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Thema: Länder für Polarlichtsichtung

  1. #1
    in Schwarz

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    Länder für Polarlichtsichtung

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    Über den Beitrag bei GEO bin ich auf die Idee gekommen ein wenig was über Polarlichter zu schreiben. Aktuell poppen wieder verschiedene Berichte darüber auf, wo man am besten hinreisen sollte, wenn man Polarlichter sehen möchte.

    Bei GEO werden beispielsweise genannt:
    • Abisko-Nationalpark, Schweden (sehr schön auch zum Wandern)
    • Kangerlussuaq, Grönland
    • Luosto, Finnland
    • Tromso, Norwegen
    • Westfjorde, Island
    • Yellowknife, Kanada
    • Färöer Inseln, Dänemark
    • Fairbanks, Alaska
    • Oblast Murmansk, Russland
    • Shetland-Inseln, Schottland


    Die Aurora borealis kann man sogar manchmal in Deutschland sehen - in 10-20 Nächten pro Jahr, am besten natürlich im Norden. Im Endeffekt heißt es möglichst im oder Nahe am Polarlichtoval. Als Reizezeit wird September bis April empfohlen, wobei die Monate September, Oktober, Februar und März am zuverlässigsten gelten. Man braucht optimale Wetterverhältnisse, also lieber etwas Zeit einplanen. Bei meinem letzten Islandurlaub hatte ich z.B. Pech. An einem Abend waren Polarlichter angesagt, aber die Wolken machten einen Strich durch die Rechnung. An den folgenden Abenden war die Aktivität zu gering. Pech gehabt! Ähnlich erging es mir in einem Januar in Rovaniemi. Die Schneewolken waren einfach zu dicht. Die Lichtverschmutzung sollte möglichst gering sein. Weg von der Stadt macht die Beobachtung leichter, aber selbst in Reykjavik kann man im Schatten Polarlichter sehen. Im nördlichen Finnland treten Polarlichter übrigens besonders häufig auf: in etwa 200 Nächten pro Jahr. Für Südlichter (ja, das gibt es auf der anderen Halbkugel auch) eignet sich auch Tasmanien.

    Polarlicht ist schon seit der Antike bekannt. Im Jahr 37 dachte Kaiser Tiberius, dass ein Großbrand am Hafen von Rom ist, dabei war das flammende rote Licht wohl ein Nordlicht. Es tritt in farbigen Bändern, Fäden, Fahnen, Flammen und Vorhängen auf. Den Mythen der Eskimos nach wird das Polarlicht dadurch hervorgerufen, dass die Geister der Verstorbenen am Himmel ein Ballspiel spielen, wobei ein hin und her geworfener Walrossschädel das Leuchten erzeugt. In Island darf dem Volksglauben nach keine Schwangere raus, um das Nordlicht zu sehen. Der Name des Lichtes stammt von Galileo Galilei: Aurora. Auf der Nordhalbkugel spricht man von Aurora borealis, auf der Südhalbkugel von Aurora australis.

    Kurz erklärt: Wenn elektrisch geladene Teilchen von der Sonne auf Sauerstoff- und Stickstoffteilchen in der Luft treffen, wandelt sich ihre Energie teils in Licht um. Je nachdem, in welcher Höhe die Teilchen zusammenprallen, leuchtet es in unterschiedlichen Farben.

    Die etwas längere Version: Polarlichter werden hautpsächlich durch die aus Elektronen und Protonen bestehende Teilchenstrahlung, dem Sonnenwind, hervorgerufen. Diese Strahlung trifft auf das magnetische Feld der Erde und verbiegt dieses, so dass das Feld zur sonnenabgewandten Seite hinausgedrückt wird. Auf die Elektronen und Protonen wirkt die Lorentz-Kraft des Magnetfeldes, das aus dem vom Sonnenwind verschobenen Feld der Sonne und dem Erdfeld resultiert. Die von der Sonne kommenden Protonen und Elektronen werden aufgrund ihrer unterschiedlichen Ladung in verschiedene Richtungen abgelenkt. Das im Norden einmündende Magnetfeld lässt eine negative und eine positive Ladungswolke entstehen. Zwischen den Ladungspolen baut die Magnetosphäre ein elektrisches Feld auf, welches ein natürlicher Polarlichtgenerator ist. Da in der Magnetosphäre Luftmoleküle enthalten sind, die durch die UV-Strahlung der Sonne und den Sonnenwind ionisiert werden, fließt ein Strom zwischen den Ladungspolen, von Plus nach Minus. Geladene Teilchen werden im inneren Magnetfeld der Erde gefangen. Sowie die Elektronen und Protonen in die Atmosphäre gelangen, regen sie die Luftmoleküle zum Leuchten an. Dies geschieht meist in 65 km bis 400 km Höhe, kann aber auch auf bis zu 1200 km Höhe beobachtet werden.

    In Reykjavik werden extra Polarlichtsichtungstouren angeboten. Wenn man an einem Abend Pech hatte, darf man es an einem der nächsten Nächte nochmals probieren.
    Ich schätze in anderen Städten und Ländern gibt es auch solche Aktivitäten.

    Noch ein paar Links:



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  2. #2
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    Re: Länder für Polarlichtsichtung

    Zitat Zitat von LadyRavenous Beitrag anzeigen
    Ähnlich erging es mir in einem Januar in Rovaniemi. Die Schneewolken waren einfach zu dicht.
    Wir waren u.a. aus diesem Grund auch Ende Oktober in Rovaniemi. Bei sternenklarem Himmel und 14% Wahrscheinlichkeit laut App haben wir uns ins Auto gesetzt und sind noch 30km Richtung Norden gefahren. Blöderweise konnte man nicht mal mit viel Phantasie irgendwas Buntes am Himmel entdecken.

    Einen Tag später lag die Wahrscheinlichkeit bei 46%. Also haben wir einen Aussichtsturm mitten in der Nacht erklommen und uns die dichte Wolkendecke von unten angesehen. Polarlichter haben wir nicht gesehen. Dumm gelaufen.
    Für diesen Beitrag bedankt sich LadyRavenous

  3. #3
    in Schwarz

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    Re: Länder für Polarlichtsichtung

    @musv: Der Aussichtsturm ist auch super, um den Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang zu beobachten.
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  4. #4
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    Re: Länder für Polarlichtsichtung

    Bin gerade in Island. Erster Tag gleich eine 5 auf der Skala. Wahrscheinlichkeit von ca 30%. Einfach nur der Hammer, da merkt man gar nicht dass einem kalt wird beim Fotografieren. Mehr irgendwann mal in meinem Reisebericht wenn ich wieder zurück bin.

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    Für Island gibts die App Aurora für Android und iOS zur Vorhersage. Klappt ziemlich gut und informiert auch über Bewölkung.

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