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Thema: Panikattacken

  1. #1

    Panikattacken

    Hi, kennt hier jemand Panikattacken und hat Strategien oder Empfehlungen aus eigener Erfahrung, wie man die Situtation bewältigt oder ganz davon loskommt?

    Frage so allgemein, weil ich vermute das alle Phobien/Panikattacken ähnliche Auswirkungen haben und darum mehr oder weniger gleiche Lösungsansätze haben, die genaue Art der Phobie/Panik also nicht ganz so wichtig ist.

    Wer es aber wissen will, in meinem Fall

    Spoiler: 

    sind es konkret hohe Gebäude (Fernsehturm, Hochhäuser, Fabrikschlote, Hochregallager...). V.a. bei Blickwinkel von unten nach oben und je näher ich ihnen komme. Kriege richtige Beklemmungen und das Gefühl erdrückt zu werden, Boden geht unter den Füßen weg, Adrenalin, Körper krampft, unregelmäßige Atmung, Probleme zu schlucken, Gefühl zu fallen (kann jedes für sich aber auch kombiniert vorkommen). Kriege Bilder vor Augen wie ich oben drauf stehe, in irgendeinem Schacht davon von oben nach unten schaue oder umgekehrt, die Vorstellung wieviel Druck auf jedem Stein lastet, wird so real, das ich fast nicht mehr merke, das ich gerade am Boden bin... sowas. Gleichzeitig weiß ich auch, das eigentlich alles cool ist, weil das keinen Sinn macht, aber es ist sehr schwer, die bis jetzt beschriebenen Auswirkungen zu unterdrücken. Insbesondere, wenn ich gerade mit Menschen unterwegs oder auf der Arbeit bin, da will ich mir das nicht anmerken lassen und muss gleichzeitig dem Gespräch weiter folgen, obwohl ich am liebsten so schnell es geht einfach weg will. Wobei "weggehen" auch nur bedingt hilft, weil es mich im Kopf so real weiterverfolgt, als würde ich direkt vor so einem Gebäude stehen. Manchmal schlimmer, dann wird das ganze im Kopf noch größer als es normal ist, und noch erdrückender.

    Habe das akut wieder seit ein paar Tagen, da wurde unter Kollegen irgendwie über Phobien gesprochen und ich dann zuviel darüber ausgefragt. Wurde zu präsent.. Davor hatte ich ein paar Jahre Ruhe damit, bin Sicherheitshalber aber hohe Gebäude immer um 5km umfahren (einmal Stau vor einem Fernsehturm gehabt, niemals wieder..). Entstanden ist das vor ca 3-4 Jahren, hatte wohl insgesamt zuviel Stress und dann über so Bauwerke zuviel nachgedacht.
    Rufe mir das auch bewusst häufiger im Kopf hervor, um mich mit den Bildern/ der Situation erneut zu konfrontieren und das so zu bewältigen. Mal geht das gut, mal nicht.

  2. #2
    Hat sich hochgeschlafen-

    Moderator

    Avatar von Chegwidden
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    Re: Panikattacken

    Das ist Akrophobie, die Höhenangst.
    Die tritt nicht nur auf, wenn du auf hohen oder höheren Gebäuden bist, sondern in ausgeprägten Fällen auch wenn du z.B. unter einer großen Brücke
    stehst und nur diese riesigen Pfeiler hinauf guckst. Oder steil an einem großen Gebäude hoch.

    Je nachdem unter welchem Stress du stehst, ist es mehr oder weniger ausgeprägt.
    Ist unterdrückter Stress zu groß, dann kann es sogar sein, dass du davon träumst, dass du z.B. auf allen Vieren auf einer Brücke bist und nichts geht mehr.

    Hast du das dann auch so schlimm wie ich, dann kannst du oft nicht mal eine Treppe hoch- oder runtergehen, wenn die Stufen frei aufgehängt/offen sind.
    Gläserne Aufzüge: vergiss es. Nur mit Begleitung und geschlossenen Augen.
    Es gibt Therapien dagegen/dafür. Ich kann dir aber nicht sagen, ob die helfen.

    Wenn man sich aber darüber bewusst ist, dass es einfach nur eine -nicht so seltene Phobie- ist, dann geht es. Dann machen große Häuser nicht mehr so viel aus.
    Für diesen Beitrag bedankt sich Kirov

  3. #3
    Humanistischer Misanthrop Avatar von Kokser
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    Re: Panikattacken

    Es gibt Therapien dagegen/dafür. Ich kann dir aber nicht sagen, ob die helfen.
    Verhaltenstherapie ist da sinnvoll. Da es den TS auch bereits merklich im Alltag einschränkt, wäre das hier denke ich durchaus angebracht. Konfrontation mit den Triggern ist da durchaus ein Bestandteil, aber üblicherweise werden vorher kleinere Schritte unternommen. Ein guter Verhaltenstherapeut stellt da einen gemeinsamen Plan auf und begleitet einen durch die Phobie.

    Zur Überbrückung bis zum Termin kann man auch mal schauen ob es lokale Selbsthilfegruppen-Treffen gibt. Auch Selbsthilfe-Ratgeber können nützlich sein. Vielleicht mal googlen und auch Erfahrungsberichte/Reviews lesen. Es gibt da oft qualitative Unterschiede.

    Ich würde empfehlen das baldmöglichst in Angriff zu nehmen, da sich sonst Vermeidungsverhalten stark einschleifen kann, welches man dann wieder abtrainieren muss. Je früher man eingreift desto besser schlägt die Therapie an.
    Für diesen Beitrag bedanken sich saddy, BurnerR, Kirov, Chegwidden
    Nobody exists on purpose; nobody belongs anywhere; everybody's gonna die.
    Come watch TV?

  4. #4

    Re: Panikattacken

    +1 Verhaltenstherapie

    Ist sehr hilfreich bei solchen Phobien.

  5. #5
    Bot #0384479 Avatar von BurnerR
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    1

    Re: Panikattacken

    Ganz genau dafür sind Verhaltenstherapeuten.

  6. #6
    Mitglied Avatar von Chogall
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    60

    Re: Panikattacken

    Kenne solche Panikattacken zu gut selbst.
    Ich hatte mal eine ziemlich heftige Attacke im MRT, weil ich Angst in engen Räumen habe. Da lag ich das erste Mal in meinem Leben also in dieser Röhre und habe so krasse Panik bekommen, dass mir heiß und kalt wurde. Was habe ich dagegen gemacht? Langsam durchatmen und an was Schönes denken. Was anderes ist mir in dem Moment nicht eingefallen und es hat gewirkt.

    Größe Höhen machen mir auch Angst, aber die versuche ich einfach zu meiden. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, Augen schließen und nicht drüber nachdenken. Ich kann mich so beruhigen.
    Auch manchmal habe ich solche Panikattacken auf Treppen, wenn ich runtergehen will. Ich habe große Angst zu stürzen und dann die Treppe runterzufallen. Aber da bleibe ich auch kurz stehen, atme durch und sage mir, "geh, dann haste es hinter dir" und es klappt.
    Für diesen Beitrag bedankt sich Kirov
    Geändert von Chogall (03.04.19 um 12:11 Uhr) Grund: Ein "nicht" vergessen

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