Ich genieße ihre Emotionalität, wie ich die Emotionalität von allen genieße, bei all den kleinen und großen Dingen. Aber ich merke daran, wie sie es nach kurzer Zeit schon sagte, sie wolle sich nicht an mich gewöhnen. Offenbar fehlt etwas, vermutlich wieder die Emotionalität, die Leidenschaft - Ich kann nicht geben, was ich nicht habe.

Ich kann nicht sagen: Ich brauche, liebe, vermisse, denke an dich, denn das tue ich nicht. Was kann ich dir sagen, was habe ich in mir, das ich dir geben kann? ...Ich genieße deine Gegenwart.

Ja, so ganz bewusst unspezifisch, ohne das genauer definieren zu wollen. Definition macht die Dinge kompliziert. Ich will nichts kompliziertes. Das zwischen uns soll keinen Namen haben, denn mit Namen gehen Erwartungen oder Verpflichtungen einher, die ich nicht möchte. Ich möchte mich nicht bei dir melden müssen, mich nicht erklären und auch nicht festlegen, wann wir uns das nächste mal sehen. Einfach morgen, oder auch nie wieder, wie es mir eben in den Sinn kommt, ich melde mich dann. Vielleicht treffe ich mich mit einer anderen, vielleicht auch nicht. Willst du das nicht, willst du dich von mir abwenden, dann bitte tue das ohne traurig oder verletzt zu sein, ich bin es auch nicht.

Ich weiß, du wirst mich bald fragen, was das zwischen uns ist oder werden soll, aber was soll ich dir sagen, wie benenne ich, wie ich zu dir stehe, hat es einen Namen? Ich will fair mit dir sein, aber passende Worte zu finden ist schwer. Das ist mehr als nur Sex, denn ich lasse mich in den Momenten voll und ganz auf dich ein, wie eine Partnerin eben: ich interessiere mich für dich, dein Leben, deine Geschichte, teile mit dir und gebe dir an Zuneigung, was ich eben sonst einer festen Freundin geben würde. Es ist aber auch weniger als Freundschaft oder gar eine Beziehung, denn ich fühle mich dir außerhalb dieser Momente nicht verbunden.