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Thema: Wärmespeicher selbstgemacht? (Chemiker Tipps gesucht)

  1. #1
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    Wärmespeicher selbstgemacht? (Chemiker Tipps gesucht)

    Da mir für ein Großprojekt das nötige Kleingeld fehlt, aber es grausam ist zuzusehen wie die sommerliche Energie ungenutzt bleibt, suche ich Ideen wie man das einfach und güstig selbst angehen kann (große Terasse und Wintergarten sind vorhanden).

    Einde Idee im probiermaßstab ist den Inhalt von Wärmekissen (Natriumacetat) selbst herzustellen, um es per Sonnenenergie aufzuladen.
    Was sagen die Kenner der Chemie, ist das praktikabel oder kann ich die Idee gleich wieder verwerfen?

    Laut diesen Filmchen:
    > Natriumacetat aus einfachen Haushaltsmaterialien herstellen
    > Synthese von Natriumacetat | Taschenwärmer selber machen

    • nehme man: 110ml Essigessenz + 30g Natron (Backpulver)
    • Mischen -> Mischung muss neutral sein (PH-Wert)
    • Auskochen, bis nur noch Salzkristalle übrig sind
    • => Natronacetat fertig
    • nun 1:10 mit Wasser auffüllen und unter Hitze (60-77°C) schmelzen
    • => übersättige Lösung ist fertig, durch Keim wird’s fest und gibt Wärme ab


    nun die Fragen:
    - lassen sich die Salzkristalle statt mit auskochen auch durch einfaches in die Sonne stellen (trocknen lassen) gewinnen?
    - wie könnte man das schmelzen zur fertigen Substanz statt mit Herd nur mit der Sonne anstellen?
    - sind dazu Solarkocher eine Möglichkeit? Welche Größe müsste der dann haben um zunächst im kleinen Maßstab (z.B. 100ml) zu schmelzen ? Da gibts ja Modelle ab 10€ bis über 400€.

  2. #2

    Re: Wärmespeicher selbstgemacht? (Chemiker Tipps gesucht)

    Tachjen. Interessantes Projekt.
    Würde mich interessieren ob das funktioniert. Sehe nur ein Nachteil:
    Das Ding funktioniert wie ein Feststoff-Booster am Space-Shuttle.
    Einmal gezündet (Kristallisation eingeleitet), gibt es keinen Weg zurück und die ganze Energie fällt auf einmal an.

    zur Chemie:
    Prinzipiell stellt sich die Frage: Kannst Du das Zeug günstiger laborieren als Du es auf dem Markt (in besserer Qualität) beziehen kannst?
    Mal ein Massstab:
    25kg Sodium acetate trihydrate - ACS, USP, Ph.Eur. - €171 (kostenloser Versand aus UK, also noch vor Halloween schiessen: https://www.ebay.de/itm/Sodium-Aceta...g/153474451458).
    Also €6.90 für Natriumacetat in pharmazeutischer Hilfstoffqualität.
    Kannst Du da mithalten? Ich denke nicht.

    Spoiler: 


    30g Natron (NaHCO3, M=84g/mol -(+H2O)-> 0,35mol)
    NaHCO3 + CH3COOH -> CH3COONa + H2CO3
    Natriumacetat-Trihydrat (CH3COONa * 3H20 , M=136g/mol)
    0,35mol * 136g/mol = 47.6g

    Du kriegst im Optimalfall also aus 30g Natron und 110ml Essigessenz gerade einmal 47.6g Natriumacetat-Trihydrat raus.



    Solltest Du es jedoch selbst herstellen wollen:
    1. es schäumt wie wild
    2. es wird beim Neutralisieren sehr schnell sehr warm.

    Und nun zu Deinen Fragen:
    -klar kannst Du das auch der Sonne überlassen. Du musst nur aufpassen, dass kein Schmutz und somit potentielle Kristallisationskeime reinkommen
    -Je nach Massstab könnte ich mir vorstellen,
    -- Sonnenkollektor mit Öl-Füllung, Kreislauf durch Wärmetauscher im Acetat
    -- Ne Schwarze Metallplatte (oder Kugel), Heatpipe ins Acetatbad, ggf. mehrere Spiegel die mehr Sonnenlicht auf die Kugel lenken.
    -Solarkochen gehen prinzipiell schon. Denke das ist Trial and Failure.
    Für diesen Beitrag bedankt sich obedi
    Gruß
    braegler

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