, das änderte sich erst als wir in Puerto de Chiquilá angekommen waren. Beziehungsweise schon auf dem Weg dahin, die ersten Dörfer nach dem Dschungel, noch sehr ursprünglich und für unsere Verhältnisse sehr armselig. Baubarracken aus Wellblech und Holz, halbe Betonbauten, unverputzt, keine Fenster, auch hier viele freilaufende Hunde die auch mitten auf der Straße liegen und schlafen, kleine Stände an den Straßenrändern mit frischem Obst.

Im Hafen sind wir dann in unser Boot gestiegen, netterweise hier ohne Schwimmwestenzwang, zwar gab es genug an Board aber man nimmt es da wohl nicht so genau mit. Der erste Stopp war am „Hoyo negro Yalahau“, eine natürliche Süßwasserquelle mitten im Mangrovenwald. Das Wasser kristallklar, knapp 2 Meter tief, wunderbar erfrischend. Und es war absolut gar nichts los, unsere Reisegruppe war die einzige. Auf dem Weg unzählige bunte Krebse, die sich schnell in ihre Löcher vergraben haben. Nach der Erfrischungspause ging es weiter mit dem Boot zur Vogelinsel, hier lassen sich gerade zur Winterzeit wohl sehr viele verschiedene Vogelarten beobachten. Aber auch wir hatten gut was zu gucken – keine Ahnung wie diese ganzen gefiederten Tierchen so heißen, aber es war auch ein sehr imposanter Pelikan darunter. Im ultraflachen Wasser waren neben Fischen auch diverse Rochen zu bestaunen.



Danach ging es dann weiter zur Hauptinsel, also nach Holbox direkt. Dort gibt es ein Restaurant welches immer vom Tourveranstalter angesteuert wird, da kann man sich mal eben erleichtern und nach einer kleinen Inselrundfahrt gibt es da dann auch was zu essen. Da der in der Nähe gelegene Steg aber gerade restauriert wurde hieß es einfach nur möglichst nah mit dem Boot an den Strand und ab ins Wasser hüpfen. Stört bei den Temperaturen absolut gar nicht!

Haben uns dann Golfcars gemietet und sind damit ein wenig rumgefahren. Die Straßen sind auf Holbox alle auf Sand gebaut, kein Teer, kein Asphalt. Autos sind hier verboten außer für Warenlieferungen – ob die ganzen Golfcards, Mopeds und Co es soviel besser machen, sei mal dahingestellt. Wir sind auf jeden Fall ein wenig am Strand herumgetuckert, vorbei am kunterbunten Holbox Schriftzug, zu den Hängematten im Wasser, nebenbei noch einen Piraten bestochen für ein Gruppenfoto ???? alles was nicht direkte Strandlage hat sieht auch hier eher ärmlich aus. Die Preise für Übernachtungen sind eher auf europäischen Niveau, aber noch bezahlbar. Zwei, drei Tage kann man es hier sicher aushalten: Kein Seegras, ultraflaches Wasser mit ewig langen weißen Sandstränden.









Nach dem Mittagessen – wir konnten uns auf der Hinfahrt aussuchen, was wir haben wollten, primär Fisch und Hühnchen – ging es dann weiter mit dem Boot. Wir hatten die Wahl zwischen einsamen Strandabschnitt und Sandbank. Die Wahl viel auf Ersteres – da kampierten auch mehrere Dutzend Flamingos was einfach nett anzusehen war. Auf dem Rückweg haben wir auch noch mal Delfine gesehen.

Wolfgang war am nächsten Tag dann noch in Coba, die Maya-Pyramide hochklettern, ich habe mir das gesteckt und den Tag am Salzwasserpool verbracht. Montag eben das Auto abgegeben und den Rest der Tage einfach gemütlich im Hotel verbracht.
Am Abflugtag mussten wir das Zimmer um 12 Uhr räumen, konnten aber weiter alle Annehmlichkeiten des Resorts nutzen. Um 14 Uhr wurden wir abgeholt, es wurden auf dem Weg zum Flughafen noch ein paar mehr Leute aufgegabelt – sogar welche, die wir von einem der Ausflüge kannten – und am Flughafen selbst lief auch erst mal alles gut. Es gab so Check-In Automaten, weiter-weiter-weiter tippen und man hatte seine Boardkarten in der Hand, weiter zum Schalter und da begann es eigentlich schon eher unerfreulich zu werden. Wir hatten in weiser Voraussicht, weil man weiß ja wie schwer so das ein oder andere Souvenir sein kann, 5kg mehr Gepäck für den Rückflug gebucht. Jetzt lief der Rückflug aber nicht über Condor, sondern über AirTanker, welche für Condor fliegen. Die Maschine ist eine umgebaute Militärmaschine, vom Comfort eigentlich cooler, da minimal mehr Beinfreiheit. Haben zwar nur Holzklasse, aber die ist total in Ordnung. Leider hat Condor es wohl versäumt, unsere +5kg weiterzugeben. Die Sitzplatzreservierung war aber vermerkt worden. Der kleine Mexikaner fand das also nicht in seinem System und von Condor gab es damals auch keine Mail oder sonst was zum ausdrucken sondern im Grunde nur „wir haben jetzt abgebucht, alles supi!“. Ich dann also fix ins freie WIFI vom Flughafen und geguckt das ich den Kram da anhand unserer Buchungsnummer auf der Condorseite finde. Die komplett deutschsprachig ist. Jetzt halte mal jemandem diese Buchung auf Deutsch unter die Nase, der nicht mal richtig Englisch kann. Nach locker 20 Minuten diskutieren hat er unsere Koffer dann aufgegeben… und hatte noch was am Handgepäck zu meckern. Ja, der ganze Elektronikrotz ist schwer, er hat dann Kamerarucksack und Trolley gewogen und dann passte es wohl doch.

Wir also weiter Richtung Departure. Sicherheitskontrollen. Die sind da ja in Deutschland immer sehr zickig. Selten so eine entspannte Kontrolle gehabt. Trolley aufs Band, Tablets/Ebook-Reader/Powerbank in eine Kiste geworfen zusammen mit Hosentascheninhalt und Trackerarmband, durch diesen Detektor gelatscht, alles wieder eingesammelt, fertig. In Düsseldorf piept sonst immer irgendwas, man zuckt mit dem linken Augenlid in diesem blöden Scanner und wird sofort angefaucht „NICHT BEWEGEN!“, man kriegt eine gratis Befummelung. Passkontrolle ist auch einfach Reisepass in den Scanner halten, durch die Schranke, möglichst biometrisch-verbrecherisch in die Kamera gucken und weiter spazieren.

Haben noch ein bisschen im Duty Free geshoppt, uns 9€ für 4 Dosen 0,33l Cola abziehen lassen (Pesos waren aus… neue ziehen kostet ordentlich Gebühr), in einem Burgerladen was gefuttert und uns dann Richtung 58 begeben. Hmhmh. Auf der Hinweistafel stand schon „wir rufen Ihren Flug nicht aus, kümmern Sie sich gefälligst selbst“ Ah, okay, unser Flug hat Verspätung. Aus etwas Verspätung wurde dann Boarding in 20 Min, Boarding in 40 Min, Boarding in 30 Min, Boarding in 40 Min und in Summe 2 Stunden warten ohne weitere Informationen. Endlich im Flieger, alles verstaut, Wunschsitzplätze, viel Beinfreiheit. Flug selbst … ich beneide immer noch alle Leute, die im Flugzeug schlafen können. Wir waren mit ungefähr 09:30 Stunden ziemlich flott, lange Zeit 1000km/h. In Frankfurt die Koffer auch vergleichsweise schnell bekommen, fix durch „nix Zoll“ gehuscht und zum Fernzugbahnhof. Und? Jaha! Der ICE hatte natürlich Verspätung. Als er dann nach +-30 Minuten endlich da war, war er auch noch Rappelvoll und wurde kurz nach Frankfurt aufgegeben. Heißt, alles andere durfte an uns vorbeifahren wenn es möglich war, weil wir eh schon hoffnungslos zu spät waren.

Ich habe jetzt nur die Hälfte der Eindrücke schildern können, mir fallen immer noch so verdammt viele Kleinigkeiten ein. Emmanuel, unser Lifeguard vom Las Rocas Salzwasserpool, dem wir mühsam auf Deutsch „Nicht vom Beckenrand springen!“ beigebracht haben. Allgemein das Barpersonal, die immer aufmerksamen Leute vom Service, die Scheinchenwechsler in der Lobby, wenn der doofe Automat im Supermarkt mal wieder nur 500 Peso Scheine ausgespuckt hat. Die zahlreichen Leguane, Nasenbären, Waschbären, Agutis, Krebse, Vögel die man im Resort so getroffen hat. Die Mangroven im Resort und außerhalb. Die immer bemühten Butler aus Villa 60, die Golfcaddyfahrer, die ganzen Gärtner, all jene die „unsichtbar“ gearbeitet haben. Das super Essen, auf das ich kaum eingegangen bin. Die Leute, die frühmorgens angefangen haben das Seegras vom Strand wegzuschaffen. Die Menschen, die lieber 2x nachfragen, ob man wirklich 20 Pesos (ein verdammter Euro) Trinkgeld geben möchte. Die Senioren, die in den Supermärkten hinter den Kassen stehen und die Einkäufe in Tüten packen. Miguel, welcher fünf Stunden lang anhand von zwei Fotos die ich zur Verfügung gestellt habe zwei Glasfiguren kreiert habe, welche jetzt bei meinen Eltern behütet in der Vitrine stehen.

Dieses Land sieht uns definitiv wieder. Wir haben noch genug auf unserer „müssen wir unbedingt sehen“ Liste und das Hotel war einfach phänomenal genial.