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Vor zwei Jahren haben bereits die Forscher von LIGO (https://www.ligo.caltech.edu/) Gravitationswellen nachgewiesen. Aus Daten aus dem letzten Jahr konnten die Forscher von LIGO und Virgo nun die bisher größte bekannte Kollision zweier schwarzer Löcher detektieren, welche vor mehreren hundert Millionen Jahren vor der Entstehung unseres Sonnensystems stattfand. Als die zwei schwarzen Löcher ineinander krachten und zu einem schwarzen Loch fusionierten, wandelten sich fast fünf Sonnenmassien in Gravitationswellen um. GW170729 ist damit die massenreichste und entfernteste Quelle von Gravitationswellen, die bisher beobachtet wurde. Rund fünf Milliarden Jahre brauchten die sich mit Lichtgeschwindigkeit fortbewegenden Gravitationswellen, bis sie die Erde erreichten, was auf eine Kollision vor rund 400 Millionen Jahre vor der Entstehung unseres Sonnensystems hindeutet.

Daneben fanden die Wissenschaftler Hinweise auf weitere Kollisionen schwarzer Löcher. Eines dieser Ereignisse wurde durch den italienisch-französischen Gravitationswellendetektor Virgo in Cascina, Italien erfasst und vergleichsweise gut am nördlichen Himmel lokalisiert. Insgesamt wurden damit vier neue Kollisionen aus dem zweiten Lauf des Advanced Laser Interferometer Gravitational-Wave Observatory von LIGO entdeckt. Damit sind bisher zehn Kollisionen bekannt. Die Massen der an den vier Kollisionen beteiligten schwarzen Löcher umfassen ein Spektrum von 7,6 bis 50,6 Sonnenmassen. Es erscheint wahrscheinlich, dass bei den zwei beobachteten Verschmelzungen schwarzer Löcher jeweils mindestens eines rotiert.

Bei der Bekanntgabe der neuen Ergebnisse auf einem Workshop an der University of Maryland, USA, wurde zudem ein Katalog aller bekannter Gravitationswellen vorgestellt.

Im Frühjahr 2019 soll ein weiterer Beobachtungslauf starten. Möglicherweise wird der japanische Gravitationswellendetektor KAGRA gegen Ende des dritten Beobachtungslaufes in das Netzwerk mitaufgenommen.